Für die Übersetzung der Wandlungsworte gibt es nach Meinung des emeritierten Münsteraner Liturgikers Klemens Richter nur eine Möglichkeit.
(kreuz.net, Münster) Jesus habe beim letzten Abendmahl sicher nicht lateinisch gesprochen.
Das erklärte
der inzwischen emeritierte Münsteraner Liturgieprofessor Klemens Richter in einem Artikel, der auf der
Webseite ‘muenster.de’ publiziert wurde.
Der Artikel befaßt sich mit der Frage, ob es in den Wandlungsworten
über den Kelch, richtig „für alle hingegeben“ oder „für viele hingegeben“ heißen muß.
Der lateinische
Text und die vorkonziliare deutsche Schott-Übersetzung würden sagen, daß das Blut des Herrn „für euch
und für viele vergossen wird“ – erklärt Richter.
In der ersten Neuübersetzung nach dem Konzil sei
mit „für die vielen“ – später „für alle“ – übersetzt worden.
In den Hochgebeten der Messe würden
die neutestamentlichen Einsetzungsberichte des Herrenmahls nicht wortwörtlich wiedergegeben.
Die Übersetzung
„für euch und für alle“ sei ein Versuch, die verschiedenen biblischen Berichte miteinander zu verbinden.
Die Übersetzung „für alle“ beziehe sich auf den „markinisch-matthäischen Typ“, wo griechisch von „hyper
pollon“ die Rede ist.
Dabei würden „die Exegeten“ heute davon ausgehen, daß diese Formulierung „die
ursprünglichere“ sei.
Die Wendung „hyper pollon“ heiße wörtlich übersetzt zwar tatsächlich „für
viele“. Aber im Hebräischen würde der Ausdruck „die vielen“ die nicht mehr zu zählenden Vielen, die
Masse, also alle bezeichnen – folgt Richter einer Interpretation des protestantischen Theologen Joachim
Jeremias († 1979).
Doch entscheidender sei, daß im Neuen Testament immer wieder der universale Heilswille
Gottes betont werde. Es sei also in der Absicht des Herrn gelegen, sein Blut für alle zu vergießen.
Zwar heiße es auch im Lateinischen „für viele“. Doch die Wendung müsse im Hebräischen – und damit
im angeblich „ursprünglichen Sinn“ – wieder als „für alle“ verstanden werden.
Christus sei nicht „für
viele“ – im Gegensatz zu wenigen – gestorben, sondern für alle Menschen:
„So übersetzt die heutige
deutsche Übersetzung das lateinische »pro multis« des Einsetzungsberichtes durchaus richtig, wenn sie
es mit »für alle« wiedergibt.“
Schon der Einsetzungsbericht „des alten Kanon“ habe am Gründonnerstag
gesagt: „Am Abend, bevor er für unser und aller Heil litt…“
So werde der umfassende Heilswille Christi
richtig wiedergegeben:
Richter zitiert auch den Kölner Liturgiker Hw. Theodor Schnitzler († 1982):
„Wer den Sinn »für alle« leugnet, steht in der Gefahr jansenistischer, ja kalvinistischer Anschauungen.
Wer den Wortlaut »für viele« übersieht, erkennt nicht die Sorge des Herrenwortes um die, die sich
abwenden.“
Die römischen Gremien, welche in den 70er und 80er Jahren alle Übersetzungen der einzelnen
Bischofskonferenzen „intensiv geprüft“ hätten, hätten in der Übertragung „für alle“ keine Probleme
gesehen, die ja durch das vorhergehende „für euch“ ergänzt worden sei.
Somit kommt Richter zur Lösung:
„Der Wortlaut heißt »für viele«, doch der Sinn dieser Stelle ist eindeutig »für alle«, so daß
nach unserer theologischen Erkenntnis nur diese Übertragung in Frage kommen kann.“
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47 Lesermeinungen
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Calvinismus ist… Calvinismus ist alttestamentarisches Neo-Judentum…Neo-Pharisäertum. Eine Kaufmannsreligion
für die Reichen. Wucher ist erlaubt. Die katholische Sozialordnung aufgehoben. Die Grosskaufleute der
Calvinisten habenmit Sklaven gehandelt. Es waren die Jesuiten und Quäker, die dagegen aufbegehrten. www.artfond.de/geldseite.htm www.vergessene-buecher.de www.zeit-fragen.ch
@möchtegern-kathole Das heisst aber auch, dass die Evangelien bei der Messe abgeschrieben haben dürften.
Warum die Textstellen unterschiedlich sind, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Erkenntnisse mit Rätseln
sind keine Erkenntnisse … Du Möchtegern-Exeget!
Stimme der Vernunft „wenn das so wesentlich ist: Warum dürfen eigentlich nicht alle aus dem Kelch trinken,
wo es doch eindeutig heisst ,trinket alledaraus’? Hier heisst es unstrittig alle“ Nicht dürfen? Ne, reine
Rücksichtsnahme. Vgl. doch das Bildchen oben: Da geht doch ganz anschaulich hervor, weshalb die Tradis
die Kelchkommunion strikt ablehnen.
verbindlich sind … … die überlieferten Wandlungsworte der Heiligen Messe, und nicht die Evangelien.
Die Wandlungsworte sind vermutlich älter als die Evangelien, da man annehmen kann, dass man der Aufforderung
„tut dies“ eher nachkam als die Evangelien zu schreiben. Dies bedeutet, dass sich die Wandlungsworte nicht
nach den Evangelien zu richten haben. Die Wandlungsworte sind eine eigenständige Überlieferung. Das
heisst aber auch, dass die Evangelien bei der Messe abgeschrieben haben dürften. Warum die Textstellen
unterschiedlich sind, bleibt mir allerdings ein Rätsel.
@ rebekka Hopla, ich habe in der Eile die von Ihnen kritisierte Textpassage falsch aufgefaßt. Trotzdem!!
Die Kausalitätsketten von Prof. Richter bleiben abenteuerlich. Die Wandlungsworte aus der Messe sind
eine Verbindung der unten genannten Berichte. Sie fassen zusammen. Kein einziger Bericht widerspricht
ihnen. Von „allen“ ist nie die Rede. Das Kelchwort lautet – bei Markus 14, 22-26: Das ist mein Blut des
Bundes, für viele vergossen. – bei Matthäus 26,26-28: Das ist mein Blut des Bundes, für viele vergossen
zur Vergebung der Sünden. – bei Paulus 1 Kor 11, 23-26: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut.
– bei Lukas 22,19-20: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, für euch vergossen. 2 Quellen berichten,
daß Christus von „vielen“ sprach. Die anderen Quellen äußern sich hierzu nicht. Wie Prof. Richter trotzdem
die Ansicht vertreten kann, daß die Übersetzung mit „für alle“ eine Verbindung der verschiedenen Berichte
sei, obwohl nicht eine einzige Quelle von „allen“ berichtet, ist mir völlig schleierhaft. Mit Wissenschaft
hat das nicht viel zu tun. P.S.: Die häufig angeführte Behauptung, daß „nur“ 2 Berichte von den „vielen“
sprechen und daß dies nicht ausreichend sei, um von der Richtigkeit auszugehen, ist natürlich blanker
Unsinn. Das weiß jeder, der sich auch nur ansatzweise mit dem Problem der Beweiswürdigung auskennt.
Wie oft muß denn in der Bibel etwas behauptet werden, damit es glaubhaft ist? Der hl. Geist hat sich
außerdem nicht 2x geirrt
Lehramtlich fixiert Papst Innozenz X hat 1653 die Verneinung, daß Christus sein Blut pro omnibus omnino
hominibus vergossen hat, als häretisch verurteilt. Also, Athanisius u.a: Suchen Sie sich eine bigotte
und hysterische evangelische Freikirche – und raus aus meiner hl. kath. Kirche!
#41 Gotthard 22:49:27 | Donnerstag, 25. Januar 2007
@möchtegern-kathole Ich erkläre es – in Worten die hoffentlich verständlich sind. Hättest Du gesagt:
ich habe es erklärt, wäre das eindeutig gewesen. Ich gehe nicht alle Beiträge rückwärts, um einiges
zu erkennen.
@Gotthard 1) wir sollten uns auf „Sie“ und nicht auf „Du“ verständigen. 2) Wie ich mit einem Wort unseres
Herren umgehe? Ich erkläre es – in Worten die hoffentlich verständlich sind.
#37 Gotthard 21:51:01 | Donnerstag, 25. Januar 2007
@möchtegern-kathole Trinket alle daraus“ ist eine Aufforderung. Wenn ich sage: „Lest alle diesen Beitrag“,
dann meine ich damit, alle sollten den Beitrag lesen. Es ist keine Aussage, ob tatsächlich alle den Beitrag
lesen. wie gehst du mit einer Aufforderung unseres Herrn um? …
#36 Athanasius 21:46:39 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Hyper pollon Es ist alles ganz einfach und auf Griechisch lässt es keinen Zweifel bestehen. Da man davon
ausgehen kann, dass etwa Matthäus als Zollner im östlichen Römischen Reich und als Jude, sowohl des
Griechischen als des Hebräischen mächtig war, kann man – auch rein historisch – nur davon ausgehen,
dass „für viele“ gemeint ist. Ein Christ, der die INspiration der Evangelien anerkennt, kann núr vom
„für viele“ ausgehen. Kreative Lügen von Protestanten und Münsterschen Liturgikern hilft da wenig.
Auch wenn die Deutschen das Evangelium und die Kirchengeschichte schon immer aufs Neue schreiben wollten.
@Gotthard danke für die Frage. Die Erklärung ist: „Trinket alle daraus“ ist eine Aufforderung. Wenn
ich sage: „Lest alle diesen Beitrag“, dann meine ich damit, alle sollten den Beitrag lesen. Es ist keine
Aussage, ob tatsächlich alle den Beitrag lesen. Wenn ich aber sage: „Alle lesen diesen Beitrag“, dann
meine ich damit, tatsächlich würden alle dasitzen und den Beitrag lesen. (= Feststellung) Deshalb sagte
unser Herr: „das für viele vergossen wird“. (= Feststellung)
Irschendwie schon eine lustige Logik, die falsche Übersetzung ist die richtige, weil das mutmaßliche
Original mutmaßlich auch schon falsch übersetzt wurde. So was gibts nur bei Theologen. Bei modernistischen.
#33 Gotthard 20:45:38 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Erklärung bitte über den deutschen Ausdruck einer theologischen Wahrheit wird heftigst gestritten: für
alle (Menschen) ist gemeint – gesagt werden sollte aber „für viele“… na gut, diskutiert weiter! sprachlich
völlig eindeutig gibt es einige Worte davor ein „ALLE“, das niemanden interessiert … bzw das meist
in der tatsächlichen Rezeption heftigst angefeindet wird: „Trinket ALLE“ daraus … selbst die VIELEN
dürfen / sollen nicht. Kann mir das jemand mal erklären?
#29 Gunsenum 20:20:03 | Donnerstag, 25. Januar 2007
@sozialk. Also: Ich verstehe den Sinn ihrer Frage nicht – beweist dies auch nur ein Jota, daß im Lateinischen
die korrekte Form wiedergegeben wird? Die Behauptung, resp. das INfragstellen einer sache ist kein Beweis.
#28 Guntram 19:54:46 | Donnerstag, 25. Januar 2007
ite missa est! Ite missa est! Gehet hin oder Wie theatralisch ist eine lateinische Messe?(…) In Zeiten
aber, in denen während der Heiligen Messe, als welche sich der katholische Gottesdienst immer noch begreift,
vielerorts die Leute während der Austeilung der Hostien zur Kommunion an den Altar stiefeln, als holten
sie sich dort eben mal eine Bratwurst ab, und eben dort den Leib Christi von einem Diener Gottes so in
die Hand gedrückt bekommen, als teile dieser eben mal einen Freifahrschein in alle Richtungen aus; in
Zeiten auch, in denen Priester das Wort Gottes vorplappern, als sei dieses eine mehr oder weniger interessante
Meldung aus dem Vermischten; in Zeiten auch, in denen Pfarrer am Altar sich aufführen, als schlurften
sie durch ein Sozialarbeiterselbsterfahrungsseminar („Christus steckt auch im Zuckerkuchen“), und die
Pastoralreferentin den erwachsenen Gläubigen das „Vater unser“ in einer Art rhythmischer Sportgymnastik
für Grundschüler vorturnt (zwei Händchen empor zum Himmelspapa, zwei Fäustchen für ein Halleluja
den Schuldigern, ein Armwedeln gegen die Versuchung); in Zeiten also, in denen der Wert und die Würde
aller Formen ziemlich im liturgischen Eimer zu sein scheinen – in solchen Zeiten wünschte man sich dringend:
dass Pfarrer wieder mehr zu Komödianten würden.
viele – alle wenn das so wesentlich ist: Warum dürfen eigentlich nicht alle aus dem Kelch trinken, wo
es doch eindeutig heisst „trinket alledaraus“? Hier heisst es unstrittig alle.
#24 Athanasius 16:01:08 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Liturgicus emeritus Zum emeritierten Liturgiker passt gut dieser Cartoon aus den USA: …ccartoonblog.blogspot.com/…like-pro-multis.html
Und wenn Abraham also damals viele seiner Schafe verkaufen wollte, hat natürlich der andere Jude gedacht,
er verkaufe álle Schafe. Nein, Hebräisch kennt kein Wort für „alle“. Natürlich. Und weitere Märchen
aus dem Münsteraner Wunderland.
warum ändert man nicht einfach die Wandlungsworte so um, dass alle Zweifel beseitigt sind „Nehmt und
trinkt alle, die richtig disponiert und gläubig sind, daraus, das ist mein Blut, das Blut des neuen Bundes,
das zwar für alle vergossen wird, aber dessen Nutzen nur vielen, und zwar denen, die das Erlösungsangebot
auch annehmen, zugute kommen wird.“ So wäre das theologisch korrekt und alle wären zufrieden. Stattdessen
dieser Quatsch mit „viele“ sagen aber dazu erklären, dass eigentlich schon alle gemeint sind, da blickt
doch kein Mensch mehr durch.
#21 rebekka 15:56:05 | Donnerstag, 25. Januar 2007
@ Defensor fidei In den Hochgebeten der Messe würden die neutestamentlichen Einsetzungsberichte des Herrenmahls
nicht wortwörtlich wiedergegeben. Woher er das nur weiß; war er dabei? Reine Spekulation! Um das zu
wissen, muss man nur die neutestamentlichen Einsetzungsberichte lesen (derer es vier gibt). Und dann muss
man die Hochgebete der Messe lesen. Und siehe da: Es besteht keine wörtliche Übereinstimmung – genau
wie Prof. Richter sagt. Was ist daran Spekulation? Lesen genügt! Richter hat (in diesem Punkt) völlig
recht. Er spricht ja nicht davon, er sei dabeigewesen, sondern er spricht nur vom Text des NT und dem
Text der Messe. Hier gibt es nichts zu spekulieren, sondern nur zu lesen. Die Hochgebete finden sich in
den diversen Missalia der verschiedenen Riten und Zeiten, die neutestamentlichen Texte in Mt 26, Mk 14,
Lk 22 und 1.Kor 11. Um die zu vergleichen, müsste sogar die durchschnittliche Intelligenz eines kreuz.net-Lesern
genügen!
#19 Katharina L. † 15:52:16 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Mal wieder zu einfach Verbindlich ist daher der dogmatisierte griechische Text bzw. der Text der Vulgata,
also pro multis. So einfach ist das mit der „Dogmatisierung“ des griechischen Textes nicht. Nach Mk 14,24,
Mt 26,28, Lk 22,20 und 1Kor 11,25 müsste Jesus dann nämlich vier verschiedene Sachen gesagt haben, die
aber alle „dogmatisiert“ sind. Und nur zwei davon enthalten „pro multis“, einer enthält „pro vobis“ und
einer enthält nichts von beiden. Die liturgische Fassung „pro vobis et pro multis“ ist also ebenfalls
bereits eine Deutung, die sich zwar nahelegt, aber keinesfalls mit „dem“ dogmatisierten Text übereinstimmt,
weil es „den“ dogmatisierten Text gar nicht gibt. Es gibt nur vier verschiedene, und keiner von ihnen
stimmt mit der liturgischen Fassung überein. Ebenfalls dogmatisiert wäre demnach, dass das „Nehmet“
bzgl. des Kelches bereits VOR dem Brot gesprochen wird (Lk 22,17) – auch daran hält sich die liturgische
Tradition nicht, die hier ebenfalls bereits deutend eingreift, indem sie sich für die Variante Mk/Mt/1Kor
entscheidet (erst Brot, dann Kelch) und gegen Lk. Auch „aeternum testamentum“ steht nirgends im Rahmen
der Kelchworte, in keiner der vier Überlieferungen. Und 1Kor hat kein „Nehmet“, weder beim Brot noch
beim Kelch. Also so einfach ist das mit dem „dogmatisierten“ Text nun keinesfalls.
#18 Defensor Fidei 15:22:13 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Was für eine Logik Ich kann es einfach nicht begreifen. Man höre und staune: In den Hochgebeten der
Messe würden die neutestamentlichen Einsetzungsberichte des Herrenmahls nicht wortwörtlich wiedergegeben.
Woher er das nur weiß; war er dabei? Reine Spekulation! Die Übersetzung „für euch und für alle“ sei
ein Versuch, die verschiedenen biblischen Berichte miteinander zu verbinden. Aha! Er meint damit wohl
„für viele“+„für viele“ = „für alle“ Die Wendung „hyper pollon“ heiße wörtlich übersetzt zwar tatsächlich
„für viele“. Im lateinischen Text heißt es „für viele“, im griechischen Text auch, den hebräischen
Text haben wir nicht. Daraus folgert er nun, daß Christus in jedem Fall „für alle“ meinte. Was für
einer Logik wird hier gefolgt. Selbst wenn es in den hebräischen Texten „für alle“ heißen sollte, wäre
das aber auch völlig wurscht. Dieser Text ist nicht maßgebend.
#16 Aragorn 14:37:57 | Donnerstag, 25. Januar 2007
für viele und für alle in hebräisch Auch das Hebräische kennt unterschiedliche Wörter für „alle“
und für „viele“. Eine Gesamtheit, alle, wird durch „kol“ (arabisch kul) ausgedrückt z.b. kol anaschim –
alle Menschen. „viel, viele“ dageben durch „rab, rabim“. Daher ist unser Vater Abraham auch „Vater vieler“
ab-ra-ham, und nicht Vater aller. Für alle heißt auf hebräsisch le-kulam, für viele aber le-rabim.
Der bestimmte Artikel „die“ ist hier nicht vorgesehen. Man soll also nicht immer behaupten, das Hebräische
kenne keinen Unterschied zwischen vielen und allen.
FÜR VIELE ODER FÜR ALLE? Christus ist am Kreuz für die Rettung aller Menschen gestorben, unbestritten.
Das Bundesblut im Kelch ist aber nicht einmal für alle Katholiken, sondern nur für diejenigen, die mindestens
bezüglich der Eucharistie den Glauben der Kirche bekennen, im Stande der heiligmachenden Gnade sind –
die lässlichen Sünden sollten sie auch bereuen! Das Bundesblut im Kelch der Hl. Messe ist also nur für
viele! Die Unklarheiten bez. viele / alle rühren z. T. daher, dass nicht klar zwischen dem Opfer Christi
am Kreuz und dem Opfer Christi auf unseren Altären (und im Abendmahlssaal) unterschieden wird. Und wer
immer noch Schwierigkeiten hat, lese die Einheitsübersetzung der Hl. Schrift: Mk 14,24: Das ist mein
Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
@ Gunsenum Aber woher wollen sie wissen das sich der Fehler bei der Übersetzung vom aramäischen ins
griechische eingeschlichen hat und nicht bei der Übersetzung vom aramäischen ins hebräische?
#13 Gunsenum 13:21:17 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Sie leugnen die Sprachrichtigkeit!!! Sie entblöden sich, wenn sie folgende Aussage verneinen. Verneinen
Sie das hebräische Original, dann degradieren sie sich zu Lateinfetischisten, die kein Interesse an der
wahren Intention haben. „Zwar heiße es auch im Lateinischen „für viele“. Doch die Wendung müsse im
Hebräischen – und damit im angeblich „ursprünglichen Sinn“ – wieder als „für alle“ verstanden werden.“
Noch Fragen? Damit dürfte doch ihre „für viele-gegen alle-Kontroverse“ beantwortet sein! Auch tradition
muss sich am Original prüfen lassen!
@Cyprian – interessanter Blickwinkel! Den Archäologismus habe ich bislang nie in Betracht gezogen! Danke
für den Tip – ein interessanter Blickwinkel, da ich öfters in meinen Gedankengängen hinschweife zum
Urchristentum. Allerdings ohne weitere Kenntnis der Umstände. Ein Gedankenaustausch außerhalb dieses
Forums könnte interessant sein. Methodisch sauber und wissenschaftlich fundiert – das hätte etwas reizvolles.
Alleine dazu fehlt jegliche Zeit – eigentlich schade!
#10 Aragorn 11:44:14 | Donnerstag, 25. Januar 2007
FÜR VIELE und damit basta! Was soll diese ganze Debatiererei der tatsächlichen oder angeblichen „Gebildeten“?
Warum übersetzt man die Wandlungsworte nicht einfach so, wie es sich aus dem lateinischen Text ergibt
nämlich FÜR VIELE? Die ganze Auseinandersetzung um die richtige Übersetzung zeigt nur, wie es kommen
kann, wenn man überhaupt anfängt, Dinge zu verändern. Das hätte man nach dem V II Konzil grundsätzlich
sein lassen sollen. Wir reiben uns über Jahrzehnte durch solche Diskussionen auf und der Widersacher
lacht sich eins ins Fäustchen über die dummen Katholiken, die sich haben einflüstern lassen, wenn man
ab und an mal die Liturgie ändert, würde alles besser. Nichts ist besser geworden: Überall nur Entzweiung,
Verwüstung, Abfall und Niedergang! Das und nur das sind die faulen Früchte des 2. Vatikanischen Konzils!
#9 Johann Gerhard 11:37:30 | Donnerstag, 25. Januar 2007
@ Ludovico, @ mahner @ L.: Sie beschweren sich über das Niveau des Lesers „kleingeist“ und geben selbst
ein Statement weit unter der theologischen Null-Linie ab. Die Geschichte, dass Luther und die lutherische
Kirche zur Sünde aufriefen, da Christus ohnehin alles zudecke, ist so geistreich wie der volksevangelische
Einwand, römische Katholiken beteten Heilige an. Nach lutherischer Lehre verdrängt vielmehr der, der
absichtlich in Sünde beharrt, den rettenden Glauben aus seinem Herzen. So einfach ist das. Luther lehnte
den Glauben als Werk nur deshalb ab, weil er erkannt hat, dass dieser das Werk des Heiligen Geist und
ein unverdientes Geschenk ist. Es geht also darum, das ich mich nicht über meinen ungläubigen Nachbarn
erhebe, da ich glaube („Ich habe es halt angenommen!“), sondern fortwährend über dieses Geschenk Gottes
staune. Erst informieren, dann schreiben. @ m.: Sehr wichtig fand ich Ihren Hinweis – den man bei guten
Theologen aller Konfessionen findet – darauf, dass alle Menschen ausnahmslos auf Gnade angewiesen sind,
da wir Sünder sind. Jeder ist genauso schuldig wie der größte Verbrecher und auch dieser kann sich
noch bekehren. Das ist der Sinn des Evangeliums.
Wissenschaftlichkeit? Jeder, der aus beruflichen oder studienbedingten Gründen methodisch korrekt arbeiten
muß, wundert sich nur über diese eigenartige Stellungnahme zum Problem der Übersetzung der Wandlungsworte.
Irrelevant ist, was die Worte in der Sprache genau bedeuten, in der Jesus Christus das „für viele“ bzw.
„für alle“ gesprochen hat. Das weiß niemand und muß man als Katholik auch nicht wissen. Diesen aramäischen
Dialekt zu kennen, ist nicht nötig. Relevant ist hingegen, was der griechische Text des NT sagt, weil
dieser von Gott inspiriert ist, wie die Kirche lehrt: Dieser Begriff bedeutet auf Griechisch „für viele“.
Anderes ist der bereits verurteilte „Archäologismus“ (Zurück zum sog. Urchristentum!). Wer vom aramäischen
Urtext ausgeht, leugnet konkludent, daß der heilige Geist die Kirche so leitet, daß dogmatische Feststellungen
ewig gültig, d.h. wahr, sind. Verbindlich ist daher der dogmatisierte griechische Text bzw. der Text
der Vulgata, also pro multis. Auf keinen Fall aber ein aramäischer Text, weil das NT auf Griechisch und
nicht auf Aramäisch vefaßt wurde. Zum Schluß ein Grundkurs Katholizismus, Teil 1: Wir Katholiken haben
zwei Quellen der Wahrheit: die hl. Schrift und hl. Tradition. Fortis in fide! Cyprian
viel, viele aber nicht all, alle in der Tat geistiger Dünnpfiff den hier teuer bezahlte Philologen treiben.
Das eigentlich schlimme daran ist die geitstig Onanie für’s Detail, das „viel“ nur eine Teilmenge des
„Gesamten“ ist: „viele“ sind eben nicht „alle“, selbst wenn „viele“ eben „fast alle“ sind, sind es eben
nicht „alle“. Sie stellen eben deshalb nur eine Teilmenge der Gesamheit dar. Und diese Betrachtung hat
primär nichts mit Kalvin und Co. zu tun, sondern ist simple MENGENLEHRE! zuviel „frankfurter Schule“
scheint hier am Werk zu sein. Schade meine Herren Kollegen Philologen. Bravo an Heger – gut geschrieben.
Es gibt nur eine Wahrheit – bitte das immer bedenken!
@kleingeist sündigen bis zum Ende, und dann bereuen… Im Extremfall ja! „Denn es wird mehr Freude im
Himmelreich sein über einen bekehrten Sünder als über 99 Gerechte“. Die Worte des Herrn sind eindeutig
und hart – Schwer für die (Selbst-) Gerechten. Denn wer von uns kann behaupten ohne Sünde zu sein –
also fallen wir Alle in die Kategorie „sünigen bis zum Ende“ – und Gott sei Dank dürfen wir bis zum
Ende hoffen. Ich verweise auch auf die Gleichnisse vom „verlorenen Sohn“ und auf die „Arbeiter im Weinberg“
die Alle einen Denar erhalten, unabhängig davon wann sie gerufen wurden. – Mit diesem Ansatz sind üblicherweise
alle Kleingeister und Spießer zu schocken, denn er bezieht sich rein theoretisch auch auf Hitler, Stalin,
Mao etc…
findet, dass wir am besten warten, bis auch der letzte häretiker und der hinterletzte dorfpfarrer seine
meinung zu der päpstlichen entscheidung abgegeben hat. vorher kann der papst unmöglich erwarten, dass
sich insbesondere in deutschland jemand an seine anordnung hält. mehr demokratie wagen! empfiehlt euer
jolie
#4 Ludovico 11:10:06 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Sophisterei kleingeist macht seinem Namen alle Ehre. Da ist Dr. Heger schon eher recht zu geben. Es ist
erstaunlich, wie dumm Professoren schwätzen können. C. Richter ist doch nun wirklich alt genug, um noch
aus seinen „Kinderschuhen“ zu wissen, daß das heute hochgekochte Problem zu Zeiten Pius XII. keines war:
Schon die Kinder lernten im RU, daß „für viele“ keine Selektion bedeutete à la Calvinismus, sondern
eben die freiwillige Annahme des Erlösungsangebotes durch den gläubigen Christen. Aber schon Luther
hatte damit Probleme, weil er die freiwillige Annahme als „Leistung“, also als „Werk“ verstand, das er
nicht „leisten“ wollte, weil er sich in den Kopf gesetzt hatte, daß Gott den Menschen „allein aus Gnade“
erlöst. Daher meinte er ja, daß der Mensch drauflos sündigen können, Gott decke in seiner Großmut
jede Sünde einfach zu. Ist C. Richter vielleicht verkappter Protestant? Dann soll er gefälligst sich
aus der kath. Kirche abmelden!
Philologischer Schwachsinn von Klemens Richter Die Wendung „hyper pollon“ heiße wörtlich übersetzt
zwar tatsächlich „für viele“. Aber im Hebräischen würde der Ausdruck „die vielen“ die nicht mehr zu
zählenden Vielen, die Masse, also alle bezeichnen – folgt Richter einer Interpretation des protestantischen
Theologen Joachim Jeremias († 1979). Zunächst, um ein Argument von Richter gegen ihn selbst zu verwenden:
Jesus hat aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht Hebräisch, sondern Aramäisch gesprochen. Sodann wiederhole
ich meine schon vor einigen Tagen geäußerte Verwunderung: Man fragt sich ernsthaft, wie ein angesehener
Wissenschaftler wie Joachim Jeremias einen solchen Unfug verzapfen kann. Selbst wenn man vom Aramäischen
keinen Dunst hat, wird man nicht glauben, daß die aramäisch sprechenden Menschen einen geistigen Mangel
gehabt hätten, der sie nicht hätte zwischen der Kategorie der Quantität und der Kategorie der Totalität
zu unterscheiden lassen. Aber natürlich unterscheidet auch die aramäische Sprache zwischen „allen“ und
„vielen“. Nachdem der Kinnhaken Benedikt XVI. die ideologischen Novus-Ordo-Ideologen zunächst k.o. geschlagen
hat, scheinen jetzt einzelne wie Klemens Richter aus ihrer Ohnmacht zu erwachen – und den Unfug zu wiederholen,
den sie immer schon gesagt haben. MfG Christoph Heger
#1 kleingeist 10:48:53 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Fuer viele oder fuer alle? Fuer viele: Das Erloesungsangebot ist limitiert, nicht fuer alle. Fuer alle:
Das Erloesungsangebot ist unbegrenzt, auch der letzte Verbrecher ist gemeint. Was stimmt denn nun? Wer
kann nun erloest werden? Und wie? Wenn die Erloesung „gratis“ ist, kann ich ja suendigen bis zum Ende,
und gerade vor dem letzten Atemzug noch schnell sagen: „Jesus Christus, Ich bereue meine Suenden.“ – und
ich bin erloest? Wie soll ich denn jetzt als Christ leben?