Mons. Wielgus
Die kürzeste Amtszeit der Welt
Der neue Erzbischof von Warschau war nur zwei Tage im Amt. Noch vor der feierlichen Amtseinführung beschlossen Papst und Bischof, vor den Medien in die Knie zu gehen.
Mons. Stanislaw Wielgus
Mons. Stanislaw Wielgus
(kreuz.net, Warschau) Papst Benedikt XVI. nahm heute den Rücktritt des Warschauer Erzbischofs, Mons. Stansislaw Wielgus (67), an. Das teilte die Nuntiatur in Warschau mit.

Der Erzbischof hatte sein Amt erst am Freitag angetreten.

Der Rücktritt wurde nur eine halbe Stunde vor der für 11.00 Uhr geplanten Amtseinführung des Erzbischofs bekannt.

Statt der Amtseinführung wurde eine Messe als Dank für die langjährigen Dienste des emeritierten Erzbischofs von Warschau, Josef Kardinal Glemp (77), gelesen.

Bis „neue Entscheidungen“ getroffen seien bleibt die Erzdiözese in den Händen von Kardinal Glemp.

Die Nuntiatur gab bekannt, daß Mons. Wielgus mit Verweis auf Canon 401 des Kirchenrechts zurückgetreten sei:

„Ein Diözesanbischof, der wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr recht in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen, ist nachdrücklich gebeten, den Amtsverzicht anzubieten.“

Mons. Wielgus war in die mediale Kritik geraten, weil er während der kommunistischen Ära mit der kommunistischen Geheimpolizei zusammengearbeitet hat.

Der Erzbischof entschuldigte sich am vergangenen Freitag öffentlich für seine Kontakte zum kommunistischen Geheimdienst. Gleichzeitig wies er Vorwürfe zurück, Mitbrüder ausspioniert zu haben. In seiner Geheimdienstakte gebe es viele Falschinformationen.

Die polnische Bischofskonferenz wird noch heute zusammentreffen.

In der vergangenen Nacht soll der Heilige Stuhl mit dem polnischen Staat über Erzbischof Wielgus Gespräche geführt haben. Das behauptete das polnische Fernsehen unter Berufung auf „gut unterrichtete Quellen“.

Einige hundert Gläubige versammelten vor der Kathedrale von Warschau, um für die Zukunft der Kirche in Polen zu beten.

Gegendemonstranten hielten ein Transparent hoch: „Non possumus.“

Mit dem Zitat bedeutete der frühere Erzbischof von Warschau, Stefan Kardinal Wyszynski († 1981), den kommunistischen Machthabern im Jahr 1953, sich nicht in kirchliche Ernennungen einzumischen.
      
34 Lesermeinungen
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#35   Artois †   11:36:05 | Samstag, 13. Januar 2007
@Nachttischlampe
Zu den in Psalm 58 genannten müssen Sie ja dann wohl nolens volens gehören …
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#34   nightlight20022001   15:55:30 | Dienstag, 9. Januar 2007
Es wäre kein Grund für einen Rücktritt gewesen!
Jeder Mensch begeht Fehler,nur sollte die Katholische Kirche allgemein lernen,sich nicht mehr in die Politik der Welt einmischen.Das ist nicht ihre Aufgabe sondern das Wort bewahren.„Alle die ohne Gesetz „Erkenntnis Gottes“ sündigen,werden auch ohne Gesetz „Erkenntnis Gottes“ verloren gehen.Wenige werden den schmalen Weg finden.Die Abelskinder müssen sich nicht um die Kainskinder kümmern.Wer Christi Geist nicht hat,ist nicht sein.Psalm 58:Ein Gottloser ist abtrünnig vom Mutterschoß an und die Lügner gehen in die Irre vom Mutterleib an.
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#33   thaumaturgos   09:24:21 | Montag, 8. Januar 2007
@fidei …
wenn sie sich schon so hochtrabend titulieren, dann schauen sie erst mal nach den fakten: zum primas wird niemand geweiht, allerhöchstens gewählt oder vom papst zum bischof der mit dieser würde vgerbundenen diözese ernannt … aber, hier postet auch der, der ignorant ist …
eine ordinatio gibts nur für einen diakon, den priester und den bischof … auch zum papst wird niemand geweiht, sondern gewählt. der primas germaniae wird bspw. nach wie vor gewählt und vom hl. stuhl bestätigt …
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#32   Josefus   09:13:27 | Montag, 8. Januar 2007
Fall Waldheim nicht vergleichbar
Der von athanasius 1957 angestellte Vergleich der Hetzjagd gegen den österr. Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim scheint mir hier fehl am Platze, da damals bewusst falsche Informationen in Umlauf gesetzt wurden, belastende Akten vom Mossad gefälscht und unter Akten eingeschleust wurden.
Im Falle des Bischofes ist es klar, dass er tatsächlich mit dem kommunistischen Geheimdienst kooperiert hat und dies zugegeben hat, dies aber sehr spät, erst am Tage der Bischofsernennung. Er hatte die Tatsachen vorher falsch dargestellt wie er zugeben muss. Leider tut er dies aber erst und offensichtlich nur auf Grund des Drucks durch die Schlüsse der 2 Kommissionen (staatl. + kirchl.)
Deswegen scheint die Reue nicht so überzeugend.
Ich glaube nicht, dass Papst Benedikt ihn aus opportunistischen Gründen fallen ließ, es wäre in seinem eigenen Interesse gewesen ihn halten zu können. Das heißt, er hat auch gegenüber dem Papst vieles verheimlicht.
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#31   Fidei Defensor   00:20:32 | Montag, 8. Januar 2007
Der Hl. Geist hat die Gebete der polnischen GLäubigen
Der Hl. Geist hat die Gebete der polnischen GLäubigen
erhört. Gut dass dieser willige Vollstrecker der atheististen, kommunistischen Machthaber nicht zum Primas Poloniae geweiht wurde. Gleichzeitig ein Skandal, das in der nachkonziliaren Kirche ein Mensch wie Wielgus so hoch in der Hierarchie rutschen konnte. Die Strafe der Exkommunikation sollte Ihn treffen und alle anderen, die für die atheistischen Machthaber gearbeitet haben.
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#30   Robert Ketelhohn   23:36:50 | Sonntag, 7. Januar 2007
Saubermänner, Hexenjäger
Wieder mal eine erfolgreiche Hexenjagd. – Was Erzbischof Stanislaw am Ende aufgeben ließ, war – mehr noch als die Medienkampagne –, daß ein erheblicher Teil des polnischen Episkopats ihm in den Rücken gefallen ist. Auch Kurienpolen aus der Wojtyla-Zeit.
Ich bedaure die Entscheidung von Msgr. Wielgus sehr, um seiner selbst willen, aber auch, weil sie einmal mehr den Sieg widerlichster Heuchelei und verlogensten Saubermanntums darstellt.
Schande über das Kaczyński-Régime.
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#29   Graf von Galen   23:29:02 | Sonntag, 7. Januar 2007
Für ein freies und heiliges Polen
Herzlichen Dank an den Bischof für den Rücktritt.
Ich wünschte Bischof Algermissen und ein paar andere
wären auch so weise.
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#28   landorganist   21:43:53 | Sonntag, 7. Januar 2007
Hey, hey,
ihr Tradis vor dem Herrn. Bevor ihr Euch anschickt, den Bischof zu verteidigen, darf ich Euch daran erinnern, dass es sich doch nur um einen „V-2-Bischof“ handelt, um mal Euren Diktus zu benutzen. Also, lieber mit eindreschen, so wie bei Algermissen, Ihr habt doch Übung!!
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#27   HeinrichvonOfterdingen   20:39:57 | Sonntag, 7. Januar 2007
Sr. Maria …, auf was beziehen Sie sich,
darf ich um eine Präzisierung bitten.
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#26   Sr. Maria Andrea †   20:34:29 | Sonntag, 7. Januar 2007
Herr Heinrich von…
Gestatten Sie eine Frage: Von wo haben Sie Ihre Informationen? Direkt aus den Akten? Haben Sie diese gelesen? Sie nehmen Bezug auf diese Akten. Oder haben Sie Ihre Informationen aus der Presse , aus der polnischen, aus der deutschen Presse?
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#25   adoro te devote   20:32:36 | Sonntag, 7. Januar 2007
@Schwester
Sofern Sie aus Deutschland kommen, dürften Sie ja das Thema Stasi-Unterlagen, Vergangenheitsbewältigung etc. kennen. Nach dem 3. Reich hat das ja auch fast zwei Jahrzehnte gedauert, bis das begann.
In Polen, das entgegen landläufiger Meinung einen politisch sehr sanften Übergang vom Kommunismus zur Demokratie hatte, der am Runden Tisch Stück für Stück ausgekartelt wurde, war das Thema lange Jahre nicht auf der Tagesordnung. Insbesondere auch deswegen, weil sich die alte kommunistische Partei schnellstens sozialdemokratisiert hatte und auch mehrmals die Macht inne hatte, so zuletzt auch 2001 bis 2005. Erst mit dem Amtsantritt der Kaczynski-Zwillinge war das Thema auf dem Tisch. Zudem hat JP II solange er noch lebte, alle Risse und Ärgernisse in der poln. Kirche gedeckelt. Unter ihm wäre das Thema auch nicht hochgekocht.
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#24   HeinrichvonOfterdingen   20:28:59 | Sonntag, 7. Januar 2007
Die Vorwürfe gab es wohl damals nicht,
weil sie niemand erhob. So ist das wenn man Dreck am Stecken hat: Irgendeiner weiß es und man ist von dessen Gnade abhängig. Der Grund für den Rücktritt dürften aber nur zum Teil seine „Belastungen“ sein. Seine mutmaßlichen Lügen der letzten Tage wiegen da schwerer. So etwas kann die Gesundheit schon angreifen! Auch originell seine Darstellung: In seiner Geheimdienstakte gebe es viele Falschinformationen. Sind die nachträglich hineingekommen, oder hat damals schon jemand vorgebaut für die Zeit nach dem Kommunismus? Die Geheimdienstakten sind ja bekanntlich ein ziemlich zweischneidiges Schwert. Einerseits haben Geheimdienste natürlich alles und jedes gesammelt, andererseits haben vielen mit ihren Erfolgen auch intern gelogen, exklusive Quellen haben das so ansich, dass sie nicht überprüfbar sind. Was final offen bleibt im Augenblick, das ist das cui bono. Zwar würde ich es so einschätzen, dass es um den feinen Herrn nicht allzuschade ist, aber wer ihn abserviert hat, das wäre schon interessant.
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#23   athanasius1957   20:27:57 | Sonntag, 7. Januar 2007
warschau wien
mich erinnert diese hetzjagd an jene gegen unseren Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim.
Der war sogar Generalsekretär der UNO. Dann erdreistete er sich, sich zum Präsidentschaftskandidaten aufstellen zu lassen. Und plötzlich wurden jedoch „fakten“ hervorgekramt, die später von der historikerkommission zerpflückt wurde. Ach ja und nebstbei kam er als persona non grata auf die Watchlist der Vereinigten Staaten.
Das gleiche Spielchen wurde 1999/2000 bei der Wende auf Schwarz/Blau gespielt. Plötzlich wurde Österreich boykotiert und keiner wußte warum. Gabs nicht ein wenig später in einem anderen EU-Staat eine ähnliche Konstellation und keiner der Berufsaufreger regte sich?
Und was unpolitisches: Weinskandal 1986
in Deutschland und Italien flogen Weinpanschereien auf. In Österreich wurde Glykol im Wein gefunden und schon schrien alle „Haltet den Dieb“. Nebstbei der Weinskandal war das beste, was Österreich als Weinland passieren konnte.
Und hier in Warschau wird der Heilige Geist auch zurückkommen, auch wenn wirs oft nicht erwarten können.
o^/
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#22   Sr. Maria Andrea †   20:10:22 | Sonntag, 7. Januar 2007
Weiss jemand Antwort?
Der zurückgetretene Bischof von Warschau ist seit 1999 Bischof, Bischof von P.
Auch hier die Frage: Warum gab es damals die belastenden Vorwürfe nicht – warum gibt es sie erst heute?
Weiss jemand darauf eine Antwort? Ob Bischof von P. oder Erzbischof von W., wenn die Vorwürfe stimmen, dann hätte er schon 1999 nicht Bischof werden sollen. oder?
Also, wo waren die Belastungen 1999 und warum sind sie erst 2006/2007 aufgetaucht?
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#21   wickerl   17:55:26 | Sonntag, 7. Januar 2007
gezielte Diskreditierung
@ Lota
Ich glaube hier ging es um eine gezielte Diskreditierung eines Bischofs der sich in den letzten Jahren als konservativ ausgab, zuerst ernennen dann abschießen, leider werden nur so Leute wie Algermissen, Schwarz mit Sex CD , usw. ernannt.
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#20   HeinrichvonOfterdingen   16:53:47 | Sonntag, 7. Januar 2007
Lieber Artois:
„SB“ (Sluzba Bezpieczenstwa – Sicherheistdienst)
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#19   Artois †   16:02:41 | Sonntag, 7. Januar 2007
@Sulpitzuius
Er hat schon LANGE bevor er ans nach „München“ gehen denken konnte, mit der pln. Stasi (wie hieß die eigentlich?) zusammengearbeitet.
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#18   Sulpicius   15:52:07 | Sonntag, 7. Januar 2007
Na ja,…
… Karrieregeilheit gibt’s hüben wie drüben. Weil er in München studieren wollte… Ist ja süß! Ich dachte, es ging um Leben und Tod!… Kann so ein Mann überhaupt noch Seelsorger sein?
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#17   Josefus   15:18:49 | Sonntag, 7. Januar 2007
Wenn 15% kolaboriert haben,
… sollten also 85 % dem Druck oder der Versuchung standgehalten haben. Ist es so schwer aus diesen 85 % einen geeigneten Mann zu finden? Das Problem ist sicher auch, dass Verbindungen zum Geheimdienst die Karierre gefördert haben. Man muss aber auch sagen, dass von den Kommunisten bewusst Leute in die Kirche hineingeschmuggelt wurden, um die Kirche von innen beobachten und zerstören zu können.
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#16   Lota   14:29:56 | Sonntag, 7. Januar 2007
Nach unten treten, nach oben buckeln.
wenn alle auf den Erzbischof einschlagen, kann man auch als sogenannter Konservativer noch eins draufschlagen. Aber gegen aktuelle Sünden von Bischöfen traut man sich nicht den Mund aufzumachen.
Wer hätte der Verfolgung standgehalten: Schönborn? Lehmann? Küng? Schwarz? Algermissen? … und wie sie alle heißen.
Alte Sünden ausgraben und – weil die Medien schreien – fest auf den sich entschuldigenden draufschlagen.
Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugeteilt werden. Wer wirft den nächsten Stein?
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#15   Gotthard   14:11:53 | Sonntag, 7. Januar 2007
Kardianl Glemp
„Fünfzehn Prozent unserer Priester haben mit den Kommunisten gemeinsame Sache gemacht“, schätzt der scheidende Primas von Polen, Józef Glemp. „Das heißt aber nicht, dass sie an das System geglaubt haben. Das Regime hat die Menschen massiv eingeschüchtert.“
Die meisten Priester wurden erpresst. Üblicherweise ging es um „korek, worek i rosporek“ (Korken, Geldsack und Hosenschlitz). Das heißt, die Priester haben sich mit Alkoholproblemen, Diebstählen und sexuellen Verfehlungen angreifbar gemacht.
Die Spitzel-Fälle betreffen möglicherweise auch den hohen Klerus. So wartet der Primas von Polen, Glemp, immer noch auf seinen Nachfolger. Es wird kolportiert, dass mehr als ein möglicher Kandidat mit Hinweis auf Verbindungen zum kommunistischen Geheimdienst abgelehnt wurde.
Tagesschau www.tagesschau.de/…5,OID6064790,00.html
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#14   Reflektor   14:09:36 | Sonntag, 7. Januar 2007
Mons.Stanislaw Wielgus hat halt das Pech gehabt,…
…dass er erwischt wurde. Die Zukunft wird uns noch des öfteren Beweisen, dass die katholische Kirche nicht frei von Sünde ist.
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#13   Sulpicius   13:48:48 | Sonntag, 7. Januar 2007
Man merkt wieder einmal:
Ratze hat den vollen Durchblick und alles fest im Griff! Peinlich…
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#12   adoro te devote   13:47:16 | Sonntag, 7. Januar 2007
naja,
Radio Maryja als katholische Stimme zu beschreiben, scheint mir ein wenig verwegen. Es stellt wohl eher eine Art action francaise für den ostpolnischen Kartoffelacker dar. Seine, für eine religiöse Institution auffallend starke Beschäftigung mit mit politischen Themen, äußert sich im wesentlichen in einem plumpen Antiamerikanismus/Antisemitismus, der sich vor allem in der Nahostpolitik entläd. Das war im übrigen auch der Grund der Distanz des poln. Episkopates, das R.M. teilweise doch bis dato sehr wohlgesonnen war. Garniert wird das Programm des Senders ansonsten mit dem üblichen Aufguns „Antiniemizismus“ der Zwischenkriegszeit und der kommunistischen Ära. Dies scheint aber weniger stark zu stören. Liturgisch ist das ganze eher flach. Für den Augenschein sei Fernsehvariante „TV Trwam“ empfohlen, die man hierzulande über Satelit anschauen kann.
Was die PiS angeht, lässt sich eine Katholizität schwer einschätzen, da diese sich optimalerweise im konkreten Handeln äußern sollte. Derartiges passiert der poln. Regierung derzeit aber eher selten.
Inwieweit B16 auf die konkrete Benennung des poln. Primas Einfluss nehmen kann, lässt sich schwer einschätzen. Ich glaub nicht, dass der Papst die juristische oder zumindest die faktische Möglichkeit hat, den Polen ihren Primas nach freiem Gusto vor die Nase zu setzen; auf den hohen Anteil an Polen in der Kurie ist zu verweisen und die Möglichkeit, dass die absehbare Nachfolge von Glemp schon unter dem letzten Pontifikat entschieden wurde
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#11   ottaviani   13:45:09 | Sonntag, 7. Januar 2007
spätfolge der vatikanischen ostpolitik
das ist das ganze eminenz cassarolli und Papst Paul VI haben ja gezeigt wie man mit den Roten paktiert
@turk Ja ein Oportunist wie sie kennt sich natürlich mit den medien aus und ist ihnen zu dank verpflichtet…-
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#10   turk   13:08:38 | Sonntag, 7. Januar 2007
Dümmliche Formulierung, richtig wäre: Dank an die Medien
Grotesk ist die Formulierung des obigen Artikels in seiner Einführung: „Noch vor der feierlichen Amtseinführung beschlossen Papst und Bischof, vor den Medien in die Knie zu gehen.“ Erstens ist es eine reine Vermutung, und zweitens ist es völliger Unsinn, zu schreiben, daß hier „in die Knie zu gehen“. In Wirklichkeit haben die Medien unterschiedlicher (kirchen)politischer Prägung mitgeholfen, eine schwer belastete Amtszeit laufen zu lassen. Ein katholischer Diözesanbischof muß im Volk Gottes von Anbeginn in seinen Tugenden anerkannt sein. Wenn es um Wahrheit und Lüge geht, wenn es um eigene Geschichte geht, kann die Kirche keine Kompromisse eingehen, ohne ihrer Glaubwürdigkeit massiv zu schaden.
Wenn kreuz.net medialen Druck erzeugen möchte, was anonym sehr schwer möglich ist, dann ist die eigentümlich vorwurfsvoll klingende Formulierung, daß da jemand vor den Medien in die Knie gegangen sie, völlig absurd und dümmlich.
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#9   MK28   13:08:24 | Sonntag, 7. Januar 2007
@ Heinrich: Ach so!
Da haben Sie natürlich recht, HvO! Wobei die Presse den Erfolg jetzt verdoppelt: Der Skandal wird die Bruderschaft stärken, weil die Polen merken, daß mit der V2-infizierten Kirche einiges nicht stimmt, und Warschau bleibt dieser Erzbischof erspart.
Es ist wirklich unsäglich: Im Polen gibt es mit Radio Marya eine katholische Stimme im Medienrauschen und mit der PiS eine – trotz aller Mängel – katholische Regierungspartei. Und die Bischöfe stehen dagegen – V2-live.
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#8   HeinrichvonOfterdingen   12:40:53 | Sonntag, 7. Januar 2007
Ach MK28,
B16 meints doch nur gut mit Polen. Die Priesterbruderschaft Pius X hat sehr viel Zulauf in Polen. Auch Dank solcher Entscheidungen.
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#7   MK28   12:32:30 | Sonntag, 7. Januar 2007
Ist doch gut, daß „eingeknickt“ wurde
Oder wer will hier ernsthaft einen liberalen Erzbischof, der zudem wegen seiner Spitzelvergangenheit erpressbar ist? Es ist kein Zeichen von Stärke, einen Bischof gegen Sinn und Verstand zu halten, nur weil man der Presse mißtraut. Im gegenteil, hier hat die Presse doch gut gehandelt, als sie rechtzeitig – und nicht erst nach Amtseinführung – das Problem offenbart hat.
Was ich schwerwiegender finde ist, daß B16 ausgerechnet einen Liberalen wie Wilgus ernannt hat. Damit setzt er eine unselige Personalpolitik fort, der konservativen Basis liberale Bischöfe zu verpassen, was über kurz oder lang den polnischen Katholizismus gefährden kann. Hoffen wir also, daß nun statt W. ein harter Konservativer ernannt wird.
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#6   stimme aus dem lutherland   12:28:34 | Sonntag, 7. Januar 2007
noch nicht zu spät
viele aufrichtige christen, oft ganz kleine leute, in allen sozialitischen staaten haben für sich, ihre kinder und familien kleine große und sehr große nachteile in kauf nehmen müssen wodurch sie auch glaubwürdige zeugen ihres glaubens geworden sind…
eine verpflichtung zur zusammenarbeit mit dem geheimdienst ist schon ein starkes stück, egal was dann wirklich berichtet wurde…damit machte sich der junge priester schon frühzeitig abhängig von den kommunitischen machthabern…
war es eine reise nach münchen wert ? millionen andere konnten auch nicht reisen…
ich finde es zwar peinlich das weder der bischof selber , noch der vatikan noch die polnischen bischöfe früher erkannt haben wo der hase hinläuft…
aber besser demütig sein und jetzt die notbremse ziehen
als jahrelang belastet und unglaubwürdig die polnische kirche ins abseits zu führen…
letztlich kann so eine blamage auch zur aufarbeitung der vergangenheit führen… wenn wir christen unseren glauben ernst nehmen wird auch versöhnung, vergbeung und ein neuer anfang möglich…
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#5   adoro te devote   12:21:49 | Sonntag, 7. Januar 2007
@Katharina
danke für die Zustimmung, ich bitte aber darum meinen Beitrag als ganzes zu lesen, denn nur so ist er zu verstehen. Essentia meines Beitrages ist, dass Msgr. Wielgus aufgrund seines Schlingerkurses gegenüber den Behörden eines gottlosen kommunistischen Staates nicht geeignet für das Amt des Primas ist, da sich die Kirche in Polen einen Schlingerkurs gegenüber den gottlosen säkularen Ideen, die mittlerweile auch dort das Land überschwappen, nicht leisten kann. Vielmehr muss er das gute das in Polen noch existiert (viele Berufungen, solide Beicht- und Messbesuchpraxis, nahezu keine Handkommunion) bewahren und stärken und das Gute das neu wächst (viele altrituelle Gemeinden, sowohl Indult als auch FSSPX) stärken. Insgesamt ist Polen wohl ein Land, indem die vom Hl. Vater angestrebte Reform der Reform wohl am ehesten umzusetzen ist.
Einen laschen Kurs mit einem schwachen Primas kann man sich daher nicht leisten.
Ich weiß nicht, ob Sie mir da in Gänze zustimmen wollen ^-^ ?
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#4   Katharina L. †   12:08:21 | Sonntag, 7. Januar 2007
Wer wissen möchte…,
…welcher Beitrag da von mir gelöscht wurde, kann mich gerne anschreiben. Inhaltlich unterstütze ich jedenfalls in diesem Beitrag Herrn oder Frau adoro, wenn er oder sie schreibt:
Ich weiß ja nicht, wie gut die Redaktion die Verhältnisse, welche in der Volksrepublik Polen herrschten, aber eine derart tendenziöse Bewertung der Vorgänge ist reichlich dumm.
und
Also liebe Redaktion, kein Einknicken vor der öffentlichen Meinung sondern ein Akt der Klugheit!
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#3   st.georg   12:04:34 | Sonntag, 7. Januar 2007
…aus einem anderen schwerwiegenden grund…
…tja das kommt davon , wenn eine kirchliche autorität lügt, verschweigt oder sich seine vergangenheit schönfärbt…
ein blamage für benedikt XVI – gekonntes krisenmanagement sieht anders aus…
armes polen ! das ist nur der beginn einer unfassenden diskussion über die rolle der katholischen kirche im kommunismus
um „ 5 vor 11.oo „ die notbremse zu ziehen ist immer noch besser, als einen – auch als priester – so beschädigten bischof im amt zu belassen
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#2   adoro te devote   12:01:49 | Sonntag, 7. Januar 2007
Ich weiß ja nicht,
wie gut die Redaktion die Verhältnisse, welche in der Volksrepublik Polen herrschten, aber eine derart tendenziöse Bewertung der Vorgänge ist reichlich dumm.
Fakt ist, dass eine zwingende Notwendigkeit seine Unterschrift unter eine Verpflichtungserklärung zu setzen für Msgr. Wielgus mit größter Wahrscheinlichkeit nicht bestand. Dass er es doch tat, macht ihn noch nicht zum Kollaborateur, aber es zeigt einen gewissen Opportunismus, bzw. eine Haltung, die auf die Vermeidung auch von kleineren Schwierigkeiten abziehlt. Genau das aber ist eine Einstellung, die der neue Primas von Polen nicht haben darf. Er muss insoweit auch konkliktfreudig sein, um dem Glauben in einem Land, dass immer noch zu den katholischsten Ländern der Welt gehört, offensiv zu vertreten. Andernfalls hat er nämlich der schleichenten Sälularisierung, die leider auch Polen ergriffen hat, nichts entgegenzusetzen.
Im übrigen bezieht die Kirche in Polen bis heute ihre Stärke und moralische Glaubwürdigkeit in weiten Teilen der Bevölkerung aus ihrer heldenhaften Rolle im Kampf gegen den Kommunismus. Mit einer Ernennung von Msgr. Wielgus zum Primas würde man dies ohne Not aufs Spiel setzen.
Also liebe Redaktion, kein Einknicken vor der öffentlichen Meinung sondern ein Akt der Klugheit! :)3
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