Klerus
Ein Kinderschänder?
In der Fastenzeit 2005 wurde der Pfarrer einer katholischen Gemeinde in der britischen Hauptstadt London mit Schimpf und Schande aus seinem Pfarrhaus verwiesen.
Hw. Dominic McKenna umgeben von Pfarreimitgliedern
Hw. Dominic McKenna umgeben von Pfarreimitgliedern
(kreuz.net) Danach lebte Pfarrer Dominic McKenna (54) zwei Jahre lang nach eigenen Angaben als „Unperson“.

Das berichtete die englische Tageszeitung ‘Camden New Journal’ am 29. Dezember.

Während der Fastenzeit 2005 wurde der Priester beschuldigt, vor dreißig Jahre ein minderjähriges Kind geschändet zu haben. In dieser Zeit war Pfarrer McKenna noch nicht Priester, sondern er arbeitete als Lehrer.

Nach Bekanntwerden der Anklage wurde der Geistliche vom Erzbischof von Westminster, Cormac Kardinal Murphy-O’Connor, sofort suspendiert.

Er mußte seine Pfarrei von einem Augenblick auf den anderen verlassen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er als Pfarrer von Camden im Nordteil von London gewirkt. Die Gemeinde gehört zur Diözese Westminster.

Später hörten die Gläubigen, daß ihr Pfarrer des Mißbrauchs von Kindern angeklagt sei. Für den Priester war nichts mehr wie vorher:

„Als ich die Pfarrei verlassen mußte, erwartete ich jeden Augenblick einen Anruf der Polizei. Der Anruf kam sechs Monate später.“

Beim Haareschneiden wußte Hw. McKenna nicht, wie er seinem Friseur erklären sollte, warum er nicht arbeitete.

Tageszeitungen berichteten, daß er an einem geheimen Ort in einer verlassenen Gegend Irlands untergetaucht sei.

Er habe sich wie ein „Geheimagent“ gefühlt. In Wirklichkeit wohnte der Priester zwanzig Kilometer außerhalb seiner ehemaligen Pfarrei.

Die Wende kam im vergangenen August. Die Anklage gegen den Priester wurde wegen Mangel an Beweisen fallengelassen.

Doch die Erzdiözese gab sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Es folgte eine kircheninterne Untersuchung, welche die Verdachtsmomente ebenfalls nicht erhärten konnte.

Der Priester mußte sich auch einer „Risikoprüfung“ des diözesanen ‘Büros für den Schutz von Kindern und verletzbaren Erwachsenen’ unterziehen.

Am Weihnachtsabend kehrte Hw. McKenna anläßlich des Weihnachtsgottesdienstes um 22.00 Uhr endlich in seine Pfarrkirche zurück.

Der Erzbischof von Westminster stattete der Pfarrei einen Überraschungsbesuch ab und zelebrierte die Weihnachtsmesse.

Als der rehabilitierte Priester in die Kirche einzog, wurde das Eingangslied von Applaus unterbrochen.

Der Kardinal begrüßte den zurückgekehrten Pfarrer. Er habe aus der Gemeinde Stapel von Petitionen erhalten, die ihn gebeten hätten, Hw. McKenna wieder in seine Pfarrei zurückkehren zu lassen.

Hw. McKenna teilte den Gläubigen während der Messe mit, daß er sich nach der Ungewißheit der vergangenen Jahre jetzt drei Monate erholen werde.

Er wolle in dieser Zeit versuchen, sich wieder einen normalen Schlaf anzueignen. Auch müsse er abnehmen: „Inzwischen gibt es mehr von mir, als bei meinem Weggang vor zwei Jahren.“

Hw. McKenna wird auch in seine irische Heimat und nach Australien reisen, um dort Verwandte und Freunde zu besuchen.

Für das Fest des Heiligen Patrick möchte er seine Pfarreiarbeit wieder aufnehmen.
      
6 Lesermeinungen
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#6   Christian Hüller   01:55:03 | Mittwoch, 3. Januar 2007
Meinung
Da haben Sie wohl recht.
Dennoch ist es heutzutage auch schnell geschehen, dass ein Priester falschen Beschuldigungen ausgesetzt wird.
Übereifer und Vorverurteilungen sind hier GENAUSO unangebracht wie völliges Ignorieren.
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#5   Hoffnung   23:00:04 | Dienstag, 2. Januar 2007
Man darf nicht übersehen,…
…dass die Falsche Beschuldigung und Ihre Folgen auch eine Reaktion auf den Hohen Anteil an richtigen Anschuldigungen sind, die sich leider immer wieder bestätigen. Natürlich tragen auch die armen Seelen dazu bei Leid zu sähen,die einen Priester zu unrecht anschuldigen.
Trotzdem darfg man einen Artikel wie diesen nicht grundsätzlich zum Anstoss nehmen dass die Diozöse so handelte. Schließlich würde jeder hier gegen die Diozöse wettern, wenn der Priester trotz Anschuldigungen in Amt und Würden geblieben wäre und er seiner Anklage als schuldig überführt wär.
Ich denke dass auch dem Priester letzendlich mit der absoluten Sicherstellung mehr geholfen ist als wenn Zweifeln über gelieben wäre.
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#4   Rodolfo Panetta   21:05:44 | Dienstag, 2. Januar 2007
So etwas nennt sich Rechtsstaat!
Man kann es kaum glauben. Das ist der neue Hexenwahn!
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#3   timpressum †   13:20:41 | Dienstag, 2. Januar 2007
Die wahren Päderasten…
Aber dennoch muss man suchen und die wahren Pederasten – nach Beweisführung – austreiben und in Haft versetzen.
Wenn das mal so einfach wäre. www.ikvu.de/…issbrauch/index.html
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#2   ottaviani   12:13:58 | Dienstag, 2. Januar 2007
mit keinem beschuldigten in einem rechtsstaat
fsrf su ungesprungen werden wue das die diözese mit dem hochwürden gemacht hat
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#1   Athanasius   11:51:10 | Dienstag, 2. Januar 2007
Falsche Anklagen wegen Pederastie
gibt es also auch. Man muss sich davor warnen und nicht direkt schon für schuldig halten, wenn nicht einmal Beweise da sind.
Im England der Puritaner wurden heimliche katholische Priester und episkopalische anglikanische Priester auch von Kinderschänderei beschuldigt, wie in den USA zu späteren Zeiten, während es gar keine Beweisen gab. Es kann auch politischen Zielen dienen.
Aber dennoch muss man suchen und die wahren Pederasten – nach Beweisführung – austreiben und in Haft versetzen.
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