Nigeria
Bischof exkommuniziert säumige Wähler
Es sei „heilige Pflicht“ eines Bürgers zu wählen, meint ein Bischof. Wer dieser Pflicht nicht nachkomme, habe sich automatisch aus der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen.
Wahlen in Nigeria
Wahlen in Nigeria
(kreuz.net, Nsukka) Eine nigerianische Diözese verbietet ihren Gläubigen den Kommunionempfang, wenn diese im April nicht wählen gehen.

Das berichtete die nigerianische Tageszeitung ‘This Day’ am Dienstag.

Mons. Francis Okobo (70) – Bischof von Nsukka im südlichen Teil des Landes – erklärte am vergangenen Sonntag in einem Schreiben, daß die Gläubigen an der diesjährigen nigerianischen Präsidentschaftswahl teilnehmen müßten – trotz der Wahlmanipulationen, die im Land üblich sind.

„Wer sich bis 7. Februar keine Wahlkarte abholt, hat sich automatisch der Gemeinschaft, der Kirche, der Nation entfremdet. Ihm ist nicht gestattet, die heilige Kommunion oder andere Sakramente zu empfangen“, heißt es in der diözesanen Mitteilung.

Es liege in der Verantwortung jedes Bürgers und sei eine „heilige Pflicht“, sich für die Wahlen registrieren zu lassen.

„Als Erwachsener – 18 Jahre und älter – fügen Sie der Kirche und der Nation einen großen Schaden zu, wenn Sie sich nicht registrieren lassen“, mahnt der Bischof die Gläubigen.

Mons. Okobo gibt auch eine Erklärung für sein strenges Vorgehen.

Der Bevölkerung werde von den Medien eingeredet, daß ihre Stimme nichts wert sei und daß sie durch die Wahl nur kostbare Zeit verlieren würde.

Das sei eine gezielte politische Propaganda, welche das Ziel habe, bei der Bevölkerung Mutlosigkeit auszulösen.

Dadurch wolle sich die Regierung einen leichten Wahlsieg erschwindeln.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Benedikt   16:57:33 | Freitag, 19. Januar 2007
@ Ofterdingen
Von einer Opposition der Kirche zur deutschen Demokratie von 1949 – 1962 ist mir nichts bekannt, ebensowenig wie von einer Opposition der Kirche gegenüber dem Staat von 1919 – 1933. Dort saß ein gewisser Prälat Ludwig Kaas für die Dt. Zentrumspartei im Reichstag. Als Fraktionsvorsitzender.
Auch eine Tradi-Position erfordert zumindest geringe Stichhaltigkeit. Hier aber nur Fehlanzeige.
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#15   HeinrichvonOfterdingen   11:51:28 | Donnerstag, 18. Januar 2007
Na, liebe Hoffnung,
deshalb habe ich es ja auch in Anführungszeichen gesetzt.
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#14   Hoffnung   22:36:28 | Mittwoch, 17. Januar 2007
HeinrichvonOfterdingen
Lieber Hein,
wenn Sie das Kirchenvolk und damit auch jeden alten Mann und Frau, die vertrauend auf die Hirten, mit V2Sekte titulieren, dann bitte ich Sie dies einmal in Ruhe mit ein wenig Abstand neu zu überdenken.
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#13   HeinrichvonOfterdingen   21:43:59 | Mittwoch, 17. Januar 2007
Na die „V2-Sekte“ hat doch
zur Demokratie ein Verhältnis wie die Deutschen Christen zum nationalsozialistischen Staat. Als Annex. Das war ja wohl auch Sinn der Sache. Und für die, die bisher zu dumm waren das zu erkennen nun die Bestätigung von Mons. Francis Okobo, Bischof von Nsukka. Schönen Dank auch Herr Bischof.
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#12   Benedikt   19:51:14 | Mittwoch, 17. Januar 2007
@ adoro te devote
Die Einmischung besteht darin, die Gläubigen unter Zwang zum Wählen zu nötigen.
Genau, das ist eine Einmischung – in die Selbstbestimmung der Gläubigen, aber nicht in die Politik.
Allerdings bin ich ansonsten Ihrer Meinung. Ich kann zwar verstehen, dass der Bischof angesichts der von korrupten Autokraten zerstörten Gesellschaft zu drastischen Mitteln greift, dennoch glaube ich nicht, dass sein Kurs kirchenrechtlich haltbar ist.
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#11   adoro te devote   19:41:18 | Mittwoch, 17. Januar 2007
@Benedikt
Nein. Die Einmischung besteht darin, die Gläubigen unter Zwang zum Wählen zu nötigen. Das ist etwas anderes als eine Aufforderung. Gewiss kann der Bischof eindringlich die Gläubigen zum Wählen auffordern. Die Strafe der Exkommunizierung ist aber unstatthaft.
Ich bin überzeugt, dass eine derartige Praxis in de
kirchenrechtlich nicht gedeckt ist.
Der KKK sprich in Nummer 2240 von der Stimmabgabe als sittlicher Pflicht, übrigens ist dort auch Landesverteidigung aufgeführt. Sollten jetzt auch Zivildiener exkommuniziert werden? ;-)
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#10   Gotthard   19:29:01 | Mittwoch, 17. Januar 2007
BRAVO
Dieser Bischof zeigt wirklich Einsicht in die Zusammenhänge … und in die Auswirkungen einer schlechten Politik, die es per Stimmzettel zu ändern gilt!
Nigeria ist reich – und die Bevölkerung bettelarm!
Die ewige Seligkeit gibt es nicht ohne die irdische Wirklichkeit, zu deren menschenwürdiger Gestaltung die Christen verpflichtet sind.
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#9   Benedikt   19:09:05 | Mittwoch, 17. Januar 2007
@ adoro te devote
Ja? Wo ist denn die Einmischung zu sehen? Darin, dass mehr Leute wählen gehen oder wie? Wählen gehen als Einmischung?
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#8   adoro te devote   18:53:40 | Mittwoch, 17. Januar 2007
@Benedikt
Wo sehen Sie hier eine Aufforderung? Ich habe etwas von Zwang gelesen. Das ist serwohl eine Einmischung!
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#7   Benedikt   18:33:22 | Mittwoch, 17. Januar 2007
@ Vorposter
Eine Aufforderung zum Wählen soll eine Einmischung in die Politik sein?
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#6   20mancro5 †   18:06:43 | Mittwoch, 17. Januar 2007
Ungeheuerlich
Ich finde es wirklich ungeheuerlich wie sich ein Kirchenfürst anmasst sich in die Politik eines Landes einzumischen
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#5   Babsy   15:39:59 | Mittwoch, 17. Januar 2007
Diktator
Es gibt auch Diktatoren im Bischofsgewand. Diese Maßnahme ist durch keinen Kirchenrechtsartikel gedeckt! Dieser Bischof gehört suspendiert wegen Amtsanmaßung!
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#4   Unschuld   15:06:46 | Mittwoch, 17. Januar 2007
laikos
Das tut mir leid! Wie kann denn so etwas geschehen?
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#3   laikos   14:52:35 | Mittwoch, 17. Januar 2007
Kommunion verweigern
Das ist immer noch Humaner als bei uns in der Krankenhausseelsorge. Mir und einem Bekannten hat man die Kommunion verweigert ohne irgendwie zu begründen warum dies so ist. Und das obwohl ich eingetragenes und registriertes Mitglied der katholischen Kirche war und sogar gebeichtet habe und mir auch keiner Öffentlichen Straftat bewußt bin. Da ist es ja noch Humaner wenn man wenigstens gesagt kriegt warum man keine Kommunion empfangen darf. Durch das Kommunionverweigern entledigt man sich Gläubigen, welche man nicht mag. Ist übrigens ein übliches Vorgehen bei vielen Modernisten. Einfach nur extrem feige.
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#2   Unschuld   14:47:19 | Mittwoch, 17. Januar 2007
Bischof
Liebe Mitchristen,
da hat wieder ein Bischof die Heilige Schrift missverstanden.
Unschuld
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#1   Konrad   14:40:23 | Mittwoch, 17. Januar 2007
Hier wird die Menschenwürde
von – zumeist sehr armen – Menschen durch einen kirchlichen Machthaber missbraucht. Die hl. Eucharistie ist das Opfer Christi, an dem jeder würdig Disponierte teilnehmen kann. Sie hat mit politischen Wahlen rein gar nichts zu tun. Oder erleben die Menschen in Nigeria die „Diktatur der Demokratie“, von ihren (meist wohlhabenderen) Bischöfen mit Exkommunikationsdruck aufgezwungen?
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