Die Schließung des Aachener Theologenkonviktes in Bonn hat gestern zu einem geharnischten Leserbrief eines Diakons geführt. Darin werden der Aachener Priesterrat und der letzte Direktor der Ausbildungsstätte angegriffen.
(kreuz.net) Hw. Stephan Plettscher ist Diakon des Bistums Aachen und auf dem Weg zum Priestertum.
Gestern
erschien ein Leserbrief von ihm in der ‘Aachener Zeitung’. Es geht darin um die Schließung des Bonner
Paulus-Kollegs.
Der junge Diakon reagiert sehr enttäuscht auf eine entsprechende Empfehlung des Priesterrats
an den Bischof.
Er sei „tief erschüttert“ über die Entscheidung des Priesterrates, dem Bischof zu empfehlen,
das Pauluskolleg – die Ausbildungsstätte des Bistums Aachen in Bonn – zu schließen.
Der Priesterrat
empfahl diesen Schritt nach einer fast 100jährigen Ausbildungstradition.
Studenten, die das Seminarleben
dort erlebt haben, seien nicht angehört worden – so der Diakon.
Dabei handle es sich beim Pauluskolleg
um den Versuch, auf die „modernen Anforderungen“ an die Priester zu reagieren:
„Das Gremium sollte sich
schämen, ohne Prüfung der vielen fatalen Fehlentscheidungen des Direktors nicht nach anderen Alternativen
mit den Seminaristen gefragt zu haben.“
Somit hätten sich die Mitglieder des Priesterrates mit dieser
Entscheidung an der Motivation von jungen Menschen versündigt.
Er könne nur hoffen, daß die Fürsprache
des Heiligen Stephanus auch dem Priesterrat in dem Maße gelte, „wie er für jene gebetet hat, die ihn
steinigten: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an.«“
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28 Lesermeinungen
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#28 Melchisedech 23:54:31 | Freitag, 19. Januar 2007
Bischöfe? Scheine?… …das geht eindeutig zu weit. Gemäß einem italienischen Sprichwort können Kleriker
höchstens Esel sein: „Mit Verlaub, der Priester ist – unbeschadet seiner Weihe – ein Esel“. Das ist Realismus,
Gelassenheit, aber dann auch genug
schweine??? Naja bei aller Einsicht in dei Emotionalität dieser Diskussion, es geht zuweit Bischöfe,
die rechtmäßigen Nachfolger der Apostel, egal welchen weg sie gehen, als Schweine zu beszeichnen!!!
Also egal ob man einen Bischof mag oder nicht: ER IST GEWEIHT. Also ein bischen Respekt bitte!!! Zunehmend
schwindende Priesteramtkandidaten in Aachen??? Das mag ja für die letzten Jahre stimmen, aber ich bitte
zu berücksichtigen, dass im letzten Jahr 6 angefangen haben, was aber ungefähr die hälfte aller studierender
Kandidaten ausmacht. Aber man muss schon zugeben, und dies rein realistisch betrachtet, dass es rosigere
Aussichten gibt, als Priester des Bistums Aachen zu werden, aber es kann glaube ich auch seinen Reiz haben.
Antwort Sind Sie auch so eine abgedrehte, unbefriedigte Pastille? 1. Nö 2. Die Richtigkeit einer Aussage
hängt nicht davon ab, wer sie ausspricht. 3. Im Internet kann sich jeder irgendeinen Nickname geben.
4. Wer weiß? Vielleicht bin ich das Modernistenschwein Algermissen mit falschem Nickname? Oder das Modernistenschwein
Mixa mit falschem Nickname?
@Sebulon und Frauen, die zu Männersachen schreiben…auch toll Wenn solche Äußerungen das Ergebnis
der Ausbildung im Paulus-Kolleg sind, dann doch besser schließen!
#20 Melchisedech 14:39:27 | Freitag, 19. Januar 2007
zu Katharina Ich mag Sebulon beipflichten. Es ist ein einfaches in Unwissenheit über das Innenleben eines
Seminars direkt Martyrium zu fordern. Auch das muss ersteinmal gefÖrdert werden. Schließlich soll ein
Seminar eine Pflanzstätte sein (= lat. Wortbedeutung) und kein Trampelpfad
katharina und Frauen, die zu Männersachen schreiben…auch toll! Melden Sie sich einfach wieder, wenn
es um geweihtes Leben bei Frauen geht… und zudem: Es besteht kein Verbot sich an eine Teilkirche zu
binden, die einem auch Heimat ist. Es besteht kein Verbor vor Weihe und Bindung seine Heimat zu wechseln…
zudem werde ich in diesem Schmutzforum dazu nichts mehr sagen! Es wissen eh immer die besser, die weit
weg sind. Und hier hat jeder Depp etwas zu Dingen zu sagen, von denen er (rein akademisch-theologisch)
nichts versteht. Also schreibe ich künftig lieber im Rezept-Forum zu Kuchenrezepten. Aber eine Bitte:
Meinen Sie nicht, über die Berufung, die Berufungstreue etc. von Ihnen Unbekannten urteilen zu können.
Die Sache selbst ist eh etwas, was das Bistum und die Betroffenen angeht. Die unhaltbaren Zustände werden
sich in Zukunft schon bemerkbar machen… da brauchen wir nicht zu philosophieren. Zudem ist der Wechsel,
das sei zum Ende erlaubt, eines Bistums kein Verbrechen… und das Aushalten wahnsinniger Strukturen kein
Martyrium für die Heiligsprechung…
Katharina L Liebe Katharina L… vertrauen Sie mir bitte. Von denenen, die gegangen sind, sind alle ihrer
Berufung treu geblieben! Nur eben: Woanders!!! –
Noch eine Möglichkeit Warum sind in den letzten Semestern viele, rechtgläubige Kandidaten abgesprungen?
Sind es immer die Kandidaten schuld? Wieso muss den irgendwer „schuld“ sein? Die Seminarzeit dient doch
auch der Prüfung der Kandidaten – sowohl durch die Seminarleitung als auch durch sich selbst. Nicht jeder,
der ins Priesterseminar eintritt, ist auch wirklich zum Priester berufen. Wenn sich das im Laufe der Zeit
klärt, ist es gut – und niemand ist „schuld“. Nicht jeder, der „rechtgläubig“ ist (woher auch immer
Sie meinen das beurteilen zu können), ist auch zum Priester berufen.
Zahlen schauen sie nach Köln, Münster, Paderborn, Osnabrück… und im Verhältnis stehen die Zahlen
besser… warum? weil motivierte Priester Zeugnis geben und weil fromme Bischöfe hinter ihren Seminaristen
stehen… sicher: überall wo Licht ist, da ist Schatten. Aber wenn sich ein Wasserkopf einmal gebildet
hat… dann: Deckung! Übrigens: Hätte sich jemande ehrlich gekümmert, wären evtl noch mehr Leute da!?!?
#11 Melchisedech 13:17:58 | Freitag, 19. Januar 2007
zu sebulon Warum sinkt die Zahl der Kandidaten mehr als in anderen Bistümern? Ob sie so sehr sinkt darf
bezweifelt werden. Man zähle auch die Berufungen aus dem Bistum Aachen, die sich woanders orientieren:
Köln, Priesterbruderschaften…und das schon seit Jahren!
Schwund Warum ist denn das besagte Bistum am Boden? Warum sinkt die Zahl der Kandidaten mehr als in anderen
Bistümern? Warum sind in den letzten Semestern viele, rechtgläubige Kandidaten abgesprungen? Sind es
immer die Kandidaten schuld? Und was ist das für ein Bistum, welches Geld für linke Bildung und Akademien
hat und das Seminar verkümmern lässt? Warum? Bilder sagen mehr als tausend Worte… …ein Blick in
die „Kapelle“ des Seminars genügt…
#8 landorganist 12:59:56 | Freitag, 19. Januar 2007
@stimme der vernunft Sie sagen es. Die Kirche ist keine Demokratie! Warum, frage ich mich allerdings,
wurde dann in diesem ehrenwerten Forum wochenlang eine (gute) Entscheidung des Bischofs von Fulda kritisiert?
Ja, ja, Gehorsam nur dann, wenn es die persönlichen Befindlichkeiten nicht stört, oder wenn man selber
einen Vorteil daraus ziehen kann, nicht wahr? Oh ihr pharisäerhaften Tradis. Steinbruchtheologie ist
ja nichts dagegen.
Gegendarstellung – bitte um anderen Focus Der Diakon ist sicher nicht zu kritisieren. Im Gegenteil. Endlich
einer, der die Wahrheit sagt. Der Bischof muss niemanden hören. Das stimmt. Er sollte aber die offensichtlichen
Fehlempfehlungen (darunter zähle ich die Schließung des „Herzens einer Diözese = Seminar) einzuordnen
und zu korregieren wissen. Da er nicht im Seminar wohnt und nur die eine Sicht eines Konfliktes hört,
wäre er gut beraten, die Seminaristen zu hören. Getreu dem Motto „Prüfet alles, das Gute behaltet“.
Das ist kein Bruch mit der kirchlichen Verfassung und sogar sehr katholisch. Der Bischof ist es doch,
der auch um das Wohl seiner Kandidaten Sorge haben muss. Zudem sind in Sachen Priesterausbildung innerhalb
weniger Jahre viele Änderungen vorgelegt worden. Allesamnt als Evangelium verkauft… allesamt katastrohal…
allesamt von kurzer Wirksamkeit! Sicher tut Kirche gut daran, sich auf die vorgegebenen Strukturen und
Gliederungen zu besinnen. Manchmal ist aber das Aussprechen der Wahrheit nicht nur Recht, sondern auch
Pflicht. Auch, und besonders in der Kirche. Warum ist denn das besagte Bistum am Boden? Warum sinkt die
Zahl der Kandidaten mehr als in anderen Bistümern? Warum sind in den letzten Semestern viele, rechtgläubige
Kandidaten abgesprungen? Sind es immer die Kandidaten schuld? Und was ist das für ein Bistum, welches
Geld für linke Bildung und Akademien hat und das Seminar verkümmern lässt?
Sowas aber auch Studenten, die das Seminarleben dort erlebt haben, seien nicht angehört worden Wann begreifen
diese Modernisten endlich, dass die Kirche keine Demokratie ist, sondern nach Gottes Willen hierarchisch
von oben geführt wird? Wie? Der Diakon ist kein Modernist? Achso! Wann begreifen diese modernistischen
Bischöfe endlich, dass der Wille des traditionsbewussten Gottesvolkes nach Gottes Willen der Maßstab
ihres handelns zu sein hat?
#3 Melchisedech 11:51:22 | Freitag, 19. Januar 2007
Alternativvorschläge… … enthällt der Leserbrief des Diakons aber auch nicht. Und der pauschale Vorwurf
„fataler Fehlentscheidungen des Direktors“ offenbart eine Argumentation im Stile von Bild-Zeitung-Überschriften.
#2 landorganist 11:37:42 | Freitag, 19. Januar 2007
Der hw. Herr Diakon möge sich in Demut und Gehorsam üben. Das scheint den angehenden Klerikern wohl
immer schwerer zu fallen. So und jetzt warte ich auf das üblich Tradigeschwafel zum Foto. Also die Altar,
also wirklich, also nein…wo gibt es denn sowas…
So ein Quatsch! hätten sich die Mitglieder des Priesterrates mit dieser Entscheidung an der Motivation
von jungen Menschen versündigt. Wie kann man sich „an einer Motivation versündigen“?