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Ein Brief + Warnung vor Herodes + Zu spät + Wünsche + Alle kommen in den Himmel
Ein Brief

Vatikan. Bei der gestrigen Generalaudienz nannte Papst Benedikt XVI. eine Aufgabe, die sich aus dem Weihnachtsfest für die Gläubigen ergebe: der Einsatz für den Weltfrieden. Nach der Audienz empfing der Papst den iranischen Außenminister. Der Minister übergab dem Heiligen Vater einen Brief des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmedinejad. Dessen Inhalt wurde nicht bekannt.

Warnung vor Herodes

Portugal. Der Patriarch von Lissabon, José da Cruz Kardinal Policarpo (70), forderte die Portugiesen auf, gegen die Liberalisierung der Kinderabtreibung zu stimmen. Jede Abtreibung verweigere einem menschlichen Leben den Platz in der Welt. Der Kardinal äußerte sich in einer Weihnachtsbotschaft im portugiesischen Fernsehen. Das Land stimmt am 11. Februar darüber ab, ob ungeborenen Menschen in ihren ersten zehn Lebenswochen das Lebensrecht entzogen werden soll.

Zu spät

Vatikan. Der Präfekt der Bischofskongregation, Giovanni Battista Kardinal Re, hat den emeritierten Bischof Fernando Lugo (57) am 20. Dezember aufgefordert, nicht für die kommenden Präsidentschaft in Paraguay zu kandidieren. Das Schreiben wurde am Dienstag veröffentlicht. Wenn Mons. Lugo nicht von seinem Vorhaben ablasse, müsse er mit kirchenrechtlichen Konsequenzen rechnen. Mons. Lugo hat an Weihnachten einseitig erklärt, Bischofsamt und Priestertum aufgeben zu wollen.

Wünsche

Deutschland. Kardinal Joachim Meisner von Köln nannte vor der deutschen ‘Katholischen Nachrichtenagentur’ seine Weihnachtswünsche. Von den Katholiken wünscht er sich mehr Freude an Gott. Für sich möchte der Kirchenfürst weniger Termine: „Ich habe meinem Sekretär schon gesagt, daß er da etwas restriktiver sein soll.“ Aber schon jetzt sei der Kalender fast voll. Von der Bundeskanzlerin Angela Merkel wünscht sich der Kardinal, daß sie sich für einen Gottesbezug in der EU-Verfassung einsetze.

Alle kommen in den Himmel

„Ohnehin schien sich der Katholizismus selbst um ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gebracht zu haben, als er die Kategorie des Seelenheils, die auch der gemäßigte Islam für vordringlich erklärt, systematisch in den Hintergrund treten ließ, ja ausrangierte. Wir kommen alle in den Himmel – das ist die populäre Version der Heilsgewißheit, die Wortführer des Katholizismus in der Annahme vertraten, ihre Kirche könne im Handumdrehen eine Religion für alle werden – für Andersgläubige ebenso wie für Ungläubige.“

Aus einem Kommentar von Christian Geyer in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ vom 22. Dezember.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Brigitte Bussmann   11:42:15 | Sonntag, 31. Dezember 2006
Hallo alle zusammen
das Wort LIEBE eignet sich immer, in allen Lebenslagen, gerade im Angesicht von Gewalt, Terror, Rechthaberei. Liebe ist sicher ein weitgehender Begriff, aber alle Liebe zeigt immer wieder ein Stück Göttlichkeit, egal, ob wir Eros, Agape oder Caritas darunter mehr oder weniger verstehen wollen. Und dass die gesamte Schöpfung, auch Massenmörder in ihrer letzten Entscheidung auf das göttliche Licht zugehen, ist das Schönste und Größte, was göttliche Liebe meint. Gerade die monotheistischen Religionen, die „Kinder Abrahams“ sollten mit gutem Beispiel da vorangehen. Haben sie nicht alle in ihrem Urkern LIEBE, Menschlichkeit, Gastfreundschaft??
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#9   stat crux   11:29:34 | Samstag, 30. Dezember 2006
@Sozkath, again
Vielleicht hat B. B. in ihrer Kindheit noch Maialtäre geschmückt, aber eine Christusbegegnung? Unwahrscheinlich. Ihren „Rabbi Jesus“ hat bekanntlich Ernest Renan frei erfunden, in der Nachfolge der Leben-Jesu-Forschung und der Vernunftreligion eines Reimarus (+ 1768). So betagt sind diese Forderungen!
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#8   Sozialkatholisch   11:22:28 | Samstag, 30. Dezember 2006
@ Frau Bussmann
Zu sagen Saddam wäre in der Hölle heißt Christus erneut ans Kreuz nageln. Zu sagen er sei im Himmel heißt Christus vom Kreuz nehmen.
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#7   stat crux   11:19:18 | Samstag, 30. Dezember 2006
@Brigitte
„Das kleine Wort LIEBE des Rabbi Jesus“ eignet sich nicht für das Kryptofeuilleton pastoral“theologischer“ Binnenkommunikation, es sei denn, es ist mit dem Wort vom KREUZ identisch. Guten Rutsch, liebe Selbstreferentin!
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#6   Brigitte Bussmann   11:08:33 | Samstag, 30. Dezember 2006
Es kommen alle in den Himmel
im Morgengrauen ist Saddam hingerichtet worden, mit dem Koran in der Hand und einem Gebet auf den Lippen. Wer will denn sagen, dass er nicht zu Gott gelangt ist, auch wenn er ein menschenverachtender Massenmörder war. Wer ist denn hier der HERR, wir oder Gott!
Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn auch alle so menschenverachtende und tierverachtende Menschen in Gottesnähe sein könnten, denn das ist die LIEBE, die Gott in Jesus uns vorgelebt hat.
Aber, nur noch eins, an der Schwelle zum Jahreswechsel, ich habe mich doch gar nicht aufgeregt, denn das mache ich nie.
Ihnen allen ein gutes Neues Jahr und passen Sie gut auf sich auf wegen der Böller.
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#5   Sozialkatholisch   11:54:32 | Freitag, 29. Dezember 2006
Ja, das ist die uns von Gott geschenkte Eigenverantwortung,
wir müssen alle im Himmel sein, ob wir nun wollen oder nicht!
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#4   Gastus   11:45:56 | Freitag, 29. Dezember 2006
@B. Bussmann
natürlich kommen alle in den Himmel, oder besser in die Gottesnähe.
Nun beruhigen Sie sich doch wieder. Selbstverständlich kommen alle in den Himmel.
Vor meinem geistigen Auge erscheinen soeben Adolf, Hermann, Pol Pot und Idi Amin, die sich jedoch verweifelt gegen die himmlische Zwangsrekrutierung wehren und auf ihr Recht auf Eigenverantwortlichkeit pochen.
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#3   Brigitte Bussmann   11:30:11 | Freitag, 29. Dezember 2006
Alle kommen in den Himmel
welch ein Thema, natürlich kommen alle in den Himmel, oder besser in die Gottesnähe. Warum denn nicht? Will nicht jeder, dass was er liebt, auch in der Ewigkeit in seiner Nähe wissen? Auch Andersgläubige, Andersdenkende und Andersseiende kommen in die Nähe Gottes, denn Gott liebt alles, was er geschaffen hat.
Was ist denn das für eine Liebe, wenn wir jemanden oder etwas aus der Gottesliebe ausschließen. Ich denke, hier müssen viele Katholiken noch ihre Denkweise überprüfen. Wenn das Christentum nur das kleine Wort LIEBE des Rabbi Jesus verstanden hätten, wäre dies kein Thema nach 2000 Jahren Christentum mehr.
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#2   Agiafortuni   08:47:45 | Donnerstag, 28. Dezember 2006
Heinrich von Ofterdingen
aus dem ökumenischen Glaubensbekenntnis eines Halbgebildeten: (ich glaube) an eine ökumenisch vertretbare Zukunft des Unglaubens in alle Ewigkeit
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#1   HeinrichvonOfterdingen   08:43:38 | Donnerstag, 28. Dezember 2006
Der Friede Ratzingers und der Knüppel der Allerlösung
Bei der gestrigen Generalaudienz nannte Papst Benedikt XVI. eine Aufgabe, die sich aus dem Weihnachtsfest für die Gläubigen ergebe: der Einsatz für den Weltfrieden.
Die persönliche Heiligung und das Leben nach Gottes Geboten ist ein Einsatz für den Weltfrieden. Es ist der wichtigste Einsatz für Frieden. Er findet jedoch nicht mehr statt wegen des Unglaubens der „modernen“ Kirchenführer.
Wir kommen ja ohnehin alle in den Himmel – das ist die populäre Version der Heilsgewißheit, die Wortführer des Katholizismus in der Annahme vertraten, ihre Kirche könne im Handumdrehen eine Religion für alle werden – für Andersgläubige ebenso wie für Ungläubige.
Statt dessen ist Ratzinger als Ersatzpolitiker für den „Frieden“ tätig. Und es ist dies nicht der Frieden Christi, sondern der Knüppel der USA, den er vertritt. Mit nachdenklichen Worten zwar und mit Philosophenmine. Aber das macht es nicht besser.
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