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Mittwoch, 3. Januar 2007 08:01
kreuzmeldungen
Der wirkliche Grund für den Zölibat + Abbé Quoëx tot + Dante als Musical + Neues vom Motu Proprio + Ein Wunder
Der Papst bei seinem Polenbesuch im Mai 2006
Der Papst bei seinem Polenbesuch im Mai 2006
Der wirkliche Grund für den Zölibat

„Die bloß pragmatischen Begründungen [für den Zölibat] – der Hinweis auf die größere Verfügbarkeit – reichen nicht aus. Solches Verfügen über Zeit kann leicht zu Egoismus werden, der sich die Opfer und Mühsale erspart, die das tägliche Einander-Annehmen und Ertragen in Ehe und Familie verlangt. Dann würde es zu geistlicher Verarmung oder zu seelischer Härte führen. Der wirkliche Grund für den Zölibat kann nur in dem Satz liegen: Dominus pars – Der Herr ist mein Anteil. Er kann nicht bedeuten, der Liebe leer zu bleiben, sondern muß bedeuten, sich von der Leidenschaft für Gott ergreifen zu lassen.“

Papst Benedikt XVI. am 22. Dezember in seiner Ansprache vor der Römischen Kurie.

Abbé Quoëx tot

Italien. Gestern Dienstag starb der französische Priester, Hw. Franck-Marie Quoëx, im Alter von 39 Jahren. Abbé Quoëx war Liturgiker und zuletzt Priester in der Erzdiözese Vaduz inkardiniert. Vorher war er Mitglied des altrituellen Institutes ‘Christus König und Hoherpriester’ mit Sitz in der italienischen Ortschaft Gricigliano bei Florenz. Der Geistliche starb an einem Krebsleiden.

Dante als Musical

Italien. Der Leiter des Liturgieamtes der Diözese Rom, Mons. Marco Frisina (52), hat die ‘Göttliche Komödie’ des italienischen Dichters Dante Alighieri († 1321) als Musical vertont. Das berichtete die römische Tageszeitung ‘La Repubblica’. Der erste Akt führt den Zuschauer mit Punk- und Rockmusik, Heavy Metal und Jazz in die Tiefen der Hölle. Das Fegefeuer und den Himmel stellt Mons. Frisina mit Melodien dar, die sich an der Gregorianik und Klassik inspirieren. Das Werk soll 2007 mit prominenter Besetzung in Rom aufgeführt werden und dann in Europa auf Tournee gehen. Unter Johannes Paul II. erlebte Mons. Frisina als liturgischer Komponist und Dirigent einen kometenhaften Aufstieg. Er ist für seine leichte und anspruchslose Musik bekannt. Unter Benedikt XVI. sind seine Klänge weitgehend aus den vatikanischen Liturgien verschwunden. Seit 2003 ist Mons. Frisina auch Dozent an der Theologischen Fakultät des Opus Dei in Rom.

Neues vom Motu Proprio

Vereinigte Staaten. In einem Ausblick auf das Jahr 2007 erinnert die Homepage der US-Bischofskonferenz ‘Catholic News Service’ daran, daß der Papst im Frühjahr sein neues Buch „Jesus von Nazareth“ veröffentlichen wird: „Zuvor werden noch andere päpstliche Dokumente erwartet: Sie beinhalten die postsynodale apostolische Exhortation über die Eucharistie und ein Motu Proprio über die Freigabe der Alten Messe.“

Ein Wunder

Deutschland. In einem Beitrag für die jüngste Ausgabe seiner Bistumszeitung bezeichnete Karl Kardinal Lehmann von Mainz die Europäische Union als „ein Wunder“. Der früher zerstrittene Kontinent habe im Rahmen der vor fünfzig Jahren begründeten EU eine erstaunliche Einheit gefunden. Andernfalls wären die einzelnen Staaten im Zeitalter der Globalisierung – der Kardinal meint die Vorherrschaft der USA – zur Ohnmacht verurteilt.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 22 Lesermeinungen:
Samstag, 6. Januar 2007 15:58
Brigitte Bussmann: Benedikt – Brachmacherei
Benedikt –- auch ein Papst sollte für klare Linie sorgen und nicht einmal so und einmal so reden.
Brachmacherei – Zölibat bedeutet grundsätzlich vom Wesen her, sexuelle Enthaltsamkeit, wird aber oft nur als Ehelosigkeit gesehen und das ist nicht korrekt.
Donnerstag, 4. Januar 2007 19:38
Benedikt: @ Bussmann
ach, unser Benedikt, weiß wohl nicht mehr was er wirklich sagt. Einmal soll der Zölibat gelockert werden, einmal muss er um jeden Preis bleiben,

Dass ich dagegen bin heißt noch lange nicht, dass ich die entsprechende Kompetenz des Papstes bestreite. Das ist eigentlich nicht allzu schwierig zu verstehen.
Donnerstag, 4. Januar 2007 12:30
Brahmachari †: Zölibat?
Bei Paulus ist zu lesen, dass jeder, der das Evangelium verkündet eine Schwester im Glauben als Ehefrau mitführen darf. Wer zölibatär leben will, soll es, wer nicht, sollte es nicht von amtswegen müssen.

Bedeutet Zölibat nur ein Leben ohne Sex oder ohne Ehefrau? Denn auch wenn man heiraten darf, heißt dass noch lange nicht, dass man auch Sex haben darf. So habe ich es bisher verstanden. Außer um eben Kinder zu zeugen. Also Heirat, aber zölibatäres Leben, gibt es das? Oder bedeutet Zölibat keinen Sex und keine Ehefrau? Eine Ehefrau ist ja hoffentlich, mehr als eine Sexualpartnerin.
Donnerstag, 4. Januar 2007 12:09
Brigitte Bussmann: und wieder Zölibat
ach, unser Benedikt, weiß wohl nicht mehr was er wirklich sagt. Einmal soll der Zölibat gelockert werden, einmal muss er um jeden Preis bleiben, dabei geht es gar nicht mal um den Zölibat als solchen, sondern um die Verknüpfung zwischen Priesteramt und Zölibat und das muss nicht sein, weil es unbiblisch ist. Bei Paulus ist zu lesen, dass jeder, der das Evangelium verkündet eine Schwester im Glauben als Ehefrau mitführen darf. Wer zölibatär leben will, soll es, wer nicht, sollte es nicht von amtswegen müssen.
Donnerstag, 4. Januar 2007 00:17
Benedikt: Selbst wenn…
Selbst wenn der Papst das wollte – er könnte es einfach tun. Hr. Stöhr hat wohl ein Problem mit den Kompetenzen des Papstes. Welch Wunder.
Mittwoch, 3. Januar 2007 22:48
HansUrs: @Daniel
Der Papst betont, dass – neben praktischen Gründen – der Zölibat spirituell vertieft sein muss.

Und daraus folgern Sie, dass er den Zölibat abschaffen will.

Das ist wohl Sedisvakantisten-Logik …
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