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Freitag, 26. Januar 2007 18:13
Tragische Wahrheit
Daß die Kinderabtreibung in den europäischen Ländern so hemmungslos wütet, ist nicht zuletzt die Schuld einer bestimmten Gruppe: der Katholischen Kirche.
(kreuz.net) Am 3. Januar schrieb Johannes Beckermann in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ zur Frage der vorgeburtlichen Kindstötung:

„Daß bei einem stimmigen, geschlossenen, auch öffentlichem Auftreten Katholiken einschließlich der Bischöfe eine Trendwende für das Leben erreicht werde, beweist die Entwicklung in der Vereinigten Staaten.“

Der Münchner Adolf F. Weiß doppelt in einem Leserbrief vom 23. Januar nach.

Er weist darauf hin, daß US-Katholiken nach allen Meinungsumfragen beim Lebensrecht zutiefst gespalten sind:

„Das zeigt auch die Tatsache, daß 64 Prozent der katholischen Senatoren – darunter nur wenige Lebensrechtler – Demokraten sind, deren Parteiprogramme »Abtreibungsfreiheit« meist besonders betonen.“

Unleugbare Wahrheit: Abtreibung ist Mord
Unleugbare Wahrheit: Abtreibung ist Mord
Im US-Bundesstaat Missouri gewann bei den letzten Wahlen eine katholische Demokratin gegen den evangelikalen, republikanischen Amtsinhaber Senator James Talent.

Die katholische Demokratin setzte sich besonders für die lebensverachtende Embryonenforschung ein.

Die große Gruppe der Evangelikalen seien viel geschlossener gegen die Kinderabtreibung als Katholiken – so Weiß.

Von den Baptisten, der mit Abstand größten evangelischen Konfession in Amerika, sind nur 14 – bei Calvinisten 18 – Prozent der Senatoren Demokraten.

Alle baptistischen und evangelikalen Senatoren verteidigen – nach Weiß – das Lebensrecht ungeborener Menschen.

Fazit: „Ohne die zahlreichen US-Evangelikalen wäre es kaum möglich, daß in ungefähr 80 Prozent der Kreise der Vereinigten Staaten heute keine Abtreibungen mehr durchgeführt werden.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 42 Lesermeinungen:
Dienstag, 30. Januar 2007 14:20
Pünktchen: Gute Nachrichten aus den USA:
Montag, 29. Januar 2007 13:45
Benedikt: @ Abu
Ja sicher können die das. Für eine Rücksichtnahme auf Befindlichkeiten der Union besteht keinerlei Anlass.
Montag, 29. Januar 2007 07:19
Abu: Benedikt
Gewiß, aber überlegen Sie, was für knappe Mehrheiten es gibt, neuerdings gar keine. Ein Bestehen auf dem BVerfGE könnte umgekehrt kaum als „frauenfeindlich“ etc. ausgelegt werden. Zudem ist die Kirche nicht in erster Linie Mehrheitsgarant der Union, sie kann hier durchaus mal etwas weniger zärtlich und etwas mehr fordernd mit ihr umgehen.
Sonntag, 28. Januar 2007 20:01
Josefus: an Benedikt zum Thema „Scheinsystem“
Lieber Benedikt!
Sie schrieben weiter unten:„Diese Verfügung ändert aber nichts daran, dass es auch zukünftig viele Frau As geben wird, die nunmehr alle bei Pro Familia landen.“

Die Medien und die Scheinbefürworter, fast alle Politiker aber auch viele Bischöfe, haben bei der großen Diskussion um den Scheinausstieg den Eindruck erweckt, als ginge es um ein Ende der Beratung. Dies war und ist nicht der Fall. Selbst Bischof Lehmann hat vor einigen Monaten in einem Interview zugegeben, dass die Zahl der ratsuchenden Frauen seit dem Ausstieg sogar gestiegen ist. Der Staat finanziert in den meisten Ländern sogar diese Beratung, nur im angeblich so konservativem Bayern zeigen sich die politische Klasse der Donum vitae – Befürworter, fast alle CSU-Größen,hartnäckig.
Leider habe ich durch mehrere Diskussionen mit Beraterinnen in den 90-er Jahren (aus 2 verschiedenen Diözösen) erfahren müssen, dass
zu Zeiten der Scheinberatung (Schein in doppeltem Sinne) praktisch kein lebensbejahender
Einfluss ausgeübt wurde. Bis auf eine Beraterin schien mir leider nicht mal ein besonderes Interesse daran zu liegen(ein größeres Interesse schien dagegen in der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes zu liegen).Angeblich wäre dies auch fast nicht möglich. Die Entscheidung stünde vorher fest. Die Mehrzahl wollte den Schein. Eine Leiterin einer SKF-Beratungsstelle erzählte stolz, dass sie gut mit Pro Familia zusammenarbeiten würden, die in der benachbarten Großstadt eine Abtreibungsklinik unterhalten.
Sonntag, 28. Januar 2007 18:49
Benedikt: @ Abu
Ich vermute, dass auch hier ein Zusammenhang mit dem Schwinden der Volkskirche besteht. Die kirchliche Position zur Abtreibung ist doch gerade wegen der Beratungsscheindebatte mehr als bekannt. Nur wer ist noch davon betroffen? 1/3 der Deutschen sind kath. – das sind etwa 26,6 Mio. Das ist immer noch viel, nur deshalb ist es den Bischöfen überhaupt noch möglich, ihre Schreiben und Äußerungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Irgendwelche rel. od. konfessionelle Minderheiten fragt niemand nach ihrer Meinung.

Nur: Die Anzahl der Menschen mit kath.Taufzeugnis mag den Bischöfen eine breite Aufmerksamkeit garantieren, nur ob sie auch Gehör finden steht auf einem anderen Blatt. Etliche hören grundsätzlich nicht hin, einige schlaten auf taub, wieder andere nicken anerkennend – um es dann doch zu ignorieren oder zu vergessen. Man muss sich also fragen, ob die Bischöfe überhaupt noch die Macht haben, eine Diskussionen wie etwa von Ihnen gefordert anzustoßen. Natürlich haben die immer noch Autorität und werden gehört, das will ich nciht bestreiten. Aber wenn man dies mit früheren Zeiten vergleicht? Wenn man sich zB überlegt, dass die bundesdeutsche Sozialgesetzgebung einst von der Kirche mitgeschrieben wurde? Das ist doch längst vorbei. Das hat nichts mit der Lehre des Konzils zu tun, oder mit einer „Entthronung Christi“ etc, sondern schlicht und einfach damit, dass mit den Gläubigen auch die gesellschaftliche Bedeutung der Kirche abgenommen hat.
Sonntag, 28. Januar 2007 18:30
Abu: @Benedikt
Klar, nichts getan ist eine polemische Zuspitzung ortsüblicher Art. Aber wenn Sie erleben, daß Bischöfe hier mit Lebensschützern umgehen wie mit Liebhabern der alten Messe, dann ist das schon anders als in den USA (was man so liest). Ich meine schon, daß die meisten deutschen Bischöfe / die DBK unterm Strich eher zu lasch waren als zu hart, wenn es um den Kampf gegen die Abtreibung auf der Ebene der Gesetzeslage ging. Deshalb war es ja auch so schwer für Rom, sie von der Schwangerenkonfliktberatung mit Scheinver-gabe loszueisen: Gar zu gut paßte dieses schillernde Konstrukt in die verbürgerlichte Welt des Episkopats, der sich bestens arrangiert hatte mit der Union. Konnte man nicht den Eindruck gewinnen, unsere Bischöfe seien bzgl. Lebensschutz (mal von praktischer Hilfe für Schwangere abgesehen) lediglich die etwas schärferen CDU/CSU-Sonntagsredner?
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