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Dienstag, 2. Januar 2007 15:54
Ein jüngster Angriff
Kirchenfeindliche Kreise versuchen immer wieder, das Andenken von Papst Pius XII. zu beschmutzen. Dieser hat während des Zweiten Weltkrieges über 100.000 verfolgte Juden vor dem sicheren Tod bewahrt.
(kreuz.net) Hat Papst Pius XII. die nationalsozialistische Judenvernichtung während des Zweiten Weltkrieges verschwiegen?

Das behauptete kürzlich die Tel Aviver Historikerin und Antisemitismus-Anklägerin Dina Porat.

Frau Porat will in einem Briefwechsel angebliche Belege für ihre These gefunden haben.

Das berichtete der Journalist Berthold Seewald (49) am 5. Dezember in der deutschen Tageszeitung ‘Die Welt’.

Seewald kommentiert, daß sich die vatikanischen Archive als trefflichen Hintergrund für allerlei Spekulationen anbieten.

Eine einsame Stimme im SchweigenEine einsame Stimme im SchweigenKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 12 Bildern zu starten.

Denn obwohl das Vatikanische Geheimarchiv vor wenigen Monaten bis 1939 geöffnet wurde, seien nach wie vor zentrale Bestände „gesperrt“ – wie sich Seewald ausdrückt.

In Wahrheit sind die Bestände nicht „gesperrt“, sondern noch nicht aufgearbeitet.

Im internationalen Vergleich ist das Vatikanische Archiv aufgrund der schnellen und sorgfältigen Bereitstellung seiner Bestände vorbildlich.

Frau Porat glaubt, daß der Papst – auf dessen direktes Einwirken während des Zweiten Weltkrieges über 100.000 verfolgte Juden gerettet wurden – angeblich „wesentlich früher“ von der nationalsozialistischen Judenverfolgung gewußt habe.

Sie stützt sich auf einen angeblichen Briefwechsel zwischen Chaim Barlas – einem Gesandten der ‘Jewish Agency’ in Istanbul – und dem dortigen Apostolischen Nuntius und späteren Papst, Mons. Giuseppe Roncalli.

Aus den Briefen geht laut Frau Porat hervor, daß Nuntius Roncalli vorsichtig Kritik an einem angeblichen Schweigen des Vatikan über den Völkermord an den europäischen Juden geübt habe.

Am 23. Juni 1944 sei dem Gesandten Chaim Barlas eine Kopie eines 30seitigen Berichts zugeschickt worden, der unter dem Titel „Auschwitz-Protokolle“ bekannt wurde.

Dieser Text sei von zwei aus einem Konzentrationslager entkommenen Juden geschrieben worden und habe klargemacht, daß Auschwitz ein nationalsozialistisches Vernichtungslager war.

Laut Frau Porat hat Barlas in seinen weitgehend auf Hebräisch geschriebenen Aufzeichnungen erklärt, daß er die Protokolle am 24. Juni 1944 dem Nuntius in Istanbul zugeschickt habe.

Noch gleichentags habe Mons. Roncalli eine Kurzfassung an den Vatikan gesandt.

Für Porat ist das ein „klarer Beweis“ für ihre These, daß Papst Pius XII. beizeiten um das ganze Ausmaß des Holocaust gewußt habe.

Die offizielle Darstellung des Vatikan, die Texte erst vier Monate später – im Oktober 1944 – erhalten zu haben, sei falsch.

Frau Porats Thesen bewegen sich auf wackligem historischen Grund.

„Man mag die quellenkritische Kontrollfrage stellen, ob Barlas’ Notiz über das Handeln Roncallis zu trauen ist und letzterer sein Wissen wirklich umgehend nach Rom auf den Weg brachte“ – fragt Seewald in seinem Artikel.

Die Sache hat noch einen weiteren Haken. Die von Frau Porat zitierten Briefe befinden sich – nach Angaben der Autorin – in einem Privatarchiv in Israel. Dessen Besitzer wollen aber angeblich nicht öffentlich genannt werden.

Frau Porat ist in der Vergangenheit immer wieder durch kirchenfeindliche Äußerungen aufgefallen.

Im April 1998 hielt sie in Tel Aviv einen Vortrag unter dem Titel „Die Ansprache des Papstes an seine Gläubigen: Wir erinnern uns an den Holocaust – Tun sie es wirklich?“

Der Vortrag enthielt Angriffe gegen Papst Johannes Paul II.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 39 Lesermeinungen:
Donnerstag, 4. Januar 2007 22:43
Josef_G: Unverständnis
Warum tun Beitragsschreiber so, als ob sie die Erwiedrungen von J. Graf auf den Vrba-Wetzler-Bericht („Auschwitz Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust“) nicht kennen würden? In diesem Buch wird der Bericht als Fälschung/Greuelpropaganda dargestellt, daß die behaupteten Taten sich so niemals hätten abspielen können. Sicherlich ist es einfacher und sicherer so zu tun, als ob man diese Erwiderungen nicht kennen würde. Aber damit werden diese noch nicht widerlegt. Man sollte seine Meinung zu einem Thema erst schreiben, wenn man auch die Gegenargumente kennengelernt hat.
Papst Pius XII. war eine herausragende Gestalt jener Zeit. Er war der tatsächliche Verfasser der 1937 veröffentlichten Enzyklika „Mit brennender Sorge“. Seine fairesten Bewertungen hat er nicht von den Katholiken, sondern von der Jüdin Golda Meir („war großer Freund und Retter des jüdischen Volkes“) und einem Ungläubigen (P. Rassinier: Operation Stellvertreter) erhalten (traurig und symptomatisch für unsere Zeit).
Frau Porats Anschuldigungen sind lächerlich. Woher will sie wissen, daß der Papst das Schreiben Roncallis erhalten hat, daß Roncalli nicht im Auftrage Pius’ an den slowakischen Präsidenten geschrieben hat?
Das Schreiben der „Welt“ ist nichts als ein weiteres Glied in der permanenten Aufrechterhaltung des Holocaustbewußtseins (Auschwitzkeule), um von den an Palästinensern, Libanesen und Irakern verübten Greueltaten abzulenken, was heute auch die ehrlichen Juden (Finkelstein, I. Shamir) zugeben.
Donnerstag, 4. Januar 2007 00:30
Benedikt: @ stat crux
Eine der deutschen „vergleichbare“ strafrechtliche Aufarbeitung ginge nicht sehr weit: Kein einziger Richter der ns. Zeit wurde strafrechtlich zur Verantwortung gezogen.

Meines Wissens nicht richtig. Vgl. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Juristenprozess
Mittwoch, 3. Januar 2007 23:34
Hoffnung: @ Daniel S.
Zitat:Die Arroganz gewisser Gutmenschen ist wirklich bemerkenswert.

Sie müssten ersteinmal die Arroganz gewisser Schlechtmenschen lesen.
Mittwoch, 3. Januar 2007 21:00
Dr. Christoph Heger: @Lauschi: Verjährung
Was bei Naziverbrechern in Robe nichts mehr bringen wird, weil Rechtsbeugung (und sei sie wie so oft in dieser Zeit auch mit Todesfolge) inzwischen verjährt ist!

Das Argument der Verjährung hätte nicht gezogen. Denn bekanntlich hat man ja bei Naziverbrechen das grundgesetzliche Verbot rückwirkender Gesetzgebung gerade in dem Punkt der Verjährung mißachtet.

MfG
Christoph Heger
Mittwoch, 3. Januar 2007 17:45
Lauschi: @ wickerl – Täusche ich mich…
oder ist Papst Pius XII schon 1958, also Jahre vor Beginn des letzten Konzils verstorben und konnte somit schwerlich dessen Gegner sein?
Fragen ist wohl noch erlaubt!
Mittwoch, 3. Januar 2007 17:40
wickerl: xxxxxxxxxxxxxxx
Die Kirche selbst ist um die Verleumdungen von Pius XII. sehr froh weil dieser Konzilsgegener diffamiert werden muss. Damit wird die ganze vorkonziliare Kirche diffamiert und diskreditiert und das ist dem Rom von heutzutage wahrscheinlich sehr angenehm.
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