Welchen Sinn hat es, eine Lossprechung zu geben, die zur Vergebung schwerer Sünden ungültig und für die Vergebung leichter Sünden unnötig ist? Von Dr. theol. Adolf Fugel.
(kreuz.net) Vor Weihnachten wurden in vielen Pfarreien Bußandachten gehalten, bei denen die Sünden der
Anwesenden – angeblich – durch sakramentale Lossprechung vergeben werden.
Als Hilfe zur Gewissenserforschung
mag die Bußfeier – sofern keine schweren Sünden vorliegen – eine nützliche Hilfe sein.
Doch die „Bußandacht
mit Lossprechung“ ist ein theologischer und pastoraler Irrweg.
Eine derartige Praxis hält weder vor
der Bibel, noch vor der Theologie oder dem Kirchenrecht stand.
Wird während einer Bußandacht die sakramentale
Lossprechung gegeben, entsteht schnell der Eindruck, daß damit auch der Pflicht zur Beichte Genüge getan
wurde.
Damit wird dem Irrtum Vorschub geleistet, daß ein Gläubiger nach Besuch einer Bußandacht ohne
weiteres zur Heiligen Kommunion gehen darf.
So gerät die Beichte irgendwann in Vergessenheit. Nach vielen
Jahren der Beichtabstinenz ist ein Neuanfang psychologisch schwierig. Das Sündenbewußtsein stumpft völlig
ab.
Biblisch und theologisch gesehen ist eine gemeinsame „sakramentale Lossprechung“ am Ende der Bußandacht
ungültig.
Schwere Sünden – sogenannte Todsünden, die den Gnadentod der Seele verursachen – werden
begangen, wenn ein klares Wissen um die Bedeutung der Übertretung eines Gebotes Gottes in einer schwerwiegenden
Sache besteht und die Tat trotzdem mit freiem Willen vollzogen wird.
Eine so begangene Sünde muß gebeichtet
werden.
Nicht ohne Grund besteht während der Bußandacht die Pflicht, die Gläubigen darauf aufmerksam
zu machen, daß schwere Sünden anschließend einzeln gebeichtet werden müssen.
Der Gnadentod der Seele
kann nur in der Beichte beseitigt und die Seele dem Gnadenleben neu zugeführt werden.
Bei der Beichte
besteht keine strenge Pflicht, läßliche Sünden einzeln aufzuzählen. Diese Pflicht existiert nur bei
der Todsünde.
Läßliche Sünden dürfen pauschal in die Beichte eingeschlossen werden. Sie bedürfen
zu ihrer Vergebung auch nicht unbedingt der sakramentalen Lossprechung.
Die Vergebung läßlicher Sünden
erhalten wir durch jeden Reueakt, durch gute Werke, Almosen, Fasten, Gebet, durch die leiblichen und geistigen
Werke der Barmherzigkeit und vieles mehr.
Welchen Sinn hat es also, eine Lossprechung zu geben, die zur
Vergebung schwerer Sünden ungültig und für die Vergebung leichter Sünden unnötig ist?
Email-Adressen der Empfänger
42 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Ex-Bochumer will beichten! Warum das denn? Will er den lieben Gott zum Narren halten, weil er seine Bosheiten,
Dummheiten und Blödheiten bei KREUZ.NET bestimmt nicht beichtet! Ob der Ex-Bochumer je schon einmal über
sich nachgedacht hat? Geht es ihm wirklich um das Sakrament der Beichte, das er empfangen will, oder nur
darum, ob er irgendwo in den Pfarreimitteilungen KEINE Uhrzeit für die Beichte findet? Ex-Bochumer, wage
Dich doch wieder mal nach Bochum und Du kannst auf jeden Fall JEDEN TAG beichten in Bochum: 1. Redemptoristenkloster
2. Zisterzienserkloster
@B.Bussmann Im seelsorglichen Gespräch habe ich schon oft erfahren, dass Leute auch deswegen nicht zur
Beichte gehen, weil sie sagen, „was denkt der (also der Priester dann von mir.) Richtig, diese Gefahr
besteht bei Ihnen nicht.
@reflektor …müssten einige von Euch schon Blasen am Hintern vom langen Sitzen im Beichtstuhl haben!
Im Beichtstuhl sitz man nicht – man kniet. Wir lernen daraus: Sie sollten mal wieder eigene Erfahrungen
mit der Sache sammeln
Herr Stöhr Ich teile zwar nicht Ihre Sedisvakantismus-These, aber Ihre Argumentation und Ihr Wissen ist
offensichtlich um vieles qualitätsvoller als die Ihrer modernistischen Gegner. Es ist immer wieder erstaunlich
wie letztere am Ende nur persönliche Angriffe, Witzeleien oder aber ein sehr oberflächliches, zum Teil
ideologisch durchsetztes Wissen aufweisen. Sie tun ihrer Kirche keinen guten Dienst.
Der Beleidiger… „völlig falsch gedacht, denn die Menschen reiner Gesinnung wären andernorts zu suchen.“
…Bonjour ist V2-Sektierer! Richtig, Menschen mit reiner Gesinnung sind nicht in der V2-Sekte zu finden.
An anderer Stelle hat „Bonjour“ übrigens die hl. Liturgie als „Schauspiel“ bezeichnet.
@Bonjour: „Und die Sedis? Vor nicht allzulanger Zeit wurde doch ein Priester Ihrer Richtung genau aufgrund
dessen, was Sie in Anführungszeichen angegeben haben, in FR/Brsg. rechtskräftig verurteilt. Offenbar
multipel gestö(h)rt.“ Das ist ja unglaublich! Ich nehme mit einiger Wahrscheinlichkeit an, dass das auf
meinen Nachnahmen bezogen war. Wie boshaft kann man eigentich sein!
Bußgottesdienst – Beichte das allerbeste wäre wohl doch, den jenigen um Verzeihung zu bitten, dem ich
Unrecht getan habe. Das ist nämlich viel schwerer als an einem Bußgottesdienst teilzunehmen oder zur
Beichte zu gehen, wo ein Priester im Beichtstuhl sitzt, dem das völlig egal ist, denn er weiß als Unbeteiligter
ja gar nicht, was in dem Beichtenden eigentlich vorgeht. Wenn natürlich die Beichte im Beichtgespräch
zwischen zwei sich kennenden Leuten – Priester und „reuiger“ Sünder stattfindet und zuvor eine persönliche
Entschuldigung erfolgte, ist das das große Ideal. Aber Sünde und Schuld wird vergeben, in dem ich meine
Tat bereue, mich an den wende, dem ich Unrecht tat und wie erwähnt, als Ergänzung in Beichte oder Bußgottesdienst
ist schon in Ordnung. Im seelsorglichen Gespräch habe ich schon oft erfahren, dass Leute auch deswegen
nicht zur Beichte gehen, weil sie sagen, „was denkt der (also der Priester dann von mir.)
@ Sedisvakanten Der Brief des Jakobus 2,13 Denn das Gericht [wird] ohne Barmherzigkeit [sein] gegen den,
der nicht Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht. Für mich sind
die Kommentare des „Sacerdos Heleveticus“ meistens eine Bereicherung und ich hoffe das es euch ca. 3-4
Sedisvakanten im Himmel nicht zu einsam wird.
#27 Pater Lingen 10:54:55 | Samstag, 30. Dezember 2006
„Sedisvakantismus“ ist ein – blödsinniger – Sammelbegriff für solche, die sagen, dass der Stuhl Petri
derzeit vakant ist; entscheidend ist aber das katholische Bekenntnis. Deshalb heißt einer meiner ersten
Texte: Der Begriff „römisch-katholisch“. Was für Früchtchen sich z.B. der Apostat Günther Storck zusammengeweiht
hat, ist mir durchaus bekannt. Über andere Sedis habe ich schon reihenweise Geschichten gehört. Ich
weiß über die Entwicklung von Bartholomäus Schneider. Hier mal ein Ausschnitt aus einer Mail, die ich
kürzlich jemandem geschickt habe: – Hier nur einige wichtige Hinweise für solche, die Sedi-Priester
werden wollen: 1. Man muss völlig farb- und rückgratlos sein. Am besten geriert man sich wie ein Zirkusäffchen,
das brav die Befehle ausführt, die von den Geldgebern (den Laien) gegeben werden. 2. Man muss vorbehaltlos
die Überordnung der weltlichen Macht über die Kirche bekennen. Niemals darf man mit der weltlichen Macht
in Konflikt kommen, d.h. man darf sich nicht verfänglich äußern z.B. über Abtreibung, Sodomie, „Holocaust“
etc.; potenzielle Märtyrer sind quasi ausgeschlossen. 3. Ein guter Bonus ist das Bekenntnis von verurteilten
Irrlehren, wo man meist freie Auswahl hat (Feeney, Hermes etc.); auch Mehrfachnennungen sind möglich.
Ist man dabei radikal konsequent, hat man sehr gute Chancen auf ein Sedi-Priestertum. Wer hingegen katholisch
ist, kommt für das Priestertum kaum in Betracht, schon weil es schwierig ist, überhaupt einen katholischen
Bischof zu finden
Lingen „…dass sich der Verein von satanista helveticus nicht nur als ,Kinderschänder-Kirche’ einen
Namen gemacht hat, sondern sich auch höchstselbst als ,größte transnationale Schwulenorganisation’bezeichnet?
Und die Sedis? Vor nicht allzulanger Zeit wurde doch ein Priester Ihrer Richtung genau aufgrund dessen,
was Sie in Anführungszeichen angegeben haben, in FR/Brsg. rechtskräftig verurteilt. Offenbar multipel
gestö(h)rt.
#25 Pater Lingen 10:29:13 | Samstag, 30. Dezember 2006
Zu satanista helveticus Der satanista helveticus argumentiert, dass – der Chur-Text „Spam“ ist; – ich
an Paranoia leide; – ich an massloser Selbstüberschätzung leide. Ein höheres Niveau erreicht die V2-Argumentation
erfahrungsgemäß (und logischerweise) nicht. So etwas wird bei kreuz.net toleriert, während von der
Red. ordentliche Beiträge gerne zensiert werden. Erst gerade noch habe ich z.B. auf Norbert Leygraf hingewiesen,
und auch Mihail Kivi habe ich hier schon genannt. Kurz: Der Psycho-Schuss von V2 und OMF-„brd“ ist komplett
nach hinten losgegangen – was diese Typen und ihre Lemminge natürlich nicht weiter stört. Man hält
sich an imaginären Strohhalmen eben fanatisch weiter fest, schließlich hat man ja nichts anderes. Zur
Ehrenrettung des satanista helveticus ist zuzugeben, dass Psycho-Störungen in V2-Seminaren absolut üblich
sind: Von einigen Insassen wusste ich sogar ganz genau, dass sie in Psycho-Behandlung waren. Klar, der
V2-Schwindel macht eben psychisch krank resp. ist symptomatisch für psychisch Kranke. Ich musste insofern
also schon von daher auffallen, weil ich eben nicht auf dem Psycho-Trip war. Hey, wie könnte es denn
sonst sein, dass sich der Verein von satanista helveticus nicht nur als „Kinderschänder-Kirche“ einen
Namen gemacht hat, sondern sich auch höchstselbst als „größte transnationale Schwulenorganisation“
bezeichnet? Zu den „Expektorationen“ der V2ler empfehle ich einen Blick auf die KzM-weit-Texte (neuer
in Vorbereitung).
Aufklärungsarbeit Was mir dabei auffällt ist Folgendes: Man muss den Gläubigen leider in heutiger Zeit
wieder klar machen, was Todsünden und was lässliche Sünden sind. Dann kan man die andren Probleme angehen.
#23 Desperatus † 23:21:02 | Freitag, 29. Dezember 2006
Gnadentod der Seele Hat hier schon jemand darüber nachgedacht, was ein Deutscher denken muß, wenn er
das Wort „Gnadentod“ liest? Es steht für den systematischen Mord an behinderten Menschen in der Zeit
der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Ich finde den Sprachgebrauch des Autor aus diesem Grund
jenseits allen guten Geschmackes, da er einem so besetzten Wort einen theologischen Inhalt zu verpassen
trachet.
werden hier noch Sachthemen hinterfragt? oder erfolgt hier die Demontage einzelner – wenngleich auf dem
Holzweg Befindlicher! – aber immerhin noch mit der Chance der Bekehrung?!?!? Fugel beschreibt doch letzlich
nur, was alle wissen, die V-II-Sekte nicht wahrhaben will, aber in seiner Essenz letztlich reine Lehre
ist. Oder hat hier jemand so wenig Dreck am Stecken, das er den ersten Stein werfen möchte? Wer mag,
sollte mal wieder anfangen im Kathechismus zu blättern. Nein, nicht in dem Blätterwald des V-II-Kathechismus,
sondern in älteren Exemplaren! Fugel: weiterhin ein klares Wort am rechten Ort! Gott mit Ihnen!
Bitte nicht mit Spam belästigen! @ Daniel Stöhr. Sie verweisen auf einen Beitrag des sedisvakantistischen
Priesters Rolf Lingen. Bitte verschonen sie mich und alle anderen Leser von kreuz.net vor den Expektorationen
eines zwar möglicherweise gültig geweihten sedisvakantischen Vagantenklerikers, der an Paranoia und
massloser Selbstüberschätzung leidet.
#19 Copertino 22:52:38 | Freitag, 29. Dezember 2006
@Sr. Maria Andrea Unwürdige Beichten – wie wir sie aus früheren Zeiten kennen – können den bestens
vorbereiteten Bussfeiern nicht das Wasser reichen! Das sehen Sie richtig: Um gut vorbereitet zu beichten,
können Bussfeiern durchaus hilfreich sein. Doch nach wie vor gilt das Herrenwort: „Wem ihr die Sünden
nachlasst, denen sind sie nachgelassen, und wem ihr sie behaltet, denen sind sie behalten!“ Wie kann eine
unterschiedslose Generalabsolution diesem Auftrag unseres Herrn entsprechen, ausser in eng umschriebenen
Notfällen, Sr. Maria Andrea?
Besserwisserei und arroganter Ton! @ Sr. Maria Andrea Sie schrieben: ja, HELVETICUS, sind Sie doch kein
Helveticus, denn dann wüssten Sie, dass Adolf Fugel kein HELVETICUS. Fugel, aus dem armen Rumänien,
lebt in der wohlhabenden Schweiz, da fühlt er sich als Priester wohl. Fugel gehört nicht zum Basler
Diözesanklerus. Er hatte für eine kurze Zeit eine Pfarrei im Kanton Bern, die er verlassen musste, und
lebt jetzt als freischaffender Künstler im Kanton Thurgau, er lebt privat, hat keine Verbindung zu einer
Pfarrei… Bitte lassen Sie Ihre Besserwisserei und vor Allem in diesem Ton! Da ich nicht zur Diözese
Basel gehöre, bin ich wohl auch kaum verpflichtet, das curriculum vitae jedes Priesters der Diözese
Basel bis in alle Einzelheiten zu kennen. Immerhin ist mir bekannt, dass Hw. Fugel länger als 10 Jahre
Pfarrer einer Pfarrei im Kanton Bern war. In der Tat nahm ich an, dass er in der Diözese Basel inkardiniert
ist, leider geben die Schematismen der Schweizer Diözesen (im Gegensatz zu den meisten deutschen) nicht
an, wenn ein Priester in einer Diözese zwar tätig, aber in einer anderen (z.B. anderen schweizerischen
oder ausländischen Diözese inkardiniert ist). Er ist immer noch in der Schweiz ansässig und wird im
Schematismus des Bistums Basel geführt. Zu meiner Person: Ich bin seit meiner Priesterweihe in einer
Schweizer Diözese inkardiniert und in derselben tätig, also durchaus „sacerdos helveticus“. Z.B. ist
auch EB Haas ein „emeritierter Schweizer Bischof“ (=Bischof einer CH- Diözese), jedoch Bürger des FL)
#16 bonifatius 22:04:44 | Freitag, 29. Dezember 2006
Sündenbewußtsein Ich habe es mir schon immer gedacht, daß in Österreich das Sündenbewußtsein, insbesondere
in Wienn anders ist. Seit Kardinal König geht es dort immer „aufwärts“, sodaß es dort auch immer weniger
Sünden gibt… Spaß beiseite: Seit vielen Jahren (seit wann denn wohl ??) ist der Empfang der Hl. Kommunion
umgekehrt proportional zum Bußsakrament. Das ist Fakt und kann nicht „schön geredet“ werden. Die Nivelierung
des christlichen Glaubens ließ auch das Sündenbewußtsein verblassen ( lieber Wiener, denken sie nur
an die Abtreibungen, die von Christen ohne spührbaren Protest hingenommen werden!!) Das ist die Krux,
„denn was von Gott entfernt, ist nicht die Sünde, sondern der Versuch , sie zu entschuldigen“ d.h. sie
zu leugnen. (Davila)
COPERTINO… …und jetzt? Was wollen Sie damit sagen? Unwürdige Beichten – wie wir sie aus früheren
Zeiten kennen – können den bestens vorbereiteten Bussfeiern nicht das Wasser reichen!
#13 Copertino 21:51:53 | Freitag, 29. Dezember 2006
Beispiele aus einem Schweizer Kirchenblatt Ankündigungen aus Nachbarpfarreien (im Bistum Basel) Donnerstag,
21. Dezember, 20.00 Bussfeier Zur Vorbereitung auf Weihnachten besteht die Möglichkeit, am Donnerstag,
21. Dezember, um 20.00 Uhr, das Bussakrament zu empfangen. (Anmerkung: Jeder Hinweis auf Möglichkeiten
zur persönlichen Beichte fehlt. Die Bussfeier wird als „Bussakrament“ deklariert.) In einer anderen Pfarrei:
Panflötenklänge statt Einzelbeichte! Versöhnungsfeiern vor Weihnachten Nicht nur unserer Finanzen,
ja auch unsere Rechnungen mit Gott und den Mitmenschen sollten am Ende des jahres stimmen. Unsere Versöhnungsfeiern
dienen dazu. Dazu hören Sie verführerische Panflötenmusik, die sogar die schwersten Sünder bekehren
kann… In unsererm Pfarreiverband halten wir vor Weihnachten folgende Versöhnungsfeiern: … (Es folgen
die Angaben über diverse Bussfeiern, ohne Hinweise auf Beichtgelegenheiten.)
GOTTHARD + HELVETICUS – schade, GOTTHARD, dass Sie noch nie einen Buss-Gottesdienst mit sakramentaler
Absolution erlebt haben! -ja, HELVETICUS, sind Sie doch kein Helveticus, denn dann wüssten Sie, dass
Adolf Fugel kein HELVETICUS. Fugel, aus dem armen Rumänien, lebt in der wohlhabenden Schweiz, da fühlt
er sich als Priester wohl. Fugel gehört nicht zum Basler Diözesanklerus. Er hatte für eine kurze Zeit
eine Pfarrei im Kanton Bern, die er verlassen musste, und lebt jetzt als freischaffender Künstler im
Kanton Thurgau, er lebt privat, hat keine Verbindung zu einer Pfarrei…
anscheinend … … ist die situation der kirche in österreich doch eine deutlich bessere als hier an
anderer stelle gern behauptet wird. wie gesagt: in dem mir bekannten kontext der kirche in wien (aber
ich kenne derartige beispiele auch aus deutschen diözesen, aus der schweiz zugegeben nicht) ist vielmehr
durch die „abende/nächte der barmherzigkeit“ eine erfreuliche renaissance des bußsakraments zu verzeichnen.
deo gratias!
Schweizer Eigenart Der Autor ist emeritierter Schweizer Pfarrer und spricht hier die verbreitete Praxis
in seinem Heimatland an, wo in sehr vielen Pfarreien die Bussandacht mit Generalabsolution mit Billigung
der zuständigen Bischöfe erteilt wird. Sehr zutreffend schreibt Hw. Fugel, dass die sakramentale Generalabsolution
bei Vorliegen schwerer Sünden gar nicht nötig wäre, bei Vorliegen schwerer Sünden jedoch -ausser im
Notfall- ungültig wäre. Das Kirchenrecht sieht ja auch vor, dass falls im Falle einer Notlage -Todesgefahr
oder z.B. unerwartete Unmöglichkeit, alle Einzelbeichten zu hören- die Generalabsolution erteilt wurde,
jenen, denen schwere Sünden nachgelassen wurden, dennoch die Verpflichtung bleibt, innerhalb angemessener
Zeit eine persönliche Beichte nachzuholen. Bisher fehlte es den Schweizer Bischöfen trotz eigentlich
eindeutiger Anweisungen aus Rom (z.B. zuletzt Motu Proprio „Misericordia Dei“ von Papst Johannes Paul
II. von vor einigen Jahren), an Mut und Entschlossenheit die abweichende und missbräuchliche Praxis,
die jedoch schon seit mehreren Jahrzehnten in der Schweiz weitherum üblich ist, zu unterbinden. Auch
beim letzten Ad Limina-Besuch der Schweizer Bischöfe wurde das Thema mit den vatikanischen Instanzen
besprochen. Details über die weitere Vorgehensweise wurden jedoch nicht bekanntgegeben.
Na das ist doch ein überzeugendes Argument! Was wird so eine Priesterstunde schon kosten? Vielleicht
sollte man einen contractus absolutionis schließen, mit Erfolgshonorar versteht sich, zu schließen beim
Eintritt in den Beichtstuhl („bitte unterschreiben Sie hier“), Bezahlung vor der Absolution, um Zechprellerei
vorzubeugen. Wäre immerhin mal was neues, dem Herrn Johann Tetzel wurden ja immerhin nur die zeitlichen
Sündenstrafen abgekauft. „Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“, damals
aus dem Fegefeuer, diesmal sogar aus der Hölle. Irgend ein Anlagefonds könnte sich sicher für dieses
Geschäftsmodell erwärmen! Staffelung nach Schwere der Sünden versteht sich.
#8 ExBochumer † 20:53:32 | Freitag, 29. Dezember 2006
Danke, Botschafter, wenn Sie schrieben: Die Bischöfe wollen keine Einzelbeichte! „Der Zeitaufwand ihrer
Priester für einzelne Leute ist zu hoch“, so die Aussage von Bischof Markus Büchel St.Gallen am 18.12.2006
mir und zwei weiteren Personen gegenüber. Diese Aussage, etwas anders formuliert, hörte ich auch hier
in meiner Gemeinde vor Ort. Der Priester macht sich nicht mal mehr die Mühe, einen Beichttermin vor den
Samstag-VAM anzukündigen. „Beichte“ ist ein niemals gelesenes Wort im Pfarrbrief. Er macht es sich einfach.
„Man weiß ja, wo man mich erreichen kann“ sagte er mal in einem Gespräch. Ein Einzelfall???? Doch telefonisch
erreicht man ihn niemals.
#7 Botschafter 20:46:33 | Freitag, 29. Dezember 2006
Beichte? Die Bischöfe wollen keine Einzelbeichte! „Der Zeitaufwand ihrer Priester für einzelne Leute
ist zu hoch“, so die Aussage von Bischof Markus Büchel St.Gallen am 18.12.2006 mir und zwei weiteren
Personen gegenüber.
Generalabsolution auch no nie eine generalabsolution erlebt, weder vor weihnachten, ostern oder pfingsten …
Diejenigen, die hier lesen und schreiben, haben vermutlich noch nie eine solche Generalabsolution erlebt.
Für den Rest der deutschen Katholiken jedoch, die hier weder lesen noch schreiben, ist ein Bußgottesdienst
immer eine Generalabsolution, die nach dem V2 in der Kirche eingeführt wurde – so glauben die jedenfalls.
#5 ExBochumer † 20:23:47 | Freitag, 29. Dezember 2006
@ wiener das kann ich belegen. in meiner heimatgemeinde wurde der bussgottesdienst als vergebung aller
sünden angekündigt. ein beichttermin wurde nicht im pfarrblatt angekündigt. so what mit ihrem beitrag?
sind sie die kirche? gruß nach wien.
generalabsolution ich kenne die praxis eines bußgottesdienstes mit allgemeiner lossprechung (generalabsolution)
weder aus eigener erfahrung noch vom hörensagen. die bußandachten, die ich kenne, verstehen sich als
eine (meistens sehr gut gestaltete und sinnvolle) hinführung zu einer gewissenserforschung, oft (in letzter
zeit zunehmend!) verbunden mit der in die feier eingebundenen oder im anschluss angebotenen einzelbeichte.
solche „abende der versöhnung“ finden etwa in wien in immer mehr kirchen statt. hier ist in meiner wahrnehmung
sogar ein wieder-entdecken des bußsakramentes vor allem von der jüngeren generation wahrzunehmen. insofern
würde es mich tatsächlich interessieren, auf welche daten sich die behauptung des autors stützt, dass
feiern mit generalabsolution „häufig“ seien.
Beispiele? Vor Weihnachten wurden in vielen Pfarreien Bußandachten gehalten, bei denen die Sünden der
Anwesenden – angeblich – durch sakramentale Lossprechung vergeben werden. gibt es konkrete Beispiele dafür?
Ich habe einen solchen Bußgottesdienst mit Lossprechung noch nie erlebt…