Mons. Wielgus
Wer lügt?
Der Vatikan wollte mit der Absetzung des Warschauer Erzbischofs den von den Medienkonzernen gezündeten Flächenbrand begrenzen. Doch in Wahrheit weitet sich der Schaden mehr und mehr aus.
Mons. Wielgus in seiner früheren Diözese Plock bei einem Besuch einer Einrichtung der Caritas
Mons. Wielgus in seiner früheren Diözese Plock bei einem Besuch einer Einrichtung der Caritas
(kreuz.net, Warschau) Der gestern zurückgetretene Erzbischof von Warschau, Mons. Stanislaw Wielgus, soll dem Heiligen Vater seine Kontakte zum kommunistischen Geheimdienst verschwiegen haben.

Das behauptete die Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’. Das Blatt beruft sich auf den Präfekten der Päpstlichen Bischofskongregation, Giovanni Battista Kardinal Re:

„Als Mons. Wielgus ernannt wurde, wußten wir überhaupt nichts über seine Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten.“

Vatikanische Stellungnahme vom 21. Dezember

Nach dem Aufkommen der ersten Gerüchte einer Zusammenarbeit des Erzbischofs mit dem kommunistischen Geheimdienst verteidigte der Vatikan Mons. Wielgus am 21. Dezember mit einem unüblichen Dementi.

Der Papst habe Erzbischof Wielgus das Amt „in vollem Bewußtsein“ anvertraut.

Der Heilige Stuhl habe bei der Ernennung von Mons. Wielgus „alle Umstände seines Lebens, auch jene seiner Vergangenheit“ berücksichtigt.

Geständnis von Erzbischof Wielgus

Auch Erzbischof Wielgus selber behauptete in einer Erklärung vom letzten Freitag, dem Heiligen Vater und den entsprechenden vatikanischen Behörden seinen Lebensweg geschildert zu haben – „einschließlich des Teils meiner Vergangenheit, die meine Verstrickung bei den Kontakten mit den damaligen Sicherheitsbehörden betrifft“.

Die Bischofskongregation ist an der Ernennung von Bischöfen maßgeblich beteiligt und damit offensichtlich in den genannten „vatikanischen Behörden“ eingeschlossen.

In dem Geständnis räumte der Erzbischof erstmals eine gewisse Schuld ein. Der Fehler habe jedoch zu keiner Denunziation geführt.

In den letzten Tagen während der hitzigen Medienkampagne habe er der Kirche erneut Unrecht getan, als er die Tatsache der Zusammenarbeit geleugnet habe.

Der Vatikan stärkte den Rücken

Der Vatikan stand auch nach dem Geständnis dicht hinter dem Geschlagenen und berief sich noch am Freitag auf die Stellungnahme vom 21. Dezember: Man habe ihr nichts hinzuzufügen.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Josefus   12:27:10 | Dienstag, 9. Januar 2007
Dem Bischof keinen Gefallen getan
Zitat aus dem Text: „In den letzten Tagen während der hitzigen Medienkampagne habe er der Kirche erneut Unrecht getan, als er die Tatsache der Zusammenarbeit geleugnet habe.“
Damit dürfte eigentlich klar sein, wer gelogen oder zumindest nicht die ganze Wahrheit gesagt hat.
Der Bischof hat sein Amt in die Hände des Papstes gelegt. Da er zurücktrat, war dies wohl der Wunsch und der Wille des hl. Vaters, damit sollte die Sache sich erledigt haben. Man wird sicher in Polen einen geeigneten Mann finden, der nicht mit dem Geheimdienst in welcher Weise auch immer zusammengearbeitet hat, sondern vielleicht von ihm verfolgt wurde.
Wie gesagt der Bischof selbst hat sein Amt in die Hände des Hl. Vaters gelegt, hat sein Schuld eingeräumt, hat die logische Konsequenz gezogen,kreuz.net tut dem Bischof keinen guten Dienst, wenn es weiter in der Weise insistiert.
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#9   möchtegern-kathole   22:00:54 | Montag, 8. Januar 2007
mit dem Taktieren dieser Welt …
… sollte man die Kirche jener Welt nicht traktieren. B16 muss für seine Pläne mehr machen, als diplomatieren. Was machte sein Vorgänger im Amte, Petrus?
Richtig, der ging in die Höhle des Löwen – nämlich zu den heidnischen Kaisern, mitten rein dahin wo die weltliche Macht glaubte zu regieren, von wo die Armeen ausrückten und die Provinzen unter heidnisches Regime zwangen, wo das Blut der Märtyrer in Strömen floß, zu jener Macht, deren Provinzial auch unseren Herrn den Juden auslieferte.
Und was hat er dort gemacht? Die Kirche auf- und dadurch das Römische Heidenreich zu Grunde gerichtet.
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#8   Botschafter   17:36:40 | Montag, 8. Januar 2007
Freimaurer
Wann werden endlich die Freimaurer- Bischöfe hinausgeschmissen? Die fördern doch alles, was nicht katholisch ist.
Nach Jahrzehnten der Maulwurftätigkeit wüssen die Konsequenzen gezogen werden.
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#7   Horst Metzker   17:20:16 | Montag, 8. Januar 2007
Wie kann einer?
Petrus hat Jesus dreimal verleugnet, und wurde der Fels, auf dem Jesus, baute.
Paulus war römischer Christenverfolger, als er auf dem Weg nach Damaskus dem Kreuz begegnete, und der größte Theologe des Christentums wurde.
Franz v. Assisi, war für die eigene Kaufmannsfamilie zu doof, auch fürs Soldatentum, und gründete einen Orden,
der von jedem geachtet wird.
Mit dem Maß mit dem ihr messet, …
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#6   Stimme aus Wien   17:03:11 | Montag, 8. Januar 2007
zu den Fakten:
„Als Mons. Wielgus ernannt wurde, wußten wir überhaupt nichts über seine Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten.“
Wann fand die Ernennung statt? (ehrlich – ich weiß es nicht)
Auch Erzbischof Wielgus selber behauptete in einer Erklärung vom letzten Freitag, dem Heiligen Vater und den entsprechenden vatikanischen Behörden seinen Lebensweg geschildert zu haben –
Wann berichtete der Erzbischof selber über seinem Lebensweg – vor oder nach der Ernennung?
Der Vatikan stand auch nach dem Geständnis dicht hinter dem Geschlagenen und berief sich noch am Freitag auf die Stellungnahme vom 21. Dezember:
No, na, nee: man erkennt später einen Fehler – was sollte man tun?
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#5   Romulus   16:56:56 | Montag, 8. Januar 2007
Was ist da bloß los in Rom?
Geschlampt hat der Vatikan bei der Vergabe des Amtes und sonst niemand. Wielgus muss halt jetzt den Kopf hinhalten. Davon abgesehen die zweite Peinlichkeit für den Papst innerhalb zweier Monate (Moschee und Warschau). Ich frage: Wer hat ein Interesse daran den Papst zu beschädigen? :-S
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#4   landorganist   15:42:00 | Montag, 8. Januar 2007
So, so…
jetzt sind also die bösen Medien schuld. Typisches Kreuznet-Gesülze. Wenn es um Algermissen geht, kann der Medien-Flächenbrand nicht groß genug sein, dafür tun die hetz-netter alles… purer Opportunismus, wie üblich.
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#3   wickerl   15:41:25 | Montag, 8. Januar 2007
Geheimdienstlaufbahn
Wenn der Vatican von Erzbischof Wielgus hinter das Licht geführt wurde war es von diesem eine schwere Verfehlung, wenn aber der Vatikan wenn er alles kannte ohne neue Tatsachen wieder umfällt dann war es von diesem ein schwerer Fehler.
Und mag er auch in den letzten Jahren als Kreuznet zuträglich erwiesen haben, zum kommunistischen Geheimdienst geht man nicht, so wie man auch nicht Freimaurer wird damit man Theologie studieren oder sich habilitieren kann. Dass Papst Benedikt bei seinen Bischofsernennungen keinerlei glückliche Hand hat zeigt auch die Ernennung von Bischof Schwarz in Linz.
Er wird ein Opfer der eigenen Taktiererei die er immer so liebte. Es würde mich auch wundern wenn bei der alten Messe etwas herauskommen würde.
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#2   st. polterer   15:29:17 | Montag, 8. Januar 2007
Und das 8. Gebot?
Sowas passiert (sehr peinlich), wenn man, was man sagt, für die Medien und die Kirchenpolitik vorbringt. Die Herren Prälaten kümmert nicht die Wahrheit (die Christus ist), sonder der ORF, und der BBC und der CNN.
Ob man Christus beim jüngsten Gericht auch auf sein Image im Fernsehen aufmerksam machen kann?
Oder besser nicht, denn das ist nach diesem Skandal ja wieder angekratzt.
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#1   cath   15:18:38 | Montag, 8. Januar 2007
Kontake zum Vatikan?
„Der gestern zurückgetretene Erzbischof von Warschau, Mons. Stanislaw Wielgus, soll dem Heiligen Vater seine Kontakte zum Vatikan verschwiegen haben.“
Soso
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