Erbsünde und Erlösung? Die spielen keine Rolle
Gott ist im Lehrplan für katholische Religion in Hessen jemand, der modernen gesellschaftlichen Bedürfnissen und Befindlichkeiten entspricht. Von Hubert Hecker.

Benedikt XVI. mahnte an, die Lehrpläne für den Religionsunterricht am Katechismus der Katholischen Kirche auszurichten.
Das Ziel bestehe darin, den Schülern den ganzen Glauben und Lebensvollzug der Kirche zu vermitteln.
In der Vergangenheit sei der Inhalt der Katechese gegenüber den didaktischen Methoden nicht selten in den Hintergrund gedrängt worden.
Diese Einschätzung verharmlost noch den dramatischen Glaubensverfall, der in den schulischen Religions-Lehrplänen festgeschrieben und im Religionsunterricht betrieben wird.
Denn durch neue didaktische Strategien sind die Inhalte der Glaubenslehre völlig verändert worden.
Die Würzburger Synode (1971-1975) verordnete eine strenge Trennung zwischen „Gemeinde-Katechese“ und „schulischem Religionsunterricht“.
Bei der Sakramentenkatechese in der Gemeinde seien der katholische Glaube und die kirchliche Lehre missionarisch zu vermitteln und einzuüben.
Dagegen solle der Religionslehrer seinen Schülern nur Anleitungen zur Reflexion von Texten und Erfahrungen geben.
Diese sogenannte Korrelationsdidaktik will menschliche Erfahrungen mit der biblischen Offenbarung zusammenbringen – eben „korrelieren“.
Das Ergebnis: eine christentümelnde Zeitgeistreligion mit biblischer Färbung.
Von der Offenbarungsreligion, welche die Kirche im Depositum fidei bewahrt und verkündet, blieb wenig übrig.
Das läßt sich am aktuellen Lehrplan Katholische Religion (Gymnasium) für das Land Hessen zeigen.
Der Plan wurde vom Bischof von Limburg, Mons. Franz Kamphaus, sowie von den Bischöfen aus Fulda und Mainz genehmigt.
Schon in der 5. Klasse wird der Anfang der Bibel verdreht.
Den Kindern wird die gefallene Schöpfung vorenthalten. Die Dornen und Disteln des verfluchten Ackerbodens, die Katastrophen und Brüche von Natur und Schöpfung bleiben ausgeblendet.
Sünde und Sündenfall des Menschen verdrängen die Macher des Lehrplans auch im Curriculum der 9. Klasse, wenn es um die Schöpfung geht.
Dahinter steht die Irrlehre, daß der Mensch Gutsein, Heil und Erlösung ohne Gnadenhilfe und aus eigener Kraft erwirken könne.
Man biedert sich der modernen Anthropo-Ideologie von Rousseau an.
Diese verkündet, daß die menschliche Natur keine Schwäche zum Bösen und keine Neigung zur Sünde besitzt – sondern alle menschlichen Anlagen einfach „gut“ seien.
Doch wenn die Abkommen Adams einfach „gut“ sind, ist auch kein zweiter Adam notwendig, der die Erlösung bringt.
In der Unterrichtseinheit „Jesus von Nazareth“ für die 5. Klasse kommen die Begriffe Messias oder Christus nicht vor.
Alle biblischen Aussagen, die Christus als Sohn Gottes bezeugen, werden ausgeblendet.
Vor diesem Arianismus hatte erst kürzlich Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone gewarnt.
Nach dem Hessischen Lehrplan war Jesus allenfalls ein Mensch mit einer „besonders innigen Gottesbeziehung“ – ein Kennzeichen aller Frommen der Kirche.
Die Sorge Jesu um „Arme, Kranke und Ausgegrenzte“ sporne uns für „menschenfreundliche Umgangsformen in der Lerngruppe“ an.
Der Lehrplan macht aus Christus den Prototypen eines Sozialarbeiters – der erste antike Streetworker sozusagen. Das Reich Gottes wird zu einem sozial-integrativen Gesellschaftsprojekt.
Als Ergebnis offenbart sich die Wahrheit, „daß man nicht an der Offenbarung der Erbsünde rühren kann, ohne das Mysterium Christi anzutasten“.
Das erklärt der Katechismus der Katholischen Kirche in Nr. 389.
Auch für die zentralen Lehrstücke „Passion, Kreuzestod und Auferstehung“ ist nur Menschliches und Menschentrost angesagt.
Nach der Interpretation der Lehrplanmacher zeigt der Tod Jesu – Zitat – die „grenzenlose Solidarität Gottes mit den Menschen“.
Unbezeugt bleiben der Erlöser Jesus Christus, der für uns Leib und Blut hingegeben hat, oder das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.
Die Passionsberichte sollen den Hessischen Schülern „Trost und Hoffnung in schwierigen Lebenslagen“ vermitteln.
Die Auferstehung des Fleisches verkauft der Lehrplan als „Auferstehung der Lebenden“.
Diese wird als innerweltlicher Impuls dargestellt, gegen „Ungerechtigkeit, Widerstände und Unzulänglichkeiten“ vorzugehen.
Das seien „auferstehungsähnliche Erfahrungen mitten im Leben“.
Weil die Erbsünde keine Rolle spielt und das Kreuz nicht erlöst, besitzen auch Taufe und Eucharistie keine Heilswirkung.
Taufe und Firmung sollen in der Klasse 7 nur noch als „Symbole“ dargestellt werden.
„Menschliche Erfahrung und Befindlichkeit“ sind das einzige Maß für die Auslegung des Gotteswortes.
Folglich präsentiert der Hessische Lehrplan den Gott Jesu Christi als einen Gott, der menschlich-gesellschaftlichen Befindlichkeiten entspricht.
Der Autor des Artikels ist Fachlehrer für Katholische Religionslehre an einer hessischen Schule.
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Freitag, 19. Januar 2007 17:29
Vogelsberger: Schülerposition
Erst einmal bin ich enttäuscht, dass man sich hier auf eine Diskussion um persönliche Sachen wie Rufnamen
einlässt; das ist nicht standesgemäß.
Ich muss sagen, dass ich wirklich durch alles andere als durch meinen derzeitigen Katholisch-Religionsunterricht.
Was man gelehrt bekommt ist eigentlich, ja wie soll ich’s sagen…NICHTS. Es geht immer um irgendwelche Themen, zum Beispiel: Familie. Man redet drüber , über die Position der Kirche und stellt fest, dass die meisten sie veraltet finden. WARUM die kirchliche Position so ist wie sie ist, vielleicht auch mal in der Bibel lesen – Fehlanzeige.
Und von wegen gläubige Lehrer. Religion als Fach für die Leute, die außer Sport nix können, aber genommen werden wollen, ist Religion nur oft genug nur ein Füllfach.
Als ob es nicht möglich wäre erst einmal von mir aus für die Reformierten darüber zu reden und dann ganz klar die kirchliche position darzustellen, ihre Vorteile darzustellen und ihre Begründung.
Das wäre normal.
Derzeit ist Reli so, als ob wir in mathe über Sinn und Unsinn von Zahlen diskutieren würden.
Ich muss sagen, dass ich wirklich durch alles andere als durch meinen derzeitigen Katholisch-Religionsunterricht.
Was man gelehrt bekommt ist eigentlich, ja wie soll ich’s sagen…NICHTS. Es geht immer um irgendwelche Themen, zum Beispiel: Familie. Man redet drüber , über die Position der Kirche und stellt fest, dass die meisten sie veraltet finden. WARUM die kirchliche Position so ist wie sie ist, vielleicht auch mal in der Bibel lesen – Fehlanzeige.
Und von wegen gläubige Lehrer. Religion als Fach für die Leute, die außer Sport nix können, aber genommen werden wollen, ist Religion nur oft genug nur ein Füllfach.
Als ob es nicht möglich wäre erst einmal von mir aus für die Reformierten darüber zu reden und dann ganz klar die kirchliche position darzustellen, ihre Vorteile darzustellen und ihre Begründung.
Das wäre normal.
Derzeit ist Reli so, als ob wir in mathe über Sinn und Unsinn von Zahlen diskutieren würden.
Dienstag, 16. Januar 2007 22:51
Graf von Galen: Wider VII, @ Rottenburg
Einen solchen Götzendienstunterricht wie in Hessen,
hätte Kardinal Graf von Galen jedenfalls nicht geduldet.
Warum treten Sie eigentlich nicht mit Klarnamen auf,
wo Sie anscheinend sowieso nur das nachplappern,
was der Zeitgeist mal gerade so vorgibt ?
Haben Sie Angst man könnte Sie für das Bundesver-
dienstkreuz vorschlagen ?
hätte Kardinal Graf von Galen jedenfalls nicht geduldet.
Warum treten Sie eigentlich nicht mit Klarnamen auf,
wo Sie anscheinend sowieso nur das nachplappern,
was der Zeitgeist mal gerade so vorgibt ?
Haben Sie Angst man könnte Sie für das Bundesver-
dienstkreuz vorschlagen ?
Dienstag, 16. Januar 2007 13:09
clarissa colonia: Pflicht und Freiheit
Meines Wissens steht der schulische Religionsunterricht nach Hessischem Schulgesetz in der Pflicht, als
ordentliches Lehrfach Wissen zu vermitteln, das auch durch Benotung objetiviert werden kann. Dieses Wissen
umfasst auch die Inhalte des Glaubens einer Religion, die aber unterrichtsimmanent nur gewusst werden
müssen. Davon unberührt ist die Freiheit der Schüler die vermittelten Wissensgegenstände auch zu glauben.
Die Unteschiedlichkeit der Ansätze von Katechese, die zum Glauben hinführen will, und Unterricht, der über den Glauben informieren soll, bedingen differenzierte Methoden der Vermittlung.
Ziel des RelU ist es also, Schüler über die Inhalte des Glaubens zu informieren, nicht aber, diesen Glauben als zu Glaubenden zu verkünden.
uiogD.
Die Unteschiedlichkeit der Ansätze von Katechese, die zum Glauben hinführen will, und Unterricht, der über den Glauben informieren soll, bedingen differenzierte Methoden der Vermittlung.
Ziel des RelU ist es also, Schüler über die Inhalte des Glaubens zu informieren, nicht aber, diesen Glauben als zu Glaubenden zu verkünden.
uiogD.
Dienstag, 16. Januar 2007 01:16
Islam…friedliche…Religion…Haha: Schuld an allem,
ist das 2. Vatikanische Konzil!
Montag, 15. Januar 2007 22:59
Konrad: „Didaktische Methoden“ sind
eben das überhebliche Geschwätz der Modernisten, das Herr Hecker hier auf kreuz.net treffend charakterisierte. Sein Artikel ist ganz hervorragend. Vielen Dank, auch wenn es ein trauriges Ergebnis ist. David Berger hat in seiner Dissertation diese Fehlentwicklung der Religionspädagogik analysiert: Karl Rahner und Hubertus Halbfas sind die Urheber dieser Geistesverwirrung. Man kann nur hoffen, dass der deutsche Papst Benedikt XVI. den Mut findet, die Häresien des deutschen Jesuiten Rahner zu verurteilen. Ein nicht-deutscher Papst wird es nicht mehr wagen, wenn es BXVI nicht gewagt hat. Das ist wichtiger als alle „alten Messen“.
Montag, 15. Januar 2007 22:51
Rottenburg: Gräflein versteck Dich!?
Zum Glück gab es einen voin Galen, der wirkich den Götzen seiner Zeit widersprach!!! Es ist eckelhaft,
wie dieses Gräflein sich benimmt, das Andenken an den Seligen Kardinal von Galen mit Dreck besudelt!
Genau! Denn der Selige hätte sich nie hinter einem Nic-Name einfach versteckt, wie es das Gräflein hier tut!
Genau! Denn der Selige hätte sich nie hinter einem Nic-Name einfach versteckt, wie es das Gräflein hier tut!
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