09:04:01 | Samstag, 6. Januar 2007
In Polen gibt es Anstrengungen, die Opfer der kommunistischen Kirchenverfolgung als Täter hinzustellen. Das jüngste Beispiel: der neue Erzbischof von Warschau.

Links: Mons. Stanislaw Wielgus
Rechts: In polnischen Medien veröffentlichte Verpflichtungserklärung
des Erzbischofs gegenüber dem kommunistischen Geheimdienst
(kreuz.net) Trotz massiver Vorwürfe an seine Adresse hat Mons. Stanislaw Wielgus (67) am Freitag sein
Amt als Erzbischof von Warschau übernommen.
Mons. Wielgus wurde im Juni 1962 für die Diözese Lublin
zum Priester geweiht. Er war viele Jahre Philosophieprofessor an der Katholischen Universität Lublin.
Von 1989 bis 1998 amtete er als deren Rektor.
Im Mai 1999 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof
der zentralpolnischen Stadt Plock – ausgesprochen: Puótsk.
Polnische Medien behaupteten vor Weihnachten,
über Dokumente zu verfügen, aus denen eine „bewußte Geheimdienstarbeit“ von Mons. Wielgus hervorgehe.
Sicher ist nur, daß Mons. Wielgus im Jahr 1973 für den kommunistischen Geheimdienst eine Verpflichtungserklärung
unterschrieb, um einen Reisepaß für ein Studium in München zu erhalten.
Mons. Wielgus wies Vorwürfe
zurück, Mitbrüder ausspioniert zu haben. In seiner Geheimdienstakte gebe es viele Falschinformationen.
Er hat sich allerdings selber in eine unangenehme Lage gebracht, nachdem er Kontakte mit der kommunistischen
Geheimpolizei zunächst abgestritten hat.
Der Sprecher der Polnischen Bischofskonferenz, Hw. Jozef Kloch,
erklärte, daß es in den Akten der Geheimpolizei keine Beweise, sondern nur Darstellungen von kommunistischen
Agenten gebe, die von einer konkreten Zusammenarbeit reden.
Die staatliche historische Kommission des
polnischen Ombudsmans Janusz Kochanowski stellte in einer Erklärung fest, daß die Dokumente „keinen
Zweifel“ zulassen, daß Erzbischof Wielgus ein „Informant des Geheimdienstes“ war.
„Aber die Dokumente
sagen nicht aus, was diese Person wirklich gemacht hat. Es gibt Anweisungen und Befehle aber keine Berichte
über die Ausführung“ – erklärte Andrzej Paczkowski, ein Mitglied der Kommission.
Der ehemalige kirchliche
Vorgesetzte von Mons. Wielgus – der emeritierte Erzbischof Boleslaw Pylak von Lublin (85) – bezeichnete
Mons. Wielgus in einem Fernsehinterview als „Mensch aus Glas“.
Für die Unschuld von Mons. Wielgus verwette
er seinen Kopf.
Der ehemalige Rektor der Katholischen Universität Lublin, Hw. Andrzej Szostek, stellte
fest, daß Mons. Wielgus den kommunistischen Schergen nur berichtet habe, was ohnehin allgemein bekannt
gewesen sei.
Die liturgische Amtseinführung des neuen Erzbischofs findet am Sonntag in der Kathedrale
in Warschau statt.
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#19
wickerl 15:42:40 | Montag, 8. Januar 2007
#18
waldemar hammel 01:36:33 | Montag, 8. Januar 2007
#17
Sr. Maria Andrea † 19:45:21 | Sonntag, 7. Januar 2007
#16
Gotthard 13:52:29 | Sonntag, 7. Januar 2007
#15
Gunsenum 11:34:39 | Sonntag, 7. Januar 2007
#14
wickerl 11:06:13 | Sonntag, 7. Januar 2007
#13
Fidei Defensor 00:57:48 | Sonntag, 7. Januar 2007
#12
adoro te devote 23:52:29 | Samstag, 6. Januar 2007
#11
Konrad 23:37:41 | Samstag, 6. Januar 2007
#10
Uwe Schmidt 22:02:43 | Samstag, 6. Januar 2007
#9
Gotthard 20:16:54 | Samstag, 6. Januar 2007
#8
Athanasius 16:50:35 | Samstag, 6. Januar 2007
#7
Fidei Defensor 16:41:48 | Samstag, 6. Januar 2007
#6
kaszub 13:16:12 | Samstag, 6. Januar 2007
#5
Artois † 12:46:54 | Samstag, 6. Januar 2007
#4
adlimina 12:42:05 | Samstag, 6. Januar 2007
#3
Gotthard 12:32:56 | Samstag, 6. Januar 2007
#2
möchtegern-kathole 11:47:31 | Samstag, 6. Januar 2007
#1
Evelin 11:33:25 | Samstag, 6. Januar 2007