„Evangelen und Katholen können weit mehr gemeinsam tun, als sie dürfen.“ Ein Sprecher der evangelischen Gemeinschaft in Köln beruft sich auf ein Zitat von Karl Kardinal Lehmann und beleuchtet den Weltjugendtag aus dem Blickwinkel der Protestanten. Ökumenische Einblicke.
(kreuz.net, Köln) Im Erzbistum Köln findet kommenden Sommer der 20. Weltjugendtag statt. „Was machen
die Evangelischen in dieser Zeit? Werden auch sie ‘dabei’ sein oder das Mega-Event sogar mitgestalten?“
Günter A. Menne, Pressesprecher des Evangelischen Stadtkirchenverbandes Köln, stellte sich in einem
gestern veröffentlichten Artikel im „Rheinischen Merkur“ der ökumenischen Dimension des Weltjugendtages.
Der 20. Weltjugendtag dauert vom 11. bis 21. August 2005. Er wird in Köln stattfinden. Neben dem Heiligen
Vater, Papst Johannes Paul II., werden 800.000 junge Menschen und rund 600 Bischöfe erwartet.
Der Weltjugendtag
sei, so der evangelische Pressesprecher, eine rein katholische Veranstaltung. Pressesprecher Menne zitierte
in diesem Zusammenhang den evangelischen Stadtsuperintendenten von Köln, Ernst Frey. Dieser sei sich
im Klaren, daß die Veranstaltung kein Ökumenischer Kirchtag werden könne. Das werde selbstverständlich
respektiert. „Wir evangelischen Christinnen und Christen in der Region freuen uns mit unseren katholischen
Schwestern und Brüdern auf das große Ereignis“, so Frey, „und wir möchten zusammen mit ihnen den jungen
Leuten aus aller Welt gute Gastgeber sein!“
Man werde die evangelischen Gemeinden und Familien bitten,
sich bei der Aktion „Herberge gesucht“ zu beteiligen. Den internationalen Gästen wolle man zahlreiche
Quartiere und Schlaflager anbieten. Es gelte, mit Blick auf den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2007
in Köln, mit einem guten Beispiel voranzugehen. Das sei „eine Investition in die Zukunft“.
Der evangelische
Sprecher nannte noch weitere Beispiele, wie sich die evangelische Gastfreundschaft und Geschwisterlichkeit
während des Weltjugendtages 2005 äußern werde. So steht der „protestantischer Dom“ von Köln, die Trinitatiskirche,
für eine der großen Katechesen am Weltjugendtag zur Verfügung. Gerne stelle die evangelische Kirche
auch noch weitere Kirchen zur Verfügung.
Im offiziellen Programm des Weltjugendtages in Köln gebe es
eine einzige richtig ökumenische Veranstaltung, den „Kölner Ökumenischen Brückenweg“. Er sei in bestem
konfessionsverbindenden Sinn verabredet worden. Der Name der Veranstaltung kommt davon, daß man gemeinsam,
singend und betend über die Rheinbrücken ziehe.
Was sonst noch in den evangelischen Gemeinden zum Weltjugendtag
geplant werde, wisse heute noch niemand genau. „So herrlich spontan kann nämlich in den evangelischen
Gemeinden im Rheinland nach dem Willen ihrer ziemlich autonomen Pfarrer noch alles Mögliche „angedacht“
werden“, erklärte Günter Menne.
Planung und Durchführung würden dann schnell entschieden, am besten
im Einvernehmen mit der katholischen Nachbarpfarrei. Und zwar, so Menne, „frei nach Bischof Karl Lehmann
und seiner vor kurzem laut gedachten Überlegung, daß Evangelen und Katholen (mal salopp und weltjugendtagsmäßig
formuliert) längst mehr tun können, ‘als wir schon dürfen’“.
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Schwere Bedenken gegen den WJT Eines voraus geschickt: Ich habe einen WJT bereits miterlebt und habe die
Atmosphäre dort sehr geschätzt. Was mir aber bereits damals bei der Papstmesse schwere Kopfzerbrechen
bereitet hat, war der bedenkenlose Umgang mit den heiligsten Gestalten der Eucharistie, die der Gottmensch
Selbst ist, in jedem kleinsten Partikel. Dies ist ja generell ein Problem bei den Papstmassenmessen (die
liturgisch ja jedes Mal ein Unikat sind und somit gegen die eigenen vatikanischen Vorschriften verstoßen).
Vorschriften sind ja „nur“ Vorschriften, besonders im liberalen Novus Ordo, da könne ja der Papst dispensieren,
könnte man sagen … aber der Umgang mit den heiligsten Gestalten der Eucharistie, und das nicht nur
einmal, sondern quasi als Standard … was ich gesehen habe, live oder in TV-Übertragungen, das spricht
leider nicht für die eucharistische Frömmigkeit des Stellvertreters Jesu Christi, so leid mir das auch
tut, das zu sagen. Es geht hier wirklich um gröbste Profanierungen, die von päpstlichen Massenmessen
gemeldet werden … ich kann dies nach reiflicher Überlegung nicht mehr länger als Kinkerlitzchen abtun.
Es geht um die Profanierung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit Selbst! Man mag einwerfen, dies käme ja
leider in den Reformierten Messen quasi-standardmäßig vor – von besonderen Kommunitäten abgesehen –,
aber ich glaube, daß der erschütternde Umgang mit der heiligsten Eucharistie in den Papstmassenmessen
doch eigene ungeheuerliche Dimensionen annimmt. Man sieht fast die heiligen Päpste der Vergangenheit
mit den Engeln vom Himmel aus sorgenvoll zusehend, was sich in diesen Veranstaltungen – jede für sich
ein Hl. Meßopfer! – abspielt. Nach menschlicher Überlegung glaube ich darum nicht länger, daß diese
WJT-Veranstaltungen, die sicher Spaß machen – und es ist auch berührend, dem Papst zuzujubeln –, aber
ich persönlich kann nicht mehr länger glauben, daß von solchen Orten der offensichtlichen Profanierung,
selbst wenn der Vicarius Christi anwesend wäre, Segen und Gnade ausgehen könnte, sondern eher das Gegenteil.
Ich kann deshalb dort nicht guten Gewissens hinfahren, und werde es auch nicht mehr, insbesondere, da
ja auch noch die deutschen Funktionärskatholiken – Apostaten – die Organisation übernehmen.