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Donnerstag, 6. Januar 2005 08:39
Neu aufgerollt: Der Gründer der Legionäre Christi wieder unter Anklage
Der von Papst Johannes Paul II. hochgeschätzte Gründer der „Legionäre Christi“, Pater Marcial Maciel Degollado, wurde in der Vergangenheit mehrfach des sexuellen Mißbrauchs seiner Untergebenen bezichtigt. Nachdem der Vatikan den Fall im Jahre 1999 ad acta gelegt hat, soll jetzt eine neue Untersuchung erfolgen.
(kreuz.net, Vatikan) Der Vatikan hat die Untersuchungen gegen den Gründer der „Legionäre Christi“, P. Marcial Maciel (84), offenbar erneut aufgenommen. Schon seit längerem wird der Priester von ehemaligen Mitgliedern der von ihm gegründeten Ordensgemeinschaft beschuldigt, sie sexuell mißbraucht zu haben. Einige der Ankläger sind katholische Priester. Auch von Drogenmißbrauch war die Rede. Die letzten Anschuldigungen wurden vor fast acht Jahren vorgebracht und reichen zum Teil bis in die fünfziger Jahre zurück.

P. Maciel gründete die Legionäre Christi als junger mexikanischer Seminarist im Jahre 1941. Seit 1965 ist die Kongregation von Priestern und Brüdern päpstlichen Rechts, das heißt, direkt dem Vatikan unterstellt. Von Mexiko ausgehend erlebte die Ordensgemeinschaft eine rasante Ausbreitung, zunächst auf dem amerikanischen Kontinent, dann auch in einigen süd- und westeuropäischen Ländern. Mittlerweile zählt die Ordensgemeinschaft 600 Priester, die in 18 verschiedenen Ländern tätig sind.

Im Jahre 1949 gründete Pater Maciel außerdem die Bewegung „Regnum Christi“, die verheiratete und konsekrierte Laien sowie Weltpriester sammelt. In kirchlichen Kreisen werden die Werke von P. Maciel als direkte Konkurrenz zum in Spanien gegründeten „Opus Dei“ gesehen.

Die letzten Anschuldigungen gegen den Gründer der
Legionäre Christi wurden im Februar 1997 vorgebracht. Neun ehemalige Mitglieder der Legionäre Christi behaupteten, Pater Maciel habe sie vor Jahrzehnten, als sie zwischen 10 und 16 Jahre alt waren, in spanischen und italienischen Seminarien sexuell mißbraucht. Zwei der Ankläger sind US-Amerikaner, fünf Mexikaner und zwei Spanier. Einer von ihnen ist mittlerweile verstorben.

Eine kanonische Eingabe gegen den Gründer der Legionäre Christi wurde im November 1998 von der Glaubenskongregation akzeptiert. Sie verlief aber im Sand. Die Ankläger versuchen seit Jahren, sich bei Papst Johannes Paul II. Gehör zu verschaffen. Der Heilige Vater äußerte sich immer sehr positiv zu den Legionären Christi und ihrem Gründer.

Erst Ende November letzten Jahres lobte der Papst Pater Maciel in einem Brief anläßlich des 60. Priesterjubiläums des Ordensgründers und nannte dessen priesterlichen Dienst „intensiv, großzügig und fruchtbar“.

Keine Woche später verkündete die Kirchenrechtlerin Martha Wegan, welche die Klage der neun Männern gegen Pater Maciel vertritt, daß die Glaubenskongregation einen neuen permanenten Promotor Justitiae ernannt hat. Dieser habe sich bei ihr erkundigt, ob sie immer noch daran interessiert sei, die Angelegenheit weiterzuverfolgen. „Mir kommt es vor, daß der Fall jetzt ernstgenommen wird“, meinte die Kirchenrechtlerin in einer Stellungnahme.

Die Legionäre Christi dementieren die Anschuldigungen gegen ihren Gründer vehement und haben zu diesem Thema eine eigene Homepage, www.legionaryfacts.org, eingerichtet.

Die neueste Entwicklung des Falls wurde am 3. Januar in einem Artikel in der US-amerikanischen Tageszeitung „The Hartford Courant“ bekannt gemacht. Der Artikel stammt aus der Feder von Gerald Renner, der im März 2004 mit Jason Berry ein Buch unter dem Titel „Schweigegelübde: Der Machtmißbrauch im Pontifikat von Johannes Paul II.“ veröffentlichte.

Auf www.legionaryfacts.org findet sich eine Entgegnung auf dieses stark ideologisch gefärbte Werk.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 17 Lesermeinungen:
Donnerstag, 13. Januar 2005 02:11
turk: 13. bietet praktisch nur falschen Informations-Mix
Der liebe „13.“ hat bis jetzt praktisch keine Fakten ans Tageslicht gezerrt. Es waren Fehlinformationen und Informationsunterschlagung. Kein sittlicher Journalismus. Jede Spende für dieses Blatt ist sinnlos.
Der Fotograf der Bilder hat selbst feierlich unterschrieben, dass die Bilder er geschossen hat und dass diese genau so wie in den Medien erschienen den von ihm geschossenen entsprechen. Und weil dem so ist, deshalb mussten die beiden Priester Küchl und Rothe auch der Richterin erkälren, warum sie so auf den Fotos sind. Auf der Vergrößerung erkannte die staatliche Richterin dann auch die Zunge im Mund des Seminaristen. Was also wollen die beiden Herren noch dort tun? Einkehr ist gefordert, Umkehr ist zu erbeten.
Und die Geschichte mit der Faxfälschung oder Unterschriftenfälschung zeigt, wie abstrus Humer und Engelmann mittlerweile denken, nur weil sie nicht verkraften wollen oder können, daß Bischof Krenn nicht mehr am Papier regiert. Denn wirklich regiert hat er sowieso selten, und so mußte Rom früher oder später eingreifen.
Kardinal Schönborn hat im Fall St. Pölten völlig richtig gehandelt. Sowohl Schönborn als Krenn sind rechgläubig, nur Krenn verharmloste und war nicht mehr in der Lage, den Skandal in Griff zu bekommen. Beten wir für beide!
Die Visitation ist abgeschlossen. Der „Ex-Visitator“ beschäftigt sich mit solchem Müll eines „13.“ keine Minute mehr. Auch das ist nur dem Wunschdenken der Engelmann-Leserschar entsprungen.
Donnerstag, 13. Januar 2005 01:06
Dolfus: Der 13.
Eine der engsten Freunde von Bischof Krenn, die Macher des 13. wollen andere Fakten ans Tageslicht gezerrt haben: Die angeblich eindeutigen Bilder seien gar nicht so eindeutig, denn sie sollen auf einem Computer manipuliert worden sein.

Ebenso soll die Faxabsendeadresse der Rücktrittsbitte des Heiligen Vaters an den Bischof Krenn die Kennung der Schreibstube des Wiener Cardinals haben – wenn das stimmt, wäre das geschichtlich noch nie dagewesen: ein verleumderischer Cardinal hätte einen rechtgläubigen bischöflichen Amtsbruder durch eine GEFÄLSCHTE Urkunde abgesetzt!

Fragen über Fragen … wenigen ist bekannt, daß der Ex-Visitator weiterhin versuchen dürfte, diese aufzuklären.
Donnerstag, 13. Januar 2005 00:18
turk: Jaja, faule Ausreden
Wie oft kommt dieses Gesäusel noch? Das ist doch ein Schmarrn: wären die lieben Gefallenen in St. Pölten unschuldig, dann hätten sie aber sogleich reagieren müssen. Allein die Wartezeit, bis die dort aufgewacht sind und sich die Pseudoerklärungen ihrer Homo-Weihnachtsfeier-Teilnehmer zusammengezimmert hatten, zeigt doch die Fäulnis der ganzen Verharmlosung auf „Bubengeschichten“ und „Weihnachtsküsse“. Man muß also streng unterscheiden: früher war es sicher leichter, unliebsame Personen aus dem Verkehr zu ziehen. Heute aber in der Kommunikationsgesellschaft kann sich jeder leicht verteidigen. Daher bleibt St. Pölten ein unvergleichlicher Skandal: echte homoerotische Fotos und zahlreiche Berichte von Zeugen über komisches und homoerotisches sowie pornosüchtiges Verhalten. Und dann ein gewissenhafter Opus-Dei-Visitator, der alles genau ansieht, über Wochen hinweg. Wer da noch Zweifel hat an der aufgefundenen Sauce in St. Pölten, muß wirklich toll manipuliert sein. Nein, das Geleier von den angeblich linken Medien und den angeblich rechten Verfolgten ist totaler Schwachsinn. Der beste Beweis, daß St. Pölten keine Medienmache ist, liegt darin, daß bis heute keiner der Zeugen rechtlich belangt worden ist. Das Gegenteil ist der Fall: man hat sogar versucht, einen Zeugen zu falschen Widerrüfen zu nötigen.
Gott sei Dank ist durch den Rücktritt von Bischof Krenn die „Verharmlosungs-Mafia“ aus dem Rennen. Was ist, das ist. Was nicht ist, das ist nicht. Das kann man nicht durch dauernde Märchen von den linken Medien wegbeten.
Mittwoch, 12. Januar 2005 16:01
Sigrid: Vorwürfe von sexuellen Verfehlungen bei Priestern
Die Versuche Priester auf diese Art und Weise aus dem Verkehr zu ziehen sind uralt. Auch der heilige Pfarrer von Ars hatte mit diesen Dingen zu kämpfen. Er schwieg und ertrug es in Demut.
Auch bei den Nazis war es ein probates Mittel unliebsamen Priestern mit Mißbrauchs – und Homo-Vorwürfen zu schaden und sie mundtot zu machen.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Siehe St. Pölten und jetzt P. Maciel.
Ein solcher Vorwurf ist schnell gemacht und es lassen sich immer irgendwelche „Zeugen“ finden, die aber nie namentlich in Erscheinung treten. An dem Beschuldigten liegt es nun seine Unschuld zu beweisen, was so gut wie unmöglich ist.
Dienstag, 11. Januar 2005 10:52
Dolfus: St. Pölten
Bischof Klaus Küng hat absolut korrekt gehandelt. Es ist eine Gnade, daß der Papst einen so wahrheitsergebenen Visitator geschickt hat.
Die Reaktion der korrupten Ex-Hausleitung ist mehr als schäbig.

Trotzdem darf man nicht aus dem Auge lassen, daß St. Pölten nur wenig von anderen typischen konzilskirchlichen österreichischen und generell deutschen Seminarien unterschieden hat.

Der bedeutende Unterschied in St. Pölten war lediglich, daß JEDER genommen wurde, vom inländischen Sandler bis zum Wohlstandsflüchtling aus Polen bzw. Polnisch-Ostdeutschland.

Und darin lag auch die Gefahr, vermute ich: Die unfähigen und ungläubigen Abkassierer waren der Gegenseite sogar willkommen, als Aufhänger, um das Seminar zu zerstören. Gefürchtet hat man nur die wenigen Glaubenstreuen – In- wie auch Ausländer –, die selbst in ihrer geringen Zahl mehr waren als ein typisches leeres bis fast leeres deutsches Seminar.

Ansonsten, die anderen Skandale kamen und kommen in den anderen Seminarien seit 30 Jahren beständig vor, eine typische Frucht der Disziplin- und Glaubenslosigkeit.

Im Grunde müßte jedes Seminar in deutschen Landen visitiert werden, und nicht bloß ein freundschaftlicher Besuch durch Cardinal Schönborn, der Vorwürfe über ähnliche Vorkommnisse z.B. in Linz nicht anhören wollte.
Dienstag, 11. Januar 2005 00:56
turk: Fortsetzung
Der neue Bischof ist absolut glaubwürdig und hat schon genug gesagt: >> Sehr schmerzhaft war es für mich festzustellen, daß sich aktive homophile Beziehungen gebildet haben (…) bestimmten Personen, die Bischof Krenn schon im Widerstand eingesetzt hat, total vertraute und es einfach auch nicht wahrhaben wollte, was da geschehen ist (…) abgegeben hat zu Dingen, wo man sagen muss, das ist bedauerlich, da müssen wir uns entschuldigen, daß das passiert ist. Das darf nicht passieren. Wenn so was passiert, muß man sehr rasch korrigieren. Das hat schon den Ausschlag gegeben. << Und so mußte Bischof Krenn zurücktreten, es gab keine Alternative. Gute Hintergrundinformationen in der Zusammenschau vieler innerösterreichischer Medienberichte und Analysen finden sich bei
http://ambrosius.patched.de/logbuch.htm
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