Erst im September wurde es in der Erzdiözese Bordeaux gegründet. Doch schon liegen sich Bistum und Institut in den Haaren. Eine Provokation?
Alte Messe in London, 2004
(kreuz.net, Bordeaux) Das ‘Institut zum Guten Hirten’ soll durchreisenden Priestern erlauben, in seiner
Kirche in Bordeaux die neue Messe zu lesen.
Die Stadt Bordeaux besitzt 230.000 Einwohner und befindet
sich im Südwesten Frankreichs.
Das ‘Institut vom Guten Hirten’ besteht aus ehemaligen Mitgliedern der
Priesterbruderschaft St. Pius X. und ist dem Alten Ritus verpflichtet. Die Erzdiözese Bordeaux hat der
Gemeinschaft die Kirche St. Eloi zugewiesen.
Das Institut besteht derzeit aus rund zehn Priestern und
fast zwanzig Seminaristen.
Der Superior der Gemeinschaft, Pater Philippe Laguerie, erklärte Ende Dezember,
daß eine Vereinbarung mit der Erzdiözese wegen der genannten Forderung gescheitert sei.
Das berichtete
ein Mitglied des traditionalistischen ‘Forum catholique’. Am Freitag schrieb auch die französische Tageszeitung
‘20 Minutes’ über die gescheiterte Vereinbarung.
In Frankreich ist es für durchreisende Priester fast
unmöglich, in einer normalen Pfarr- oder Rektoratskirche die Erlaubnis zu bekommen, eine Messe zu zelebrieren.
Genaue Inhalte der angestrebten Vereinbarung zwischen dem Institut und der Erzdiözese wurden nicht bekannt.
Ihre Unterzeichnung war für den 22. Dezember geplant. Doch wenige Tage vorher fügte das Erzbistum die
neue Klausel hinzu.
Im ‘Forum Catholique’ wird gemunkelt, daß die Vertragsänderung auf den Generalvikar
von Bordeaux, Hw. Jean Rouet, zurückgeht.
Dieser hatte bereits am 15. September das neugegründete Institut
scharf angegriffen.
Ein Teilnehmer des ‘Forum Catholique’ hofft, daß das Institut „standhaft“ bleibt:
„Wenn man den kleinen Finger reicht, verliert man am Ende noch den ganzen Arm.“
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21 Lesermeinungen
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#21 Agiafortuni 00:17:57 | Samstag, 13. Januar 2007
Benedikt: nicht häretisch aber unzulänglich der NOM ist zwar formaliter nicht häretisch aber völlig
unzulänglich. Was unzulänglich ist heisst in der Sprache der Ontologie ein Übel (vgl.hierzu: Thomas
von Aquin: De Malo 1.1.). Dagegen ist die Messe des heiligen Pius X besser geeignet den rechten Glauben
zu vermitteln. Montini wollte hingegen bereits vor seiner Wahl eine Liturgie, in welcher sich die Kirche
erkenne und den Ökumenismus fördere. Ein solcher Ökumenismus ist dem rechten Glauben zuwider ob sie
es wollen oder nicht und daher steht hinter der Liturgiereform ein frevelhafter Geist
@ agmen So einfach kann man sich das nun nicht machen. Die Liturgie hat die Aufgabe, den Menschen zu Gott
hinzuführen, von daher ist schon erlaubt, darüber zu diskutieren, wie dies denn am besten geschehen
soll. Betriebswirtschaftliche Überlegungen führen Sie da nicht weiter.
fragt: Was ist der Unterschied zwischen einer nach dem tridentinischen Ritus verwandelten Hostie und einer
Hostie, die nach der neuen Liturgie verwandelt wurde? Es geht nur um das „Endprodukt“.
Begründung Die heilige Messe und andere liturgische Feiern, die eine Handlung Christi und des hierarchisch
verfaßten Gottesvolkes sind, sollen so gestaltet sein, daß die geistlichen Amtsträger und die gläubigen
Laien deutlich gemäß ihrem jeweiligen Stand daran teilnehmen können. Ich lese aus diesem Satz die Begründung,
dass bei der vorgeschriebenen Verfarensweise die hierarchische Verfaßtheit der Kirche in der Gestaltung
der heiligen Messe zum Ausdruck kommt. Das ist, wenn die anwesenden Priester konzelebrieren, in größerem
Maße der Fall als wenn sie nur in Chorkleidung oder gar wie Laien an der Feier teilnahmen. Die IGMR gibt
in Nr. 17 sogar die Begründung, dass die Teilnehmenden, wenn sie entsprechend ihrer Stellung (Priester
oder Laie) mitwirken, „in reicherer Fülle jene Frucht (…) empfangen, derentwegen der Herr Jesus Christus
die Eucharistie als Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt (…) hat.“ Es werden also zwei gute Gründe
genannt: 1. Die Teilnahme entsprechend der jeweiligen Stellung bringt die hierarchische Verfaßtheit des
Gottesvolkes am besten zum Ausdruck. 2. Die Teilnehmenden, werden in reicherer Fülle jene Frucht empfangen,
derentwegen der Herr Jesus Christus die Eucharistie als Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt (…)
hat. Sie mögen diese Begründungen für nicht theologisch, nicht tragfähig, nicht überzeugend oder
gar unsinnig halten – aber Begründungen sind es.
#17 Benedikt 16:17:28 | Donnerstag, 11. Januar 2007
@ Freinsberg Warum soll ein Priester nicht „more laico“ an der Messe teilnehmen? Das gibt es doch. Es
kommt vor allem vor, wenn mehrere Priester an einem Wochentag zusammenkommen (etwa zu einer Sendungsfeier
für Religionslehrer etc). Da sie alle noch in ihrer Pfarrei zelebrieren müssen, zelebrieren sie bei
diesem Anlass nicht.
#16 Agiafortuni 15:41:06 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Heggi: der Willkür ausgeliefert Sie heben mit Recht hervor, dass selbst eine Anerkennung durch Rom den
einzelnen Priester nicht vor der Willkür der V 2 Bonzen schützt. Noch bedenklicher ist, dass Rom nichts
dagegen unternimmt. Vier Jahrzehnte entstellte Ekklesiologie haben eben eine Obrigkeit hervorgebracht,
die nicht mehr in der Lage ist ihre Aufgaben wahrzunehmen. So lange ein solcher Geist in der Konzilskirche
herrscht, darf man sich keine allzu grossen Hoffnungen hinsichtlich einer Rückkehr zur Tradition machen.
Ich bestreite keineswegs, dass es auch in der Konzilskirche Prälaten gibt, die von einem wahrhaft katholischen
Geist beseelt sind, sich aber nicht durchzusetzen in der Lage sind und daher aus Furcht vor einem Schisma
schweigen. Eigentlich wäre es wünschenswert, dass sie dem Beispiel eines Sandmarks folgen.
#15 Freinsberg 08:19:39 | Donnerstag, 11. Januar 2007
@ iustus „Redemptionis sacramentum“ (ebenso die Allgemeine Einführung ins Messbuch von 2002) kenne ich
wohl. Aber ich vermisse dort eine theologische Begründung. Warum soll ein Priester nicht „more laico“
an der Messe teilnehmen? Natürlich darf er sich nicht weigern, zu zelebrieren, wenn es notwendig ist
(vielleicht gar mit der Begründung, er sei in Urlaub…). Aber sonst?
Gotthard, wer hier wohl… kleinkariert ist, ist die Frage. Zuvor aber die Feststellung, daß Sie Gotthard
als böser Priester (wenn Sie wirklich ein Priester sind!) dabei mindestens auf einem Auge blind sind.
So habe ich in diesem Forum wie oft schon darauf hingewiesen, daß den Petrusbrüder auf ihrer Durchreise
im Regelfall die Zelebration in einer Kirche verweigert wird. Zuletzt in Fulda während des Kongresses
„Freude am Glauben“. Diese Kleinkariertheit muß sich auch Bischof Algermissen nachsagen lassen.
#13 Agiafortuni 23:49:02 | Mittwoch, 10. Januar 2007
Kein Ruhmesblatt für den Kardinal Erzbischof Die Affäre mit Saint Eloi ist kein Ruhmesblatt für den
Kardinal Erzbischof von Bordeaux. Jahreslang hat er die Kirche verkümmern lassen. Als eine traditionalistische
Vereinigung mit der Verwaltung von Bordeaux einen Pachtvertrag (Juppé war damals Bürgermeister) schloss
und zwei Priester der FSSPX mit der Instandstellung der Kirche beauftragte, wusste der Kardinal Erzbischof
nichts Besseres zu tun, als in bester französischer Tradition einen Prozess anzustrengen, um zu erreichen,
dass der Pachtvertrag für nichtig erklärt werde. Unterstützt wurde er dabei natürlich von den Linken.
Also nicht der Kardinal Erzbischof hat den ehemaligen FSSPX Priestern die Kirche zugeteilt, sondern die
Priester hatten sie bereits in Besitz genommen. Mit Recht wollen sie nichts davon wissen, dass in der
Kirche, die sie im Schweisse ihres Angesichtes instandgestellt haben, das NOM Kasperle Theater des Frevlers
Montini zur Aufführung gelange und ich kann ihnen nur wünschen, dass sie mit Hilfe des Gebetes den Willen
zum Durchhalten zeigen werden. Der NOM ist zwar nicht häretisch, aber unzulänglich, banal und ohne Würde
#12 Prophetist 22:28:55 | Mittwoch, 10. Januar 2007
Ein neuer Geist muss uns führen Der Ritus der Messe ist nur untergeordnet, es muss wieder der Geist der
Buße herrschen denn nur durch Buße kann das Opfer Christi zur Erlösung angenommen werden.
Kleinkariertheit Kleinkariert und verbohrt sind doch wohl die Priester dieses Institutes, die durchreisenden
Priestern die Zelebration der Hl. Messe im von ihnen auch in der Pfarrei verwendeten Ritus nicht erlauben.
#10 bonifatius 22:08:20 | Mittwoch, 10. Januar 2007
Ähnlichkeiten Die leitenden hochwürdigen Herren in Bordeaux sollten sich ebenso schämen wie in Fulda!
Was würde Christus zu so eine Kleinkariertheit wohl sagen!
@Freinsberg Na, in welchem Dokument, das von deutschsprachigen Priestern allenfalls mal zur Belustigung
durchgeschaut wird, werden die folgenden Sätze wohl stehen (Hervorhebungen von mir): 128. Die heilige
Messe und andere liturgische Feiern, die eine Handlung Christi und des hierarchisch verfaßten Gottesvolkes
sind, sollen so gestaltet sein, daß die geistlichen Amtsträger und die gläubigen Laien deutlich gemäß
ihrem jeweiligen Stand daran teilnehmen können. Es ist daher vorzuziehen, daß «die Priester, die an
der Eucharistiefeier teilnehmen und nicht aus einem gerechten Grund entschuldigt sind, gewöhnlich die
ihrem Weihegrad entsprechende Aufgabe wahrnehmen und folglich, mit sakralen Gewändern bekleidet, als
Konzelebranten teilnehmen. Andernfalls sollen sie die eigene Chorkleidung oder den Chorrock über dem
Talar tragen».[218] Von begründeten Ausnahmen abgesehen, ist es nicht angebracht, daß sie äußerlich
wie gläubige Laien an der Messe teilnehmen. Es ist schon klar: Im deutschsprachigen Raum gibt es selbstverständlich
ausnahmslos „begründete Ausnahmen“.
#8 Seminarist 18:13:34 | Mittwoch, 10. Januar 2007
@Benedikt Ich hätte ja erst auf Gotthardt getippt; aber da sie schrieben „im Vollbesitz seiner Kräfte“
und so man nicht nur die körperlichen, sondern auch die geistigen hierob subsumiert, ist Gotthardt sodenn
entschuldigt.
@ Heggi Ich gehe davon aus, dass eine Konzelebration reicht, hoffe aber, dass es auf der Welt keinen Priester
im Vollbesitz seiner Kräfte gibt, der im ganzen Jahr lediglich einmal zelebriert.
Freinsberg Nach meinem Kenntnisstand muß ein Priester nur einmal im Jahr die Messe persönlich feiern
(Hm, Benedikt, reicht da eine Konzelebration aus??), tatsächlich ist der Priester aber angehalten (Johannes
Paul II. hat das nochmals im „Direktorium für Dienst und Leben der Priester“, 1994 bekräftigt), täglich
zu zelebrieren, auch ohne Anwesenheit von Gläubigen.
@ Freinsberg Warum muss ein durchreisender Priester überhaupt zelebrieren? Kann er nicht wie ein normaler
Gläubiger einfach an der Gemeinde-Messe teilnehmen? Also zunächst einmal weist das Kirchenrecht die
Priester an, möglichst täglich zu zelebrieren, woraus sich auch ein Recht ergibt. Ferner frage ich mich
ernsthaft, wo sie herkommen, dass sie glauben, es wäre immer gerade irgendwo eine Gemeindemesse, an welcher
der Priester teilnehmen könnte. In größeren Städten mag das ja so sein, aber in kleineren Orten beschränkt
sich das meist auf 2x die Woche. Und Informationsmittel über Messen im Umkreis stehen einem Priester
auf Reisen meist nicht zur Verfügung.
Bischofskonferenzen… sind eigentlich nichts anderes als eine Art von Arbeitsgemeinschaften. Für seinen
Sprengel ist der Bischof ganz allein verantwortlich, und zwar ohne Wenn und Aber. Und das ist grundsätzlich
auch gut so! Damit ich recht verstanden werde: Das Verhalten des Erzbistums Bordeaux gegenüber dem neuen
Institut ist damit nicht guotiert.
#3 Freinsberg 16:36:13 | Mittwoch, 10. Januar 2007
Zelebration Warum muss ein durchreisender Priester überhaupt zelebrieren? Kann er nicht wie ein normaler
Gläubiger einfach an der Gemeinde-Messe teilnehmen?
Nicht möglich? In Frankreich ist es für durchreisende Priester fast unmöglich, in einer normalen Pfarr-
oder Rektoratskirche die Erlaubnis zu bekommen, eine Messe zu zelebrieren. Ein klarer Verstoß gegen das
Kirchenrecht. Wenn das so ist, sollte die Bischofskonferenz da vielleicht mal Abhilfe schaffen, bevor
man wieder unnötig Argwöhnen bei traditionellen Instituten und ihren Anhängern hervorruft. Interessant
wäre auch zu erfahren, ob durchreisende Priester, welche die Erlaubnis haben, die alte Messe zu lesen,
in allen Kirchen Frankreichs zelebrieren dürfen.
Versöhnung? Niemand wir davon ausgehen können und dürfen, daß mit einem neuen Indult (wie auch immer
der Inhalt sein wird) oder gar mit bei einer Versöhnung von FSSPX mit Rom die Probleme vom Tisch sind.
Bordeaux ist da erst nur der Anfang. Die Petrusbruderschaft weiß davon ebenfalls ein Lied zu singen,
auch wenn sie es nur ungern zugibt und dann auch nur hinter vorgehaltener Hand.