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Donnerstag, 4. Januar 2007 09:37
Ein Freund der Alten Messe und der Lateinischen Sprache?
Kardinal Lehmann glaubt, daß die Kirchenkrise nicht mit dem Verlust der Alten Messe zusammenhängt. Einen „wirklichen Bedarf“ der Alten Messe kann er nicht sehen.
Links: Alte Messe bei der Piusbruderschaft Rechts: Kardinal Lehmann am Weltjugendtag
Links: Alte Messe bei der Piusbruderschaft
Rechts: Kardinal Lehmann am Weltjugendtag
(kreuz.net, Mainz) Der Bischof von Mainz, Karl Kardinal Lehmann, will die ‘Leitlinien für multireligiöse Feiern’ überarbeiten.

Das erklärte der Kardinal im Gespräch mit der deutschen Tageszeitung ‘Welt’.

Kardinal Lehmann nannte verschiedene Gründe für diesen Schritt: Eine entsprechende Arbeitshilfe sei vergriffen. In einer Neuauflage sollen die Erfahrungen der letzten Jahre verarbeitet werden.

Ferner könnten einige Dinge präzisiert und vielleicht korrigiert werden: „Es gibt auch Anfragen mehr allgemeiner Art aus Rom.“

Der Kardinal will auch keinen „religiösen Mischmasch“ fördern.

Die Möglichkeit gemeinsamer Gottesdienste müsse genauer geklärt werden. Hier gebe es noch eine nicht abgeschlossene theologische Diskussion: „Haben wir denselben Gott?“

Im gleichen Interview beantwortete der Kardinal auch mehrere Fragen zur Alten Messe.

Trotz des ‘Ad limina’-Besuches im November besitze er keine genaueren Informationen über die viel diskutierte Freigabe der Alten Messe.

Der Kirchenfürst glaubt nicht, daß die Befreiung des überlieferten Ritus einen „tieferen Riß“ in der Kirche provozieren würde:

„Der Papst ist bestrebt, das andauernde oder drohende Schisma zu beseitigen beziehungsweise zu verhindern.“

Die Frage, ob Kirchenkrisen mit dem Verlust der Alten Messe zusammenhingen, verneint der Kardinal. Er hält die Krisen im Vergleich zu „den elementaren Herausforderungen unserer Zeit und damit auch zu den wirklichen Einbußen der Kirche in der Tat für überzogen“.

Der Kardinal ist „selbstverständlich“ für die Wertschätzung der lateinischen Sprache und Kultur.

Aber hinter dem Ruf nach der Messe von 1962 entdecke er häufig eine dogmatische Abwertung der nach dem Konzil erneuerten Eucharistiefeier.

Bei der Einführung der Neuen Messe im Jahr 1969 hätte sich Kardinal Lehmann eine längere Übergangszeit gewünscht. Er habe dies dem liberalen Münchener Kardinal Julius Döpfner auch „dringend“ geraten:

„Papst Paul VI. wollte jedoch einen entschiedenen und klaren Übergang.“

Als Bischof möchte er die ernsthaften Anliegen der Gläubigen verstehen und ihnen – soweit dies möglich sei – entgegenkommen: „Deswegen habe ich auch in einem Fall die Erlaubnis zur Feier der Alten Messe im Bistum gegeben.“

Gleichzeitig erklärte Kardinal Lehmann, daß sich der „wirkliche Bedarf“ nicht aus manchmal lautstark vorgetragenen Forderungen ergebe.

Mit Bedauern stellt der Kirchenfürst fest, daß in manchen Unterschriftenlisten Kinder und Leute geführt worden seien, die mit Sicherheit kein Latein verstünden.

Mit dieser Aussage spielte der Kardinal offenbar auf eine Ende September 2002 von dreihundert Bittstellern vorgebrachte Bitte um eine Indultmesse in Gießen in Oberhessen an.

Noch im Spätsommer 2006 verbot er einem Mitglied der Priesterbruderschaft St. Petrus, für die katholische Gruppierung ‘Initiativkreis’ eine Alte Messe zu lesen.

Am 17. Dezember eröffnete die Priesterbruderschaft St. Pius X. in Mannheim im Bistum Mainz eine Kapelle.

© Bild Alte Messe: Piusbruderschaft in Orlando – www.orlandolatinmass.com
© Bild Kardinal Lehmann: Tobias Koch, GNU Free Documentation License
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 65 Lesermeinungen:
Samstag, 6. Januar 2007 19:59
nightlight20022001 †: Der Kardinal Lehman,wäre ein Kandidat für das Papstamt gewesen.
Ihr habt nehmlich von eurer tridentinischen Messe überhaupt nichts,nur das ihr das Wort Gottes auf Latein hört.Und kein Deutscher kann in einer Messe,jedes einzelne lateinische Wort richtig verstehen auch wenn er ein wenig Latein kann.Das kann man so in Italien halten,weil das italienische mit Latein viel gemeinsam hat,aber in anderssprachigen Ländern hat man nichts davon.Oder was bedeutet für Katholiken der Kirchenbesuch?Hört man auf das Wort oder ist man an anderem interessiert,wie der Liturgie?

2Kön 9,33 Er sprach: Stürzt sie hinab! Und sie stürzten Isebel hinab, sodass die Wand und die Rosse mit ihrem Blut besprengt wurden; und sie wurde zertreten.
2Kön 9,36 Und sie kamen zurück und sagten’s Jehu an. Er aber sprach: Das ist’s, was der HERR geredet hat durch seinen Knecht Elia, den Tischbiter, als er sprach: Auf dem Acker von Jesreel sollen die Hunde das Fleisch Isebels fressen,
2Kön 9,37 und der Leichnam Isebels soll wie Mist auf dem Felde sein im Gefilde von Jesreel, dass man nicht sagen könne: Das ist Isebel.
Offb 2,20 Aber ich habe gegen dich,dass du Isebel duldest,diese Frau,die sagt,sie sei eine Prophetin,und lehrt und verführt meine Knechte,Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen.Vielleicht hat diese Prophetin in dieser Thyratira Gemeinde,die der Herr symbolisch Isebel nannte,die Gläubigen verführt,vom Opferfleisch der Juden an ihren Festen zu essen.Wenn man das ganze auf Heutzutage überträgt,was haben wir denn in Assisi.Hier darf jeder zu seinem Gott beten.
Freitag, 5. Januar 2007 23:51
stephan: @Gotthard
Die Taufe sagt aber noch nichts über die Kommunionfähigkeit aus, und der Priesterruf „Das Heilige…“ bezieht sich nur auf die Möglichkeit zur Teilhabe am Sakrament der Kommunion und sonst nichts.
Freitag, 5. Januar 2007 23:43
Gotthard: „Das Heilige den Heiligen!“
Der Mensch wird in der Taufe geheiligt…

Kirchenbücher zur Eintragung der Taufe sind sekundär.

Die Taufe als Grundlage gemeinschaftlichen Christseins wird einfach zu wenig reflektiert … sowohl in der Theologie wie in kath.-theologischen Verlautbarungen…

DAS entscheidende DATUM ist die TAUFE!!!!!!!!!!!!!
Warum können wir uns nicht immer mehr auf die Taufe besinnen und verständigen?
Freitag, 5. Januar 2007 23:39
Christian Hüller: VERSUCH einer Antwort
>>Aus katholischer Sicht wäre es frevelhaft, wenn Sie kommunieren würden, …<<

Lieber Protestant, lassen Sie mich es Ihnen etwas oberlehrerhaft (grins) damit erklären, dass die Eucharistie bzw. der Kommunionempfang auch SICHTBARER Ausdruck der EINHEIT mit den Gläubigen ist, die in der Kirche versammelt sind (das war schon immer Lehre der Kirche).

Da aber nun Katholiken und Protestanten weiterhin konfessionell getrennt sind, lehrt die kath. Hierarchie, dass Protestanten die Kommunion in einer kath. Messe (als Messfeier der kath. Gläubigen) nicht empfangen dürfen, eben WEIL Katholiken und Protestanten nicht EINS sind.

Der Kommunionempfang würde gewissermaßen eine Einheit vortäuschen oder vorwegnehmen, die -bei allen möglichen Sympathien- nicht besteht.

Oder haben die Protestanten jetzt doch sieben Sakramente?

Hinzu kommen, wie Poster Stephan (?) bereits angedeutet, eventuelle Defizite im Eucharistieverständnis.

Die kath. Messe ist eben keine Mahlfeier, sondern Opfer, und die versammelten Christen sollen sich in das Opfergeschehen hineinnehmen lassen.

Auch dieses Opferverständnis wird von vielen Protestanten nicht geteilt, so dass das Sakrament nach kath. Auffassung nicht oder nur defizitär wirksam werden kann.

Auch hier würde der Kommunionempfang also ein Eucharistie- verständnis voraussetzen, welches nicht ohne Weiteres gegeben ist.
Freitag, 5. Januar 2007 23:30
stephan: @Protestant
Es ist nicht an uns zu entscheiden, wer der Verdammnis anheimfällt und wir können auch nicht wissen, wer erlöst wird und wer gerichtet. Ohne Ihrer Frau zu nahe treten zu wollen, kein Katholik darf einen Fremdgläubigen zum Empfang der Eucharistie ermutigen oder anstiften; ohne Theologe zu sein, behaupte ich, daß die Schuld Ihrer Frau in diesem Punkt schwerer wiegt als die Ihrige, ich würde Ihrer Frau dringend zu einem Gespräch mit dem Pfarrer raten um zu klären, inwieweit eine Verfehlung vorliegt, die eine Auswirkung auf die Kommunionfähigkeit Ihrer Frau hat.
Ansonsten ist noch immer jeder eingeladen, an der hl. Messe teilzunehmen, dabei aber immer bedenkend „Das Heilige den Heiligen!“. (Nach diesem Ausruf des Priesters hätten Sie als Nichtkatholik zu früheren Zeiten die Messe verlassen müssen.)
Freitag, 5. Januar 2007 23:15
Protestant: @stephan
Danke!Dann begehe ich also eine Sünde, wenn ich die Kommunion empfange als Protestant (meine röm.-kath.,Ehefrau ermutigt mich außerdem dazu). Ist meine Ehfrau also eine Sünderin und bin ich der ewigen Verdammnis verfallen (also im ERnst, an einen solchen Gott könnte ich nicht glauben)!
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