10:56:01 | Freitag, 5. Januar 2007
St. Pölten
Ersuchen um Änderung von Straßennamen in St. Pölten
Im Zusammenhang mit dem sozialistischen Kampf gegen ein Wandbild in einer Kirche in St. Pölten hat eine Anwohnerin den Konflikt zu Ende gedacht.

St. Pölten würdigt gleich mit mehreren Straßennamen zweifelhafte Politiker
(kreuz.net) Gestern versandte die St. Pöltnerin Martina Lintner einen Offenen Brief.
Er ist an Robert
Laimer – Stadtrat und Bezirkspartei- geschäftsführer der SPÖ St. Pölten – gerichtet.
Sie habe „mit
Erstaunen“ den Medien entnommen, daß Stadtrat Laimer mit einem Wandbild in der St. Pöltner Prandtauerkirche
Probleme habe.
Auf dem Bild ist der ehemaligen österreichische Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß
dargestellt, der 1934 während des Juliputschs von Nationalsozialisten ermordet wurde.

In der St. Pöltner Prandtauerkirche ist Dollfuß auf einem Altarfresko zu sehen – auf der rechten Seite die Figur ganz links
Seinen Widerstand
gegen das Wandbild begründet Stadtrat Laimer mit der „Trennung von Staat und Kirche“.
„Wenn ich Sie
beim Wort nehmen darf, dürfte Sie das, was Kirchenrektor DDr. Reinhard Knittel und die Gläubigen – aus
eigenem Geld bezahlt – in die Kirche geben, eigentlich nichts angehen.“
„Oder gehen Katholiken in die
Parteistuben der SPÖ, um zu inspizieren, wer da so an den Wänden herumhängt?“ – so Frau Lintner.
Da
der von Nationalsozialisten ermordete Staatsmann offenbar so sehr störe, fordert Frau Lintner weitere
Maßnahmen der Vergangenheitsbewältigung – und zwar die Änderung folgender Straßennamen:
• Dr. Karl
Renner – Promenade. Begründung: Der sozialdemokratische Politiker und spätere österreichische Staatspräsident
Dr. Karl Renner († 1950) sei für den Anschluß Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland
eingetreten.
Im übrigen habe er auch „Deutsch-Österreich, du herrliches Land“ gedichtet mit Perlen
wie „Treu unserm Volkstum“.
Wegen seines faschistischen und deutschvölkischen Gedankengutes dürfte
Renner – so Frau Lintner – heute unter das österreichische Verbotsgesetz fallen.
• Tandlerstraße.
Wenn damit der Arzt und sozialdemokratische Politiker Dr. Julius Tandler († 1936) gemeint sei, plädiert
Frau Lintner für eine sofortige Demontage der Straßenschilder.
Tandler sei ein vehementer Verfechter
der Euthanasierung gewesen und habe die Vernichtung oder Sterilisierung von „unwertem Leben“ gefordert.
Er sollte – nach Ansicht von Frau Lintner – nicht geehrt werden.
• Dr. Bruno Kreisky – Straße. Begründung:
Der ehemalige Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky († 1990) sei für die Einführung der Fristentötung in
Österreich verantwortlich.
Aufgrund dieses Blutgesetzes wurden bisher in Österreich Hunderttausende
Menschen getötet. Frau Lintner: „Kommen Sie mir bitte nicht mit Frauenrechten, denn Frauenrechte begründet
man nicht auf Mord“.
Weiters habe Kreisky Kontakte mit dem libyschen Diktator Muammar Al-Gaddafi unterhalten.
Als Ersatznamen schlägt Frau Lintner vor: „Kaiser Franz Joseph – Promenade“, „Dr. Hildegard Burjan –
Straße“, General Jellacic – Straße oder ähnliches.
Sie hoffe, daß ihre Vorschläge im Stadtgemeinderat
der Landeshauptstadt St. Pölten Gehör fänden und bald realisiert würden.
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Desperatus † 15:52:53 | Freitag, 5. Januar 2007
#14
wiener 15:40:45 | Freitag, 5. Januar 2007
#13
Desperatus † 15:29:14 | Freitag, 5. Januar 2007
#11
Gastus 15:26:48 | Freitag, 5. Januar 2007
#9
Desperatus † 15:23:32 | Freitag, 5. Januar 2007
#8
Gastus 15:17:58 | Freitag, 5. Januar 2007
#7
Desperatus † 15:12:52 | Freitag, 5. Januar 2007
#4
wiener 14:58:59 | Freitag, 5. Januar 2007
#3
Alois Hudal 14:30:40 | Freitag, 5. Januar 2007
#1
Desperatus † 14:21:34 | Freitag, 5. Januar 2007