11:10:02 | Freitag, 29. Dezember 2006
Das Wochenmagazin ‘Spiegel’ ist für seine Vorurteile gegen die Kirche bekannt. Doch im Jahr 1954 macht das Magazin eine halbe Ausnahme.

Als Pater Werenfried das Titelbild des ‘Spiegel’ zierte…
(kreuz.net) Vor dem Fall der Berliner Mauer war das Hamburger Wochenmagazin ‘Spiegel’ dafür bekannt,
die kommunistische Diktatur in der damaligen DDR schönzureden.
Darum grenzte es an ein Wunder, als der
‘Spiegel’ am 4. August 1954 mit einer Titelgeschichte über den Prämonstratenserpater Werenfried van
Straaten aufwartete.
Pater Werenfried stammte aus den Niederlanden und war der Gründer des Hilfswerkes
‘Kirche in Not’. Er starb im Jahr 2003.
„Glaubensburgen an der Zonengrenze – Vorstoß in die Diaspora“
lautete die damalige Titelzeile des ‘Spiegel’.
Der Artikel beruhte auf einem Beitrag des ‘Sozialdemokratischen
Pressedienstes’. Dieser sorgte sich wegen des Plans von Pater Werenfried, in traditionell evangelischen
Gebieten entlang der Zonengrenze Klöster zu gründen.
Für den eifrigen Pater waren solche „Festungen
Gottes“ notwendig.
Er glaubte, daß in diesen entchristlichten Gebieten „mehr Bedarf an christlichen
Kraftzentralen als an Militärstützpunkten“ herrschte.
Die neuen Klöster sollten auch den aus Mittel-
und Osteuropa vertriebenen deutschen Priestern als geistliche Zentren dienen.
Diese Geistlichen betreuten
im nördlichen Teil des Grenzgebiets zur DDR – das bis Kriegsende fast rein protestantisch war – verstreut
lebenden heimatvertriebenen Gläubigen.
Pater Werenfried nannte das Kloster Bebra – die erste Festung
für Gott – auch eine „Ausfallbasis für Ordensleute aus Holland und Belgien, die als Samariter und Apostel
über die Straßen ziehen werden, um Priestern und Gläubigen in ihrer übermenschlichen Heimsuchung beizustehen“.
Der ‘Spiegel’ zitiert auch ein Telegramm, das Pater Werenfried an Papst Pius XII. sandte:
„Ostpriesterhilfe
berichtet Eurer Heiligkeit die Weihe des ersten marianischen Klosters als Festung für Gott am Rande des
Eisernen Vorhangs unter den Vertriebenen der Diözese Fulda, errichtet durch die Liebe der Diözese Lüttich,
betreut von Kapuzinern aus Holland und Deutschland.“Der Segen, der damals durch diese Klöster über
die Diaspora-Katholiken herabströmte, war nach den Worten von Pater Werenfried „unermeßlich“:
„Vielleicht
war der Widerstand gegen unseren Plan deshalb so groß.“
Trotz der auch durch den ‘Spiegel’-Artikel geförderten
Widerstände, würdigte das antikirchliche Magazin immerhin die Hilfsaktionen des Pater für die Heimatvertriebenen
im Ganzen fair und nicht ohne Bewunderung:
„Der stämmige Pater in der weißen Tunika seines Ordens“
habe sich als „Meister der Kollekte“ erwiesen.
„Er steht als Tramp an den Rändern der großen Autostraßen,
stoppt Luxusautos, läßt sich mitnehmen und bearbeitet die Besitzer dicker Brieftaschen so lange, bis
auch sie seinen ‘Millionenhut’, einen zerknitterten schwarzen Schlapphut, als Kollektenbüchse benutzen.“
Der ‘Spiegel’ erwähnte auch die prophetische Weitsicht des Gründers von ‘Kirche in Not’:
„Wesentlicher
Teil der Arbeit der Ostpriesterhilfe ist neben dem Wirken in der Diaspora die Bereitstellung von Priestern
zur Missionierung des Raumes ‘von der Elbe bis ins fernste Asien’, und zwar ‘für den Fall, daß Gott
uns noch einmal eine offene Tür nach dem Osten geben wird’.“
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#4
Aurelius 16:30:47 | Freitag, 29. Dezember 2006
#3
timpressum † 15:25:40 | Freitag, 29. Dezember 2006
#2
Tridentinus 11:22:28 | Freitag, 29. Dezember 2006
#1
Aurelius 11:11:33 | Freitag, 29. Dezember 2006