Bischof Müller
Um den Brei
Der Bischof von Regensburg hat versucht, einen Widerspruch zwischen seiner Predigt und dem Zweiten Vatikanum wegzureden. Mit mäßigem Erfolg.
Links: Bischof Gerhard Ludwig Müller Rechts: Koran
Links: Bischof Gerhard Ludwig Müller
Rechts: Koran
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(kreuz.net, Regensburg) Heute Donnerstag rechtfertigte der Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, seine jüngste Aussage, wonach Christen und Moslems nicht an denselben Gott glauben.

Der Bischof äußerte sich vor dem Linzer Nachrichtenportal ‘kath.net’.

Der Bischof hatte am Fest der Erscheinung des Herrn Aussagen des Zweiten Vatikanum widersprochen. Dort heißt es:

„Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat.“ (Nostra Aetate, Nr. 3)

„Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“ (Lumen Gentium Nr. 16)


Bischof Müller betonte nun, daß ‘Nostra aetate’ das grundlegende Dokument des interreligiösen Dialogs der Kirche mit den anderen Religionen sei.

Darin werde Gott als der Allmächtige, Barmherzige und Schöpfer als das verbindende Element der monotheistischen Religionen dargestellt.

Der Bischof nannte auch Unterschiede.

Papst Benedikt XVI. habe in seiner Ansprache während des Pastoralbesuchs in Bayern in seiner Münchner Predigt betont:

„Wir verletzen nicht den Respekt vor anderen Religionen und Kulturen, wir verletzen nicht die Ehrfurcht vor ihrem Glauben, wenn wir uns laut und eindeutig zu dem Gott bekennen, der der Gewalt sein Leiden entgegengestellt hat; der dem Bösen und seiner Macht gegenüber als Grenze und Überwindung sein Erbarmen aufrichtet.“

Im Neuen Testament und Credo der Kirche sei die spezifische Unterscheidung des christlichen Gottesbekenntnisses sichtbar.

Gott habe sich in der Menschwerdung seines Sohnes und in der Herabkunft des Heiligen Geistes als Dreifaltigkeit geoffenbart.

Eine Menschwerdung und Eintreten Gottes in die Geschichte sei für den Islam nicht denkbar – erklärte Bischof Müller.

Der Unterschied im Gottesglauben greife bis hinein in die Substanz.

Der unitarische Gott des Islam könne sich seinem Wesen nach nicht in dieser Liebe an den Menschen verschenken.

Es handle sich somit nicht nur um verschiedene Erscheinungsbilder, sondern wesentlich um grundgelegte Unterschiede.

Der christliche Glaube beruhe auf der personalen Begegnung mit Christus, der sich als die Liebe Gottes in Tod und Auferstehung geoffenbart hat.

Es gehe nicht um menschliche Konstrukte, sondern um den Glauben an den Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist.
      
13 Lesermeinungen
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#13   Jörg Guttenberger, Köln   21:56:25 | Montag, 15. Januar 2007
Christof: ein Gott
Daß wir Christen und die Moslems unterschiedliche Gottesbilder haben, besagt noch lange nichts darüber, ob beide Religionen an denselben Gott glauben oder nicht.
Die Lehre von der anima naturaliter christiana spricht dafür, daß alle Religionen an denselben Gott glauben.
Es wird hier immer behauptet, weil es zwischen den verschiedenen Religionen unterschiedliche Gottesvorstelungen gibt, glaubten sie auch an verschiedene Götter. Genauso kann es sich aber um unterschiedliche Bilder ein und desselben Gottes handeln. Welche Ansicht richtig ist, kann nur durch gründliche wissenschaftliche Aufarbeitung endgültig geklärt werden, deren Ergebnis wir vermutlich nicht mehr erleben.
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#12   christoff   23:10:08 | Sonntag, 14. Januar 2007
Derselbe Gott…?
Christen und Moslems glauben an einenGott; derselbeGott ist es mit Sicherheit nicht; dafuer gibt es zu viele Widersprueche.
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#11   Jörg Guttenberger, Köln   21:46:46 | Freitag, 12. Januar 2007
Daniel Stöhr: Offenbarung
In tiefster Seele offebart sich Gott jedem Menschen, also uns allen unabhängig von unserer Religionszugehörigkeit, denn sonst würden wir nicht glauben. Fraglich ist, in wieweit diese Offenbarung in unser Tagesbewußtsein vordringt oder uns unbewußt zu Gott hinführt.
Wir Christen haben die Möglichkeit und sogar die Verpflichtung, unsere persönliche Gottesoffenbarung am Lehramt der Kirche zu prüfen, denn wenn es schon im Gespräch mit unseren Mitmenschen Mißverständnisse gibt, so ist diese Gefahr bei Privatoffenbarungen weit größer. Diese Prüfungspflicht besteht erst recht, wenn die Privatoffenbarung Allgemeingültigkeit beansprucht.
Inwieweit der Koran tatsächlich Frucht einer Privatoffenbarung ist, wissen wir nicht. Auf jeden Fall ist die für Christen verpflichende Prüfung durch das kirchliche Lehramt unterblieben. Die Folgen sind bekannt.
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#10   HeinrichvonOfterdingen   13:52:07 | Freitag, 12. Januar 2007
Es gibt also mehrere Götter
„Wir verletzen nicht den Respekt vor anderen Religionen und Kulturen, wir verletzen nicht die Ehrfurcht vor ihrem Glauben, wenn wir uns laut und eindeutig zu dem Gott bekennen, der der Gewalt sein Leiden entgegengestellt hat; der dem Bösen und seiner Macht gegenüber als Grenze und Überwindung sein Erbarmen aufrichtet.“
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#9   Adamah   09:50:18 | Freitag, 12. Januar 2007
„Kuschel-Christen“
Der Koran liefert selbst den Beweis, dass das Christentum und der Islam nicht an demselben Gott glauben.
Im Koran wird unser Gott verworfen und abgelehnt. Ausdrücklich wird betont, Allah sei nicht der Vater Jesu Christi.
„O ihr Leute, des Buches, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt über Gott nur die Wahrheit…“ Sure 4,171 G; „Ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Gott ist Christus, der Sohn Marias“, … Ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Gott ist der Dritte von dreien“, wo es doch keinen Gott gibt außer einem einzigen Gott… Christus, der Sohn Marias, ist nichts anderes als ein Gesandter… Und Gott sprach: „O Jesus, Sohn Marias, warst du es, der zu den Menschen sagte: „Nehmt euch neben Gott mich und meine Mutter zu Göttern?“ Er sagte: „Preis sei Dir! Es steht mir nicht zu, etwas zu sagen, wozu ich kein Recht habe.“… Sure 5,17.72.75.116
In der 112. Sure des Korans heißt es deshalb von Allah: „Er hat weder gezeugt noch ist er gezeugt worden. Und keiner ist ihm ebenbürtig!“
Die „Kuschel-Christen“ verwässern ihren Glauben mit nicht haltbaren Thesen über die Verträglichkeit des Christentums mit anderen Religionen. Das Christentum ist weder mit dem Islam noch mit irgendwelchem Asiatischen Lehren vereinbar.
Der interreligiöse Dialog ist Gut und Wichtig damit wir uns Verstehen und miteinander in Frieden leben können. Dennoch ist es m.E. für uns Christen wichtiger, dass wir zuerst einen intrareligiöse Dialog führen um die Einheit des Christentums wieder herzustellen.
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#8   Mitten drin statt nur dabei   23:07:52 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Algermissen?
Die Hetze richtet sich jetzt gegen andere: Bischof Küng und Bischof Müller! Naja … was soll man von diesem Scheiß Forum halten!?!
Wie der Titel dieses Artikel es auch sagt: „… um den Brei …“, aber nicht dabei!
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#7   Christian Hüller   22:22:59 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Comment
„Eine Menschwerdung und Eintreten Gottes in die Geschichte sei für den Islam nicht denkbar…“
Allah hat sich nach dem Glauben der Muslime nicht in einen Menschen inkarniert, aber im Koran unverfälscht und authentisch mitgeteilt. Insofern ist er nach dem Glauben der Muslime auch in die Geschichte eingetreten.
Der Koran hat für die Muslime denselben Stellenwert wie für Christen Jesus Christus.
Die Frage ist nun unter anderem, was mehr zu einem authentischen Glaubensleben einlädt – ein geoffenbartes Buch allein, oder eine menschliche Person, die die Offenbarung selbst ist und vorlebt und uns auf diese Weise *die Fülle* des göttlichen Wesens mitzuteilen vermag?
Die Möglichkeit der (absoluten) Negation Gottes und deren Folgen werden im Koran überhaupt nicht angemessen thematisiert.
Vieles bleibt lehrhaft und ohne eindringliches Beispiel.
Auch das, was man so schön radikale Involviertheit Gottes in seine Schöpfung nennt, sucht man im Koran (in dieser Intensität zumindest) vergebens.
Ein absolut erhabener und transzendenter Gott hat dies wohl auch nicht nötig.
Es wird Zeit, dass man die Muslime in den sog. „interreligiösen Dialogen“ mal auf *offenkundige* Missverständnisse im Hinblick auf die christliche Trinitätslehre hinweist.
Aber Vorsicht vor Dogmatisierungen: die Trinitätslehre ist ein „Schlachtfeld“.
Eindeutig verbindlich ist nur Chalzedon.
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#6   Ydefix   20:25:00 | Donnerstag, 11. Januar 2007
„Offenbarung“
„die dem Islam zugänglichen Offenbarung“
Wie jetzt ? Mohammed soll eine Offenbarung gehabt haben ?
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#5   möchtegern-kathole   20:15:39 | Donnerstag, 11. Januar 2007
der katholische Glaube lebt von kräftigen …
… klaren Aussagen!
Beispielsweise nicht: „die vier Evangelisten waren drei, nämlich Petrus und Paulus.“
Wer so eine breiige Sprache hat zeigt, dass er nix von der Sache versteht, und das scheint beim V2 auch so zu sein (wenn auch vielleicht nicht ganz so derb). :-]
Was lernen wir daraus? Die 20 Konzilien haben Glaubensaussagen ganz sauber und mit hoher Präzision formuliert, und die V2-Leute schafften noch nicht mal, das Verhältnis zum Islam sauber hinzuschreiben.
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#4   Jörg Guttenberger, Köln   20:12:20 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Erscheinungsbilder
Es geht in der Tat nicht um verschiedene Erscheinungsbilder Gottes, sondern um die verschiedenen Gottesbilder und Gottesverständnisse, die Islam und Christentum von dem einen Gott aufgrund dem unterschiedlichen Offenbarungsumfang haben. Denn die Offenbarung Gottes in der Bibel, insbesondere im NT, geht weit über die dem Islam zugänglichen Offenbarung hinaus!
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#3   Defensor Fidei   17:52:31 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Enttäuschend
Naja…eine wirkliche Klarstellung ist das leider nicht. Da bin ich von unserem Bischof nun aber doch ein wenig enttäuscht. Da hat er schon bessere Tage gehabt. Wenn selbst er sich sich schon so schwammig ausdrückt, dann ist das im Prinzip nur ein weiteres Indiz dafür, daß man sich durch die Konzilsdokumente und ihre Formulierungen ein ziemliches Ei gelegt hat.
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#2   semper reformandus   17:52:06 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Brei????
Wo versucht der Bischof in seiner jüngsten Äußerung den Unterschied zwischen seiner Position und NA bzw. LG wegzureden? Ich finde diese Äußerungen, auch in ihrer jüngeren Variante, für heutige Verhältnisse erfreulich unbreiig.
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#1   No Comment   17:43:23 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Brei?
Im heutigen Durcheinander ist das Nennen von Unterschieden durchaus notwendig. In die Buchhandlungen gelangte jetzt ein Weltatlas der Religionen, in dem unter „Christentum“ der übliche Schwachsinn vom historisch kaum greifbaren „Jesus“ (wahrscheinlich in Nazareth geboren??), seine spätere „Vergöttlichung“ etc. referiert wird. Zu „Islam“ wird aber ganz brav die offizielle Biografie des Propheten aufgeboten. „Historisch-kritische“ Mythen zur eigenen Religion, kritiklose Hinnahme der mohammedanischen Legenden andererseits. Da muss tatsächlich an die allerwichtigsten Grundaussagen des Christentums erinnert werden! Ein „Widerspruch“ zum Vatikanum II ist frei erfunden…
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