13:56:01 | Samstag, 30. Dezember 2006
Im Untergeschloß einer Kirche in Florenz wurden kürzlich menschliche Leichenteile gefunden. Sie enthielten Spuren des Körpergiftes Arsen.

(kreuz.net) Die italienische Medizinhistorikerin Donatella Lippi glaubt einen Mordfall aus dem 16. Jahrhundert
gelöst zu haben.
Sie veröffentlichte dazu in der Zeitschrift ‘British Medical Journal’ eine Studie.
Die Zeitschrift ist ein sehr weit verbreitetes, wöchentlich erscheinendes Magazin.
Frau Lippi arbeitet
als Assistentin an der Universität von Florenz. Gegenwärtig forscht sie über die Florenzer Adelsdynastie
der de Medicis.
Aus alten, kirchlichen Dokumenten erfuhr die Wissenschaftlerin, daß nach dem Tod des
Großherzogs der Toskana, Francesco de Medici († 1587), bei einer Autopsie Leichenteile entfernt wurden.
Die Körperstücke wurden in den Keller der Kirche Santa Maria a Buonistallo in Florenz gebracht.
Mit
einem Team durchsuchte die Wissenschaftlerin das Untergeschoß der Kirche und wurde fündig. Sie fand
drei Stücke menschlicher Innereien.
Bei einem Eingeweidestück handelte es sich um das Fragment einer
menschlichen Leber. Es konnte mittels einer DNA-Analyse Francesco de Medici zugeordnet werden.
Eine chemische
Analyse ergab, daß der Großherzog mit dem Halbmetall Arsen vergiftet wurde. Auch seine zweite Frau –
Bianca Cappello – soll einen Tag nach ihm dem gleichen Gift zum Opfer gefallen sein.

Der Laien-Kardinal Ferdinando de Medici
Als Mörder verdächtigt
Frau Lippi den jüngeren Bruder des Opfers, den Laien-Kardinal Ferdinando de Medici († 1604), der seinem
Bruder als Großherzog nachfolgte.
Ferdinando wurde bereits als 14jähriger zum Kardinal ernannt.
Er
soll angeblich immer Appetit auf das Amt seines älteren Bruders gehabt haben.
Frau Lippi glaubt, daß
er in einer dunklen Stunde nach dem Leben seines Bruders griff.
Um sich von der Anklage des Brudermordes
reinzuwaschen, habe er eine von ihm manipulierte Autopsie angeordnet, um nachzuweisen, daß sein Bruder
an Malaria gestorben sei.
Ferdinando ließ sich nach dem Tod seines Bruders von seinem kirchlichen Dienst
befreien, heiratete und trat die Nachfolge als Großherzog der Toskana an.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#9
waldemar hammel 17:23:18 | Freitag, 5. Januar 2007
#8
timpressum † 14:08:06 | Dienstag, 2. Januar 2007
#6
HeinrichvonOfterdingen 21:28:55 | Samstag, 30. Dezember 2006
#5
Gotthard 21:25:10 | Samstag, 30. Dezember 2006
#4
HeinrichvonOfterdingen 21:19:58 | Samstag, 30. Dezember 2006
#3
Gotthard 20:27:28 | Samstag, 30. Dezember 2006
#2
Gunsenum 17:57:54 | Samstag, 30. Dezember 2006
#1
Brahmachari † 15:11:58 | Samstag, 30. Dezember 2006