Bundesführung der „Katholischen Pfadfinder“ in Österreich in der Krise
Die Bundesführung der österreichischen Jungen-Sektion der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“ (KPE) hat sich von der Mutterorganisation losgelöst. Die Gründe für diesen Schritt bleiben im Unklaren.
(kreuz.net, St. Pölten) Nach einem Bericht der in Linz erscheinenden Tageszeitung „Oberösterreichische
Rundschau“ ist die gesamte Bundesführung der Österreich-Sektion der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“
am 23. Dezember vergangenen Jahres geschlossen von ihren Ämtern zurücktreten. Ein Detail am Rande: Nicht
die gesamte Bundesführung ist zurückgetreten; die Rücklegung all ihrer Ämter betrifft den Jungenbund
der Bundesführung KPE-Österreich.Die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) ist besonders in Deutschland verbreitet und ist dort die letzte größere Organisation, die eine konsequente und erfolgreiche katholische Jugendarbeit verfolgt. Der Erfolg der KPE in Deutschland ist nicht zuletzt auf ihren verdienten Bundeskuraten, Pater Andreas Hönisch, zurückzuführen.
Der aus Schlesien stammende Pater Hönisch ist ein ehemaliger Jesuitenpater und Japanmissionar. Nach seinem Ausscheiden aus der Gesellschaft Jesu gründete er die blühende Ordensgemeinschaft der „Servi Jesu et Mariae“ – auf Deutsch: „Diener Jesu und Mariae“. Der junge Orden hat seinen Hauptsitz im niederösterreichischen Blindenmarkt, einer Ortschaft zwischen Linz und St. Pölten. Der Orden ist seit 1994 päpstlichen Rechts, das heißt, er untersteht direkt dem Heiligen Stuhl und nicht dem Ortsbischof. Der Orden entstand in der Diözese Augsburg, von wo er vom damaligen Diözesanbischof ohne Grundangabe und ohne Verfehlungen seitens des Ordens vertrieben wurde.
Zu den zurückgetretenen Funktionären der Österreich-Sektion der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“ gehören Präsident Eugen Liechtenstein, der Bundeskurat Mag. Martin Leitner und der Bundesfeldmeister und Bundeswölflingsmeister Fr. Felix Häfele.
Als Grund für ihren Rücktritt gibt die Bundesführung nur eine „schwierige Situation“ mit den von P. Andreas Hönisch auch in Österreich gegründeten Pfadfinder-Gruppen an. Diese „schwierige Situation“ sei leider von den europäischen Instanzen der „Katholischen Pfadfinderschaft“, die auch in Frankreich und Italien verbreitet ist, nicht erkannt worden. Was aber der genauere Grund für die Krise und den Rücktritt der österreichischen Bundesführung ist, bleibt im Unklaren.
Wie der zurückgetretene Bundesfeldmeister, Felix Häfele, ein Frater des niederösterreichischen Benediktinerklosters Göttweig, berichtet, führe Pater Hönisch von Blindenmarkt aus einige Pfadfindergruppen, auf deren inhaltliche und religiöse Ausrichtung die Bundesführung keinen Einfluß habe.
Deshalb habe man sich darum bemüht, die von den „Servi Jesu et Mariae“ betreuten österreichischen Gruppen bei der deutschen Sektion der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“ registrieren zu lassen. Man habe dieses Anliegen auch an die Dachorganisation der katholischen Pfadfinderschaft, die „Union Internationale des Guides et Scouts Européens“, herangetragen. Diese habe jedoch die Probleme der österreichischen Bundesführung „nicht erkannt“ und deren Widerstände „nicht ernst genommen“, so der Göttweiger Frater.
Daher habe sich die Bundesführung zum Rücktritt entschlossen und den internationalen Bund verlassen.
Sonntag, 9. Januar 2005 18:23
Dolfus: @FSSPX
@Catholicus
An Gottes Segen ist allen gelegen! Dominus nobiscum!
@Legitimität des FSSPX-(Nicht-)Rechtstatus:
Das Hauptargument für die fehlende Unterordnung dem Papst gegenüber ist meines Erachtens Folgendes:
Jeder einzelne römisch-katholische Priester der lateinischen Teilkirche, der Stammkirche des Bischofs von Rom, hat das Recht, die überlieferte Hl. Messe zu feiern – dies ist ein alter Grundsatz in der Hl. Kirche gewesen, durch viele Zeugnisse bestätigt: die Anordnung des hl. Papstes Pius V. und das Vorwort, das von jenen alten Zeiten bis in das Pontifikat Pauls VI. hinein (Pontifikat 1963-1978) in allen lateinischen Meßbüchern abgedruckt wurde. Diese Sicherheitsmaßnahmen müssen offensichtlich einen Grund gehabt haben, man wollte offensichtlich einem potentiellen Verbot der überlieferten Messe vorbeugen.
Das Verbot kam tatsächlich durch Papst Paul VI. Nach Auffassung einer Cardinalskommission, die im Auftrag von Papst Johannes Paul II. tagte, ist dieses Verbot ungültig.
Die FSSPX wird sich erst dann völlig dem Papst unterordnen, wenn die daraus resultierende Schlußfolgerung umgesetzt wird: den Priestern darf es durch die kirchlichen Autoritäten nicht mehr verwehrt werden, die überlieferte Messe zu lesen. Dazu dürfte keine Sondererlaubnis nötig sein, die nur unter Bedingungen gewehrt wird.
An Gottes Segen ist allen gelegen! Dominus nobiscum!
@Legitimität des FSSPX-(Nicht-)Rechtstatus:
Das Hauptargument für die fehlende Unterordnung dem Papst gegenüber ist meines Erachtens Folgendes:
Jeder einzelne römisch-katholische Priester der lateinischen Teilkirche, der Stammkirche des Bischofs von Rom, hat das Recht, die überlieferte Hl. Messe zu feiern – dies ist ein alter Grundsatz in der Hl. Kirche gewesen, durch viele Zeugnisse bestätigt: die Anordnung des hl. Papstes Pius V. und das Vorwort, das von jenen alten Zeiten bis in das Pontifikat Pauls VI. hinein (Pontifikat 1963-1978) in allen lateinischen Meßbüchern abgedruckt wurde. Diese Sicherheitsmaßnahmen müssen offensichtlich einen Grund gehabt haben, man wollte offensichtlich einem potentiellen Verbot der überlieferten Messe vorbeugen.
Das Verbot kam tatsächlich durch Papst Paul VI. Nach Auffassung einer Cardinalskommission, die im Auftrag von Papst Johannes Paul II. tagte, ist dieses Verbot ungültig.
Die FSSPX wird sich erst dann völlig dem Papst unterordnen, wenn die daraus resultierende Schlußfolgerung umgesetzt wird: den Priestern darf es durch die kirchlichen Autoritäten nicht mehr verwehrt werden, die überlieferte Messe zu lesen. Dazu dürfte keine Sondererlaubnis nötig sein, die nur unter Bedingungen gewehrt wird.
Samstag, 8. Januar 2005 22:43
Catholicus: @Dolfus
Mir ist schon klar, dass der Glaubensweg jedes Menschen ein anderer ist und daher niemand das Recht hat, seinen Nächsten zu verurteilen (nur Gott sieht das Herz). Bei der angesprochenen Frage handelt es sich jedoch um einen objektiven Sachverhalt, den die katholische Kirche (die ohne Papst nicht zu haben ist) sehr wohl beurteilen muss. Gottes Segen für Dich – da ich Dich in jedem Fall schätze!
Samstag, 8. Januar 2005 21:18
turk: Ohne Papst schismatisch
Wer sich nicht wie SJM dem Papst ganz klar und rechtlich unterordnet und katholisch getauft wurde und dem 30. Juni 1988, einem vom Papst schismatisch gekennzeichneten Weiheakt, öffentlich zustimmt (gegenüber einer Person), der ist schismatisch. Da helfen nicht hunderte Absätze des Herumredens. Die Priesterbruderschaft steht leider außerhalb, beten wir für ihre Rückkehr nach dem Vorbild von SJM und anderen Gemeinschaften, die sich jedenfalls dem Papst unterordnen. Nur wer das oberste Hirtenamt des Papstes annimmt und auch daran glaubt, ist katholisch.
Samstag, 8. Januar 2005 19:59
Dolfus: @Catholicus
Du sprichst die alte Streitfrage an, die insbesondere seit 1988 mit der Exkommunizierung des Erzbischofs
akut wurde, ob die FSSPX noch römisch-katholisch ist.
Auf den ersten Blick ist die Sache klar: Es sind Schismatiker, denn der Erzbischof hat, wenn man die rein objektiven Fakten betrachtet, dem regierenden Papst in einer wichtigen Angelegenheit, in den Bischofsweihen, den Gehorsam versagt.
Tatsache ist aber, daß es viele Kleriker und Laien gibt, Kleriker sowohl innerhalb der offiziellen Hierarchie, die zu einem anderen Schluß gekommen sind. Klar ist natürlich, daß die Anhänger und die Mitglieder der FSSPX auch Argumente ins Treffen zu führen haben, daß die Piusbruderschaft weiterhin Teil der Römisch-Katholischen Kirche sei, und daß der Ungehorsam von Monseigneur gegenüber dem Statthalter Christi theologisch gerechtfertigt war.
Das Offensichtliche, nämlich sie wären Schismatiker, und außerhalb der Kirche, muß nicht notwendigerweise auch der korrekte Schluß sein. Mit etwas denkerischem Wohlwollen für beide Seiten – das offizielle Rom und die FSSPX – kann man versuchen, sich in die Denkweise beider Parteien hineinzuversetzen, um dann möglichst vorurteilsfrei zu seinem eigenen Schluß zu kommen. Und das ist hier wirklich nicht so leicht.
Insofern hat der frühere BRD-Bundespräsident Roman Herzog einen guten bonmot geliefert: „Jeder Mensch hat das Grundrecht auf Irrtum.“
Gerade jene, die auch ihren eigenen – vielleicht verworrenen – Glaubensweg hinter sich haben, können ihm da gut zustimmen.
Auf den ersten Blick ist die Sache klar: Es sind Schismatiker, denn der Erzbischof hat, wenn man die rein objektiven Fakten betrachtet, dem regierenden Papst in einer wichtigen Angelegenheit, in den Bischofsweihen, den Gehorsam versagt.
Tatsache ist aber, daß es viele Kleriker und Laien gibt, Kleriker sowohl innerhalb der offiziellen Hierarchie, die zu einem anderen Schluß gekommen sind. Klar ist natürlich, daß die Anhänger und die Mitglieder der FSSPX auch Argumente ins Treffen zu führen haben, daß die Piusbruderschaft weiterhin Teil der Römisch-Katholischen Kirche sei, und daß der Ungehorsam von Monseigneur gegenüber dem Statthalter Christi theologisch gerechtfertigt war.
Das Offensichtliche, nämlich sie wären Schismatiker, und außerhalb der Kirche, muß nicht notwendigerweise auch der korrekte Schluß sein. Mit etwas denkerischem Wohlwollen für beide Seiten – das offizielle Rom und die FSSPX – kann man versuchen, sich in die Denkweise beider Parteien hineinzuversetzen, um dann möglichst vorurteilsfrei zu seinem eigenen Schluß zu kommen. Und das ist hier wirklich nicht so leicht.
Insofern hat der frühere BRD-Bundespräsident Roman Herzog einen guten bonmot geliefert: „Jeder Mensch hat das Grundrecht auf Irrtum.“
Gerade jene, die auch ihren eigenen – vielleicht verworrenen – Glaubensweg hinter sich haben, können ihm da gut zustimmen.
Samstag, 8. Januar 2005 16:03
1+1=7: @ottaviani Und,
sei froh dass die Menschen nach irgendwo hinpilgern.
Es geht gar nicht um echt oder nicht echt. Es geht darum, dass Hilfesuchende Ihre Zuflucht zur Mutter des Herrn nehmen.
So wie es auch die Servi Jesu et Mariens tun.
miserere nobis
Es geht gar nicht um echt oder nicht echt. Es geht darum, dass Hilfesuchende Ihre Zuflucht zur Mutter des Herrn nehmen.
So wie es auch die Servi Jesu et Mariens tun.
miserere nobis
Samstag, 8. Januar 2005 15:59
1+1=7: @ottaviani So spricht,
der die Leute nicht kennt. Der Satan lacht über jede Hilfe den Keil tiefer zu treiben.
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