Katastrophe
Die göttliche Botschaft der Flutwelle
Ein von der Flutwelle betroffener indischer Bischof sieht in der Katastrophe in Südostasien eine Botschaft Gottes: „Wir sollten darüber nachdenken, wie wir Gott an die erste Stelle unseres Lebens setzen können.“
(kreuz.net, Port Blair/Indien) War die Flutwellen in Südostasien eine Botschaft Gottes? „Jawohl“, sagt Bischof Aleixo Dias (60), der Oberhirte der indischen Diözese Port Blair nach Mitteilung eines lokalen Internetdienstes. Port Blair ist die wichtigste Stadt im indischen Archipel von Andaman und Nikobar, der aus 572 Inseln, Inselchen und aus dem Meer herausragenden Felsen besteht. Die Inselgruppe liegt zwischen Indien und Thailand.

„Ich glaube, daß die Flutwelle eine Warnung von Gott ist, um die Art und Weise, wie wir leben, in Frage zu stellen.“ Der Bischof äußerte sich in einem behelfsmäßigen Lumpen-Zeltlager für 900 Überlebende, das seine Diözese leitet.

Im indischen Archipel von Andaman und Nikobar sind bisher offiziell 800 Tote gezählt worden, während 5.000 Menschen eine Woche nach der Katastrophe immer noch vermißt werden.

Bischof Dias, der eines der insgesamt acht größeren Zeltlager in Port Blair leitet, sagte, daß er in der größten Katastrophe, welche seine Region seit Menschengedenken je betroffen hat, eine besondere Botschaft durchscheinen sehe.

„Wir sind heute zu sehr in Eile. Wir rennen bald dahin und bald dorthin. Alles ist eine Fassade. In unserem Leben gibt es viele Risse und herumschwimmende Trümmer.“

„Eine Katastrophe wie diese ist ein Wort von Gott, um über diese Risse nachzudenken und sie auszubessern. Wir haben unser Leben mit so vielem aufgefüllt, so daß für Gott wenig Raum bleibt.“

„In Augenblicken einer schweren Krise, erinnern wir uns an Gott. Wir sollten auch darüber nachdenken, wie wir ihn an die erste Stelle unseres Lebens setzen können“, sagte der Bischof.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Bruno-Maria Schulz   18:29:31 | Montag, 10. Januar 2005
es felt uns Gottesfurcht
Meine Güte Yersinia
Wie wolltest du denn durch „überlegtes, verantwortetes
menschliches Handeln“ eine solch apokalyptische Katastrophe verhindern? Wieso forderst du überhaupt „überlegtes, verantwortetes menschliches Handeln“ ein – das längst geschieht nun, nach dem Ereignis.
Wieso glaubst du nicht an einen „strafenden Gott“
Wie in der heiligen Schrift an vielen Stellen vom Zorn Gottes und der Strafe Gottes die Rede ist?
Und wie um Himmels Willen kommst du dadurch auf die Idee „einer willkürlich handelnden „Götterperson“, die wieder „Opfer“ fordert“
Gott ist, war und wird nie sein eine willkürlich handelnde
„Götterperson“ ist, war und wird nie sein eine Opfer fordernde Gottheit. Das gaben falsche, gegenstandslose Religionen zuhauf.
Gott der Herr, der Schöpfer des Himmels und der Erde aber, lässt Seiner nicht spotten.
Wer an Gott glaubt und im Glauben lebt weiß, dass Gott die Liebe ist. Er weiß aber auch, dass nie verziehen wird in Ewigkeit dem, der dem Geist Gottes höhnt. Mt 12,32
Welch ein „Gott“ wäre, dem man nach Gutdünken auf der Nase herumtanzen könnte, da er ja nicht anders kann als lieben?!
Es ist Gottesfurcht was uns Heutigen fehlt. Sie fehlt nicht
folgenlos. Gottesfurcht aber, ist nicht Furcht vor Gott, sondern die Furcht, die Liebe Gottes zu verlieren.
Bruno-Maria Schulz
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#2   Yersinia   18:49:03 | Donnerstag, 6. Januar 2005
Naturkatastrophen
Die Sicht von Naturkatastrophen als „Zeichen Gottes“ oder gar als Strafe Gottes birgt die Gefahr, dass es auch für andere pseudoreligiös-esoterische Gruppierungen legitim wird, eine solche Sichtweise zu vertreten – und damit wäre der Irrationalität noch mehr Raum gegeben, wo überlegtes, verantwortetes menschliches Handeln gefragt ist. Von einem „strafenden Gott“ hin zu einer willkürlich handelnden „Götterperson“, die wieder „Opfer“ fordert, wäre dann nur mehr wenig Abstand.
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#1   Doritta   21:59:01 | Mittwoch, 5. Januar 2005
Ein Zeichen Gottes
Ich bin auch fest der Meinung, daß die Flutkatastrophe ein deutliches Zeichen Gottes war. Ich glaube, viele Menschen wurden tatsächlich aufgerüttelt. Manche aber gehen darüber hinweg als ob nichts geschehen wäre.
Wie kann Gott eine solche Tragödie zulassen? Wir sind in unserem Menschsein gefordert, unser Leben zu überdenken, nach der Katastrophe bestmöglich zu helfen, dankbar zu sein und die Dinge in einer neuen Relation zu sehen. Das Lösen der Probleme (selbst nach einer solchen Katastrophe) kann Gott uns nicht abnehmen. Und hier liegt unsere große Chance, in unserem Menschsein eben, in unserer Verletzlichkeit und letztendlich auch in der Vergänglichkeit. Gott läßt uns nicht im Stich.
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