P. Udo Fischer
Doppelspiel
Doppelspiele gibt es in der Kirche viele. Nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart. Ein Beispiel aus Österreich.
© pixelquelle.de
(kreuz.net) Die italienischen Bischöfe haben sich gegen eine rechtliche Duldung der Vielehe – etwa bei Moslems – gewandt.

Darauf wies der umstrittene österreichische Pater Udo Fischer im Leitartikel der jüngsten Ausgabe seiner Zeitschrift ‘Ja – die neue Kirchenzeitung’.

Pater Fischer ist Benediktiner des Stiftes Göttweig und Pfarrer von Paudorf in der Diözese St. Pölten in Niederösterreich.

Wegen seiner kirchenfeindlichen Haltung wurde er im Jahr 1998 vom damaligen Bischof von St. Pölten, Mons. Kurt Krenn, seines Amtes enthoben.

Bischof Krenn setzte allerdings seine Entscheidung – die sehr viel Staub aufwirbelte – nie in die Praxis um.

Der Nachfolger von Mons. Krenn setzten den kirchenfeindlichen Pater in einer seiner ersten bischöflichen Amtshandlungen wieder in Amt und Würde ein.

Pater Fischer begrüßt die Anstrengungen der Bischöfe Italiens gegen die Vielehe grundsätzlich:

Daß Christen der Polygamie nichts abgewinnen könnten und sich für die Einehe einsetzen, bedürfe keiner Erläuterung.

Dann kommt er auf die Forderung der Bischöfe zu sprechen, daß der Staat weitere – religiöse – Eheschließungen eines bereits vor dem Staat Verheirateten nicht faktisch anerkennen dürfe.

Hier glaubt Pater Fischer jedoch hinweisen zu müssen, daß Kirche und Islam in diesem Punkt „von der gleichen Staats-Liberalität profitieren“ würden.

Auch die Katholische Kirche lasse religiöse Eheschließungen bereits verheirateter Partner zu:

„Rein staatlich geschlossene Ehen werden von ihr nicht anerkannt.“

Ein standesamtlich getrauter Mann, der von seiner Frau fünf Kinder habe, könne sich von dieser scheiden lassen, um eine ledige junge Katholikin zu ehelichen.

Dafür erhalte er „problemlos“ den kirchlichen Segen.

Die italienischen Bischöfe hätten sich ferner gegen eine „völlige Gleichbehandlung“ der Religionen durch den Staat ausgesprochen.

Das habe zwar heftige Proteste anderer Konfessionen ausgelöst. Die Forderung als solche verwundere allerdings nicht.

Schon im 19. Jahrhundert habe die Katholische Kirche überall dort, wo sie Minderheit war, gleiche Religionsfreiheit gefordert, und dort wo sie Mehrheit war, diese möglichst verhindert.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Gotthard   23:34:00 | Samstag, 20. Januar 2007
kirchenfeindlich?
mit solch einem Satz kann man einen Autor kaputt schreiben:
Wegen seiner kirchenfeindlichen Haltung wurde er im Jahr 1998 vom damaligen Bischof von St. Pölten, Mons. Kurt Krenn, seines Amtes enthoben.
Wenn P. Udo’s Artikel immer so fundiert waren, wie der hier zitierte, weiß ich nciht, wer kirchenfeindlich war bzw ist: ER -nein – oder sein damaliger Bischof und die ihn heute schändlich zitierende x.net-Redaktion.
Natürlich stimmt das Beispiel des katholischen fünffachen nur standesamtlich verheirateten Vaters, der sich scheiden läßt und eine eine junge Knackige heiratet.
Die erste – sehr fruchtbare – Ehe war wegen Formmangels ungültig … und sie wird als „nichtig“ erklärt.
Damit ist dieser Mann wieder ledig und in der Lage, seine junge Knackige zu heiraten – wenn die Versorgung der Kinder gesichert ist.
Aus meiner Nachbarschaft kenne ich folgenden Fall: ein Mitdreißiger lernt Karneval eine ähnlich junge Frau mit 3 Kindern kennen… Bald wird Verlobung gefeiert – und alles Welt wundert sich nur noch.
Dann soll auch kirchlich geheiratet werden, obwohl die evangelische Frau schon fünf(!) standesamtliche Vorehen eingegangen war… jedes Mal mit einem katholischen Partner.
Der Bräutigam tritt wutentbrannt aus der Kirche aus, weil die kirchliche Eheschließung nicht genehmigt wurde.
Warum? Einer der Vor-Partner war aus der katholischen Kirche ausgetreten und damit nicht mehr an die Formpflicht gebunden. Damit war seine standesamtliche Ehe mit ihr eine gültige Ehe.
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#4   Wolfgang Bastian   22:13:35 | Samstag, 20. Januar 2007
Doppelspiel oder Rechthaberei?
:-| Herr Pater Fischer hat mehr, als nur Recht. Die Reaktion auf seine Erkenntnis- und Sichtweise bestätigen dies.
Von einer Nachfolge Jesu, kann bei der Romkirche, deren teilweise zwangsgetauften Christen schon lange keine Rede mehr sein, möglicherweise hat es dies, außer bei den Kirchenmüttern und Kirchenvätern, überhaupt noch nicht gegeben. Hier in Deutschland, von Ausnahmen abgesehen, haben wir es mit einer, durch den Staat zwangsalimentierten Kirche, mit zwangsalimentierten Priestern und Bischöfen, Kardinälen usw…, zu tun.
Wer hier nicht den Konzern einer kapitalistischen, wirtschaftlichen, auf eigenen Vorteil bedachten Organisation erkennt, der ist arm dran.
Deshalb werden ja andere Glaubensgemeinschaft, oft mit subtilen Mitteln bekämpft und denunziert. So war es, so wird es wohl bleiben, leider. Die Kirche Roms hat ein sehr großes Glaubwürdigkeitsproblem. Dass Pater Fischer dies benennt, dafür gebührt ihm Dank!
Wolfgang Bastian
orthodoxe katholische Hausgemeinde Lauterbach-Bregana
Jurisdiktion +Bischof carolus van der Osch
Orthodox Katholieke Kerk in Nederland
Die italienischen Bischöfe hätten sich ferner gegen eine „völlige Gleichbehandlung“ der Religionen durch den Staat ausgesprochen.
Das habe zwar heftige Proteste anderer Konfessionen ausgelöst. Die Forderung als solche verwundere allerdings nicht.
Schon im 19. Jahrhundert habe die Katholische Kirche überall dort, wo sie Minderheit war, gleiche Religionsfreiheit gefordert, und dort wo sie Mehrheit war, dies…
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#3   Gunsenum   19:00:25 | Samstag, 20. Januar 2007
Haushaltstip statt Kochrezept!
Haushaltstip: Fleisch – und Wurstwaren nicht in der Hundehütte lagern!
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#2   Catholicus   18:56:36 | Samstag, 20. Januar 2007
Wer folgt dem Kirchen-Revolutionär noch?
Die Dialektik von P. Udo Fischer OSB wandelt auf geschlungenen Pfaden! Selbst für seine Anhänger dürfte es schwer geworden sein, ihm noch zu folgen. Es fehlt ihm halt momentan etwas „Zündendes“. Und der jetzige Bischof vertraut ähnlich wie Bischof Krenn darauf, dass er ihn „aussitzen“ kann …
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#1   Gunsenum   18:53:31 | Samstag, 20. Januar 2007
Haushaltstip statt Kochrezept!
Haushaltstip : Spinat schmeckt besser, wenn man ihn durch ein Steak ersetzt.
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