09:30:01 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Führende polnische Prälaten können sich vor den Medien des Landes nicht einig werden: Wurde der unglückliche Erzbischof Wielgus vom Papst abgesetzt oder ist er aus freien Stücken gegangen?

Links: Mons. Stanislaw Wielgus
Laut der römischen Tageszeitung ‘La Repubblica’ soll der Papst am Samstag
abend von der polnischen Regierung per Fax ein Dossier zum Fall Wielgus in deutscher Sprache erhalten
haben.
(kreuz.net, Warschau) Der Primas der Katholischen Kirche in Polen, Josef Kardinal Glemp, hat seinen bereits
zurückgetretenen Nachfolger, Mons. Stanislaw Wielgus, verteidigt.
Der Kirchenfürst gewährte dem staatlichen
Fernsehen ‘TVP2’ am Dienstag abend ein Interview.
Erzbischof Wielgus hätte wegen Verunglimpfung seiner
Person den Rechtsweg beschreiten können – so der Kardinal: „Man hat ihm keine Verteidigungsmöglichkeit
gegeben. Er konnte keine zivilisierten Prozeßformen nutzen.“
Ausdrücklich widersprach der Kirchenfürst
der These, daß die Informationskanäle zum Vatikan versagt hätten.
Der Heilige Vater habe den Erzbischof
gekannt und gewußt, daß er ein guter Hirte sei. Der Papst habe die Bitte um Befreiung von dem Amt bekommen
und angenommen.
Laut Darstellung des Kardinals ist Erzbischof Wielgus während der gegen ihn gerichteten
„Pressehetze“ freiwillig zurückgetreten.
Anders stellte der Erzbischof von Krakau, Stanislaw Kardinal
Dziwisz, den Rücktritt dar.
Das berichtete die Religionswebseite des ‘Österreichischen Rundfunks’ unter
Berufung auf italienische Medien.
Kardinal Dziwisz soll die polnische Kirche dafür gelobt haben, den
Beschluß des Papstes – Mons. Wielgus „zum Rücktritt zu bewegen“ – anzunehmen.
Gleichzeitig betonte
Kardinal Dziwisz, daß der Erzbischof niemandem geschadet habe.
Papst Benedikt XVI. selber erinnerte
bei der gestrigen Generalaudienz an die Verantwortung bei der Ernennung kirchlicher Amtsträger. Diese
müsse mit Unterscheidungsvermögen vorgenommen werden.
Mons. Wielgus NachfolgerAls Nachfolger für
den Erzbischofssitz in Warschau wird laut ‘ORF’ der Bischof der zentralpolnischen Stadt Radom, Mons. Zygmunt
Zimowski (57), gehandelt.
Bischof Zimowski wollte das Gerücht seiner Beförderung nach Warschau im Gespräch
mit der römischen Tageszeitung ‘La Repubblica’ nicht kommentieren:
„Ich habe dazu nichts zu sagen, außer,
daß ich zwanzig Jahre lang [in der Glaubenskongregation] mit dem Heiligen Vater zusammengearbeitet habe“ –
erklärte er vielsagend.
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#6
agmen 21:36:31 | Donnerstag, 11. Januar 2007
#5
Gotthard 21:02:21 | Donnerstag, 11. Januar 2007
#4
agmen 19:47:24 | Donnerstag, 11. Januar 2007
#3
Wolfgang K. 11:17:26 | Donnerstag, 11. Januar 2007
#2
wickerl 10:45:30 | Donnerstag, 11. Januar 2007
#1
ecclesia-semper-reformanda 10:42:01 | Donnerstag, 11. Januar 2007