14:21:17 | Sonntag, 28. Januar 2007
Eine jüngste Veröffentlichung führt mitten in die Zeit der Hexenprozesse. Die Schrift wurde erst vor fünf Jahren in einer Bibliothek entdeckt.

Hegeler, Hartmut: Antonius Praetorius – Vom Kirchenreformator zum Kämpfer gegen Folter und Hexenprozesse in der Wetterau
(kreuz.net) Es handelt sich um die bislang unveröffentlichte Originalschrift „De Pii Magistratus Officio“ –
Über das Amt des frommen Beamten.
Sie wurde vom protestantischen Pfarrer
Anton Praetorius im Jahr 1596
veröffentlicht.
Es handelt sich um ein lateinisches Lobgedicht auf den reformierten Regenten von Büdingen-Birstein,
Graf Wolfgang Ernst.
Neben dem lateinischen Text mit deutscher Übersetzung ist auch der Ursprungstext
als Faksimile abgedruckt.
Daneben gibt es eine ausführliche Schilderung des Wirkens von Praetorius in
Wetterau – eine Senke nördlich von Frankfurt am Main.
Nach Angaben des Herausgebers war Praetorius einer
der wenigen couragierten Kämpfer gegen die
Hexenverfolgungen in Deutschland.
Hartmut Hegeler – evangelischer
Pfarrer und Kenner von Praetorius – schrieb die detaillierte Einleitung zum Werk.
Dabei legt er die Wandlung
des Praetorius zu einem glühenden Gegner und Kritiker der Verfolgungen und Verbrennungen dar.
Anton
Praetorius wurde 1560 in Lippstadt/Westfalen als Sohn von Matthes Schulze geboren. Er besuchte die Lateinschule
und studierte Theologie.
Dem Trend der Zeit entsprechend übersetzte er seinen Namen in die lateinische
Weltsprache und nannte sich fortan Praetorius.
Praetorius ist einer der ersten protestantischen Theologen,
der sich von seiner christlichen Grundüberzeugung her mit der Folterpraxis und den Hexenverfolgungen
seiner Zeit auseinandersetzt.
Seine lateinischen und deutschen Schriften sind geprägt von fundierter
Bibelkenntnis und machen deutlich, wie er immer neu um einen eigenen Standpunkt ringt.
Seine Erfahrungen
mit einem Hexenprozeß in Birstein – 60 Kilometer nordöstlich von Frankfurt am Main – stellte in seinem
Leben eine Wende dar.
Praetorius distanzierte sich von Calvins und Luthers Aufruf zur Verbrennung der
Hexen und wurde ein glühender Kämpfer gegen den Hexenwahn.
Er wandte sich gegen alle Formen staatlich-religiösen
Terrors und gegen die Folter. Dabei hatte er den Mut, seine Schrift unter seinem eigenen Namen zu publizieren.
Das Lobgedicht „De Pii Magistratus Officio“ war bisher unbekannt und in keinem Katalog verzeichnet. Die
Schrift ist weltweit nur in einem einzigen Exemplar in der Universitätsbibliothek Gießen erhalten.
Nach mehr als 400 Jahren wurde sie nun als bedeutsames Zeitdokument zugänglich gemacht. Sie erlaubt eine
intensivere Beschäftigung mit dem Wirken von Praetorius.
Der lateinische Originaltext wurde 2001 in
der Universitätsbibliothek Gießen aufgefunden und enthält zahlreiche handschriftliche Unterstreichungen
und Korrekturen. Das läßt vermuten, daß es sich um eine Art Korrekturfahne handelt.
Da bisher keine
korrigierte Druckfassung gefunden wurde, kann über die Endfassung des Textes und seine Verwendung nur
spekuliert werden.
Der Titel des Gedichtes beinhaltet auch die Kernaussage des Praetorius:
Zuallererst
hat der Amtsträger fromm zu sein. Dann ist für ihn die Kirchenreform nach der Norm des Wortes Gottes
Amtspflicht.
Zur Durchsetzung der Reform verfügt er über die dazu erforderliche Amtsgewalt.
Die Dichtung
des Praetorius ist einerseits als Huldigungsschrift an Graf Wolfgang Ernst zu sehen. Sie will den jungen
Fürsten aber auch zu durchgreifenden kirchlichen Reformen ermutigen.
Die Übersetzung des Textes erfolgt
nicht in Reimen, sondern ist bemüht, den Sinn des lateinischen Originals zu erschließen.
Dazu dient
auch die Gegenüberstellung des lateinischen und deutschen Textes.
Er kann mit seinen lokal-regionalen
Bezügen auch vorzüglich im Latein-, Religions- und Geschichtsunterricht eingesetzt werden.
Antonius
Praetorius – Vom Kirchenreformator zum Kämpfer gegen Folter und Hexenprozesse in der Wetterau
De Pii
Magistratus Officio – Des frommen Amtsträgers Pflicht
Originalschrift aus dem Jahre 1596 an Wolfgang
Ernst, Graf von Büdingen
ISBN 978-3-939454-11-3
Einführung von Hartmut Hegeler
Übersetzung des lateinischen
Textes von Burghard Schmanck
68 S., DIN A5, 3 s/w und 1 farbige Zeichnung, Spiralbindung, 9,00 € zuz.
2,00 € Porto
Joachim Cott
Geschichtswerkstatt Büdingen
Schlossgasse 10
63654 Büdingen
Tel. 06042-952334
joachim.cott@t-online.de
www.geschichtswerkstatt-buedingen.de
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Johann Orth 08:07:18 | Samstag, 3. Februar 2007
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methusalix † 02:26:29 | Samstag, 3. Februar 2007
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Pünktchen 16:46:01 | Freitag, 2. Februar 2007
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methusalix † 23:57:24 | Donnerstag, 1. Februar 2007
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obelix † 22:30:05 | Donnerstag, 1. Februar 2007
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methusalix † 10:29:30 | Donnerstag, 1. Februar 2007
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Pünktchen 09:07:18 | Donnerstag, 1. Februar 2007
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Johann Orth 08:40:36 | Donnerstag, 1. Februar 2007
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obelix † 01:31:10 | Mittwoch, 31. Januar 2007
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methusalix † 23:32:28 | Dienstag, 30. Januar 2007
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obelix † 19:45:34 | Dienstag, 30. Januar 2007
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Genoveva 11:15:27 | Dienstag, 30. Januar 2007
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methusalix † 23:46:54 | Montag, 29. Januar 2007
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methusalix † 22:41:30 | Montag, 29. Januar 2007
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landorganist 15:27:53 | Montag, 29. Januar 2007
#2
Freinsberg 15:08:35 | Montag, 29. Januar 2007
#1
Genoveva 14:55:23 | Montag, 29. Januar 2007