„Begründet hatte diesen Ritus Pius V.“
Am Dienstag veröffentlichte eine kirchenfeindliche Wiener Tageszeitung einen Artikel über die Alte Messe. Oder war es ein verspäteter, als Parodie gedachter Sylvester-Artikel?
(kreuz.net) Der Vatikan will den lateinischen Ritus rehabilitieren – wußte Anne-Catherine Simon am 3.
Januar in der Wiener Tageszeitung ‘Die Presse’.Einen dramatischen Aufruf [zugunsten der Alten Messe] habe es schon im Jahre 1971 gegeben:
Erstaunlich viele berühmte Künstler hätten ihren Namen daruntergesetzt – die wenigsten von ihnen katholisch: „Die Petition blieb erfolglos.“
Der sogenannte tridentinische Ritus, „vier Jahrhunderte lang der offizielle der katholischen Kirche“, sei zur geächteten Randexistenz, zu Gunsten des nach dem Zweiten Vatikanum, im Jahr 1969, eingeführten „Novus Ordo“ verurteilt worden:
Man habe damals „ungeheure Erwartungen“ in die Neuerungen gesetzt – etwa die Einführung des Volksaltars und der Landessprache für die liturgischen Texte.
Umso heftiger umstritten sei die Kehrtwende, die nun erfolgen solle.
Damit dürfe jeder Priester die Alte Messe zelebrieren: „Begründet hatte diesen Ritus Pius V. 1570, nach dem Konzil von Trient (daher tridentinisch).“
Einige seien über eine mögliche Freigabe entsetzt – zum Beispiel viele französische Bischöfe.
Der Papst habe diese Bischöfe im September vor den Kopf gestoßen, als er dem neu gegründeten ‘Institut du Bon Pasteur’ seinen Segen gegeben habe.
Es bestehe aus „abgefallenen »Lefebvristen« – Ex-Anhängern des 1988 exkommunizierten Erzbischofs Marcel Lefebvre.“
„Der hatte erklärt, daß jeder Katholik, der die neue Messe mitfeiere, sein Seelenheil riskiere. Ohne die »wahre« Messe würde die Kirche vom Erdboden verschwinden.“
Die von Erzbischof Lefebvre gegründete Piusbruderschaft kämpfe weiter um die Rückkehr zur „wahren“ Lehre.
Der Papst wolle nun dieses Schisma beenden, indem er den „Ultrakonservativen“ entgegenkomme, „wird vermutet“:
„Aber daß mehr als pure Kirchenpolitik dahintersteht, zeigt ein Blick in die Schriften Ratzingers. Der Novus Ordo habe keine »Neubelebung«, sondern »Verwüstung« gebracht, schrieb er 1989.“
In seinen Erinnerungen ‘Aus meinem Lebenz’ (1998) gebe er die Hauptschuld an der Krise dem „Zerfall der Liturgie“.
„Unter seinem Pontifikat wurde auch der Chef der Gottesdienst-Kongregation ausgetauscht“ – weiß Frau Simon ohne Quellen anzugeben.
Der „Vorgänger“ sei noch gegen Erleichterungen für den Alten Ritus gewesen.
Der Kern von Ratzingers Kritik laute „Entsakralisierung“. Der Novus Ordo verhindere die „Begegnung mit dem Mysterium“.
Mit dem Volksaltar sei der Mensch in den Mittelpunkt gerückt.
Außerdem sei diese Liturgie keine „gewachsene“. Sie erwecke den Eindruck, daß Liturgie etwas „Machbares“ sei.
Schon vor Jahren habe auch der deutsche Philosoph Robert Spaemann erklärt, daß Priester, die den Alten Ritus zelebrieren wollten, „kleinlichsten Schikanen“ ausgesetzt seien.
Sie würden „in Quarantäne gesperrt“ oder man rate ihnen, „zu den Schismatikern zu gehen“.
Als Grund für die „geradezu magische Berührungsangst“ der Kirchenoberen gegenüber dem alten Ritus vermutete er: „Verdrängung.“
Bemerkenswerterweise berufen sich – so Frau Simon – sowohl Gegner als auch Befürworter der Alten Messe auf das Zweite Vatikanum.
Die einen würden einen Rückschritt hinter das Konzil befürchten, die anderen wollten das Konzil „rehabilitieren“:
„Die neue Liturgie weiche in wesentlichen Punkten von den Konzilsforderungen ab, wird argumentiert: Weder der Wechsel der Ausrichtung des Priesters noch die vollständige Abkehr vom Lateinischen seien dort zur Debatte gestanden.“
„Die meisten fordern nicht eine Rückkehr zum alten Ritus, sondern nur Wahlfreiheit.“
„Das aber wäre wohl ein Eingeständnis, daß sich die hochgespannten Hoffnungen auf Glaubenserneuerung durch eine der Zeit angepaßte »moderne« Liturgie nicht erfüllt haben.“
© Bild: Latin-Mass-Society.org
Sämtliche Artikel weiterlesenWeiterlesen:
Montag, 8. Januar 2007 22:22
Sektenbeauftragter: Kein Schischma!
Immer wieder wird der Priesterbruderschaft vorgeworfen, sie sei im Schisma. Der Grund: Eine Bischofsweihe,
wie Erzbischof Lefebvre sie im Jahr 1988 vorgenommen hat, bedarf eines päpstlichen Mandates, welches
damals nicht vorlag. Dass Erzbischof Lefebvre aber mit dieser Tat nicht im Mindesten eine Trennung wollte,
sondern einzig und allein die Tradition der Kirche bewahren, anerkennen schon seit langem Kirchenrechtler
und Bischöfe. Die jüngste Nichtigkeitserklärung des Schismas ist aber von noch größerer Wichtigkeit
als die vorausgegangenen, da sie aus dem Mund des Präfekten der Kleruskongregation und Präsident der
Kommission »Ecclesia Dei« stammt, Kardinal Castrillón Hoyos.
Am 13. November 2005 sprach er
mit dem italienischen Fernsehsender ‘Canale 5’ über die Alte Messe.
Auf Italienisch sagte der Kardinal: »Non siamo di fronte ad una eresia. Non si può dire in termini corretti, esatti, precisi che ci sia uno scisma« – »Wir stehen nicht vor einer Häresie. Man kann auf eine korrekte, exakte und präzise Weise nicht sagen, daß ein Schisma vorliegt.«
Eine Bischofsweihe ohne päpstliche Erlaubnis zeige eine »schismatische Haltung«, erklärte der Kirchenfürst. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. befinde sich jedoch »innerhalb der Grenzen der Kirche.«
Interview in der italienischen Zeitschrift 30Tage (November 2005)
Am 13. November 2005 sprach er
mit dem italienischen Fernsehsender ‘Canale 5’ über die Alte Messe.
Auf Italienisch sagte der Kardinal: »Non siamo di fronte ad una eresia. Non si può dire in termini corretti, esatti, precisi che ci sia uno scisma« – »Wir stehen nicht vor einer Häresie. Man kann auf eine korrekte, exakte und präzise Weise nicht sagen, daß ein Schisma vorliegt.«
Eine Bischofsweihe ohne päpstliche Erlaubnis zeige eine »schismatische Haltung«, erklärte der Kirchenfürst. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. befinde sich jedoch »innerhalb der Grenzen der Kirche.«
Interview in der italienischen Zeitschrift 30Tage (November 2005)
Samstag, 6. Januar 2007 12:02
Hermann der Lahme: Freigabe der Alten Messe
ich glaube an dieses Gerücht erst, wenn der jetzige Papst diese nach dem authentischen Ritus am Altar
des Petersdom selbst zelebriert hat und damit seinen Willen zum Ausdruck gebracht hat, sich nicht von
den „Warnern“ beschwichtigen zu lassen.
Alle vorherigen Äusserungen in seinen zahlreichen Büchern sind bis zu diesem Ereignis nur Lippenbekenntnisse.
HdL
Alle vorherigen Äusserungen in seinen zahlreichen Büchern sind bis zu diesem Ereignis nur Lippenbekenntnisse.
HdL
Freitag, 5. Januar 2007 16:49
Aurelius: @ landorganist: Wahlfreiheit
Ich lese immer Wahlfreiheit, dass ich nicht lache. Sollte die alte Messe tatsächlich freigegeben werden,
dann werden die traditionalistischen Kampftruppen als erstes dem NOM den Kampf ansagen. Davor bewahre
uns Gott!!
Sollen Sie mal, haben die doch schon längst.
Ich sehe ein ganz anderes Szenario: Einige von der FSSPX haben noch soviel Vernunft und Verstand (und werden dann auch hoffentlich nicht ganz resistent gegen die Führung des Heiligen Geistes sein), daß sie sich mit Rom versöhnen werden. Eine schicke kleine Personalprälatur (oder wie das heißt) wird entstehen, vielleicht wird man sich mit der FSSP zusammentun, vielleicht auch nicht. Man wird den Jurisdiktionsprimat des Papstes anerkennen –- und dementsprechend handeln.
Einige andere, und das wird dann der Großteil sein, werden endgültig ins Schisma gehen. Williamson wird dan ein richtiger Sedisvakantisten-Bischof sein und man wird weiter um seinen falschen Traditionsbegriff tanzen wie um ein Goldenes Kalb.
Und das dann alles live auf kreuznet.tv
Sollen Sie mal, haben die doch schon längst.
Ich sehe ein ganz anderes Szenario: Einige von der FSSPX haben noch soviel Vernunft und Verstand (und werden dann auch hoffentlich nicht ganz resistent gegen die Führung des Heiligen Geistes sein), daß sie sich mit Rom versöhnen werden. Eine schicke kleine Personalprälatur (oder wie das heißt) wird entstehen, vielleicht wird man sich mit der FSSP zusammentun, vielleicht auch nicht. Man wird den Jurisdiktionsprimat des Papstes anerkennen –- und dementsprechend handeln.
Einige andere, und das wird dann der Großteil sein, werden endgültig ins Schisma gehen. Williamson wird dan ein richtiger Sedisvakantisten-Bischof sein und man wird weiter um seinen falschen Traditionsbegriff tanzen wie um ein Goldenes Kalb.
Und das dann alles live auf kreuznet.tv
Freitag, 5. Januar 2007 14:35
möchtegern-kathole: wiener schrieb:
ich verwende die begriffe bewusst in anführungszeichen, weil es sich um den einen römischen ritus handelt
Nun gibt es ‘Dinge’, bei denen es grundsätzlich nur „eines“ geben kann, und bei denen grundsätzlich eine Neue Ausführung die Alte Ausführung ersetzt und nicht ergänzt. Beispiele sind Ämter wie das Papsttum (jeder neue Papst ersetzt den alten) oder ein Präsidentenamt (ein neuer Präsident ersetzt den alten – es gibt nicht 2 gleichzeitig). Es kann auch bei anderen „Dingen“ so eine Ablöseregel geben, z.B. bei Regeln (eine Rechtschreibregel ersetzt die alte – die Schüler lernen nicht beide durcheinander; eine Verkehrsregel ersetzt die Vorgängerregel und ergänzt sie nicht – sonst gäbe es Chaos auf der Strasse) oder bei Normen.
Normalerweise kann es von einer bestimmten Sache zwei Ausformungen geben oder sogar viele. Beispiele sind die Bücher in meinem Schrank, da ersetzt auch nicht eines das andere – schließlich werfe ich nicht immer eines weg, sobald ich mir ein neues kaufe.
Aber warum sollte das bei den römischen Riten so sein, dass der eine Ritus durch den anderen ersetzt wird – es mithin also nur einen und nicht 2 gibt? Offenkundig gibt es ja in der Tat 2 verschiedene Riten nebeneinander, die „Ersetzungstheorie“ ist offenkundig falsch. Es gibt auch nicht irgendeinen päpstlichen Erlass, dass ein ritus den anderen ersetzt. Die „Ersetzungstheorie“ ist also nur gut erfunden, aber an sich schlecht gedacht.
Nun gibt es ‘Dinge’, bei denen es grundsätzlich nur „eines“ geben kann, und bei denen grundsätzlich eine Neue Ausführung die Alte Ausführung ersetzt und nicht ergänzt. Beispiele sind Ämter wie das Papsttum (jeder neue Papst ersetzt den alten) oder ein Präsidentenamt (ein neuer Präsident ersetzt den alten – es gibt nicht 2 gleichzeitig). Es kann auch bei anderen „Dingen“ so eine Ablöseregel geben, z.B. bei Regeln (eine Rechtschreibregel ersetzt die alte – die Schüler lernen nicht beide durcheinander; eine Verkehrsregel ersetzt die Vorgängerregel und ergänzt sie nicht – sonst gäbe es Chaos auf der Strasse) oder bei Normen.
Normalerweise kann es von einer bestimmten Sache zwei Ausformungen geben oder sogar viele. Beispiele sind die Bücher in meinem Schrank, da ersetzt auch nicht eines das andere – schließlich werfe ich nicht immer eines weg, sobald ich mir ein neues kaufe.
Aber warum sollte das bei den römischen Riten so sein, dass der eine Ritus durch den anderen ersetzt wird – es mithin also nur einen und nicht 2 gibt? Offenkundig gibt es ja in der Tat 2 verschiedene Riten nebeneinander, die „Ersetzungstheorie“ ist offenkundig falsch. Es gibt auch nicht irgendeinen päpstlichen Erlass, dass ein ritus den anderen ersetzt. Die „Ersetzungstheorie“ ist also nur gut erfunden, aber an sich schlecht gedacht.
Freitag, 5. Januar 2007 13:40
landorganist: @Gotthard
Na, ist doch klar, alles wogegen hetz-net täglich wettert ist natürlich vom Teufel:
Eine kleine Aufzählung:
– Die V-2-Kirche
– Der amtierende Papst
– Die Vorgänger des amtierenden Papstes bis Joh. XXIII
– Die deutschen Bischöfe
– Der NOM
– Der Volksaltar
– Frauen am Altar
– Frauen allgemein
– Homos
– Freimaurer
– Juden
– Jugendliche (womöglich wenn die beten wollen)
– Rotarier
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.
Eine kleine Aufzählung:
– Die V-2-Kirche
– Der amtierende Papst
– Die Vorgänger des amtierenden Papstes bis Joh. XXIII
– Die deutschen Bischöfe
– Der NOM
– Der Volksaltar
– Frauen am Altar
– Frauen allgemein
– Homos
– Freimaurer
– Juden
– Jugendliche (womöglich wenn die beten wollen)
– Rotarier
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.
Freitag, 5. Januar 2007 13:13
Gotthard: Teufel?
ich wundere mich immer wieder – oder auch schon nicht mehr, was in solchen Diskussionen der Teufel verloren hat…
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.





