[ « 227 228 229 230 231 » ]
Samstag, 6. Januar 2007 09:04
In Polen gibt es Anstrengungen, die Opfer der kommunistischen Kirchenverfolgung als Täter hinzustellen. Das jüngste Beispiel: der neue Erzbischof von Warschau.
Zurück zum Artikel 19 Lesermeinungen:
Montag, 8. Januar 2007 15:42
wickerl: Wer einem Geheimdienst beitritt
Wer einem Geheimdienst beitritt der kommt nich so ungeschoren davon, darauf wird Wert gelegt dass sich jeder schmutzig macht. Und Geheimdienste lassen sich auch nicht pflanzen!
Montag, 8. Januar 2007 01:36
waldemar hammel: Keine Aufregung bitte,
ich mache den Bischofsjob in Polen gerne, denn er ist sehr gut dotiert, verspricht Macht und Einfluss und vielerlei außergeistliche Vergnügungen dazu.
Und das bisschen Predigen von immer alten Litaneien, das mach ich ganz nebenbei – wozu sonst bin ich Hobbyschreiber und -Redner?
Ich bin auch nicht vorbelastet, war nie beim Geheimdienst, nicht beim Militärdienst, trinke nichtmal Messwein (nur Messkaffee als neue liturgische Erfindung), und Lateinisch, Spanisch, Portugiesisch, Englisch kann ich auch.
Ich bin auch flexibel und mache, je nach Wunsch, alte Messen, oder neue oder ganz neue, vielleicht selbsterfundene, wo man beim Predigen und Zuhörenmüssen zB Kaffee trinken und Tabak rauchen darf- und „Wind ins Glaubenssegel“, das krieg ich auch hin, denn Polen liegt ja nicht in den „Rossbreiten“. Und notfalls muss halt noch eine Zeitlang mit dem Glaubensschiff vorgespannten Barkassen gepullt werden, bevor ich das Glaubensschiff soweit hab, dass ich „Klar Schiff zum Gefecht“ anordnen kann („Herr Kardinal-Staatsekretär, wir wollen Feuer eröffnen, lassen Sie bitte die Segenssprüche der Luv-Seite jetzt laden und ausrennen!“)

Das einzige Problem: Ich bin schlank (1,84 bei 75 kg)und brauchte neue Bischofskleider, da mir die vorhandenen Feist- und Rollmops-Gewänder (1,60 bei 180 kg Bischof-Standard) leider nicht passen.
Aber das ist ja nur eine Petitesse.

Ich bewerbe mich hier also ganz öffentlich um den Bischofsstuhl (und vor Allem natürlich um das einträgliche Amt)!
Sonntag, 7. Januar 2007 19:45
sie sind ein grosser SCHMIERFINK! Soll ich Ihnen nich mehr zurufen?
Der jetzt zurückgetretne Bischof von Warschau ist bereits seit 1999 Bischof von P. Wenn es dann Unterlagen gegen ihn gibt, dann gab es die doch schon 1999! Nein? Schon zu Beginn seines bischöflichen Dienstes im Jahre 1999 – wo waren da die Stimmen, die jetzt laut werden?
Komische Welt…
Nochmals: ATHANASIUS sie sind ein Schmierfink!
Sonntag, 7. Januar 2007 13:52
Gotthard: @Konrad
Da musst Du noch was warten, bis Deine Segenswünsche dem Warschauer Erzbischof übermittelt werden können …
Sonntag, 7. Januar 2007 11:34
Gunsenum: ERZBISCHOF TRITT ZURÜCK
Hier die aktuelle Tagesschaumeldung!
http://www.tagesschau.de/…072_NAV_REF1,00.html
Sonntag, 7. Januar 2007 11:06
wickerl: Nein so nicht!
Das hätte er früher offen legen müssen, und auch für ein Studium in München kann man so etwas nicht unterschreiben.
Sonntag, 7. Januar 2007 00:57
Fidei Defensor: Sede vacante in Warschau!
Wielgus als williger Vollstrecker des atheistischen, kommunistischen Geheimdienstes ist nicht würdig den Warschauer Bischofssitz zu bekleiden. Viel eher sollte er mit der Strafe der Exkommunikation belegt werden.
Samstag, 6. Januar 2007 23:52
adoro te devote: Polen eben,
die Ernennung von Bischof Wielgus zum Primas bestätigt meine Beobachtungen und Schlussfolgerungen hinsichtlichen der katholischen Kirche in Polen. Wielgus ist durch seine nicht zwingend ehrenrührige aber doch latent opportunistische Haltung während des Kommunismus und seinem Eiertanz diesbezüglich in jüngerer Zeit schon zu Beginn seines Amtes viel zu verbrannt um einen starken Primas abzugeben.

Also wird es weiterhin einen einen faden Kurs der Kirche in Polen geben, dem vielleicht zwei Drittel der Menschen dort ein wenig abgewinnen können; anstatt das ein scharfer Kurs gefahren wird, dem nur ein Drittel folgt, der aber dem Glauben neuen Wind in die Segel blasen könnte.
Samstag, 6. Januar 2007 23:37
Konrad: Da Gotthard gegen Wielgus ist
ist Konrad für ihn. Gott segne den neuen Erzbischof von Warschau!
Samstag, 6. Januar 2007 22:02
Uwe Schmidt: Prof. Wielgus
war der Wunschkandidat von Prof. Ratzinger für den Primas Poloniae (Seelenverwandtschaft). Er gehört zum konservativen Radio-Maryja-Umfeld, ist also keineswegs liberal. Allerdings verwirft er auch das II. Vatikanum nicht – von daher gilt er Ihnen hier wohl als liberal…*kopfschüttel*
Samstag, 6. Januar 2007 20:16
Gotthard: Rücktritt
in Deutschland könnte dieser Bischof mit solch eindeutigen Stasi-Beziehungen inkl. Verpflichtungserklärung weder Beamter noch Abgeordneter werden.
Er sollte als Bischof zurücktreten!!!!!!!!
Samstag, 6. Januar 2007 16:50
Athanasius: @FideiDefensor
Es entspricht der Realität zu sagen, dass es sehr wahrscheinlich war, dass auch Karol Wojtyla irgendwie mit den Kommunistischen Behörden freundlich verbunden war. Er konnte frei Polen besuchen, vor 1978 frei ausreisen, seine Wahl wurde 1978 offiziell begrüsst. Natürlich hat er sich später entwickelt. Eine Beziehung zu Geheimdienstlern und einer komm. Regierung ist ja auch kein Akt des Glaubensabfalls an sich. Nur ein wenig opportunistisch. Ein gewisser Opportunismus war Johannes Paul II. nicht fremd. Das tut natürlich an seinen Verdiensten gegen den Kommunismus nichts ab, wenn auch ich glaube, dass der Abbau des Ostblocks eher mit internen Problems Russlands zusammenhing und mit gewissen Plänen von z.B. Gorbachev, die erst noch erfüllt werden müssen.

Ich glaube man sollte Mons. Wielgus richtig und ehrlich gegenüber stehen: er hat Beziehungen mit der Stasi Polens gehabt, ist aber kein Agent, kein Verräter von Leuten gewesen. Nur ein Opportunist. Er sollte jetzt nicht wegen Kontakte abgerechnet werden. Natürlich haben seine Lügen von der vorigen Woche seine Glaubwürdigkeit heftig geschädigt. Aber dennoch. Man sollte auch Verständnis haben. Diese Affäre erinnert mich an das bewusst kreierte Medienskandal um Mons. Hudal 1947 und 1955.
Samstag, 6. Januar 2007 16:41
Fidei Defensor: Wer diesen Artikel hier benutzt, um seine
anti-polnischen Ressentiments loszuwerden, hat das Thema verfehlt. Und Johannes Paul den Grossen in die Nähe zur Kollaboration mit den Kommunisten stellen zu wollen, ist schlicht lächerlich.
Nun zu dem Thema – ich glaube, der kreuz.net Entlastungversuch von Mons. Wielgus geht ins Leere. Die Kollaboration ist allzu gut dokumentiert. Das ist kein würdiger Nachfolger des grossen polnischen Primas Stefan Kardinal Wyszinski.
Uberigens wohl auch kein Zufall, dass Mons. Wielgus dem liberalen Flügel angehört: einmal prinzipienlos, immer prinzipienlos!
Samstag, 6. Januar 2007 13:16
kaszub: „Ein Spion als Papst“
Eine solche Verpflichtung von K. Wojtyla würde spätestens 1980-82 veröffentlicht: „Ein Spion als Papst“. Das Attentat wäre dann sinnlos. Das die Dokumente nicht vernichtet, sondern bis zum geeignetem Zeitpunkt aufbewahrt werden zeigt Beispiel von Mons. Stanislaw Wielgus.
Samstag, 6. Januar 2007 12:46
Artois †: Polen 1973
Ich weilte im Jahre 1973 bereits zum vierten Mal als damals 18jähriger in Polen. Die im Vergleich zur DDR ungleich freiere und (im guten Sinne!!) liberale Athmospäre zog mich stark an und ich habe in den Jahren spätestens seit 1970 niemals Deutschfeindlichkeit oder völkische Voruteile erlebt. Daß man IM werden mußte um ein Visum zu erhalten ist auszuschließen. Die Kirche war viel zu mächtig in Polen, als daß sich die pln. Stasi derartiges hätte erlauben können.
De facto hatte die Kirche eigene Visabteilungen und entschied selbst, wer wohin zum Studieren gehen durfte und wann er zurück kehren mußte. Ich habe in den Jahren 1966 bis 1980 unzählige Male die total überfüllten Kirchen, die gewaltigen Demonstrationen kirchlicher Stärke gü. der recht schwachen kommu. Macht in Polen erlebt. Niemand in Polen, und übrigens letztlich auch niemand in der DDR, MUSSTE aus irgend einem Grunde mit der Stasi zusammenarbeiten. In der DDR wurde gerade echten Systemkritkern innerhalb der Kirche gern ein Visum erteilt, man war die Leute erst einmal los und manche kamen ja auch tatsächlich nicht wieder …
Samstag, 6. Januar 2007 12:42
adlimina: Diener Gottes Karol Wojtyla
Dass es keine „Verpflichtungen“ gab, hat das Attentat wohl doch unüberbietbar belegt. Der Widerstand gegen die Amtsführung des Krakauer Erzbischofs (Nowa Huta!) ist nicht gerade ein Hinweis darauf, daß es einem da besonders leicht gemacht worden ist, katholischer Bischof zu sein. Es ist schäbig, diese beiden Personen und Dimensionen zu vergleichen und dadurch beschädigen zu wollen.
Samstag, 6. Januar 2007 12:32
Gotthard: Skandal
Wer Informant des Geheimdienstes war, kann unmöglich Erzbischof von Warschau sein …
nach dem Eingeständnis kann jetzt nur der sofortige RÜcktritt erfolgen…

alles andere wäre ein Skandal!
Samstag, 6. Januar 2007 11:47
möchtegern-kathole: @Gatte der Evelin
eine interessante Überlegung stellen Sie da an, allerdings hatte auch der Kommunismus „weichere“ Phasen, in denen trotz Mord&Totschlag die ausreise leicht war … z.B. vor dem Mauerbau. Die Sache wäre es aber wert, etwas beleuchtet zu werden.
Samstag, 6. Januar 2007 11:33
Evelin: Und wo ist die Verpflichtungserklärung für Karol Wojtyla alias JoPaII?
Zitat aus dem Artikel: Sicher ist nur, daß Mons. Wielgus im Jahr 1973 für den kommunistischen Geheimdienst eine Verpflichtungserklärung unterschrieb, um einen Reisepaß für ein Studium in München zu erhalten.

Mit Nachdruck ist darauf hinzuweisen, dass die Geschichte 1973 spielt – 25 Jahre, nachdem Karol Wojtyla zum Studium in Rom weilte und ohne Schwierigkeiten von Polen ausreisen und wieder zurückkehren konnte. 1973 ist außerdem 20 Jahre nach Stalins Tod, in welcher die kommunistische Verwaltung in vergleichsweise geordneteren Bahnen verlief als zu Stalins Zeiten, zu denen in Polen überdies Bürgerkrieg herrschte (im Südosten gegen aufständische Ukrainer).

Zur Zeit, als Karol Wojtyla gemütlich in Rom studierte, wurden hunderttausende Volksdeutsche in Preußen, Pommern, Ost-Brandenburg und Schlesien umgebracht und Millionen vertrieben.

Und da glaubt irgendjemand, dass Karol Wojtyla am Höhepunkt von Stalins Macht ohne Verpflichtungserklärung wie Bischof Wielgus (25 Jahre später!) in Rom studieren und auch wieder nach Polen zurückkehren konnte? Nur Illusionisten und „Santo-subito-Ideologen“ können das glauben.

Der Gatte der Evelin
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net