10:11:19 | Montag, 29. Januar 2007
Was hat die Nachkonzilszeit mit einer alten Dame zu tun, die euphorisch wurde, weil sie die Symptome einer Krebserkrankung für ein spätes zweites Erblühen ihrer Weiblichkeit hielt?
(kreuz.net) Die Ersetzung des „für alle“ vergossenen Blutes in den Einsetzungsworten der Messe durch
das „für viele“ ist unvermeidlich.
Das erklärte der ehemalige Münchner Philosoph Robert Spaemann (79)
am 22. Januar in einem Leserbrief in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’.
Das Herzstück der Messe
sei ein Relativsatz, der den sogenannten „Einsetzungsbericht“ enthalte und die Worte Jesu zitiere.
In
diesen Worten sei nicht von „allen“, sondern von „vielen“ die Rede:
„Entsprechend enthält auch der maßgebende
lateinische Text der neuen und der alten römischen Liturgie ebenso wie der griechischen, altslawischen,
ja aller traditionellen Liturgien ebenso übrigens wie der evangelischen Abendmahlfeier den authentischen
neutestamentarischen Text.“
Lediglich einige landessprachliche Übersetzungen hätten sich in den 70er
Jahren die Freiheit genommen, den Text zu ändern: „mit Hintergedanken“.
Die so entstandene Textform
könne sich zwar auch auf das Neue Testament berufen – zum Beispiel auf „Gott will, daß alle Menschen
gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ – nicht aber auf den Abendmahlbericht.
Spaemann
verweist auf die klassische Interpretation, wonach das Blut Jesu zwar für alle vergossen wurde, aber
faktisch nur jene erlöst, die sich erlösen lassen.
Die Worte Jesu beim Abendmahl würden sich auf letzteres
beziehen.
Die Änderung der Wandlungsworte „war von Anfang an für viele ein Ärgernis“ – erinnert sich
Spaemann:
„Sie fiel in die Zeit eines gewissen Deliriums in der Kirche, das an Thomas Manns »Betrogene«
erinnerte, eine schon betagtere Dame, die euphorisch wird, weil sie die Symptome einer Krebserkrankung
für ein spätes zweites Erblühen ihrer Weiblichkeit hält.“
Die Reformer hätten sich damals mit dem
Argument verteidigt, daß der griechische Text ein mißverstandener Hebraismus sei und „für viele“ im
Hebräischen „für alle“ bedeute.
Doch diese Auffassung habe inzwischen einer gründlichen wissenschaftlichen
Kritik weichen müssen.
Spaemanns Fazit: „Die Wiederherstellung des authentischen Textes ist deshalb
unvermeidlich geworden, wenn man die Feier des Abendmahls, die Messe, als Stiftung Jesu betrachtet und
nicht als Spielball theologischer Moden.“
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#9
kleingeist 23:55:35 | Montag, 29. Januar 2007
#8
Rodolfo Panetta 23:41:11 | Montag, 29. Januar 2007
#7
HeinrichvonOfterdingen 20:59:44 | Montag, 29. Januar 2007
#6
Lota 20:36:56 | Montag, 29. Januar 2007
#5
möchtegern-kathole 18:05:12 | Montag, 29. Januar 2007
#4
Benedikt 13:01:49 | Montag, 29. Januar 2007
#3
Pünktchen 10:45:58 | Montag, 29. Januar 2007
#2
Copertino 10:33:43 | Montag, 29. Januar 2007
#1
Freinsberg 10:20:36 | Montag, 29. Januar 2007