19:28:48 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
In der Mönchsrepublik Athos gibt es ein Kloster, das mit Händen und Füssen gegen eine Annäherung der Orthodoxie an die Katholische Kirche kämpft.

Ein Mönch von Esphigmenou blickt im Januar 2003 auf 40 Polizisten, die das Kloster zwangsräumen wollten.
(kreuz.net) Das griechisch- orthodoxe Kloster Esphigmenou leistet erbitterten Widerstand.
Die Abtei ist
das nördlichste der zwanzig Klöster auf dem Berg Athos. Es ist der Himmelfahrt Christi geweiht und befindet
sich direkt am Meer.
Der Berg Athos ist eine Halbinsel im Nordosten Griechenlands. Das Gebiet besitzt
als Mönchsrepublik einen autonomen Status.
In der Hierarchie der zwanzig Athos-Klöster befindet sich
Esphigmenou auf Platz 18. Doch mit seinen 115 Mönchen ist es die größte Gemeinschaft der Mönchsrepublik.
Im Jahr 1990 zählte das Kloster noch 45 Mönche.
Die Gemeinschaft
lehnt die von den Orthodoxen in Griechenland durchgeführten Anpassungen an den gregorianischen Kalender
ab.
Ein schwerer Konflikt entbrannte im Jahr 1972 aufgrund der Annäherung der Katholischen Kirche unter
Papst Paul VI. († 1978) und dem Patriarchen von Konstantinopel Athenagoras I. († 1972).
Als Protest dagegen
hißten die Mönche an ihrem Kloster schwarze Fahnen.
Das Kloster Esphigmenou hat sich seither von den
übrigen Klöstern auf dem Berg Athos isoliert. Schon lange hängt ein großes Transparent aus dem Fenster
des Klosters, das den Papst als Antichrist bezeichnet.
Freunde der widerständischen Mönche unterhalten
auch eine eigene
Webseite in englischer Sprache.
Das Verhältnis zwischen dem Kloster und dem Ökumenischen
Patriarchat verschlechterte sich im Jahr 2002 rapide, als Patriarch Bartholomäus I von Konstantinopel
erklärte, daß sich das Kloster im Schisma befinde.
Die griechische Verfassung erlaubt es Schismatikern
nicht, auf dem Berg Athos zu wohnen. Darum wurden die Mönche von Esphigmenou von einem Gericht in Saloniki
aufgefordert, das Kloster zu verlassen.
Gleichzeitig wurde eine neue Gemeinschaft gegründet, welche
die Klostergebäude übernehmen sollte.
Doch die Mönche von Esphigmenou haben diesen Plänen bisher
widerstehen können.
Vor Weihnachten eskalierte die Situation auf Esphigmenou.
Mönche der neuen Gemeinschaft,
die dem Patriarchen von Konstantinopel loyal sind, versuchten gewaltsam in das Gebiet des Klosters einzudringen
und dort neue Räumlichkeiten zu errichten.
Die Eindringlinge wurden von den Klosterbewohnern mit Pickeln
und Feuerlöschern empfangen. Sieben Mönche wurden bei den Auseinandersetzungen zum Teil schwer verletzt.
Am 23. Dezember berichtete die Homepage der Mönche, daß die griechische Regierung Spezialtruppen auf
den Berg Athos beordert habe, um die Mönche gewaltsam aus ihrem Kloster zu vertreiben.
Die Polizei habe
im Hinblick auf die bevorstehende Operation zahlreiche Gefangenen-Transporter bereitgestellt.
Nach Angaben
der Homepage sei der Beginn der Razzia „in den nächsten Stunden“ zu erwarten.
Wie es scheint, hat die
griechische Polizei bisher keine Maßnahmen gegen die Mönche durchgeführt.
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#14
nightlight20022001 13:59:06 | Freitag, 29. Dezember 2006
#13
agmen 13:45:39 | Donnerstag, 28. Dezember 2006
#12
turk 23:47:45 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#11
Stimme aus Wien 23:15:39 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#10
Ydefix 23:11:54 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#9
Stimme aus Wien 23:05:56 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#8
Sr. Maria Andrea † 23:04:14 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#7
Ydefix 22:48:43 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#6
Graf von Galen 22:40:36 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#4
Hyazinth 22:21:12 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#3
monti 22:13:48 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#2
Stimme aus Wien 19:55:52 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
#1
Romulus 19:38:24 | Mittwoch, 27. Dezember 2006