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Sonntag, 31. Dezember 2006 10:15
Neue Töne aus Deutschland
Der neue Bischof von Eichstätt hat die korrekte Übersetzung der Wandlungsworte begrüßt: „Mein Lateinlehrer hätte die jetzige Übersetzung mit Sicherheit rot angestrichen“.
Der neue Bischof von Eichstätt, Mons. Gregor Maria Hanke, bei seiner Bischofsweihe am 2. Dezember.
Der neue Bischof von Eichstätt, Mons. Gregor Maria Hanke, bei seiner Bischofsweihe am 2. Dezember.
(kreuz.net) Gegenüber der gestern in Würzburg erschienenen katholischen Zeitung ‘Tagespost’ sagte Bischof Gregor Maria Hanke OSB von Eichstätt wörtlich:

„Wenn der Priester bei der Wandlung die Worte Jesu sozusagen zitierend wiederholt, dann sollte er das wörtlich tun. Mein Lateinlehrer hätte die jetzige Übersetzung mit Sicherheit rot angestrichen.

Ich kann es gut verstehen und begrüße es ausdrücklich, daß im Deutschen jetzt auch die wörtliche Übersetzung ‘für viele’ eingeführt werden soll.

Ich halte dieses Anliegen für absolut berechtigt. Man ändert deswegen nicht die Theologie.

Der Heilswille Gottes ist in der Tat auf alle Menschen gerichtet, aber es bedarf natürlich immer noch der Entscheidung jedes einzelnen Menschen.

Außerdem sollte man bedenken, daß es, auch außerhalb der katholischen Kirche – etwa in den reformatorischen Gemeinschaften – überhaupt keine Probleme mit der wörtlichen Übersetzung ‘für viele’ gibt.

Die verschiedenen reformatorischen oder anglikanischen Traditionen haben sich alle um eine wörtliche Übersetzung bemüht. Dort hat man ja schon länger Erfahrung mit der Muttersprache.“

Außerdem sprach sich Bischof Hanke für die überlieferte Messe aus:

„Liturgie ist immer eine Entwicklung, ist immer ein Prozeß. Aber der Prozeß, die Weiterentwicklung, das Werden der Liturgie, darf nie die Wurzeln vergessen, sonst ist da keine gesunde Entwicklung.

Man muß bei liturgischen Überlegungen immer von den Wurzeln ausgehen und darf nie zu kurz ansetzen.

Nur an soziologische Erfordernisse zu denken wäre der falsche Weg.

Von daher kann ich eine neue Offenheit für das reiche liturgische Erbe der Kirche nur begrüßen. Das schließt einen unbefangeneren Umgang mit der ‘alten Messe’ ein und kann auch auf das liturgische Erbe des ersten Jahrtausends nicht verzichten.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 115 Lesermeinungen:
Samstag, 6. Januar 2007 05:09
Brahmachari †: @waldemar hammel
AMEN Bruder! Das Licht ist auch in DIR!
Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!

Allerdings:

Es ist vernünftig, dies in Zukunft zu vermeiden, indem man ALLE Religionen entmachtet, sie zur reinen Privatsache erklärt – und indem man unbedingt Staat, Gesellschaft und private Religiösität genauestens voneinander getrennt hält.

Klingt so als könnte man die Religiosität wie einen Mantel an- und ausziehen. Was, wenn der Staat oder eine Person gegen Dein religiöses Empfinden handelt? Kann ich zuhause der „gute“ Mensch sein und auf der Straße zusehen, wie Ungerechtigkeit herrscht?

Vielleicht ist der Staat mit seinen Gesetzen nur deshalb notwendig, weil die Menschen eben nicht religiös genug sind.

Der Mensch muss ganzheitlich werden: Nicht das ist zu Hause und das ist in der Arbeit, der Öffentlichkeit usw.

Und worauf berufen sich denn die Gesetze und die ganzen Philosophen (meist Quatschköpfe)?
Doch fast immer auf moralisches Empfinden. Der Wissenschaftliche Ausdruck für Religiosität. Naturreligion?

Ich trenne nicht. Wie denn? Religiosität besitzt keinen Schalter. Das Staat und Kirche voneinander getrennt sind, halte ich ebenfalls für gut: denn die organisierten Kirchen sind nicht religiös. Das sind nur Zentren der Eitelkeit und des Machtmissbrauchs.

PS:Der Marx war so schlecht nicht, aber ich denke er hat nicht immer wirklich gemeint was er schrieb. Er hat eben versucht den Ausgebeuteten zu helfen. Aber die Methode (Lehre?) war nicht gerade die beste.
Freitag, 5. Januar 2007 18:11
waldemar hammel: Meine Güte, welch ein Aufwand um die Form
der Messen! Die Verpackung über den Inhalten = Schwindelpackungen.

Wenn ich Bischof wäre (sei Gott davor bewahrt), hätte ich nicht nur volle Kirchen, sondern müsste wohl noch anbauen, denn ich würde das Christliche einfach wörtlich nehmen als: „Fröhliche zu sozial funktionsfähige Religion, in deren Rahmen man sich rundum geborgen fühlt“, und die einen selbst mit Rat&Tat auch für den Alltag weiterbringt.

„Wo zwei von euch sind, da bin ich unter euch“ – also Leute, her mit Menschen aller Couleuren, Gott ist nicht nur unter euch, ihr alle tragt ihn in euch, und je mehr zusammenkommen, desto stärker ist seine Präsenz zu spüren.

„Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken“ – also her mit den Armen, den Pennern, den Kranken, den Alten am Ende ihrer Leben, her mit Asylanten und Ausländern, her mit Muslimen, Hindus usw., alle solche: Raus aus den Ghettos und mitten hinein in den Rahmen der Lithurgie (Trauerklöße draußenbleiben)

„Gott ist das Licht“ – also die Kirchen richtig beleuchten

„Gott ist Wärme“ – also im Winter Kirchen heizen, dass die Leute darin wirklich Platz nehmen können, und nicht nur auf Besuch dasind.

„Gott macht satt“ – also die unbequemen Kirchbänke raus, und riesige Tische und Stühle und Liegemöglichkeiten hinein, und dann auftragen zum fröhlichen Zusammenessen und Trinken, zur Gemeinsamkeit des Miteinanderredens, des sich-Kennenlernes, sich-Austauschens.

Einladung an die Moschee: „Sonntag kommen, gibt Feiern und Essen!“

Wär alles sooo einfach …
Donnerstag, 4. Januar 2007 16:19
pfarrverweser1: Zur Sache bitte!
Als Neuling auf dieser Seite muss ich zunächst meiner Verwunderung Ausdruck verleihen, auf welchem „Niveau“ manche Beiträge verfasst wurden! Zumal zu einem Thema, das das eigentl.Zentrum u.d. Höhepunkt unseres Glaubens betreffen: die Eucharistie!
Doch nun zur Sache:
1. Weder hat Vat.II die lateinische Sprache verboten, noch etwas über die Zelebrationsrichtung ausgesagt.
2. Vat.II hatte 3 Hauptanliegen: das Apostolat aller Gläubigen und f.d. Liturgie die actuosa participatio fidelium sowie den reicher gedeckten Tisch des Wortes Gottes (2 Lesungen, Antwortpsalm, 3 Lesejahre).
Über Jahrhunderte galt die priesterzentrierte Messe, die von den Gläubigen im besten Fall gehört, vom Priester im schlechtesten Fall gelesenwurde (stille Messe). Von einem „(Mit-)Feiern“ konnte da (außer im gesungenen levitierten Hochamt) wohl nicht die Rede sein. Daher kommt ja auch das Läuten zur Wandlung! Ich habe nichts gegen lateinische Messen, 90% der Mitchristen schon, da sie nichts verstehen, ergo dessen nicht actuos participieren, also teilhaben können an den gefeierten Mysterien. Mir ist es auch nicht das Wichtigste, ob es vieleoder alleheißt, bin aber durchaus für richtige Übersetzungen. Eine Zwangswiedereinführung d.trid.Messe ist weder angedacht noch sinnvoll. Aber warum sollen nicht beide Formen nebeneinander existieren dürfen? Allerdings muss d. feiernde Gemeinde entscheiden dürfen, welche ihrer pastoralen Situation entspricht!
Lassen wir also die Kirche im Dorf und Verunglimpfungen bleiben!
Donnerstag, 4. Januar 2007 00:57
Christian Hüller: @ Schwester Maria Andrea Antonetta
Liebe Schwester, ich habe heute Abend einen leichten Hang zur Suffisance, den ich noch etwas auszuleben gedenke.

>>Es ist schon beachtlich, in welchen Tönen und mit welchen Ausdrücken hier über die Grossen der Geschichte geurteilt wird!<<

Heißt es da nicht in einem Psalm:

Wie klein ist der Mensch, wie groß das Firmanent –

und doch denkt Gott an jeden dieser Winzlinge.

Mist, jetzt hab’ich doch glatt mein AT verlegt…

Aber macht nix.

Also: Heilig. Heilig. Subito.

Manche Menschen werden groß gemacht, andere des öfteren klein gehackt.

Heilig. Heilig. Subito.
Donnerstag, 4. Januar 2007 00:41
Benedikt: @ Dr. Heger
Dieser Hang der Liberalen ist natürlich genauso falsch. Wir dürfen nicht bloß aus einem, sondern müssen aus allen Konzilien schöpfen. Das machen die Tradi aber genausowenig. Die Liberalen haben ihre Superkonzil, die Tradis eine Reihe von Superenzykliken, Bullen oder bloßen Anhängen von Enzykliken.
Mittwoch, 3. Januar 2007 10:10
Dr. Christoph Heger: @Benedikt, HansUrs: „Tradition“
Diesen merkwürdigen Vorwurf gegen die bösen Tradis müssen Sie allerdings schon etwas sorgfältiger begründen – vor allem gegenüber der offensichtlichen und von dem seinerzeitigen Kardinal Ratzinger auch beklagten Tendenz, Vaticanum II wie eine neue Glaubensquelle zu verwenden.

MfG
Christoph Heger
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