Verbrechen
War ein Kardinal der Mörder?
Im Untergeschloß einer Kirche in Florenz wurden kürzlich menschliche Leichenteile gefunden. Sie enthielten Spuren des Körpergiftes Arsen.
(kreuz.net) Die italienische Medizinhistorikerin Donatella Lippi glaubt einen Mordfall aus dem 16. Jahrhundert gelöst zu haben.

Sie veröffentlichte dazu in der Zeitschrift ‘British Medical Journal’ eine Studie. Die Zeitschrift ist ein sehr weit verbreitetes, wöchentlich erscheinendes Magazin.

Frau Lippi arbeitet als Assistentin an der Universität von Florenz. Gegenwärtig forscht sie über die Florenzer Adelsdynastie der de Medicis.

Francesco de Medici
Francesco de Medici
Aus alten, kirchlichen Dokumenten erfuhr die Wissenschaftlerin, daß nach dem Tod des Großherzogs der Toskana, Francesco de Medici († 1587), bei einer Autopsie Leichenteile entfernt wurden.

Die Körperstücke wurden in den Keller der Kirche Santa Maria a Buonistallo in Florenz gebracht.

Mit einem Team durchsuchte die Wissenschaftlerin das Untergeschoß der Kirche und wurde fündig. Sie fand drei Stücke menschlicher Innereien.

Bei einem Eingeweidestück handelte es sich um das Fragment einer menschlichen Leber. Es konnte mittels einer DNA-Analyse Francesco de Medici zugeordnet werden.

Eine chemische Analyse ergab, daß der Großherzog mit dem Halbmetall Arsen vergiftet wurde. Auch seine zweite Frau – Bianca Cappello – soll einen Tag nach ihm dem gleichen Gift zum Opfer gefallen sein.

Der Laien-Kardinal Ferdinando de Medici
Der Laien-Kardinal Ferdinando de Medici
Als Mörder verdächtigt Frau Lippi den jüngeren Bruder des Opfers, den Laien-Kardinal Ferdinando de Medici († 1604), der seinem Bruder als Großherzog nachfolgte.

Ferdinando wurde bereits als 14jähriger zum Kardinal ernannt.

Er soll angeblich immer Appetit auf das Amt seines älteren Bruders gehabt haben.

Frau Lippi glaubt, daß er in einer dunklen Stunde nach dem Leben seines Bruders griff.

Um sich von der Anklage des Brudermordes reinzuwaschen, habe er eine von ihm manipulierte Autopsie angeordnet, um nachzuweisen, daß sein Bruder an Malaria gestorben sei.

Ferdinando ließ sich nach dem Tod seines Bruders von seinem kirchlichen Dienst befreien, heiratete und trat die Nachfolge als Großherzog der Toskana an.
      
8 Lesermeinungen
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#9   waldemar hammel   17:23:18 | Freitag, 5. Januar 2007
Kardinäle morden nie,
und Bischöfe usw. auch nicht, auch nicht sich gegenseitig, selbst wenn die moderne Gerichtsmedizin in jeder dritten älteren untersuchten Kirchenoberen-Leiche Gifte, Knochenbrüche oder Schädeleinschlagungen usw. diagnostiziert. Das Mittelalter war halt eine sehr lustige Zeit!
Denn „Mord“ ist eine Tötung aufgrund niederer Beweggründe, und niedere Gründe für irgendwas können Kirchen-Obere gar nicht haben, stehen sie doch 24/6 in himmlischen Diensten, und sonntags ruhen sie aus.
Sollte ein Kardinal doch einmal, und das natürlich dann völlig unbewusst, zur Arsenflasche greifen oder gegriffen haben, dann wird und wurde seine Hand dabei vom Willen des Allerhöchsten gelenkt und zum Wohl aller, auch eines solcherart dann zu Tode Kommenden, der sich ja immerhin mit irgendwanniger Auferstehung über die Petitesse seines „ganz überraschenden Versterbens“ hinweg trösten kann.
Dass der Allerhöchste, immerhin Schöpfer der Welt und sich daher auch in Chemie und Toxikologie bestens auskennend, seinen ganz privaten Spaß an den Wirkungen von Giften auf Menschen hat, und das je subtiler, desto lustiger, kann man nicht der Ecclesia oder den Kardinälen usw. anlasten, denn sie sind nur Diener und werden lediglich von Gott genötigt, seinen Willen in der Welt zu exekutieren und ihm also Hirn, Herz und Hände auszuleihen.
Auf dem bekannten Verstümmelungs-Konzil von Dummbeutélien in 1312 wurde ja bereits festgelegt, dass Gott keine eigenen Finger, Arme, Beine, und kein eignes Hirn mehr zu haben hatte
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#8   timpressum †   14:08:06 | Dienstag, 2. Januar 2007
O weia…
kreuz.net goes Tatort!
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#6   HeinrichvonOfterdingen   21:28:55 | Samstag, 30. Dezember 2006
Lieber Gotthard,
das war aber nicht die Frage. Die Frage war wann es zuletzt 14jährige pubertierende Jünglinge als Kardinäle gab. War ‘n Versuch wert! Schade, dass ich nicht drauf reingefallen bin, gell!
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#5   Gotthard   21:25:10 | Samstag, 30. Dezember 2006
Laien-Kardinal
es gab noch im 19. Jahrhundert Laien-Kardinäle
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#4   HeinrichvonOfterdingen   21:19:58 | Samstag, 30. Dezember 2006
Lieber Gotthard,
Sie meinen also das V2 hätte doch etwas gutes gehabt. Allerdings gabs das schon seit Jahrhunderten nicht mehr! Allerdings gabs es seit Jahrtausenden nicht, dass Irrlehrer Päpste wurden. Da hat sich allerdings was geändert.
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#3   Gotthard   20:27:28 | Samstag, 30. Dezember 2006
tolle Zeiten
DAS waren noch Zeiten, als 14jährige pubertierende Jünglinge Kardinal werden konnten … leider sind diese Möglichkeiten durch V2 abgeschafft worden …
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#2   Gunsenum   17:57:54 | Samstag, 30. Dezember 2006
Mantel + Degen!
Und wieder eine Mantel- und Degenberichterstattung aus dem Feld der vorkonziliaren Kirchengeschichte! Herzlichen Glückwunsch – sie stammt wenigstens aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrtausends!
Bin gespannt wie sie die BÖgen zu
1) Kardinal Lehmann
2) Bischof Algermissen
3) Bischof Kamphaus
4) Homosexuellen
5) Rotariern
6) Muslimen
schlagen werden!
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#1   Brahmachari †   15:11:58 | Samstag, 30. Dezember 2006
Und die Moral von der Geschicht’
vertrau’ auch deinem Bruder (dem Kardinale) nicht.
Liebes kreuz.net, auch heute wieder Dank und immer wieder Dank, für Eure erbaulichen und bildenden Beiträge.
Auch die Tatsache, dass ich in letzter Zeit besonders hart an meiner Orthografie und Stilistik arbeite habe ich Euch zu verdanken.
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