17:12:01 | Montag, 1. Januar 2007
Eine Erklärung sieht die „Schuld der Menschen“ in der kirchlichen Auseinandersetzung mit den Lefebvristen – im Sinn des Konzilsdokumentes Unitatis Redintegratio, Nr. 3 – „auf beiden Seiten“.

Bischof Bernard Tissier de Mallerais weiht im Januar 2005 eine Kapelle der Piusbruderschaft in Toulon in Südostfrankreich ein
(kreuz.net, Warschau) Aus
Frankreich und
Italien ist der Ruf bereits erschollen.
Jetzt bitten auch polnische
Kulturschaffende den Papst um eine Freigabe des überlieferten Ritus.
Ihr
Manifest wurde am 27. Dezember
unter anderem auf dem polnischen Webportal ‘Wiara’ – Glaube – veröffentlicht.
Es steht unter dem Titel:
„Wir sind mit Dir, Heilige Vater“.
Angesichts der Gerüchte über eine bevorstehende Freigabe der Alten
Messe sprechen die Unterzeichner von „Hoffnung und Dankbarkeit“.
Die Kulturschaffen untermauern ihren
Wunsch nach der Alten Messe mit Zitaten aus der Bulle
‘Quo Primum’, dem Weltkatechismus, dem Zweiten Vatikanum
und aus einer Ansprache des früheren Kardinal Ratzinger.
Besonders danken sie dem Papst für sein Verständnis
und seine Offenheit den Gefühlen jener gegenüber, die sich der Alten Messe verbunden fühlen.
Diese
Haltung würde die Linie von Papst Johannes Paul II. fortsetzen.
Dieser hatte die Bischöfe im Motu Proprio
‘Ecclesia Dei’ aus dem Jahr 1988 aufgefordert, den Traditionalisten Respekt entgegenzubringen.
Die Kulturschaffenden
unterstreichen, daß eine neue Regelung auch eine gewisse
Intoleranz aufheben würde, die der Einheit
der Kirche im Wege stehe.
Sie hoffen, daß die Antworten auf die päpstliche Initiative alle Worte, Urteile
und Taten vermeiden, die der Lage der altgläubigen Katholiken nicht entsprechen – zitieren die Autoren
das Konzilsdekret über den Ökumenismus, Unitatis Redintegratio, Nr. 4.
Das polnische Manifest hofft
auf eine Heilung des Risses, der
1988 entstanden sei und bis heute anhalte.
Im Juni 1988 weihte Erzbischof
Marcel Lefebvre († 1991) ohne Erlaubnis des Vatikan vier Bischöfe. Die polnische Erklärung sieht die
„Schuld der Menschen“ – im Sinn von Unitatis Redintegratio, Nr. 3 – „auf beiden Seiten“.
Abschließend
solidarisieren sich die Kulturschaffenden mit anderen Manifesten, die dem Anliegen des Papstes zur Freigabe
der Alten Messe bereits ihre öffentliche Unterstützung zugesichert haben:
„Wir erklären hiermit dem
Heiligen Vater Benedikt XVI. unsere Unterstützung und Dankbarkeit für seinen Willen, die praktizierte
Diskriminierung der überlieferten Liturgie aufzuheben, die jahrhundertelang als wertvolles Instrument
zur Heiligung vieler und als großartiges Monument unserer geistlichen Kultur diente.“
Unterzeichner
Przemyslaw Alexandrowicz, Senator der polnischen Republik
Prof. Jacek Bartyzel, Politikwissenschaftler
Dr. Slawomir Cenckiewicz, Historiker
Prof. Jan Dziegielewski, Historiker
Marcin Gugulski, Journalist
Lech
Jeczmyk, Übersetzer
Marek Jurek, Sprecher des Parlamentes
Boguslaw Kiernicki, Präsident der Stiftung
St. Benedikt
Wojciech Kilar, Komponist
Aleksander Kopinski, Historiker, Literarkritiker, Journalist
Dr.
Jacek Kowalski, Kunsthistoriker, Sänger
Prof. Grzegorz Kucharczyk, Historiker
Jan Filip Libicki, Parlamentarier
Marcin Libicki, Europaparlamentarier
Pawel Lisicki, Schriftsteller
Prof. Roman Michalowski, Historiker
Andrzej Mikosz, Rechtsanwalt
Dr. Pawel Milcarek, Philsoph und Journalist
Pawel Nowacki, Vizedirektor des
ersten Polnischen Fernsehens
Dr. Justyn Piskorski, Dozent
Ewa Polak-Palkiewicz, Journalist
Tomasz Raczkiewicz,
Opernkünstler
Prof. Marcin Sompolinski, Dirigent der Musikakademie Posen
Dr. Piotr Sosinski, Rechtsanwalt
Konrad Szymanski, Parlamentarier
Prof. Kazimierz Swirydowicz, Mathematiker
Dr. Tomasz P. Terlikowski,
Philosoph und Journalist
Jacek Tomczak, Parlamentarier
Prof. Piotr Tryjanowski, Biologe
Artur Zawisza,
Parlamentarier
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