Der Leiter der deutschsprachigen Abteilung von ‘Radio Vatikan’ hat kürzlich in einem Kommentar die „baldige“ Freigabe der Alten Messe angekündigt. Doch von der Materie versteht er offenbar nicht viel.
(kreuz.net, Vatikan) Der Jesuitenpater Eberhard von Gemmingen veröffentlichte gestern Freitag seinen
wöchentlichen Kommentar – diesmal zum Thema „Alte oder neue Messe?“.
Pater von Gemmingen empfing die
Priesterweihe im Jahr 1968. Er studierte unter anderem in Tübingen bei Professor Joseph Ratzinger.
„Vermutlich
wird Papst Benedikt XVI. bald die Erlaubnis geben, die Eucharistie wieder häufiger im überlieferten
oder klassischen oder tridentinischen Ritus zu feiern“ – erklärt Pater von Gemmingen.
Es wäre aber
völlig falsch, wenn sich Katholiken, die sich darüber freuen und solche, die sich darüber
Pater von
Gemmingen:
„Die genauen Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Ritus sind minimal und fast überhaupt
nicht zu erkennen.“
ärgern, deswegen in die Haare kämen.
Der Papst wolle die alte Liturgie keineswegs
allgemein einführen oder dazu verpflichten.
Benedikt XVI. sei „nur“ der Überzeugung, daß das Verbot
dieses Ritus nach dem Zweiten Vatikanum der kirchlichen Tradition widerspreche.
Riten würden nach der
Überzeugung des Papstes zwar fortentwickelt, aber nicht einfach abgeschafft.
Es drehe sich bei „dem
Ganzen“ vor allem nicht ums Latein und nicht um die Zelebration mit dem „Rücken zum Volk“ – wie Pater
von Gemmingen, die Zelebration zum Herrn hin bezeichnet.
Beides könne auch im Neuen Ritus geschehen:
„Die genauen Unterschiede zwischen dem Alten und dem Neuen Ritus sind minimal und fast überhaupt nicht
zu erkennen, wenn der Neue Ritus – wie erlaubt und gewünscht – auf Latein gefeiert wird und sogar mit
dem Rücken zum Volk.“
In Europa ortet Pater von Gemmingen als eigentliches Problem, daß Gläubige heutige
Meßfeiern zu banal fänden. Die Messen seien zu wenig vom Mysterium geprägt, manchmal auch in den Riten
zu beliebig.
Daher wünschten sich vor allem Christen mit Stilgefühl wieder mehr klassische Verbindlichkeit
sowie das Mysterium.
Dahinter vermutet der Jesuit auch eine Sehnsucht nach dem verbindlich hochstehend
Europäischen. „Damals wußte man: eine katholische Messe wird von Lissabon bis St. Petersburg überall
gleich gefeiert.“
Man sei vor Überraschungen sicher gewesen. „Aber geben wir es zu: Millionen haben
damals nur brav und auch gläubig teilgenommen, aber fast nichts verstanden und daher Rosenkranz gebetet.“
Der Wunsch, die Messe „aktiv“ und „verstehend mitzufeiern“, sei gut und wichtig – so der Jesuit.
Es
komme nur darauf an, daß die Priester wieder lernen, das Mysterium richtig zu feiern, sodaß Glaube,
Herz und Verstand gleichzeitig angesprochen würden.
Doch wenn man einen Blick in die wachsenden Kirchen
Afrikas und Asiens werfe, dann sei die Frage nach der richtigen Meßfeier in Europa „nur ein Nachhutgefecht“.
Pater Gemmingen kann sich nur schwer vorstellen, daß sich in den jungen Kirchen jemand nach dem Alten
Ritus sehne.
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83 Lesermeinungen
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@ new Es ist nicht fair, zuerst eine Behauptung aufzustellen, und sich dann, wenn man um Beweise gebeten
wird, in Schweigen zu hüllen. Aber ich lasse nicht locker: New, Sie sind mir immer noch eine Antwort
schuldig auf die Frage, wo im NT steht, daß Jesus bei der Himmelfahrt in Richtung Osten entschwand. (Übrigens
ist weder bei Psalm 67(68), 34 noch bei Apg 1,11 von Osten die Rede.)
Rühren Sie die Liturgie nicht an! Als Athenagoras und Paul VI. einander zum letzten Mal begegneten, kam
die Rede, wie schon öfter vorher, auf den Kult. Augenzeugen berichten, der Patriarch habe sich am Höhepunkt
des Gespräches zu voller Größe aufgerichtet – ein baumstarker Riese gegenüber dem zierlichen Papst –
und mit lauter Stimme gesagt: „Mein Bruder, ich beschwöre Sie, rühren Sie die Liturgie nicht an.“ Paul
VI. zeigte sich beeindruckt, aber nicht bekehrt. Die Hinwendung des Ritus auf den heutigen Menschen, manifestiert
durch schlichte Form und intellektuelle Verständlichkeit, … LINK Rühren Sie die Liturgie nicht an!
www.kath-info.de/
@ Elendester Sünder Tut mir Leid, aber ich glaube nicht an das Märchen vom Ritus, der keine Missbräuche
zulässt. Ich will gar nicht wissen, was manchem „Gestalter“ so alles für die Überbrückung der Kanonstille
einfallen würde. Auch Light-Shows, Fladenbrot und deplazierte Verzierungen lösen sich nicht in Luft
auf, sobald ein „Introibo ad altare dei“ erklingt. Der einzige Missbrauch, der sich mit dem alten Ritus
eindämmen lassen würde wären die selbstgeschriebenen Messtexte, weil es da mit dem Latein hapert. Aber
im Zweifelsfall betet der Priester dann einfach auf deutsch, wäre zwar nicht vorgesehen, aber im NOM
ist auch vieles nicht vorgesehen, was dennoch gemacht wird. Es kommt eben diesbezüglich nicht auf den
Ritus an, sondern auf den Priester.
Verklärung einer „vorkonziliaren Zeit“???? Benedikt, wir leben in einer Zeit des Massenabfalls, der einem
geradezu endzeitlich erscheinen muß. Liturgiemißbräuche nehmen spürbar überhand. Niemand kann behauten,
daß die Neuerungen etwas gegen diese Entwicklung bewirkt hätten, sondern im Gegenteil. In so einer Situation
scheint es am ratsamsten wieder auf das Bewährte zurückzugreifen und die Praxis lehrt, daß der alte
Ritus tatsächlich geeignet ist, die Menschen wieder für den Glauben zu begeistern. Es geht nicht darum,
eine „vorkonziliare“ Zeit zu verklären, sondern darum, Gott zu ehren und Seelen zu retten.
@ Ofterdingen Übernahme durch wen? Ich weise mal darauf hin, dass die Konzilsväter allesamt Elemente
der von den Traditionalisten verklärten vorkonziliaren Zeit gewesen sind. Was muss das für eine Zeit
gewesen sein, die solch „schlimme“ Elemente hervorgebracht hat?
Elendster Sünder Ich bekämpfe sie doch gar nicht, ich habe nur darauf hingewisen, dass es kein Zurück
mehr hinter das Konzil geben wird, auch wenn der Alte Ritus wieder offziell zugelassen wird!
Die hypnotisierte Masse tanzt den „Totentanz“ (frei nach Franz Heinrich Achermann, „Rauschgas: Roman aus
zwei Welten“) Man fürchtet sich vor der Heiligkeit der alten Liturgie. Kriegsteilnehmer berichten von
dem Phänomen, daß nicht selten ganze Truppenteile in Wahnsinn geraten und ungeordnet geradewegs auf
die feindlichen Linien zurasen und sich dort in Ihr Verderben stürzen. Sie lassen sich von niemandem
davon abhalten. Sie sind gar nicht mehr ansprechbar. Es erinnert an Matthäus 8:30 Es war aber ferne von
ihnen ein große Herde Säue auf der Weide. 8:31 Da baten ihn die Teufel und sprachen: Willst du uns austreiben,
so erlaube uns, in die Herde Säue zu fahren. 8:32 Und er sprach: Fahret hin! Da fuhren sie aus und in
die Herde Säue. Und siehe, die ganze Herde Säue stürzte sich von dem Abhang ins Meer und ersoffen im
Wasser.
etwas mehr gelassenheit… ich weiß nicht, woher die zahlen 10% oder 5% kommen … das hat mit der realität
beides nichts zu tun – die sog. traditionalisten sind absolute randerscheinungen z.b. in berlin gibt es
ja mehrere angebote ( schismatiker / probst groesche ) die am sontag von zusammen ca. 250 gläubigen genutzt
werden – bei 317.000 katholiken in der stadt und insgesamt rund 35.000 sonntäglichen kirchgängern eine
gemeindearbeit findet bei den einrichtungen auch nicht statt – also gelassenheit … bis auf einige leser
von kreuz.net scheint in der glaubenswirklichkeit die „alte“ messe nicht zu interessieren
@ Rüdesheim Man muss einfach nachvollziehen, dass es für viele Anhänger des alten Ritus eine gewisse
Bitterkeit erzeugt, dass in der Kirche offensichlich alles erlaubt ist, nur nicht die Pflege des eigenen
liturgischen Erbes. In Kirche und Medien herrschen die Liberalen vor – und machen wir uns nichts vor,
sie lassen die anderen ihre Macht genauso spüren wie „früher“ die Konservativen. Man sollte immer bedenken,
dass das Pendel immer nach beiden Seiten ausschlägt – je heftiger es in die eine Richtun geht, desto
herftiger schlägt es auch in die andere Richtung aus. Ein Entgegenkommen in der Ritenfrage würden den
Pendelschlag sicher etwas beruhigen. Natürlich kann der alte Ritus keine Versammlung derer sein, die
das Konzil ablehnen. Nur ist genauso klar, dass die Verfemung des alten Ritus erst dazu geführt hat,
das sich dort diese Kreise treffen.
Benedikt Vielleicht sind es auch nur 5% oder weniger…das kann natürlich auch sein! Ich gebe Ihnen recht,
das die von Ihnen aufgeführten Ungereimtheiten einer Klärung bedürfen! Manche aber, ich betone manche,
verbinden allerdings mit dem Feiern des Alten Ritus ein Zurück hinter das letzte Konzil, und das wird
und kann nicht gehen! Wie gesagt, ich habe auch nichts gegen den Alten Ritus, wenn damit nicht die Forderung
einhergeht, Beschlüsse des Konzils zu revidieren!
@ Rüdesheim Okay, und trotzdem wird der heutige Ritus von 90 % der Katholiken gefeiert! Dann schlage
ich den anderen 10 % vor, im alten Ritus die Eucharistie zu feiern…wo ist das Problem? Das Problem liegt
in den teilweise nicht ganz nachvollziehbaren Widerständen, die erstens dem Wunsch des Papstes (s. „Ecclesia
Dei“) widersprechen und zweitens fast den Eindruck erwecken, der alte Ritus sei etwas Giftiges. Bezüglich
dieser liturgischen Tradition scheinen etliche Verantwortliche von einer Panik befallen zu sein, die ein
„Nachgeborener“ nur sehr schlecht nachvollziehen kann. Es verwundert zB, dass ein Priester heute im „NOM“
anstellen kann, was er will, ohne das den Bischof das interessieren würde, eine (einmalige!) Messfeier
im Alten Ritus für eine Handvoll Gläubige aber sofort mit einem Elan verboten wird, den viele Gläubige
(und keinesfalls nur konservative) sonst von ihrem Ordinariat schmerzlich vermissen. Es verwundert auch,
dass in Kirchen offenbar byzantinische Riten ohne jedes Problem zelebriert werden können (auch hier herrscht
eine gemeinsame Gebetsrichtung vor, sowie lediglich die Möglichkeit der Mundkommunion), eine Messe im
alten Ritus aber wie eine schwarze Messe behandelt wird. All das sind doch Merkwürdigkeiten, um so schwerer
nachvollziehbar, weil es keineswegs 10% sind, die derartiges wollen. Es dürften weniger als 5% sein.
#67 Johann Orth 11:41:31 | Sonntag, 28. Januar 2007
„an diesem senilen und unseriösen Gekeife gar nicht aufreiben.“ wobei noch zu bemerken ist, dass Hasenhüttl
Gotthold hieß (oder heißt er noch? Keine Lust, nachzuschauen). So. Thema abgehakt.
Bemerkenswert und sein Komperativ Trotz mancher inhaltlicher Unschärfen des Kommentars von Pater Eberhard
von Gemmingen finde ich die Stellungnahme bemerkenswert! P. v. Gemmingen bemüht sich, das Thema „Tridentinische
Messe“ unverkrampft und grundsätzlich positiv zur Sprache zu bringen. (Catholicus) Tatsächlich bemerkenswert.
Umso bemerkenswerter, dass kath.net nicht darüber berichtet. Passt wohl nicht in deren IDEOLOGISCHES
Konzept. Im übrigen weiß die Welt von der bewusst einseitigen, manipulativen Berichterstattung von kath.net
spätestens seit dem Fall Fulda. Ein Trauerspiel.
@ new Sie sind mir immer noch eine Antwort schuldig auf die Frage, wo im NT steht, daß Jesus bei der
Himmelfahrt in Richtung Osten entschwand. (Übrigens ist weder bei Psalm 67(68), 34 noch bei Apg 1,11
von Osten die Rede.)
#64 Johann Orth 08:54:47 | Sonntag, 28. Januar 2007
betreffs „Gotthard“: Hasenhüttl oder nicht – Sie haben recht, verecundus: „an diesem senilen und unseriösen
Gekeife gar nicht aufreiben.“ Stimmt. Und: Danke!
#63 Rottenburg 01:04:23 | Sonntag, 28. Januar 2007
Der kleine feine Unterschied!? „Die genauen Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Ritus sind minimal
und fast überhaupt nicht zu erkennen.“ Das ist nun mal wirklich eher eine peinliche Aussage von dem Kirchenmann.
der ja zu den wichtigsten Deutschen im VAtikan zählen soll… o^/
#62 verecundus 00:47:25 | Sonntag, 28. Januar 2007
@Gotthard Liebe Diskutanten, in irgendeinem Diskussionsforum hier las ich die Vermutung bzw. Feststellung,
der in den hiesigen Diskussionen einschlägig mitmischende Gotthard sei der Hasenhüttl. Wenn das zuträfe,
wäre alles klar und man sollte sich an diesem senilen und unseriösen Gekeife gar nicht aufreiben. Habet
enim suam mercedem.
@ Gotthard Sorry, du kennst absolut nur die Kuschelecken-Liturgie, welche die Pius-leute an wenigen Stellen
anbieten. Nein, ich komme relativ viel umher und habe den Alten Ritus schon an etlichen Orten gefeiert.
Oft mit der Piusbruderschaft, aber auch schon mit diversen anderen Bruderschaften, Instituten und Ordensgemeinschaften.
Ich kenne den Alten Ritus auch im Ausland. Ich kenne die Messe in wohl allen nur erdenklichen Formen.
Von der Stillen Messe über die Singmesse bis hin zum levitierten Hochamt. Selbst in kleinen, runtergekommenen
Hinterhof-Kapellen habe ich schon gefeiert.Wie viele Messen gibt es in Deiner Kapelle pro Sonntag?Es gibt
zwei Messen.Wie viele Messe gibt es dort unter der Woche?Unter der Woche (Montag-Samstag) gibt es zwölf
Messen.Wie viele Taufen – und Trauungen – und Firmungen – und Beerdigungen?Kann ich nicht genau beziffern,
weil ich nicht bei jeder Taufe, Trauung, Firmung und Beerdigung dabei bin. Aber relativ viele. Außerdem
bin ich auch schon auf Beerdigungen im Alten Ritus gewesen, die außerhalb meiner Kapelle stattfanden.Wie
viele Leute zählen sich zu dieser Kapelle?Sie haben fragen. Ich zähle eigentlich nicht, aber es sind
deutlich über 100.Wie viele Leute hast du kommen – und nie wiederkehren sehen?Auch so eine Frage. Jedenfalls
sind mehr Leute geblieben und nicht wieder gegangen als umgekehrt.Also Sohn von 68er Eltern mal Butter
bei die Fische![kursiv] Oh, meine Eltern waren und sind keine 68er. Da waren die schon viel zu alt
@defensor fidei Man wird sofort ausgegrenzt und in eine sektiererische Schmuddelecke gestellt. nun heul
mal nicht! Wo Leute deines Zuschnittes meinen die Mehrheit zu haben wie hier, klingt das ganz anders.
Die Unverschämtheiten nehmen doch kein Ende.
Defensor fidei Sind wir mal ganz nüchtern und sachlich: Sie wollen die Hl. Messe feiern, so wie Sie es
kennen und gewohnt sind, ich möchte dasselbe: also, wo ist das Problem: Sie können die Messe im tridentinischen
Ritus feiern und ich im gegenwärtigen Riuts!
#57 Johann Orth 21:50:05 | Samstag, 27. Januar 2007
Oh. Herr Gotthard, da brauchen Sie mich nicht um Entschuldigung zu bitten. Wirft das doch ein deutliches
Licht auf die Präzision Ihrer Denk- und Arbeitsweise. Und nun: der zweite Obelix-Cognac. Es verabschiedet
sich für jetzt Johann Orth.
@ Rüdesheim Okay, und trotzdem wird der heutige Ritus von 90 % der Katholiken gefeiert! Dann schlage
ich den anderen 10 % vor, im alten Ritus die Eucharistie zu feiern…wo ist das Problem? Wenn wir erst
mal soweit wären. Für die allermeisten Modernen ist es nämlich sehr wohl ein Problem, wenn jemand den
Alten Ritus besucht. Man wird sofort ausgegrenzt und in eine sektiererische Schmuddelecke gestellt. Bis
vor einigen Monaten wurde man auch noch höhnisch ausgelacht, wenn man seine Hoffnung auf eine offizielle
Freigabe aus Rom zum Ausdruck brachte. Von denen, die damals gelacht haben, lachen heute aber nur noch
wenige. Statt dessen reagieren sie immer gereizter. Vor allem die Alt-68er, die mitansehen müssen, wie
die Alte Messe erneut das volle Bürgerrecht in den Kirchen Roms erhalten wird, sind oft sogar voller
Haß. P.S.: Ich bin über das Verhältnis 90/10 zwar nicht besonders glücklich, aber guter Dinge, daß
sich dieses Verhältnis mit der Freigabe relativiert. Nicht von heute auf morgen, aber doch stetig. Dafür
habe ich genügend überwältigende Reaktionen auf den Alten Ritus miterlebt, die sogar hin bis zur Konversion
geführt haben. Beim NOM waren Gäste, die ich mitnahm, vieleicht angetan, aber nie so fasziniert.
@Johann 1.: der Text, den Sie mir da anhängen, stammt nicht von mir. ich muss dich um Vergebung bitten …
diesen Text habe ich dir wirklich falsch zuzitiert. Er stammt von „Defensor fidei“.
#54 Johann Orth 21:37:44 | Samstag, 27. Januar 2007
Armer Herr Gotthard: 1.: der Text, den Sie mir da anhängen, stammt nicht von mir. 2.: Irgendwie sind
Sie argumentativ in der Verdrückung: die Fragen bzgl. der Lautsprecheranlage sind ein wenig dümmlich.
3. Auch Ihre Fragen bzgl. des nicht von mir stammenden Textes zeugen eigentlich nicht davon, dass Sie
wirklich fragen wollen. Ich bin noch nicht lange in diesem Forum, aber dass man Sie hier zu recht als
„Hetzer“ bezeichnet, ist auch mir klar. Und viertens: jetzt ist es Zeit für Obelixens Cognacs. Zugegeben:
es werden zwei. Es grüßt aus Patagonien Johann Orth.
@Johann Ja, ja…wie schlimm die Alte Messe ist, haben mir schon viele 68er gesagt. Zum Glück habe ich
irgendwann nicht mehr auf sie gehört. Zumindest weiß ich wie es jetzt ist. Sorry, du kennst absolut
nur die Kuschelecken-Liturgie, welche die Pius-leute an wenigen Stellen anbieten. Wie viele Messen gibt
es in Deiner Kapelle pro Sonntag? Wie viele Messe gibt es dort unter der Woche? Wie viele Taufen – und
Trauungen – und Firmungen – und Beerdigungen? Wie viele Leute zählen sich zu dieser Kapelle? Wie viele
Leute hast du kommen – und nie wiederkehren sehen? Also Sohn von 68er Eltern mal Butter bei die Fische!
Johann Orth Okay, kann ich akzeptieren, aber letzen Endes geht es doch darum, die Botschaft Christi, ganz
platt ausgedrückt, unters Volk zu bringen! Und dies geschieht durch den Neuen Ritus, den Ritus, den die
katholische Christenheit, Tag für Tag feiert!
#50 Johann Orth 21:27:24 | Samstag, 27. Januar 2007
Lieber Rüdesheim und: Herr Gotthard, es sollte eigentlich normal sein, dass man nach Ende der Steinzeit
keulenfrei miteinander umgeht. Der tridentinische Ritus, bester Rüdesheim, war nicht neu, sondern eben
der alte, nach Wildwuchs wiederhergestellte Ritus der Messe aller Zeiten. Das Messbuch, das der hl. Bonifatius
zu seinem Schutze hochhielt, war im Grunde das gleiche wie das, was im „alten“ Ritus heute nich verwendet
wird. Es war nicht nötig, für irgendwelchen Erhalt zu kämpfen, weil nicht wirklich neu (im Sinne von:
revolutionär) war. Herr Gotthard: irgendwie schwach, wenn Sie keine weiteren Argumente haben. Dabei bin
ich sogar bereit, gerne zu konzedieren, dass Pius Parsch es wohl gut gemeint hat. Alle Bände von „Jahr
des Heiles“ stehen bei mir nict nur herum. Es ist wie in der Politik: irgendwann wurden die Ökos, die
Grünen, von den Linksextremisten übernommen. Der Analogschluss auf die Kirche ist erlaubt und korrekt.
Wohlgemerkt: analog! Ich muss (ha: und ich möchte!) jetzt den versprochenen Cognac auf Obelix trinken.
Möglicherweise werden es zwei. Es grüßt aus Patagonien Johann Orth.
Defensor fidei Okay, und trotzdem wird der heutige Ritus von 90 % der Katholiken gefeiert! Dann schlage
ich den anderen 10 % vor, im alten Ritus die Eucharistie zu feiern…wo ist das Problem?
Eine Antwort …an all unsere Gesprächsteilnehmer, die den Alten Ritus so schätzen…wie war das eigentlich
vor dem Trienter Konzil…haben die Leute eigentlich auch so für den vormaligen Ritus gekämpft? Da mußte
man nicht viel kämpfen, weil sich gar nicht so viel verändert hat. Die Änderungen waren für die allermeisten
Katholiken minimal. Es gab zwar vereinzelt regionale Besonderheiten aber der Kern war doch bei allen der
gleiche. Im Prinzip ist die „tridentinische“ Messe somit nichts wirklich neues gewesen. Ich besitze beispielsweise
ein Faksimile vom Sakramentar von Metz. Dieses stammt aus der 2. Hälfte des 9. Jh. und wurde wahrscheinlich
für Kaiser Karl den Kahlen angefertigt. Dieses Sakramentar diente wohl als Anweisung, wie der Kaiser
in seinem Reich die Messe zu feiern habe. Bis auf einige wenige, meist unbedeutende Abweichungen, entspricht
schon dieses Sakramentar dem normalen römischen Kanon.
Ostung / Trient Zur Ostung ein netter Artikel: www.kath.net/detail.php?id=15823 Tridentinisches Konzil:
Entgegen manchen schlecht recherchierten oder bewusst falsch gehaltenen Presseartikeln hat das tridentinische
Konzil die tridentinische Messe (wenn man sie mal so nennen mag) nicht erfunden und dies auch schon gar
nicht als Antwort auf die Reformation sondern es hat den Ritus den es damals schon Jahrhunderte gab und
der sich nur in Nuancen weiterentwickelt hatte für alle Zeiten festgeschrieben. Von dem her konnten die
Leute kaum fordern, dass sie den Ritus von vor dem tridentinischen Konzil wiederhaben wollten … er war
identisch.
Johann Orth Ich freue mich sehr, dass wir, trotz unterschiedlicher Meinung, hier noch normal miteinander
umgehen, wie sich das letzten Endes für Christen auch gehört! Danke dafür!!
#45 Johann Orth 21:08:09 | Samstag, 27. Januar 2007
Ja, Rüdesheim! Übrigens haben Sie einen sehr sympathischen Nick. Meine Großmutter wurde 1999 (geboren:
1902) mit einer NOM-Messe beerdigt. Und zwar ausgesprochen würdig. Und doch empfand ich den Ritus als
defekt im Sinne von: da fehlt was, obwohl vieles auch noch vorhanden war. Ich halte nicht verbissen an
etwas fest. Nur: man muß sich wehren, wenn etwas nicht organisch wächst (so wie es die Messe auch immer
getan hat, ist sie doch das Werk von Jahrhunderten!), sondern zeitgeistmäßig in ihrem Wesen verändert
wird. Und so ist es mit dem NOM geschehen. Selbst wenn ich guten Willen unterstelle, ist wenig Gutes daraus
geworden: es ist mißbraucht worden. Sie würden mich verstehen, wenn Sie die Messe aller Zeiten innerlich
offen hören könnten. Das kann und darf ich nicht voraussetzen. Aber wünschen kann und darf ich es.
Und das tue ich jetzt. Ich wünsche es Ihnen. Es grüßt aus Patagonien Johann Orth.
EINE FRAGE …an all unsere Gesprächsteilnehmer, die den Alten Ritus so schätzen…wie war das eigentlich
vor dem Trienter Konzil…haben die Leute eigentlich auch so für den vormaligen Ritus gekämpft?
@Johann dass in den Seminarien schon lange vor den Fünfzigern gegen Messe und Tradition gewühlt wurde,
wenn du die liturgische Bewegung damit meinst, ist das wirklich deine sehr seltsame Sicht der Dinge. Ich
habe sonst keinerlei Einblick in die Situation der Seminare damals.
@ Gotthard Ich weiche konkreten Mängeln in der alten Liturgie nicht aus, sondern sage, daß ich meine,
daß die Probleme nun wirklich geringer sind, als in der neuen Form. Warum wohl sind die Priester mit
Jubel auf die neue Liturgie umgestiegen? Erstens sind bei weitem nicht alle Priester mit Jubel umgestiegen
und zweitens wissen Sie selber sehr genau, daß die Welt in den 60er und 70er Jahren ganz anders „getickt“
hat. Die damalige Fortschrittsgläubigkeit und damit weit verbreitete Haß auf tradierte Formen, vor allem
bei den Jüngeren, ist ja nun wirklich kein Geheimnis. Wie oft müssen sich junge Menschen, die anders
als ihre 68er-Eltern denken, heute anhören: „Wie könnt ihr nur? Wofür haben wir damals gekämpft?“.
Diese Alt 68er können es halt nicht begreifen, wenn ihre Spößlinge es heute absolut schei… finden,
was man „für uns“ erkämpft hat. Wir pfeifen drauf!! Wann geht das endlich in das Hirn dieser Leute?
Klar ist das für diese Leute frustrierend, aber darauf kann und darf die Jugend keine Rücksicht nehmen.
Zumindest in dieser Hinsicht sind wir den 68ern ähnlich Jetzt mussten sie bei der Predigt nicht mehr
das Messgewand auf dem Altar ablegen WOW…was für ein wahnsinns Fortschritt. Darauf hat die Welt gewartet.
:)3 Du sprichst wie ein Blinder über Farben… keine Ahnung von nix! Ja, ja…wie schlimm die Alte Messe
ist, haben mir schon viele 68er gesagt. Zum Glück habe ich irgendwann nicht mehr auf sie gehört. Zumindest
weiß ich wie es jetzt ist.
Johann Orth Ist das alles so schlimm gewesen????? Sie halten mit verbissener Vehemenz an all’dem fest,
was Sie von Jugend an sehr wahrscheinlich gewohnt waren! Um was geht es letzen Endes: um Christus, der
gegenwärtig in der welt und der kirche ist! Und das ist ER, da können Sie sicher sein! Ob nun in diesem
Ritus oder aber in unserem heutigen Ritus!!
#40 Johann Orth 20:49:17 | Samstag, 27. Januar 2007
Herr Gotthard, warum verschweigen Sie, dass in den Seminarien schon lange vor den Fünfzigern gegen Messe
und Tradition gewühlt wurde, dass schon in den Fünfzigern in den Seminarien ein Konzil angekündigt
wurde, das den Zölibat abschaffen würde (man könne sich also getrost in dieser Hoffnung weihen lassen),
dass die „Väter“ jener, die heute Gehorsam für ihre unkatholischen Reformen und Maßnahmen einfordern,
selbst ausgesprochen ungehorsam waren, indem sie z.B. unerlaubt nicht mehr versus Deum und in der Volkssprache
zelebrierten, dass all’ dieses zu einer Verwirrung des Glaubens in meiner Generation geführt hat, die
zu der heutigen Krise der Kirche geführt hat (die Sie natürlich aus genau diesen Gründen aböeugnen
müssen), dass der modernistische Zweig der Kirche schon rein biologisch abtritt und die Jugend nach der
gesunden Tradition verlangt (WJT ist kein Argument, da Strohfeuer. Traditionell katholische Gemeinden
zählen bedeutend mehr junge Menschen – = Zukunft! – als modernistische), dass also die Zunkunft eindeutig
in der Vergangenheit liegt. Sie, Herr Gotthard, argumentieren wie mein Religionslehrer (Priester!) in
den Sechzigern. Schon etwas lange her und überholt. Längst überholt. Es grüßt nicht nur aus Patagonien,
sondern auch aus der Zukunft Johann Orth.
@defensor fidei Früher war es dagegen so selbstverständlich, daß die Messe feierlich ist, daß man
es gar nicht mehr explizit erwähnen mußte. Du sprichst wie ein Blinder über Farben… keine Ahnung
von nix!
@ Rüdesheim Allein der Begriff „gelesen“ stört mich…eine Eucharistiefeier oder Messe wird nicht gelesen,
sondern gefeiert!!!! Mit dem Begriff „feiern“ ist es halt so eine Sache. Dieser Begriff wird heute so
inflationär gebraucht, daß er schon nichts Besonderes mehr ist. Wenn jemand in eine Diskothek geht,
dann bezeichnet er das animalische Rumgehopse verbunden mit reichlich Alkohol und Drogen meist auch als
„feiern“. Bei so manchem Gottesdienst, der heute „gefeiert“ wird, möchte ich nicht wissen, wie die „Trauerspiele“
ausschaut. Früher war es dagegen so selbstverständlich, daß die Messe feierlich ist, daß man es gar
nicht mehr explizit erwähnen mußte.
@defensor fidei Ihr letzter Kommentar war nun wirklich ausgesprochen unsachlich. Ich habe in meinem Beitrag
sehr genau zwischen dem NOM im allgemeinen und der einzelnen Meßfeier unterschieden. es ist immer die
gleiche Leier: dem Konkreten in der „alten Messe“ ausweichen und die Augen davor fest verschließen …
aber in der heutigen Liturige konkretes Misslingen dem „System“ anlasten – sprich der Liturgie an sich.
Diese nachgewachsenen Nostalgie-Liturgiker haben doch kaum eine Ahnung, was sich alles abgespielt hat –
und was es an Versuchen gegeben hat, die Messe zu den Menschen zu bringen – als Messe und nicht als frommer
Rahmen für frommes privates Tun. Für die Priester muss dieser Rubrizismus ein Greuel gewesen sein –
und unendlich viel Skrupulantentum gefördert haben. Warum wohl sind die Priester mit Jubel auf die neue
Liturgie umgestiegen? Jetzt mussten sie bei der Predigt nicht mehr das Messgewand auf dem Altar ablegen …
und zur Predigt nicht mehr das Fähnchen vor die ausgesetzte Montranz stellen… Zelebration zum Herrn
(ein saublöder Ausdruck, selbst wenn er von Ratzinger sein sollte) wurde unterbrochen durch die Predigt –
die war ja liturgisch gesehen Pfui Pfui (stand nicht im Messbuch). Wann stellt ihr Tradis und Pius-Fritzen
euch endlich mal der liturgischen Realität der 50er Jahre?
@ Gotthard Ihr letzter Kommentar war nun wirklich ausgesprochen unsachlich. Ich habe in meinem Beitrag
sehr genau zwischen dem NOM im allgemeinen und der einzelnen Meßfeier unterschieden. Sie dagegen konstruieren
einen seltenen Extremfall und denken überhaupt gar nicht daran zu differenzieren. Sie kritisieren die
Art und Weise einer einzelnen Meßfeier und machen daraus gleich die Regel. Da kann ich nur sagen: Alls
ist relativ! Wenn Priester die alte Liturgie zu schnell gelesen haben und dann trotz eines Gottesdienstes
am Hauptaltar in die Sakristei gingen bzw. aus dieser kamen, dann mag dies suboptimal gewesen sein…,ABER
im Vergleich zu den Mängeln in vielen modernen Messen, dann doch wieder kaum erwähnenswert. Wie war
das gleich noch mit dem Splitter und dem Balken??? (Luk 6, 39ff.) Im allgemeinen ist der NOM jedenfalls
ein Rückschritt. Im konkreten Fall oft sogar ein kultureller Niedergang. Dabei bleibe ich. Selbst Pater
von Gemmingen schrieb ja von den heutigen Messen, die oft als banal empfunden würden – zu wenig vom Mysterium
geprägt. Daher wünschten sich vor allem Christen mit Stilgefühl wieder mehr klassische Verbindlichkeit
sowie das Mysterium. Dahinter vermutet der Jesuit auch eine Sehnsucht nach dem verbindlich hochstehend
Europäischen. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. :)3
Priester mit dem Rücken Am Anfang der Kommentare steht, der Priester zelebriere im klassischen römischen
Ritus in Richtung zum Tabernakel der auf dem Hochaltar steht. Dazu bemerkte jemand korrekterweise, dass
der Tabernakel vielerorts aber in einem Seitenschiff sei und auch schon vor der Liturgiereform von Paul
IV. war. Die Zelebration „mit dem Rücken zum Volk“ erfolgt „versus orientem“, Richtung Osten, denn früher
wurden die Kirchen Richtung Osten gebaut WEIL, die Wiederkunft des Herrn aus dem Ostern erwartet wird,
WEIL der Herr bei der Himmelfahrt Richtung Osten entschwand usw… Also der Priester feiert die hl. Messe
in gleicher Gebetsrichtung wie die Gemeinde „zum Herrn hin“ in Richtung des Herrn = Richtung Osten.
Athanasius 1957 Dann darf ich Ihnen einmal im Monat das lateinische Hochamt in St. Bonifatius, Wiesbaden
empfehlen – nach dem NO oder aber die Messe in St. Leonhard, FFM (ich glaube, auch einmal im Monat oder
sogar öfter!!) – und das ganze: in meinem Bistum (Limburg!!)
@ rüdesheim gott behüt mich davor, daß ich ihnen vorschreib, welchen ritus sie gerne mögen. nur zur
info: für einen persönlichen fest- und danktag vor über zehn jahren wünschte ich mir ein lateinisches
hochamt – MR 1969, kanon I, alles mit ausnahme der lesungen und fürbitten auf latein – ohne assistenz
(diakon etc) und hatte auch den chor schon fix. der für die zelebration eingeladene befreundete priester
war über meinen wunsch sehr aufgebracht. auf die frage warum, antwortete ich ihm: wie im zivilleben unter
der woche in jeans, am wochenende mal ein sakko, am privaten fest auch im dreiteiligen anzug. er hat dann
präfation und kanon in latein gebetet. das vater unser war dann wider meinen wunsch schon auf deutsch.
der ritus 1969 ist wunderschön, wenn nach den rubriken gefeiert und in der intention unserer mutter kirche.
ich streit mich nicht um eventuelle defizienzen, aber wenn weder das auge, noch das ohr oder sonst ein
sensorium befriedigt wird, dann liegt vieles im argen.
kulturell hochstehende Praxis Insgesamt ist der NOM gegenüber dem Alten Ritus auch aus meiner Sicht ein
Rückschritt zur alten Liturgie. Auch und gerade in kultureller Hinsicht. Es war eine echte kulturelle
Höchstleistung – und sakramententheologisch der Gipfel eucharistischer Frömmigkeit, wenn in einer großen
Kirche am Hauptaltar ein Hochamt gefeiert wurde und gleichzeitig an mehreren Seitenaltären eine stille
Messe im Eiltempo persolviert wurde – oftmals wechselten während des Amtes die Still-Zelebranten auch
noch und liefen von der Sakristei durch die Kirche zu ihrem Ziel. Kulturell äußerst hochstehend!
athanasius1957 Ich glaube Ihnen ja gerne, dass Sie den alten Ritus mehr schätzen, wie den gegenwärtigen –
und wenn Sie Glück haben, wird dieser ja wohl bald wieder umfassend zugelassen, aber gestehen Sie doch
bitte auch mir zu, der ich mit dem neuen Ritus aufgewachsen bin, dass dieser Ritus für mich sehr sehr
wichtig ist, da ich aus ihm lebe!!!
@rüdesheim et wickerl es geht in der aussage von wickerl wirklich nicht um die realpräsenz sondern um
die „inszinierung“. als vergleich empfiehlt sich die inszinierung von opern oder operetten: wieviel „schwachsinn“,
dem zeitgeist huldigend, sich hier auftun, zeigt sich in den kritiken. die musik macht das stück und
dazu die bilder die uns vor augen geführt werden. bei der letzten carmen im süden von österreich dauerte
es bis nach dem ersten akt, bis ich dahinter kam, daß in zwei welten gespielt wurde, wie bei dem brettspiel
numanjii oder so ähnlich. die idee der carmen ging völlig verloren, auch wenn die musik ident zur vorlage
war. der chirurg könnte den hautschnitt auch mit einem spagat zuar-roattln oder, wie es die erwartung
des patienten ist, ästhetisch schön nähen, der klempner das wc so in 2 m höhe nur über eine leiter
erreichbar installieren, daß es funktionstüchtig wäre? freude hättet ihr mit keiner der ersten versionen.
ähnlich verhält es sich mit der inszinierung des ritus. das ist genau jener punkt, den mosebach gemeint
hat.
@ Rüdesheim „Dekadenz“ Dekadenz (v. frz.: décadence; < lat.: de- ab, cadere fallen) beschreibt einen
kulturellen Niedergang. Der Begriff setzt aufgrund seiner Semantik, die besagt, dass ein besserer Zustand
sich in einen schlechteren verkehrt hat, voraus, dass es objektiv „bessere“ oder „wünschenswertere“ gesellschaftlich-kulturelle
Zustände gebe. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff oft kritisch angewandt auf das Verhalten
von Personen mit Vorbildfunktion. Anders als wickerl würde ich den neuen Meßritus zwar nicht grundsätzlich
als dekadent bezeichnen, aber ich kann sehr wohl nachvollziehen, was wickerl meint. Insgesamt ist der
NOM gegenüber dem Alten Ritus auch aus meiner Sicht ein Rückschritt zur alten Liturgie. Auch und gerade
in kultureller Hinsicht. Den weitergehenden Begriff „Niedergang“ würde ich aber nicht pauschal verwenden.
Wenn man aber konkret einzelne Meßfeiern betrachtet, dann kann in vielen Fällen schon von einem „kulturellen
Niedergang“ und somit von Dekadenz gesprochen werden. Die Anwesenheit des Herrn ändert daran nichts,
sondern macht es nur noch schlimmer.
wickerl Wenn Christus in der Eucharistiefeier real und gegenwärtig ist und damit meine ich die Eucharistiefeier
im alten oder neuen Ritus, dann können Sie einfach nicht von dekadent sprechen und den Novo Ordo so abtun –
das geht nicht!!!!! Ich gebe zu, manche Priester müssten liturgisch sich „anständiger“ verhalten, wobei
ich niemand seine gute Absicht absprechen werde, aber: Begriffe, wie dekadent gehören hier einfach nicht
her!
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Ich sage ja nicht dass der liebe Gott verkommen ist ,sondern nenne nur den Ritus
so, besonders wie er in der Praxis ausgeführt wird.
#21 Johann Orth 17:52:06 | Samstag, 27. Januar 2007
Ich hatte dieses Glück, wickerl, am ersten Januarsonntag 1982. Unvergeßlich und bis heute wirksam. Und
was die junge Tradi-Kirche anbetrifft: www.k-j-b.de
wickerl Also jetzt machen Sie aber bitte mal einen Punkt! In der jeder Eucharistiefeier ist der Herr wirklich
und real gegenwärtig! Wie können Sie da nur solche Worte finden!!!!!
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Also als ich 1988 eine tridentinische Messe erlebte da sah ich und erkannte
ich erst wie weit es im neuen Ritus fehlt und dass die Messe wie sie unserer Tage gefeiert wird eine dekadent –
verkommene Sache ist.
auch der … … Rosenkranz ist eine Teilnahme – der betrachtende Rosenkranz oft mehr als das Mitsingen
von Liedern oder Mitsprechen von Texten; Es geht nicht um das vordergründige Mitmachen, sondern auch
um das innere Dabeisein. Wie man aber
#16 AthanasiusII 16:43:36 | Samstag, 27. Januar 2007
Participatio actuosa heisst nicht „activa“, sondern eine Teilnahme am Geschehen die sich darauf bezieht,
nicht blosse Bewegungen oder jedermann im Altarraum um etwa zu sagen oder vorzubeten. Leider hat Hw. von
Gemmingen das nicht verstanden. Denn Personen die es bevorzugen den Rosenkranz betrachtend während der
Hl. Messe zu beten, sollte man das so tun lassen. Wir sollten das nicht aufzwingen. Leute haben nicht
den Rosenkranz gebetet damals weil sie nichts von alledem verstanden, sondern weil es ihnen die richtige
Lage bereitete in der man sich am besten mit dem Opfer des Priesters und der (mitsingenden) Gemeinde vereinigen
konnte. Übrigens sehe ich in den sog. neuen Messen eigentlich nur Apathie oder (vor dem Altar) Selbstverwirklichung
von Liturgiesowjets bzw. -Kommissionen von Grundschullehrerinnen und Ladenverkäuferinnen die auch gerne
„etwas“ machen wollen vor der Gemeinde. Ich sehe keine Teilnahme am Opferdienst der Kirche und auch nicht
am Wortgottesdienst, keine innerliche Teilnahme. Daß man nur noch äusserlich, aber schon längst nicht
mehr innerlich, teilnimmt, ist also ein Element des Neuen Ritus, nicht des Alten Ritus. Das Benehmen dieser
Leute beim Hochgebet usw. spricht das schon aus: manche plappern einfach unter sich weiter, andere sitzen
dahin bis alles wieder vorbei ist. Auch kann von einer singenden Participatio actuosa keine Rede sein,
weil man öfters den Ablauf der neuesten Liturgiekreationen nicht einmal kennt. Jeder hat das aber der
überlieferten römischen Messe gewusst.
#15 Athanasius 16:35:17 | Samstag, 27. Januar 2007
@Aragorn 1. Der „Mischritus“ 1965 war die tridentinische Hl. Messe mit dem Wortgottesdienst aber völlig
auf Deutsch, mit verkürztem Stufengebet, während die Messe der Katechumenen, also nach dem Credo, weiterhin
auf Lateinisch zelebriert werden sollte, inkl. stillen römischen Kanon. Das letzte Evangelium war darin
schon weitgehend verschwunden. 1967 kam dann die Weisung, daß man Manipel, Chorkleid (pluviale) und Biretta
wegtun müsse, während der römische Kanon ab dann auch in der Landessprache laut gebeten werden sollte
bzw. konnte (vielerorts schon inkl. „für alle“). 2. Nicht alle Priester waren darangehalten. Ältere
bzw. traditionalistische Priester wurden durchaus noch toleriert, auch jene die den „alten“ Ritus so wie
im Missale von 1962 weiter zelebrierten, völlig auf Latein. Das gab es z.B. in Iggenhausen und vielen
anderen Orten in Deutschland noch. Übrigens war legal erst ab Ende 1974 der „alte“ Ritus völlig verboten
in der Öffentlichkeit, wurde aber manchmal von (älteren) Bischöfen um des Friedens Willen weiter toleriert,
bis dann die wirklich radikale „KOnzilsgeneration“ Priesterämter und vor allem Diözesen übernahm (Ende
1970er-Mitte 1980er). 3. Schon ab 1964 wurden in den Niederlanden, manchen deutschen Diözesen, in Flandern
sowie in Frankreich aber weitergehende RadikalNeuerungen vorgekommen wie die Umgestaltung des Altarraumes,
die Einführung einer modernen Form der Handkommunion (ohne Erlaubnis), sowie völlig selbst geschaffte
euch. Hochgebete.
Hw. Pater Eberhard von Gemmingen Hw. Pater Eberhard von Gemmingen kenne ich als jemanden, der unseren
Glauben auch gegen Widerstände vertritt, was heute leider die Ausnahme ist. Folgenden Satz halte ich
jedoch für kritikwürdig: „Aber geben wir es zu: Millionen haben damals nur brav und auch gläubig teilgenommen,
aber fast nichts verstanden und daher Rosenkranz gebetet.“ Daß man nicht jedes Wort verstanden hat, ist
nur ein Problem für denjenigen, der darin ein Problem sieht. Entscheidend ist, daß man mit Andacht und
religiöser Ergriffenheit, dem Ablauf der Messe folgt. Über den Ablauf kann man unter anderem mittels
erbaulicher Meßbücher mit entsprechenden Meßandachten im stillen Gebet einen weit, weit tieferen Einblick
in die mystische Bedeutung erlangen. Heute verstehen die Gottesdienstbesucher zwar jedes Wort des Priesters,
aber nicht mehr den eigentlichen Sinn der Messe. Die alte Meßliturgie versteht es, die Menschen spüren
zu lassen, daß sie an einer unbeschreiblich erhabenen, gottgefälligen Opferfeier teilhaben. Man kann
es beobachten, wenn gutmeinende Menschen ohne Vorkenntnisse zum erstenmal an einer Indultmesse teilnehmen,
wie sie sofort ergriffen sind von der Tiefe der Liturgie. Das ist doch die Voraussetzung für eine fruchtbringende
Teilnahme am Meßopfer.
Pater v. Gemmingen – Übergansritus 1965 Dass Pater v. Gemmingen, wie Zur Kenntnisnahme zu berichten weiß,
1968 geweiht wurde, besagt noch lange nicht, dass er den tridentinischen Ritus kennt. 1968 wurde vielerorts
schon versus populum und in der Landessprache zelebriert. Jedenfalls kann ich mich, der in den 60gern
die ersten kirchlichen Naherfahrungen sammeln konnte, noch einigermaßen gut daran erinnern. Die Missa
von 1962 wurde ja Mitte der 60ger durch den 65ger Ritus abgelöst, der noch eine starke Ähnlichkeit mit
dem Tridentinischen Ritus aufwies, aber schon eine deutliche Brückenfunktion zum Ritus Pauls VI. aufwies.
Sehr wahrscheinlich hat Pater v. Gemmingen diesen Mischritus, der sich ja nicht lange gehalten hat, für
die wenigen Jahre bis zum Messbuch Pauls VI. zelebriert, wie die wohl überwiegende Zahl der damals aktiven
Priester. Ich vermute, dass die Missa Tridentina pura in Mitte der 60ger Jahre in den meisten Pfarreien
schon nicht mehr zelebriert wurde. Heute erlebt sie Dank der Gnade Gottes eine neue Renaissance und wird
hoffentlich „bald“ wieder von jedem Priester, der dies will, öffentlich zelebriert werden können. Im
Übrigen bin ich nicht dafür, dass man Priester dazu verpflichten sollte. Man stelle sich einmal einen
Priester vor, der gezwungenermaßen die Tridentina zelebiert – nicht auszudenken!
caecus ostendit videnti viam! Um in der Gegenwart die Zukunft gestalten zu können, bedarf es der Kenntnis
der Vergangenheit. Wie soll der Volkschüler später eine Handschrift entwickeln, wenn er nie die Schreibschrift
erlernt hat. Ähnlich müsste es- im Rahmen des Theologiestudiums zum Priestertum – verpflichtend sein,
die bis vor wenigen Jahren gültigen Riten zu erlernen. Aber mit 1969 kam es zu jenem Erdbeben an den
theologischen Fakultätenwie in den Koranschulen ab dem Jahr 900, als das Studium des Alten wie des Neuen
Testaments verboten worden ist (Nikolaus von Kues, Die Sichtung des Korans, Band I), welches den Professoren
„gebot“ die alten Quellen den Nachkommenden vorzuenthalten. Somit wurde den Studierenden die Möglichkeit
genommen, die Quellen zu kennen.
@ St. Polterer (zu P. von Gemmingen) Achtung, auch St. Polterer ist ein blinder Führer. P. von Gemmingen
ist Jahrgang 1936 (Priesterweihe 1968). Sie können also davon ausgehen, dass er hunderte Messen im alten
Ritus mitgefeiert hat. (Davon abgesehen: Ich gebe St. Polterer natürlich Recht, dass ein Liturgieprofessor
in dieser Materie bewandert sein sollte.)
#10 Catholicus 13:37:37 | Samstag, 27. Januar 2007
Nicht ganz richtig im Detail, doch unverkrampfte und positive Sichtweise Trotz mancher inhaltlicher Unschärfen
des Kommentars von Pater Eberhard von Gemmingen finde ich die Stellungnahme bemerkenswert! P. v. Gemmingen
bemüht sich, das Thema „Tridentinische Messe“ unverkrampft und grundsätzlich positiv zur Sprache zu
bringen. Allein dies wäre vor 10 Jahren noch nicht möglich gewesen. Er weist auch auf Aspekte hin, welche
an der Ursache der gegenwärtigen Krise liegen: auf den vielfach ehrfurchtslosen Umgang mit dem Heiligen,
auf die nicht den Vorgaben der Kirche entsprechende Feier der heiligen Messe, ob nun im „alten“ oder im
„neuen“ Ritus!
#9 st. polterer 13:34:03 | Samstag, 27. Januar 2007
Blinde Blindenführer gibt es viele… Der Liturgieprofessor vom Stift Heiligenkreuz und von der Hochschule
St. Pölten hat übrigens im Unterricht auf eine Frage zur Alten Messe gesagt (sinngemäßes Zitat): Ich
kenne diesen Ritus nicht und habe ihn nie gesehen. (er hat nicht einmal gemerkt, dass das oberpeinlich
ist) Ebenso dürfte es dem Gemmingen gehen. @ Aragorn: Großartige Idee.
@mariokin das erklärt nun gar nichts…in der wandlung ist ja christi leibhaftig zugegen – auch wenn
der priester zur gemeinde gewandt ist und nicht zum tabernakerl… ach und was ist mit der vielzahl von
kirchen, wo es eine sakramentskapelle gibt – seitliche wandlung im profil ?
Übungs DVD für Pater v. Gemmingen Liebe Mitbrüder der Piusbruderschaft! Bitte schicken Sie doch dem
Pater v. Gemmingen ein Exemplar der hervorragenden Übungs DVD „Die Zelebration der Lateinischen Messe“
damit er den himmelweiten Unterschied zwischen Alter und Neuer Messe besser erkennt. Der Gute hat offensichtlich –
im Gegensatz zum Heiligen Vater – noch nie eine tridentinische Messe zelebriert. Vielleicht kommt er dann
ja auch auf den Geschmack. Schönen Sonntag wünscht ARAGORN
@Sirilo Zum Osten hin. In Rom findet man übrigens in den Katakomben schon Altäre die an der Wand stehen,
oder im freien, alle aber stehen zum Osten hin. Das sind Altäre aus dem 3. Jh. Vor 313 AD. Also keine
Fragen stellen die man nicht beantwortet sehen will.
@mariokin In welche Richtung wurde eigentlich vor dem 14. Jahrhundert zelebriert, bevor es üblich wurde,
den Tabernakel auf dem Hauptaltar zu installieren?
@st.georg Die Bezeichnung zum Herrn hin bedeutet, dass sowohl Priester, wie auch die Gläubigen in Richtung
des Tabernakels gewandt beten, in dem der Gottmensch Jesus Christus in der Gestalt des Brotes personal
und real zugegen ist. Natürlich ist Gott unter uns. Selbstverständlich, in seiner allgemeinen geistigen
Gegenwart, das sind aber genauso auch die Heiligen und meine verstorbene Großmutter, so Gott sie zu sich
in den Himmel genommen hat. Diese allgemeine Gegenwart aber ist von der Realpräsens Christi in der Eucharistie
wesenhaft verschieden, das wissen Sie doch aber auch? Oder? Jeder Vergleich hinkt, aber ihr Freund mit
dem sie sich gerade gegenüberstehend von Angesicht zu Angesicht unterhalten (Realpräsenz) ist Ihnen
doch in diesem Augenblick ganz anders nahe, als wenn Sie miteinander telefonieren, oder durch räumliche
Entfernung getrennt, im Geist (im Gedenken, im Herzen, im Gebet…) miteinander verbunden sind. Das ist
schon ein Unterschied, jedenfalls für die Theologen, Kirchenväter und Kirchenlehrer. Und auf ihr Zeugnis,
dass sie von den Aposteln empfangen haben (Tradition), baut die katholische Lehre auf.
und die Charismatiker sind auf dem Vormarsch Das dieser Mensch es sich nicht vorstellen kann scheint verständlich,
denn die Charismatiker sind z.B. in Südamerika ganz groß auf dem Vormarsch! Und das masst nun gar nicht
zur lateinischen Messen und zur Tradition! Europa ist OUT und an die islamsiten abgetreten – neues Potential
wird in Übersse gesucht und gefunden! Nein, so wird das alles nichts mehr in Europa. Spätestens wenn
der erste Farbige eine Missionspfarre in Deutschland erhält sollten doch einige wach werden…
@möchtegern-kathole das mit den unterschiedlichen texten wissen die schon – sonst ist das halt bei riten,
die entwickeln sich weiter , auch nebeneinander aber trotz unterschiedlicher texte sind ja beide gültig !
danke pater von gemmingen – viele positive bemerkungen was mich aber immer theologisch verwundert, ist
die argumentation : „zum herrn hin“ – befindet sich gott in einem gotteshaus nur in einer richtung – ist
er nicht „ mitten unter uns „ ? – das ist wohl tradi kleinfritzchen katholizismus…
der gute Mann wird zitiert: „Die genauen Unterschiede zwischen dem Alten und dem Neuen Ritus sind minimal
und fast überhaupt nicht zu erkennen, wenn der Neue Ritus – wie erlaubt und gewünscht – auf Latein gefeiert
wird und sogar mit dem Rücken zum Volk.“ Offensichtlich wissen diese Leute nicht mal, dass der Mess-Text
in weiten Teilen, und auch in wichtigen Teilen, unterschiedlich ist.