Kirche in Not
Auf der Titelseite eines kirchenfeindlichen Magazins
Das Wochenmagazin ‘Spiegel’ ist für seine Vorurteile gegen die Kirche bekannt. Doch im Jahr 1954 macht das Magazin eine halbe Ausnahme.
Als Pater Werenfried das Titelbild des 'Spiegel' zierte…
Als Pater Werenfried das Titelbild des ‘Spiegel’ zierte…
(kreuz.net) Vor dem Fall der Berliner Mauer war das Hamburger Wochenmagazin ‘Spiegel’ dafür bekannt, die kommunistische Diktatur in der damaligen DDR schönzureden.

Darum grenzte es an ein Wunder, als der ‘Spiegel’ am 4. August 1954 mit einer Titelgeschichte über den Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten aufwartete.

Pater Werenfried stammte aus den Niederlanden und war der Gründer des Hilfswerkes ‘Kirche in Not’. Er starb im Jahr 2003.

„Glaubensburgen an der Zonengrenze – Vorstoß in die Diaspora“ lautete die damalige Titelzeile des ‘Spiegel’.

Der Artikel beruhte auf einem Beitrag des ‘Sozialdemokratischen Pressedienstes’. Dieser sorgte sich wegen des Plans von Pater Werenfried, in traditionell evangelischen Gebieten entlang der Zonengrenze Klöster zu gründen.

Für den eifrigen Pater waren solche „Festungen Gottes“ notwendig.

Er glaubte, daß in diesen entchristlichten Gebieten „mehr Bedarf an christlichen Kraftzentralen als an Militärstützpunkten“ herrschte.

Die neuen Klöster sollten auch den aus Mittel- und Osteuropa vertriebenen deutschen Priestern als geistliche Zentren dienen.

Diese Geistlichen betreuten im nördlichen Teil des Grenzgebiets zur DDR – das bis Kriegsende fast rein protestantisch war – verstreut lebenden heimatvertriebenen Gläubigen.

Pater Werenfried nannte das Kloster Bebra – die erste Festung für Gott – auch eine „Ausfallbasis für Ordensleute aus Holland und Belgien, die als Samariter und Apostel über die Straßen ziehen werden, um Priestern und Gläubigen in ihrer übermenschlichen Heimsuchung beizustehen“.

Der ‘Spiegel’ zitiert auch ein Telegramm, das Pater Werenfried an Papst Pius XII. sandte:

„Ostpriesterhilfe berichtet Eurer Heiligkeit die Weihe des ersten marianischen Klosters als Festung für Gott am Rande des Eisernen Vorhangs unter den Vertriebenen der Diözese Fulda, errichtet durch die Liebe der Diözese Lüttich, betreut von Kapuzinern aus Holland und Deutschland.“

Der Segen, der damals durch diese Klöster über die Diaspora-Katholiken herabströmte, war nach den Worten von Pater Werenfried „unermeßlich“:

„Vielleicht war der Widerstand gegen unseren Plan deshalb so groß.“

Trotz der auch durch den ‘Spiegel’-Artikel geförderten Widerstände, würdigte das antikirchliche Magazin immerhin die Hilfsaktionen des Pater für die Heimatvertriebenen im Ganzen fair und nicht ohne Bewunderung:

„Der stämmige Pater in der weißen Tunika seines Ordens“ habe sich als „Meister der Kollekte“ erwiesen.

„Er steht als Tramp an den Rändern der großen Autostraßen, stoppt Luxusautos, läßt sich mitnehmen und bearbeitet die Besitzer dicker Brieftaschen so lange, bis auch sie seinen ‘Millionenhut’, einen zerknitterten schwarzen Schlapphut, als Kollektenbüchse benutzen.“

Der ‘Spiegel’ erwähnte auch die prophetische Weitsicht des Gründers von ‘Kirche in Not’:

„Wesentlicher Teil der Arbeit der Ostpriesterhilfe ist neben dem Wirken in der Diaspora die Bereitstellung von Priestern zur Missionierung des Raumes ‘von der Elbe bis ins fernste Asien’, und zwar ‘für den Fall, daß Gott uns noch einmal eine offene Tür nach dem Osten geben wird’.“
      
5 Lesermeinungen
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#5   HeinrichvonOfterdingen   17:34:39 | Freitag, 29. Dezember 2006
Lieber Aurelius, Sie schreiben:
Viele der hier zu lesenden Ideen waren wohl ehr so zwischen 1933 und 1945 populär. Wohl kaum, sonst würden Sie sich hier wohlfühlen. So kirchenfeindlich wie Sie waren die Nazi leicht.
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#4   Aurelius   16:30:47 | Freitag, 29. Dezember 2006
timpressum
War auf dieser Seite schonmal irgendeine Idee aus der Zeit NACH 1954?
Nee, ich glaube nicht.
Viele der hier zu lesenden Ideen waren wohl ehr so zwischen 1933 und 1945 populär >:)
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#3   timpressum †   15:25:40 | Freitag, 29. Dezember 2006
@ Aurelius
War auf dieser Seite schonmal irgendeine Idee aus der Zeit NACH 1954?
:-D
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#2   Tridentinus   11:22:28 | Freitag, 29. Dezember 2006
Msgr. Prof. Dr. Rudolf Michael Schmitz ICRSS
war in den späten 90iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch schon auf der „Bunten“. Allerdings noch nicht in himmelblau, da die Aufnahme ihn erstens nicht in choro, sondern beim Bummel mit Gloria von Thurn und Taxis, in den Straßen Roms zeigt, und zweitens diese betont immakulate Chorkleidung ja erst eine kürzliche Errungenschaft des Instituts ist.
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#1   Aurelius   11:11:33 | Freitag, 29. Dezember 2006
An Aktualität kum zu überbieten
Doch im Jahr 1954 macht das Magazin eine halbe Ausnahme.
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