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Donnerstag, 6. Januar 2005 16:07
Der US-Abtreibungssenator gewinnt die Wahl
Am vergangenen Dienstag wurde die Nominierung von Senator Arlen Specter zum Vorsitzenden des „Komittes für die Ernennung von Richtern“ einstimmig besiegelt. Schlechte Nachrichten für den amerikanischen Lebensschutz.
(kreuz.net, Washington) Konservative republikanische Senatoren haben Mitte November die Wahl des umstrittenen Senators Arlen Specter zum Vorsitzenden des „Komitees für die Ernennung von Richtern“ im US-amerikanischen Senat einstimmig gutgeheißen.

Vergangenen Dienstag wurde diese Entscheidung durch einen einstimmigen Beschluß besiegelt. An der Schlüsselposition von Arlen Specter geht keine zukünftige Richterernennung von Präsident George W. Bush vorbei.

„Ich bin glücklich“ meinte Specter nach der Abstimmung: „Ich arbeite seit 24 Jahren für dieses Komitee. Es ist eine reale Möglichkeit, sich um jene Dinge zu kümmern, die das amerikanische Volk wirklich bewegen.“

Der Ausgang der Abstimmung ist eine schwere Niederlage der US-amerikanischen Lebensschutzorganisationen, die sich sehr stark gegen die Wahl von Specter eingesetzt haben.

Senator Arlen Specter kam in die Schlagzeilen, als er kurz nach Bekanntwerden der Wahlergebnisse der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl der Welt verkündigte, daß das Weiße Haus keine Pro-Life Richter in den Obersten Gerichtshof berufen werde.

Der republikanische Senator Specter ist selbst ein berüchtigter Kämpfer für die Abtreibung. Präsident George W. Bush erregte einen Skandal, als er Specter in seinem Wahlkampf für den US-Senat ostentativ gegen einen ebenfalls republikanischen Pro-Life-Kandidaten unterstützte.

Um trotz der heftigen Proteste nominiert zu werden, hatte Spector einige schriftliche Stellungnahmen veröffentlicht. Darin versprach er entgegen seiner anfangs getätigten Aussage, Kandidaten für das Richteramt, die für die Rechte der Ungeborenen einstehen, nicht zu diskriminieren.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 8 Lesermeinungen:
Donnerstag, 6. Januar 2005 19:36
Dolfus: @Yersinia
Weiß ich nicht. Ist mir eigentlich herzlich egal.
Donnerstag, 6. Januar 2005 19:31
Yersinia: @dolfus: Was ist das Anliegen von kreuz.net?
Eine grundsätzlich religiöse Diskussion mit freilich auch politischen Bezügen zu führen? Oder immer mehr in spekulativ-politische Sphären mit teilweise rabiaten Aussagen abzugleiten?
Donnerstag, 6. Januar 2005 19:07
Dolfus: @Warren Commission
Der Mord an den bisher einzigen römisch-katholischen US-Präsidenten John F. Kennedy war ein Staatsstreich wie aus dem Bilderbuch (sehr aufschlußreich ist Oliver Stones Verfilmung „JFK“). Die Warren Commission war Teil der Vertuschung um die Hintergründe, an der auch Kennedys Vizepräsident und Nachfolger Lyndon B. Johnson beteiligt gewesen sein dürfte – mit Kennedy hätte es keinen US-amerikanischen Vietnamesenvölkermord gegeben.
Daß Leute wie Bush Jun. (Daddy Bush war CIA-Chef und dürfte auch etwas mit dem JFK-Staatsstreich zu tun gehabt haben) und Specter das Sagen haben, zeigt nur, daß JFKs Ermordung bis heute Nachwirkungen hat. Nicht umsonst werden wir die Kennedy-Akten nie zu Gesicht bekommen.
Donnerstag, 6. Januar 2005 19:00
Dolfus: Falsche Christusse = Antichristen
Danke für diese wichtigen Hintergrundinfos, fernab von der christlichen Bush-Bejubelung! „I ask you to pray for this great nation …“ Bush hat einen eigenen christlichen Song „Live What You Believe“ aufgenommen … „Christ – because he changed my heart …“ Alles leere Phrasen, in den U.S.A. gibt es schon lange keine Demokratie mehr, sie sind eine Plutokratie wie aus dem Bilderbuch. „Panem et circenses“ für die christliche Mitteklasse, während die Unterklasse die Vorzüge des Versorgungssystems des US-Militärs genießen darf, dafür muß man aber auch bereit sein, sich vom „Führer der Freien Welt“ in neue Angriffsziele schicken zu lassen.
„Viele werden in Meinem Namen auftreten … lauft ihnen nicht nach …“ (Christi Endzeitrede)
Donnerstag, 6. Januar 2005 18:55
Yersinia: Politik für die Reichen
Eine Regierung, der wirklich etwas an einer Verhinderung der Abtreibung läge, würde die gesellschaftlichen Bedingungen kinder- und lebensfreundlich gestalten. Das hieße zugleich aber, die entfesselte Wirtschaftswelt in die Schranken zu weisen – da ist es doch besser, mit „lebensschützerischer Rethorik“ ein Pseudo-Konfliktfeld zu schaffen, um von den eigentlichen Intentionen abzulenken; und nachdem wenige konservativ-klerikale Abtreibungsgegner armutsgefährdet sind, nach meiner persönlichen Erfahrung aber sehr viele aus durchaus wohlhabenden Häusern kommen, wird diese Diskrepanz schlicht nicht wahrgenommen.
Donnerstag, 6. Januar 2005 18:25
bonifatius: Wer ist Arlen Specter?
1980 wurde der jüdische US-Politiker Senator von Pennsylvanien. Er diente von 1950 bis 1953 im Korea-krieg als Soldat der US-Luiftwaffe und war später Distriktanwalt in Philadelphia. Im Senat zu Washington stand er unter anderem dem Ausschuß für Jugendstrafrecht vor. Auch gehörte er der dubiosen Warren-Kommission zur Aufklärung des Mordes an John F. Kennedy an. In den 80er Jahren engagierte er sich vor allem für die Juden in der Sowjetunion. 1995 meldete er seine (erfolglose) Kanditatur zum Amt des US-Präsidenten an.
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