09:13:02 | Dienstag, 23. Januar 2007
Johannes Paul II.
In seinem neuen Buch über Johannes Paul II. berichtet Kardinal Dziwisz nicht nur vor einer Flucht aus dem verwanzten Bischofspalast. Der verstorbene Papst habe auch überlegt, zurückzutreten.

Seine Ferien verbrachte Johannes Paul II. des öfteren mit Alessandro Pertini, dem früheren sozialistischen Präsidenten Italiens, in den Bergen.
(kreuz.net, Rom) Papst Johannes Paul II. soll im Jahr 2000 ernsthaft überlegt haben, als Papst zurückzutreten,
weil sich sein Gesundheitszustand damals deutlich verschlechterte.
Das berichtet sein langjähriger Privatsekretär
Stanislaw Kardinal Dziwisz in der Neuerscheinung „Ein Leben mit Karol“.
Das Buch wird morgen von der
Mailänder Verlagsgruppe Rizzoli in Italien auf den Markt gebracht.
Das katholischen Wochenmagazin ‘Famiglia
Cristiana’ hat Teile daraus vorabgedruckt.
Johannes Paul II. habe die Möglichkeit geprüft, die kirchlichen
Gesetze zu ändern, um Päpsten den Rücktritt im Alter von 80 Jahren zu ermöglichen, so Kardinal Dziwisz.
Der gegenwärtige Erzbischof von Krakau lebte fast vierzig Jahre lang – von 1966 bis 2005 an der Seite
von Johannes Paul II.
Ali Agca bat nie um VerzeihungIm Buch findet sich auch ein langes Gespräch zwischen
Kardinal Dziwisz und Gianfranco Svidercoschi, dem ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur der Vatikanzeitung
‘L’Osservatore Romano’.
Darin schildert der Erzbischof viele persönliche Seiten des verstorbenen Papstes.
Zu den spannendsten Passagen des Werks zählt der Bericht über das Attentat auf den Papst am 13. Mai
1981 auf dem Petersplatz: „Ich habe nach dem zweiten Schuß gemerkt, wie der Heilige Vater neben mir auf
eine Seite zusammengesackt ist“, berichtet der Erzbischof.
Für den Krakauer Kardinal ist klar, daß
der sowjetische Geheimdienst für das Attentat verantwortlich war. Der türkische Attentäter Ali Agca
sei ein perfekter Killer gewesen:
„Er war von jenen Personen entsandt worden, die den Papst für gefährlich
hielten. Wer war vor der Ankündigung der Wahl eines polnischen Papstes so erschrocken? Wie kann man nicht
an die kommunistische Welt denken?“
In seinem Memoirenbuch berichtet der Erzbischof auch, daß Agca Johannes
Paul II. wegen des Mordversuchs niemals um Verzeihung gebeten habe:
Der Papst habe ihm das jedoch nicht
übel genommen: „Für Johannes Paul II. existierte das Wort Beleidigung nicht. Wenn er einen kritischen
Bericht über sich las, war er nie wütend.“
Wanzen im BischofspalastKardinal Dziwisz erzählt in seinem
Buch auch, daß Johannes Paul II. als Erzbischof von Krakau vom polnischen Geheimdienst ausspioniert wurde:
„Der Bischofspalast war voll mit Wanzen. Wir wußten genau, daß man uns aushorchte.“
Wenn ausländische
Bischöfe auf Besuch kamen, habe sie der damalige Kardinal Wojtyla in die Berge geführt, um nicht belauscht
zu werden.
Zu den Bergen hatte der frühere Papst generell eine große Liebe. Während seines Pontifikats
sei Johannes Paul II. über hundert Mal in den Abruzzen inkognito Ski gefahren. Der leidenschaftliche
Sportler schwamm und wanderte auch gerne.
Schwäche und Treue der polnischen KircheIn dem Buch verteidigt
der Krakauer Erzbischof die polnische Kirche. Sie habe vor der Unterdrückung niemals kapituliert.
Es
habe Schwächen gegeben. Aber die polnische Kirche sei ihrer Sendung stets treu geblieben.
„Ich erschrecke
nicht vor einem Menschen, der sündigt“, so der Krakauer Oberhirte.
Er habe allen Priestern seiner Erzdiözese
geschrieben, daß sie „zu mir kommen können, wenn sie eine Last auf dem Gewissen haben, weil sie mit
dem Regime – vielleicht unwissend – zusammengearbeitet haben“.
Er würde die Situation mit ihnen überprüfen
und lösen. Vor einem Fehler brauche man nicht zusammenzubrechen:
„Man muß mit der Hilfe Gottes wieder
aufstehen.“
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Gotthard 23:17:49 | Dienstag, 23. Januar 2007
#6
Athanasius 14:20:06 | Dienstag, 23. Januar 2007
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Hyazinth 13:35:02 | Dienstag, 23. Januar 2007
#4
laikos 12:06:27 | Dienstag, 23. Januar 2007