09:45:01 | Dienstag, 9. Januar 2007
Beide sind im Rentenalter. Sie ist hundertjährig und wohnt zusammen mit ihrem achtzigjährigen Sohn – der Priester ist.

(kreuz.net) Um 21.00 Uhr muß Hw. Floyd Calais zuhause sein.
Das berichtete die US-Regionalzeitung ‘The
Daily Advertiser’ Anfang Dezember.
Hw. Calais (80) lebt mit seiner Mutter, Aline LeBlanc Calais (100).
Wenn ihr Sohn – zum Beispiel bei einem abendlichen Restaurantbesuch – nur wenige Minuten zu spät unterwegs
ist, läutet bei ihm das Mobiltelefon.
Am anderen Ende ist die Mama – und sie ist nicht zufrieden.
„Sie
erklärt mir dann, daß ich sofort nach Hause kommen muß“ – so Hw. Calais: „Ich respektiere sie – aber
ich bestehe auch auf meiner Unabhängigkeit.“
Mama Calais feierte am vergangenen 2. Oktober ihr hundertstes
Wiegenfest. Sie hört zwar nicht mehr so gut, ist aber für ihr Alter sehr gesund und aktiv.
Ihr Sohn
verließ sein Zuhause, als er 15 Jahre alt war, um am 7. September 1942 in die Schule des Benediktinerklosters
St Joseph einzutreten.
Das Kloster befindet sich in der Ortschaft St. Benedict im südlichen US-Bundesstaat
Louisiana.
„Natürlich war ich stolz auf meinen Sohn, aber sein Abschied brachte mich fast um“ – erinnert
sich Aline Calais vor der Zeitung.
Drei Jahre später trat der Junge über ins Priesterseminar Notre
Dame, das sich in der Stadt New Orleans befindet.
Am 3. Juni 1950 wurde er in der Kathedrale von New
Orleans zum Priester geweiht. Am nächsten Tag zelebrierte er in seinem Heimatort Cecilia die erste Heilige
Messe.
„Ich war sehr nervös und sehr glücklich, daß ich meine erste Messe in der Anwesenheit meiner
Eltern und Bekannten zelebrieren durfte.“
18 Jahre feierte Hw. Calais die Messe auf Lateinisch.
Nach
den Neuerungen des Zweiten Vatikanums gab es Männer, die es ablehnten, die Heilige Kommunion von einer
Frau zu empfangen.
Hw. Calais löste das Problem, indem er erklärte, daß die Muttergottes die erste
Kommunionhelferin gewesen sei:
„Sie war die erste, die uns den Erlöser in Leib und Blut präsentierte.
Warum ist es dann für euch ein Problem, wenn Frauen während der Messe das gleiche tun?“
Hw. Calais
war sein Leben lang in der Pfarreiseelsorge tätig. 1994 trat er vom aktiven Dienst zurück. Zehn Jahre
später zog seine Mutter zu ihm.
Kaum war sie da, entwickelte sie ein typisches Bemutterungsverhalten.
Wenn ihr Priestersohn das Haus verlassen wollte, hörte er: Wohin gehst du? Mit wem bist du unterwegs?
Wann kommst du zurück?
Doch einmal am Tag gehen Mutter und Sohn aus. Sie nehmen das Mittagessen jeweils
gemeinsam in einem Restaurant ein.
Auch am Wochenende sind sie gemeinsam unterwegs. Hw. Calais ist immer
noch in der Pfarreiseelsorge aktiv. Seine Mutter begleitet ihn zu den Messen.
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Czibo Nieznany 01:43:15 | Freitag, 8. Juni 2007
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Athanasius 12:42:41 | Dienstag, 9. Januar 2007
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