(kreuz.net) Nicht einmal für die Reparatur der Kirchturmsuhr ist noch Geld da.
Das berichtete die ‘Westdeutsche
Allgemeine Zeitung’ am 18. Dezember.
Viele Kirchengemeinden seien inzwischen arm wie Kirchenmäuse –
weiß das Blatt.
Die evangelische Gemeinde in Castrop erhalte zum Beispiel als Pro-Kopf-Pauschale nur
noch 20 Euro pro Jahr – 3,80 Euro weniger als bisher.
Castrop befindet sich im östlichen Ruhrgebiet.
Als erster bekommt der Küster die Finanzmisere zu spüren. Nach 25 Jahren wechselt er mit seiner Ehefrau
als Vorarbeiter auf den Friedhof.
„Wir sind gezwungen, uns von einem Teil unserer Personalkosten zu trennen.
Also müssen wir auch im Küsterbereich einsparen“ – erklärt Pfarrer Heinz-Jürgen Knipp vor der Zeitung.
Immerhin verfügt seine Gemeinde im Rauxel noch über einen zweiten Küster.
Doch dieser kann nicht
alle Aufgaben in Castrop miterledigen.
„Deshalb müssen Ehrenamtliche einspringen“ – so der Pastor.
Das fange bei der Pflege der Außenanlagen an und ende – nicht – mit der Reinigung der Kirche.
„Im Herbst
haben wir unser Konzept schon vorgestellt. Aber ich glaube, daß es der Gemeinde noch nicht bewußt ist,
was auf sie zukommt.“
Symbolisch ist der Zustand der Kirchturmsuhr. Sie steht seit Monaten auf 12 Uhr.
Das Uhrwerk, das unter Denkmalschutz steht, ist defekt.
Die Reparatur würde 3.500 Euro kosten. Jetzt
muß entschieden werden, ob nicht ein neues, aber deutlich billigeres Getriebe gekauft werde. Doch es
fehlt der Gemeinde das Geld.
Weitere Einsparungen sind bereits umgesetzt.
So leiten Ehrenamtliche künftig
den Posaunenchor, (2.400 Euro im Jahr) und die Gemeindebücherei (1 200 Euro).
Um den Weihnachtsbaum
kümmert sich Pfarrer Martin Hensel selber.
Auch das spart 200 Euro.
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37 Lesermeinungen
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@ kleingeist Es faellt uns allen ein Stein von Herzen, wenn wir uns endlich eingestehen, dass Kirche nicht
flaechendeckend sein muss. Gleichzeitig eroeffnet diese Perspektive ganz neue Wege. Also Finanzkrise,
weiter so! Klingt wie aus einem „Strategiepapier der katholischen Kirche“.
#35 kleingeist 23:51:39 | Dienstag, 23. Januar 2007
@Benedikt Ich begruesse sogar diese Entwicklung. In den USA finanzieren sich die Gemeinden alle aus Spenden
und ehrenamtlichen Taetigkeiten; ueber 50% aller Gemeindemitglieder setzen sich ehrenamtlich ein (!).
Es ist ganz gut, wenn unsere obrigkeits(kirchen)staatliche Mentalitaet durch den Ausgang des Geldes nun
schwaecher wird. Wir muessen kleinere, aber staerkere Gemeinden bilden! (allen koennen wir es nicht recht
machen). Es faellt uns allen ein Stein von Herzen, wenn wir uns endlich eingestehen, dass Kirche nicht
flaechendeckend sein muss. Gleichzeitig eroeffnet diese Perspektive ganz neue Wege. Also Finanzkrise,
weiter so!
@ mathild Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben – ansonsten ist die „Kirche“ unglaubwürdig. Ohne Geld
können keine Arbeitsplätze finanziert werden. Laßt endlich mal die Pfarrer ehrenamtlich arbeiten und
diese könn(t)en auch die Turmuhr reparieren lassen – bei der guten Vergütung die sie schließlich haben,
könnten sie monatlich etwas zurücklegen. Die Pfarrer, die ich kenne, geben ihr letztes Geld für soziale
Projekte und Missionsarbeit in der Weltkirche aus. Eine Turmuhr zu haben ist absoluter Luxus, den die
Gemeinde ruhig von zusätzlichen(!) Spendenaktionen bezahlen kann, ansonsten gibt es keine mehr. Es wäre
absolut inakzeptabel, wenn wir als Kirche unsere Hilfe in armen Ländern zugunsten unserer eigenen vergleichsweise
superreichen Gemeinden einstellen würden. Jahrzehntelang haben viele Leute den Niedergang der Kirche
heimlich beklatscht – jetzt auf einmal merken Bürgermeister, Räte und andere Organisationen, was ihnen
die Kirche eingespart hat – jetzt, wo das Geldd nicht mehr da ist. Und auf einmal wundert man sich? Diese
Leute werden sich noch mehr wundern. Sie müssten mal einen Aushilfspriester aus Polen sehen, wenn er
erfährt, dass Gemeinden jede Arbeit (und sei es Rasenmähen) voll bezahlen. Das wird in den nächsten
Jahren alles fallen. Nichts davon wird Bestand haben. Die Leute werden lernen müssen, dass die Kirche
kein Vollversorgungsinstitut ist, sondern letztendlich von ihren Gläubigen lebt.
Ehrenamtliche zerstören Arbeitsplätze ! Solange die „Kirche“ immer noch auf die Hilfe von „Ehrenamtlichen“
rechnen kann, ist sie nicht arm! Überlegen sollten sich diejenigen, die ehrenamtlich einspringen, ob
man nicht durch „Hartnäckigkleit“ (die Pfarrer müßten dann ja selbst Hand anlgen – sowie beim Weihnachtsbaum! –
wie groß der wohl war?) und Beständigkeit die Kirchenoberen in eine andere Richtung bewegt um nicht
in der vollkommenen Wüste zu landen. Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben – ansonsten ist die „Kirche“
unglaubwürdig. Laßt endlich mal die Pfarrer ehrenamtlich arbeiten und diese könn(t)en auch die Turmuhr
reparieren lassen – bei der guten Vergütung die sie schließlich haben, könnten sie monatlich etwas
zurücklegen. Die ganzen Umstrukturierungen sind schließlich nur möglich – weil die meisten „Schäflein“
alles abnicken und die Hände in die Tasche stecken, anstatt öffentlich zu protestieren!
@Schenk Sie haben geschrieben: Ich denke eher, dass auf sowas Dummes Menschen kommen, die sich qua Weihe
für alles zuständig fühlen. Damit meinten sie wohl die Bischöfe (oder die beauftragten Priester),
wen sonst? Und dass die deutschen Bischöfe genau die Kirche bekämpfen statt sie zu fördern, genau das
ist doch der Vorwurf!!!! Sie begegnen dem vorwurf der Selbstzerstörung mit dem Argument, dass sich doch
niemand selbst zerstöre. Halten Sie Ihre eigene Argumentation für logisch? Das ist trivialer Ringschluss,
keine Argumentation.
@möchtegern Ich hab mit keinem Wort von dummen Bischöfen gesprochen. Ich sprach davon, dass der richtige
Umgang mit Geld nicht zum Kernjob eines Bischofs gehört. Soll er auch nicht, muss er ja auch gar nicht.
Und was heißt, dass „systematischer Verkauf und Schuldenturm nicht wahr sein“ dürfen? Wieso sollten
die leitenden Angestellten einer Firma systematisch ihren eigenen Laden auflösen? Die logik ist mir eingägig.
Aber du wirst mich sicher erleuchten!
@Schenk: wenn zu Ihrer These … … so viele Bischöfe (und zum Bischof muss man auch eine gewisse Auswahl
durchlaufen) simultan-dumm sein müsse, warum probieren Sie’s nicht mit einer anderen These? Weil Sie
es nicht wahr haben wollen, weil der systematische Verkauf und Schuldenturm nicht wahr sein darf.
Fürsten? Natürlich sind sie die Fürsten ihrer Bistümer und deshalb für die Verschwendung verantwortlich.
Aber glauben Sie, dass es reiner, vollkommen reiner Zufall ist, dass die deutschen Bistümer samt und
sonders – mit wenigen Ausnahmen – in diesen Nöten stecken? Ich glaube ja auch an den Weihnachtsmann …
aber bitte nicht weitersagen Gute Nacht …
@möchtegern Wieso Systematik? Die Bischöfe sind doch Fürsten ihres Bistums, vollkommen frei, mit Ausnahme
der Aufsicht aus Rom und von ganz oben. Denkste, die lassen sich von ihren Kollegen in die Karten gucken,
ausgerechnet wenns ums Geld geht?
@schenk schön, dass Sie an das Gute im Menschen glauben und in der Konsequenz die Bischöfe nur für
dumm halten Wenn das ausnahmsweise mal passiert könnte ich Ihnen zustimmen, wenn das aber systematisch
passiert, scheint mir Systematik dahinter zu stecken. Ihnen nicht?
@möchtegern und wer tut sowas dummes? wer ein bistum zerstören will. und genau das ist der vorwurf an
die deutschen bischöfe. Auch das ist wieder so eine abenteuerliche These, auf die man erst mal kommen
muss. Selbst die TAZ unterstellt diesen Schwachsinn ja nicht. Ich denke eher, dass auf sowas Dummes Menschen
kommen, die sich qua Weihe für alles zuständig fühlen. Überall in unseren Gemeinden gibt es Menschen,
die zwar Laien aber Profis in ihren Jobs sind. Darunter auch Finanzexperten. Warum werden die eigentlich
nicht gefragt und gebeten, Verantwortung in der Kirche zu übernehmen? Gut, dass es bei uns im Bistum
den Pastoralen Prozess gegeben hat und endlich erkannt worden ist, dass laien mehr sind, als nur Messbesucher.
Laien haben Professionen, vondenen sie mehr verstehen als der Klerus. Die brauchen wir nur abzurufen.
Ergo: Wenn priester und Bischöfe sich endlich auf ihren Kernjob – Verkündigung und Caritas – beschränken
und ihren Schäflein auch mal was zutrauen, dann steigen die Chancen, dass kein bistum mehr Konkurs anmelden
muss.
@schenk und wer tut sowas dummes? wer ein bistum zerstören will. und genau das ist der vorwurf an die
deutschen bischöfe. auch andere stecken in der schuldenfalle und werfen das Geld der Gläubigen in den
Rachen der Banken: z.B. nachzulesn in der taz: www.taz.de/…3/06/11/a0044.1/text
@möchtegern-kathole Interessanter Gedanke: Ich leih mir Geld bei der Bank zu konditionen die vorher bekannt
sind und schimpfe dann, weil die Bank mich lähmt. Wie biste denn da drauf gekommen???
einfacher Zusammenhang jemand schrieb: Wer überweiset welche Kirchensteuern und welche Spenden direkt
an die Internationalen Banken? eine interessante Idee … Es leuchtet jedem ein, dass ein bankrottes Bistum
(wie z.B. das Berliner) Schulden hat – sonst wäre es nicht bankrott. Und logischer Weise werden für
Schulden Zinsen gezahlt … und Zinseszinsen … das ist nicht schwer zu verstehen. Und wer vergibt Kredite
in größerem Umfang an solche Organisationen? Also bekommt das Klingelbeutelgeld eben jene Grossbank,
in deren Schuldenturm sich das Bistum befindet … nicht nur eine interessante Idee, sondern auch eine
effektive, um die Kirche zu lähmen.
Trennung von Personalkosten Wenn sich auch die katholische Kirche von ihren Personalkosten trennen würde
und müsste das wäre schön, SexCD Produzenten und Domverwüster hätten dann an der Kirche kein Interesse
mehr. Hoffentlich wird es auch da bald so.
#13 Rottenburg 22:00:22 | Sonntag, 14. Januar 2007
@Panetta Zweitens werden Gelder massiv für unnötige Ämter und Pfründen verschwendet. Ob Panetta auch
weiss, was Pfründe sind und was man darunter kirchenrechtlich versteht? Naja, Du hast wirklich ein sehr
schwarz-weisses Weltbild. Und wo gibt es bitte in der Kirche hochbezahlte Laienstellen? Du weisst ja mit
Deinen profunden Kenntnissen, wo der bestbezahlt Theologe, ein Priester, der Katholischen Kirche Deutschlands
arbeitet? Es ist nicht der Hl. Vater, aber in Rom tut dieser Spitzenverdiener auch seinen Dienst… Und
ich gönne es ihm!
@Panetta Ich vermute, Du hast wenig Ahnung von dem, worüber Du schreibst. Gemeinde- und Pastoral-Referenten
sind wichtige und unersetzbare Mitarbeiter in der Seelsorge. Weite Teile unserer Weltkirche basieren auf
der Arbeit dieser Menschen, die dort meist Katechisten genannt werden – und deren Ausbildung nicht so
akademisch ist wie in Deutschland. Die Erhöhung der Einnahmen aus Lohn- und Einkommensteuer entstammt
nicht einer auspressenden Erhöhung der Steuersätze, sondern der steigenden Beschäftigungsrate in 2006.
Entsprechend sind die Einnahmen der Kirchensteuer auch gestiegen. In meinem Bistum sollen es – laut Zeitungsbericht –
6 Prozent gewesen sein. In Deutschland ist noch kein Priester aus Geldgründen nicht in den Dienst übernommen
worden – wohl aber viele ausgebildete Gemeinde- und Pastoralreferenten. Es soll Bistümer geben, in denen
die Pensionen für die Priester nicht über einen Fonds gedeckt sind, sondern aus den sinkenden laufenden
Einnahmen finanziert werden müssen. Weißt Du, ohne Grundlage kann jeder gut dumm-schwätze!
@ Gotthard Aus den Einnahmen der Mehrwertsteuer kommt der Kirche freilich nichts zugute. Aber auch die
Einkommensteuer hatte jüngst deutliche Zuwächse, die auf Mehreinnahmen bei der Kirchensteuer schließen
lassen. Die evangelische Landeskirche Württemberg hat sogar jüngst darüber berichtet. Die Mehreinnahmen
sollen für eine zusätzliche soziale Absicherung der Mitarbeiter verwendet werden, das einfache Volk
wird also wieder einmal um diese Früchte geprellt. – Die von mir in Frage gestellten kirchlichen Mitarbeiter
sind hochbezahlte Laien, die für die Verkündigung des Glaubens wenig leisten. Für wahre Seelsorger,
die Priester, fehlt oft das Geld oder der Wille, sie überhaupt einzusetzen. Auch ein glaubenstreuer Sender
wie K-TV hätte finanzielle Unterstützung durch die Diözesen verdient.
@ alle Durchblicker die Kirchensteuer+Spenden als Zins und Zinseszins direkt an die internationalen Banken
überwiesen wird. Wer überweiset welche Kirchensteuern und welche Spenden direkt an die Internationalen
Banken? eine interessante Idee … Erstens fließen mit den riesigen Steuermehreinnahmen, die der Staat
aus uns Bürgern herauspreßt, auch zusätzliche Kirchensteuern in unsere Diözesen. ja, aus den riesigen
Mehreinnahmen der Mehrwertsteuer fließt wieviel an die Kirchen? Zweitens werden Gelder massiv für unnötige
Ämter und Pfründen verschwendet. wo siehst Du Pfründen und unnötige Ämter?
@r.ruhrgebietler Ich glaube der Trick der FSSPX ist der, dass sie einfach nicht flächendeckend Seelsorge
leisten muß. Vielmehr sucht sich diese schismatische Bewegung einfach Standorte, von denen aus sie den
meisten Einfluss zu haben glaubt!
Kirchensteuern werden massiv verschwendet! Das Gejammer um das fehlende Geld kann ich nicht mehr hören.
Erstens fließen mit den riesigen Steuermehreinnahmen, die der Staat aus uns Bürgern herauspreßt, auch
zusätzliche Kirchensteuern in unsere Diözesen. Zweitens werden Gelder massiv für unnötige Ämter und
Pfründen verschwendet. Würde jede deutsche Diözese einen der linkslastigen Laienmitarbeiter einsparen,
könnte ein so guter Kirchensender wie K-TV voll finanziert werden. Aber für sinnvolle Aufgaben in der
Verkündigung ist kein Geld da.
Annäherung an den Normalzustand Normalzustand ist, wenn die Arbeit von Ehrenamtlichen geleistet werden
und die Kirchensteuer+Spenden als Zins und Zinseszins direkt an die internationalen Banken überwiesen
wird. Soweit der offenkundige Plan der internationalen Banken Wer das nicht sieht muss blind sein.
@schenk Sie unterliegen einem Irrtum: Kein Mensch wird von bösen „Tradis“ oder „Fundis“ aus der (NOM)Kirche
getrieben. Das besorgen all diese hauptamtlichen Innen mit diversen Aufbrüchen, Impulsen und neuen Pfingsteneien
selbst. Man kann einfach nicht jahrzehntelang herumtröten alles sei unwesentlich, überholt und daneben
und sich dann wundern, wenn schließlich keiner kommt – wozu auch, ist doch eh’ alles unwesentlich …
protestantische vorläufer Die Protestanten machen in Sachen Finanzkrise nur den Vorlauf. Einige katholische
Bistümer ziehen schon nach wie z.B. Berlin, Essen, Aachen.
Kaputte Turmuhr Tja, so ‘ ne kaputte Turmuhr ist schon ein riesiges Problem, gell? Aber so lange Tradis,
Fundis und Konsorten die Menschen weiter aus den Kirchen treiben, wirds auch nicht mehr Geld geben. Auch
nicht für das Kerngeschäft der Kirche: Verkündigung und Caritas.
7% mehr an Kirchensteuereinnahmen gg. Vohrjahr und kein Geld da! Der V-II-Apparat verleitet zu ungeahnten
Zwerfellreizungen. Wie bekommen es die fsspx-Leute es OHNE DIE Mittel der Kirchensteuer zu haben hin???
?:) Ich habe schon lange den Verdacht, daß die V-II-Bombe mit Treibsand zu tun hat – da versickert auch
manches völlig lautlos…
Annäherung an den Normalzustand In vielen Teilen der Welt würde man Gelächter erten, sollte man versuchen,
den Gläubigen dort zu erklären, was in deutschen Gemeinden alles von aus zentralen Geldern bezahlten
Angestellten erledigt wird.