10:00:40 | Sonntag, 7. Januar 2007
„Die Kinder, die gar nicht geboren werden, und diejenigen, die ohne Taufe sterben, werden gerettet und sofort in die Schar der Seligen im Himmel aufgenommen“ – erklärte der päpstliche Hofprediger.

Titelbild auf der
Homepage des päpstlichen Hofpredigers
(kreuz.net, Vatikan) Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa, der päpstliche Hofprediger, verfaßte zum heutigen
Fest der Taufe des Herrn einen Kommentar über die Heilsnotwendigkeit der Taufe.
Die römische Nachrichtenagentur
‘Zenit’ veröffentlichte gestern eine deutsche Übersetzung des Textes.
Im Vorjahr hatte der päpstliche
Hofprediger eine fast
wortidente Predigt gegen die Lehre des Limbus gehalten.
Der Kapuziner erklärt,
daß die Taufe
Papst Innozenz I. († 417)
…daß die kleinen Kinder auch ohne die Gnade der Taufe mit dem
Lohn des ewigen Lebens beschenkt werden könnten, ist ganz töricht. […] Dann müssen sie auch offen
sagen, daß die heiligen Fluten der Wiedergeburt nichts nützen.
das „Eingangstor zum ewigen Heil“ sei.
Jesus selber lehre es im Evangelium: „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht
glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,16).
Heute sage
niemand, daß man aufgrund der „einfachen Tatsache“,
nicht getauft zu sein, verdammt wäre und in die Hölle kommen würde – behauptet Pater Cantalamessa:
„Die Kinder, die ungetauft sterben, können
Papst Innozenz III. († 1216)
Alle kleinen Kinder gehen zugrunde,
von denen täglich eine solche große Mensge stirbt, ohne daß der barmherzige Gott, der will, daß niemand
zugrunde gehe, auch für sie irgendein Mittel zum Heil besorgt hat.
genauso gerettet werden wie jene Menschen,
die ohne eigene Schuld außerhalb der Gemeinschaft der Kirche leben.“
Letztere würden nur gerettet,
wenn sie nach dem Diktat ihres Gewissens gelebt hätten – betont der Kapuziner.
Er fordert, die Idee
des Limbus als Welt des für immer Unvollendeten, ohne Freude und ohne Leid, zu vergessen.
Diese Lehre,
die zwar Jahrhunderte hindurch üblich gewesen ist und von Dante in der ‘Göttlichen Komödie’ beschrieben
wurde, sei von der Kirche nie offiziell bestätigt worden.
Es handle sich um eine
Konzil von Florenz
(1439-1445):
Die Seelen derer, die in einer aktuellen Todsünde oder allein in der Erbsünde verscheiden,
steigen alsbald in die Hölle hinab, werden jedoch mit ungleichen Strafen bestraft.
theologische Hypothese.
Sie sei provisorisch gewesen und habe auf eine zufriedenstellendere Lösung gewartet. Dank eines besseren
Verständnisses des Wortes Gottes habe sie überwunden werden können.
„Die Kinder, die gar nicht geboren
werden, und diejenigen, die ohne Taufe sterben, werden gerettet und sofort in die Schar der Seligen im
Himmel aufgenommen.“
Ihr Schicksal unterscheide sich nicht von jenem der Unschuldigen Kinder, die für
das Christuskind in Bethlehem den Märtyrertod erlittenen haben.
Als Begründung nennt Pater Cantalamessa,
Papst Pius VI. († 1799):
Die Lehre, die jenen Ort in der Unterwelt – den die Gläubigen als „Limbus der
Kinder“ bezeichnen und in dem die Seelen der nur mit der Erbsünde gestorbenen mit der Strafe der Verdammung
und ohne die Feuerstrafe bestraft werden – als pelagianisches Märchen verwirft ist falsch, leichtfertig
und gegenüber den katholischen Schulen ungerecht.
daß Gott die Liebe sei und den Wunsch habe, daß alle
gerettet werden. Christus sei für alle gestorben.
Die Wassertaufe sei das „normale“, aber nicht das
exklusive Heilsmittel.
„Wir brauchen uns also um diejenigen, die ohne eigene Schuld ungetauft sterben,
keine Sorgen machen.“
Gleichzeitig verkündet der Kapuziner ohne Begründung, daß „wir alles daran setzen
müssen, daß das nicht geschieht“.
Anders verhalte es sich im Fall desjenigen, der Jesus Christus und
sein Wort kennt, es aber aus Trägheit oder Gleichgültigkeit vernachlässigt, die Taufe zu empfangen.
In diesem Fall behalte das Wort Jesu, sein
Papst Pius X. († 1914):
Man soll größte Eile haben, die kleinen
Kinder taufen zu lassen, weil sie bei ihrem zarten Alter vielen Todesgefahren ausgesetzt sind und ohne
die Taufe nicht gerettet werden können.
volles Gewicht: Nur wer „glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet“.
Pater Cantalamessa ist seinen Eltern dankbar, daß sie ihn in den ersten Tagen seines Lebens taufen ließen:
„Es ist nicht dasselbe, seine Kindheit und Jugend mit oder ohne der heilig machenden Gnade zu durchleben.“
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