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Dienstag, 23. Januar 2007 14:12
Eine Zwangsjacke?
Der ehemalige Priester Ralf Birkner und Katja Heßling wagten in Bonn einen angeblichen Neuanfang. Daß ihre Entscheidung richtig ist, sah ihnen die ‘Neue Ruhr/Rhein-Zeitung’ deutlich an.
Polnische Priester im Jahr 2006 auf Pilgerbegleitung
Polnische Priester im Jahr 2006 auf Pilgerbegleitung
(kreuz.net) Am 29. Dezember predigte Gaby Boch in der ‘Neuen Ruhr/Rhein-Zeitung’ vom „neuen Leben“ des Ralf Birkner.

Birkner habe seinen Traumberuf aufgegeben und sich für einen „Neuanfang“ mit Katja Heßling entschieden.

Im Mai 2004 hängte Hw. Birkner, der bisher in der Nicolai-Kirche in der Stadt Kalkar als Pfarrer tätig war, seinen Priesterberuf an den Nagel.

Die 14.000-Seelen-Stadt Kalkar liegt am im Nordwesten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Als Priester war Hw. Birkner von 1998 bis 2002 Kaplan in Goch. Danach wurde er Pastor in Kalkar.

Auf Bitte der ‘Neuen Ruhr/Rhein-Zeitung’ erzählte der abgefallene Priester seine „Geschichte eines Neuanfangs“.

Diese Geschichte macht – nach den Worten der Verfasserin des Artikels – „Mut“ und zeigt, daß „Liebe stark macht“.

Im Mai 2004 trat Hw. Birkner auf die Kanzel der Nicolai-Kirche und verkündigte, daß er seit Januar 1997 Diabetiker sei und sich die Werte in letzter Zeit rapide verschlechtert hätten:

„Meine momentane Prognose ist so schlecht, daß nach Aussage der Ärzte ab sofort mit erheblichen Folgeschäden zu rechnen ist, wenn nicht sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden.“

Der Bischof von Münster, Mons. Reinhard Lettmann, reagierte verständnisvoll und beurlaubte den Kalkarer Pastor.

Zwei Monate verbrachte der Priester im Kloster.

Dort kam er zu dem Schluß, daß die „Lebensform der entscheidende Faktor“ sei.

Hw. Birkner hatte die Fusion der fünf Kalkarer Pfarrgemeinden geleitet. Diese große Aufgabe ließ ihm wenig Zeit für das, was er am Priesterberuf liebte: die Predigten, die Arbeit mit den Menschen.

„Es war kein richtiges Burnout. Aber ich war nicht mehr im Gleichgewicht“ – so der Ex-Priester.

Sein Zuckerspiegel habe das mit deutlichen Warnhinweisen quittiert.

Hw. Birkner traf im Kloster eine Entscheidung. Er glaubte zu erkennen, daß das Priesteramt für ihn zu einer „Zwangsjacke“ geworden sei.

Das habe nicht mit seiner Gemeinde, sondern unter anderem auch mit den Umstrukturierungen in den Bistümern zu tun gehabt.

Diese seien zu schnell und oft ohne pastorale Vision getroffen worden: „Ich hätte mir kreativere Ideen gewünscht.“

Die Fusion der Pfarrgemeinden dürfen nicht einfach von den vorhandenen und den zu erwartenden Priestern abhängig gemacht werden.

Birkner verweist auf lateinamerikanische Modelle, wo Katecheten als örtliche Gemeindeleiter von Priestern geschult und begleitet würden.

Dadurch behalte die Kirche vor Ort ein Gesicht.

Wichtig sei auch die Frage, was in einer katholischen Gemeinde unaufgebbar sei. Das seien in erster Linie die Menschen.

Hw. Birkner hinterfragte sich und sein Leben. Er entschloß sich „nach reiflicher Überlegung“ – so der Artikel – gegen den Priesterberuf und für eine Frau, Katja Heßling.

Ihm sei bewußt gewesen, was er aufgebe: „Ich war mit Leib und Seele Priester, aus Überzeugung.“

Katja Heßling und Ralf Birkner sind jetzt „fest davon überzeugt“, daß es die richtige Entscheidung war und ist.

Ralf Birkner fühlt sich beim Verlassen des Priestertums auch von der Kirche nicht allein gelassen.

Besonders die Gespräche mit dem Bischof von Münster hat er als ausgesprochen verständnisvoll in Erinnerung.

Das Paar lebt heute in Bonn. Beide haben nach längerem Suchen Arbeit gefunden.

Die Kirche ist für sie immer noch ein wichtiger Teil ihres Lebens, auf den sie nicht verzichten möchten.

Ihr „tiefer Glaube“ habe ihnen geholfen, ihren „gemeinsamen Weg zu suchen und zu finden“ – weiß der Artikel:

„Daß es der richtige ist, ist ihnen anzusehen.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 38 Lesermeinungen:
Freitag, 26. Januar 2007 22:37
Regina 1961: @gastus
Wer von uns beiden erleidet denn jetzt einen geistigen Höhenflugkoller?
Freitag, 26. Januar 2007 22:08
Gastus: @Regina61
Ja, Sie haben es begriffen. Der Junge wollte „aktiv“ werden und hat drumherum viel geistigen Dünnpfiff erzählt. So einfach war das.

Gratulation!
Freitag, 26. Januar 2007 21:45
Regina 1961: @Gastus
Lieber Gastus,
auch wenn Du es nicht für möglich hälst, ich habe es begriffen. Es ist doch ganz simpel: Wieso, weshalb und warum der junge Priester gerade seinen Diabetes als Laiisierungsgrund angegeben hat, weiß doch niemend. Dabei ist es doch sooooo offensichtlich: Er will nicht mehr den Zölibat leben. Und vielleicht will er auch kein Priester mehr sein. Punkt. Ende. Aus. Alles weitere ist Getue! Liebe Grüße
Regina1961
Donnerstag, 25. Januar 2007 18:01
stat crux: Und wenn das zwanglose Leben…
dann wieder den Zuckerspiegel hochtreibt, wird sich der Entzwangsbejackte vielleicht an Frau Hessling schadlos halten. „Gewissensgründe“ für den nächsten Schwenk werden sich wohl finden. Welche kuriose Komplexe treiben wohl die eine oder andere dazu, sich einen zuckerkranken Priester „sichern“ zu wollen? Das „junge Glück“ sieht andernorts doch anders aus…
Mittwoch, 24. Januar 2007 08:54
Gastus: @Regina61 – erwähnenswert
Da will sich ein junger Priester laiisieren lassen und schon bricht mal wieder eine ganze Welt zusammen. Gäbe es diesen Zölibat auf freiwilliger Basis, wäre die Sache überhaupt nicht erwähnenswert.

Sie haben es nicht ganz erfasst.

Der zu entgleisen drohende „Blutzucker“ musste laiisiert werden. Dafür hatte der Bischof von Münster so viel Verständnis, dass er dem „Blutzucker“ empfohlen hat den Schnidelwutz und alles was noch dran hängt gleich mit zu laiisieren.

Diese Art der Laiisierung ist aussergewöhnlich, dürfte einzigartig sein und von daher überaus erwähnenswert. Liebe Regina, wollen Sie wissen, wieviel unter hohem Blutzucker leidenden Priestern dieser Beitrag in auswegloser Situation nicht schon Hilfestellung gewesen ist?

Lesen Sie diesen nachstehenden Satz von Hw. Birkner und bedenken Sie, was der gute Mann aufgegeben und für ein Opfer gebracht hat, nur um seinen Blutzucker wieder in den Griff zu bekommen:

Ihm sei bewußt gewesen, was er aufgebe: „Ich war mit Leib und Seele Priester, aus Überzeugung.“
Mittwoch, 24. Januar 2007 08:04
Regina 1961: Zwangsjacke
Was soll denn schon wieder dieses Geschrei? Da will sich ein junger Priester laiisieren lassen und schon bricht mal wieder eine ganze Welt zusammen. Gäbe es diesen Zölibat auf freiwilliger Basis, wäre die Sache überhaupt nicht erwähnenswert.
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