16:01:01 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Im November 1997 lobte der Bischof von Mainz den deutschen Reformator und abgefallenen Augustinermönch Martin Luther in höchsten Tönen. Zitate.

Links: Martin Luther, gemalt von Lucas Cranach dem Älteren im Jahr 1529
Rechts: Karl Kardinal Lehmann
© Bild Kardinal Lehmann: Wikipedia-Benützer ‘Th1979’. GNU Free Documentation License(kreuz.net) „Lehrer des Glaubens“, „unser gemeinsamer Lehrer“, „gemeinsamer Lehrer der Kirchen“.
Mit
diesen Titeln bezeichnete Bischof Karl Lehmann von Mainz am 8. November 1997 den Reformator Martin Luther
in der ‘Deutschen Tagespost’.
Um zu verstehen, was der Prälat sagen wollte, lohnt es sich, theologische
Aussagen des „gemeinsamen Lehrers“ Luther unter die Lupe zu nehmen.
Für Luther steht ein tödlicher
Streit Gottes mit sich selber, mit dem Satan und mit dem Menschen im Mittelpunkt seiner Theologie.
Durch
den Tod Christi versöhnt sich der streitende Gott mit sich selber.
Er besiegt so den Satan und „verzehrt“
den Widerspruch des Menschen in sich selber: „Christus verzehrt uns und verwandelt uns in sich.“ (Luther,
Weimarer Ausgabe Band 3, Seite 434).
„Der Streit Gottes mit Gott, seine Bosheit beziehungsweise seine
Teufelei – Gott kann nicht Gott sein, er muß zuvor ein Teufel werden – kann nur durch Gott selbst überwunden
werden.“ (Luther, Weimarer Ausgabe Band 31, Seite 249).
Deshalb läßt der ewige Vater seinen Sohn, „der
alle Sünde auf sich genommen hat, ja die Sünde selbst ist“ (Luther, Weimarer Ausgabe Band 40, III, Seite
745), „vor unser aller Augen am Kreuze sterben. Vorher ist vor Gottes Augen das Sterben Christi auch gewesen,
aber heimlich, ehe der Weltgrund gelegt ist.“ (Luther, Weimarer Ausgabe Band 45, Seite 370).
Diese These
leitet sich direkt aus der Leugnung der Willensfreiheit ab.
„Die Sache selbst“, schreibt Luther in seiner
Antwort an den Gelehrten Erasmus von Rotterdam († 1536), „ist der Nachweis, daß der freie Wille eine
Lüge sei“.
„Selbst die natürliche Vernunft wird gezwungen zu bekennen, daß jener ein lächerlicher
Gott wäre, ein Götze, welcher das Zukünftige ungewiß voraussieht und es nicht vermöchte und täte“
(De servo arbitrio, Weimarer Ausgabe, Band 18, Seite 603, 718).
„Weil Gott aber mit unveränderlichen,
ewigen und unfehlbaren Sinnen versieht, vernimmt und tut, wird der freie Wille niedergestreckt wie durch
einen Blitzschlag“ (Weimarer Ausgabe Band 18, Seite 615).
„Warum hat Gott Adam lassen fallen und Judas
zum Verräter bestimmt?“ (Weimarer Ausgabe Band 18, Seite 715/16).
Der Willkürgott sagt von sich selbst:
„Ego sum Dominus, qui creo bonum et malum.“
„In diesem Paradox der Paradoxe hat er Gut und Böse, zwei
unvereinbare Dinge auf die Einheit seiner ewigen Natur zurückgeführt, so mächtig ist Gott.“ (Weimarer
Ausgabe Band 40, II, Seite 417).
Der „Lehrer des Glaubens“ rechtfertigt den Menschen, indem er das Böse
auf Gott überträgt:
„Nicht der arme Mensch ist schuldig, sondern der ungerechte Gott.“
„Gott hat sich
allen Völkern in einem klaren Widerspruch geoffenbart: Christus zum Knecht erniedrigt, ins Fleisch geworfen,
hat die Sünde der Welt auf sich genommen, hat sich dem Gesetz unterstellt und seine Härte erfahren.
Er hat sich daher gegen den Vater, welcher der Urheber des Gesetzes ist, aufgelehnt und ist daran gestorben“
(Weimarer Ausgabe Band 26, Seite 37).
Der Gott, der sich selber als Schöpfer des Guten und Bösen widerspricht –
„Deus sibi contradixit“ – kann nicht Gott sein: „Er muß zuerst ein Teufel werden“ (Weimarer Ausgabe Band
31, Seite 249).
Das Böse in Gott kann nur mit Gott überwunden werden. Folgerichtig sagt Luther: „Gott
muß mit Gott überwunden werden.“ (Weimarer Ausgabe Band 51, Seite 167).
Luther rief daneben auch auf,
Päpste, Kardinäle und Bischöfe umzubringen:
„Warum greifen wir diese unheilvollen Verkünder von Ruinen,
die Päpste, die Kardinäle, die Bischöfe und die ganze Horde des römischen Sodom nicht an mit allen
Waffen, über die wir verfügen, und waschen wir nicht unsere Hände in ihrem Blut?“
Auch die „räuberischen
und mörderischen Rotten der Bauern“ finden bei ihm keine Gnade:
„Drum soll hie zuschmeißen, würgen
und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres,
Teuflischeres sein kann denn ein aufrührerischer Mensch, gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen
muß. Steche, schlage, würge sie, wer kann“
Kardinal Lehmanns Lehrer meint auch, man solle „die Synagogen
und Häuser der Juden verbrennen“ und ihnen die „Straße sperren“, sie am besten aber „ausweisen“.
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