[ « 219 220 221 222 223 » ]
Donnerstag, 4. Januar 2007 15:41
Sinnstörender Fehler
Kürzlich hat sich eine Schweizer Nachrichtenagentur dafür entschuldigt, eine Aussage des Bischofs von Chur „ins Gegenteil“ verkehrt zu haben.
Rechts: Der Bischof von Chur, Mons. Amédée Grab
Rechts: Der Bischof von Chur, Mons. Amédée Grab
(kreuz.net) Am 3. Januar entschuldigte sich die internationale katholische Presseagentur ‘Kipa’, die ihren Sitz in der Nordschweizer Stadt Fribourg besitzt.

Am 29. Dezember hatte die Agentur Aussagen des Bischofs von Chur, Mons. Amédée Grab (76), wiedergegeben.

Dieser hatte dem umstrittenen ‘Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich’ Ende Dezember ein Interview gewährt.

Im Interview wurde der Bischof auch zum Thema eines sogenannten „interkonfessionellen Abendmahlsverständnisses“ ausgefragt.

Die ‘Kipa’ berichtete in einem Artikel über das Gespräch.

Dabei legte sie dar, daß Mons. Grab befürworte, daß ein Getaufter Zugang zur Eucharistie habe, wenn er „dasselbe Abendmahlsverständnis wie wir Katholiken“ besitze:

„Dies setze eine Konversion voraus“ – fügt der Bericht hinzu.

Jetzt hat die ‘Kipa’ dementiert. Der letzte Satz verkehre die Aussage des Bischofs ins Gegenteil.

Tatsächlich habe Mons. Grab im Interview mit dem Pfarrblatt gesagt:

„Der Zugang zur Kommunion setzt also keine Konversion voraus.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 15 Lesermeinungen:
Freitag, 5. Januar 2007 20:13
deus_caritas_est: Das rechte Verständnis
Wie hoch wird wohl der Anteil derjenigen Kommunionsempfänger sein, die das gleiche hoch-
theologisch hier als notwendig bezeichnete verständnis zur Kommunion haben.
Oder derjenigen, die dies überhaupt als relevant ansehen??
Freitag, 5. Januar 2007 19:33
Johann Gerhard: @ Timotheus
Was ich mich immer frage ist, wie man römischerseits offensichtlich zu der Annahme gelangt, dass Millionen evangelischer Christen sozusagen bettelnd und weinend vor den Türen Eurer Kirchen lägen, um den Empfang der Kommunion zu erflehen?

Nein, wer auch nur etwas Verstand hat, der weiß, das nur eine Sicht richtig ist und hat daher Verständnis für die bisherige Praxis Eurer Kirche. Genauso wird keine orthodoxe lutherische Gemeinde einem Baptisten oder Papisten das Altarssakrament reichen.
Freitag, 5. Januar 2007 15:22
Timotheus: @Sirilo
Nein das Verständnis der Christen vor dem 4. Lateranum war natürlich nicht fehlerhaft. Im Gegenteil, der Begriff der Transsubstantiation wird ja erst möglich durch jenes Verständnis.
Besonders die ambrosianische Theologie macht deutlich, dass durch das Wort Christi, welche der Priester spricht, sich die Natur der Gaben wandelt (de myst.). Wenn die Kirchenväter also von einer Wandlung der Natur sprechen, dann meinen sie die Wandlung dessen was wir später mit Substanz bezeichnen werden.

Wie auch immer man das Verständnis der vielen evangl. Kirchen bezeichnet, consubstantia, symbolum, signum oder sonstwie, gleicht bleibt, dass alle bestreiten, dass der corpus christi in Wahrheit (veritas) substanziell gegenwärtig ist und, dass er Gott dem Allmächtigen als Opfer dargebracht wird.

Und somit hat sich das Thema einer gemeinsamen Communio von ganz alleine geklärt. Solange jene Kirchen weiterhin an ihrem falschen und irrgläubigen Bekenntnissen festhalten bzw. solange dies einzelne Gläubige tun, solange ist der Empfang des eucharistischen Opfer für jene ausgeschlossen und unzulässig!

Mfg Timotheus
Freitag, 5. Januar 2007 14:47
Johann Gerhard: Konsubstantiation?
Etwas spitzfindig, aber m. E. doch wissenswert: Auch wenn die lutherische Abendmahlsauffassung geläufig mit Konsubtantiationslehre bezeichnet wird, so lehnen aufgrund der hierdurch ggf. hervorgerufenen falschen Assoziationen die meisten rechtgläubigen lutherischen Theologen die Verwendung dieses Begriffes ab. Denn er impliziert u. U. eine räumliche bzw. natürliche Gegenwart Christi in Brot und Wein, wohingegen diese nach lutherischem Verständnis überräumlich und übernatürlich ist, daher sakramental genossen wird.

Aus der Konkordienformel:

VII. Vom Heiligen Abendmahl Christi

Affirmativa
Bekenntnis reiner Lehre vom heiligen Abendmahl wider die Sacramentirer

1. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß im heiligen Abendmahl der Leib und Blut Christi wahrhaftig und wesentlich gegenwärtig sei, mit Brot und Wein wahrhaftig ausgetheilet und empfangen werde.

6. Wir gläuben, lehren und bekennen, daß der Leib und Blut Christi nicht allein geistlich durch den Glauben, sondern auch mündlich, doch nicht auf kapernastische, sondern übernatürliche, himmliche Weise um der sacramentlichen Vereinigung willen, mit dem Brot und Wein empfangen werde, wie solches die Wort Christi klärlich ausweisen, da Christus heißet nehmen, eßen und trinken, die dann von den Aposteln geschehen; dann geschrieben steht: Und sie trunken alle daraus Marc. 14. Desgleichen Sanct Paulus sagt: Das Brot, das wir brechen, ist ein Gemeinschaft des Leibes Christi, das ist: Wer dies Brot ißet, der ißet den Leib Christi…
Freitag, 5. Januar 2007 11:12
leider komme ich erst jetzt wieder dazu, bei hetz.net reinzuschauen. Vielleicht schauen Sie ja noch mal rein. Sie sagten gestern Abend:
Subjektivistische Beliebigkeiten gibt es mit mir jedoch nicht!Seltsam, genau das, was Sie anderen vorwerfen („subjektivistisch“ zu sein, wobei die abgeminderte Form von „subjektiv“ doch völlig reichen würde – es muss doch nicht immer gleich „-istisch“ sein!), vertreten Sie doch selber: SIE glauben, es gibt nur eine Wahrheit, nämlich „katholisch“ zu sein, obwohl es die Unterscheidung katholisch/evangelisch in der Bibel und zu Jesu Zeiten doch noch überhaupt nicht gab. SIE glauben, dass es richtig ist, der Kirchenlehre zu folgen, die etwas konstruiert hat, was zu Jesu Zeiten nicht einmal als Problem bekannt war; SIE glauben einfach, Sie hätten „die Wahrheit“ und besitzen die nicht zu unterschätzende Dreistigkeit, diese anderen abzusprechen – aslo wenn das nicht „subjektivistisch“ ist, dann weiss ich auch nicht. Wir sind einer RELIGION verpflichtet, und die nennt sich Christentum. Wenn Ihnen die KONFESSION offensichtlich wichtiger ist als die RELIGION: dann – entschuldigen Sie bitte die vielleicht etwas harte Wortwahl – verraten Sie unseren gemeinsamen großen Nenner, nämlich die Botschaft Jesu glaubwürdig zu leben. Sie machen de Botschaft klein und redutzieren Sie auf etwas, was angesichts dessen, was uns Jesus aufgtragen hat, nebensächlich ist.
Puh, Sie haben Ihre und ich meine „subjektive“ Meinung.
Freitag, 5. Januar 2007 02:39
Nólimon: Luthers Abendmahlslehre
Luther geht von den Worten Jesu aus. Nach dem biblischen Bericht hat Jesus ein sichtbares Brot in die Hände genommen und mit dem Wort „dies ist mein Leib“ eben gerade „dieses“ Brot gemeint. Darum schlußfolgert Luther: Ich „… halte mich einfältig an sein Wort und glaube fest, daß Christi Leib nicht bloß im Brot ist, sondern daß das Brot der Leib Christi ist.“ (WA 6,511,19 ff.).
„Das Brot ist der Leib.“ Auf diese fünf Worte kann man Luthers Abendmahlslehre reduzieren.
Für die „reformierten“ Gegner Luthers ist es nur Brot, der Leib ist abwesend.
Für die römischen Gegener Luthers ist es nur der Leib, das Brot ist abwesend.

Die Transsubstantiationslehre hat Luther allerdings eigentlich nur abgelehnt, weil er sie für eine „vernünftelnde“ Erklärung hielt, die seiner Meinung nach versucht, ein unerklärliches Geheimnis zu erklären. Streiten wollte er über die Transsubstantiationslehre aber nicht: „Es bedeutet mir nicht viel, denn ich habe öfters offen erkläre, ich will darum nicht streiten: möge der Wein da verbleiben oder nicht, mir ists genug, daß Christi Blut da ist; dem Wein mags gehen, wie Gott will. Und lieber als mit den Schwärmern eitel (= nur) Wein zu haben, saufe ich eitel (= nur) Blut mit dem Papst.
(WA 26,462,1ff.)
Alle Lesermeinungen anzeigen 9 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net