Katastrophe
Schulalltag im Katastrophengebiet: befremdend und erleichternd
An manchen Orten kehren die Kinder des Flutkatastrophengebietes wieder zur Schulbank zurück. Ohne Uniform und Schulbücher – die wurden weggespült. Ein katholischer Missionspater und Schuldirektor erzählt vom beginnenden ‘Alltag’ nach der Katastrophe. Menschenhandel sei in seiner Region kein Thema.
(kreuz.net, Phuket/Thailand) Gestern fanden sich die Schüler von Phuket zum ersten Mal wieder zum Unterricht ein. Sie waren glücklich, einander lebend wiederzufinden. Phuket ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, einer Insel im Süden Thailands.

Der erste Tag sei für die 1.450 Schüler einer Schule in Phuket, die von Stigmatiner Missionaren geleitet wird, befremdend und schwierig, aber auch erleichternd gewesen. Pater Peter Pakpoom, Direkter der Schule sprach mit dem Nachrichtendienst ‘AsiaNews’.

„Ich habe die Schüler gebeten, ihren Lehrern Familien zur Kenntnis zu bringen, die von der Flutkastrophe schwer geschlagen worden sind.“ „Wir wissen“, so P. Pakpoom, „daß zwei Schüler vermißt werden, zwei Elternteile umkamen und 58 Familien obdachlos wurden.“

Viele Kinder hätten alles verloren, auch ihre Schuluniform und ihre Bücher. Doch sie seien froh gewesen, ihre Schulkollegen wieder lebend zu sehen.

In der Schule sind 25% der Schüler Katholiken, 20 % Moslems und der restliche, überwiegende Teil Buddhisten. „Auch wenn unsere Kinder verschiedenen Religionsbekenntnissen angehören, habe ich den Schülern gesagt, daß wir ihren Familien helfen werden, und sie sind sich dessen gewiß,“ meinte der Missionar.

Pater Pakpoom freute sich, daß die Kinder „ein Interesse haben, wieder zur Schule zu gehen.“ Sie wüßten, daß ihre Zukunft davon abhänge.

Zum in der Weltpresse diskutierten Kinderhandel meinte der Missionar, daß er davon in seiner Gegend nichts gehört oder gemerkt hätte. Schon in der Vergangenheit hätte es in der Gegend Familien gegeben, die angesichts ihrer großen Armut ihre eigenen Kinder verkauft hätten.

In einer anderen Schule der Stigmatiner Missionare in der thailändischen Provinz Ranong lief der erste Schultag nach dem verheerenden Unglück für 1.400 Schüler ebenfalls ohne Zwischenfälle ab. Ranong liegt an der Grenze zu Myanmar, das besser unter seinem alten Namen ‘Birma’, bekannt ist.

„Unsere Schule blieb unversehrt“, sagte einer der Missionare, Pater Matthew. „Wir wissen aber von benachbarten Städten, wo die Wellen ganze Gebäude mit sich gerissen haben.“
      
Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
Weiterlesen:
KatastropheDie göttliche Botschaft der Flutwelle KatastropheAnglikanischer Primas zweifelt an Gott KatastropheZur Flutkatastrophe in Südostasien: Wie kann die Menschheit das zulassen? KatastropheAugenzeugenbericht eines Bischofs KatastropheDie Katastrophe folgt auf Tag und Jahr
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net