Bildung
Requiem für die Schulhorte im Bistum Essen
Der Wegfall staatlicher Gelder läßt den Einrichtungen keine andere Wahl. Die Zukunft gehört Schulen mit „Offenem Ganztagstags Angebot“.
Steht die kirchliche Kinderbetreuung vor dem Aus?
Steht die kirchliche Kinderbetreuung vor dem Aus?
© pixelquelle.de
(kreuz.net, Essen) Die Angelegenheit ist beschlossen.

Zum Beginn des Kindergartenjahres 2007/2008 steigt das Bistum Essen aus der Hortbetreuung in Kindertagesstätten aus.

Das berichtete die ‘Neue Ruhr/Rhein Zeitung’ Anfang Januar.

Allein in der Stadt Essen werden 31 Kindertagesstätten geschlossen.

Ein Schulhort ist eine pädagogische Einrichtung für Grundschüler meist bis zur vierten Klasse. Der Schwerpunkt liegt häufig auf der Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung.

Das Hortsystem soll durch „Offene Ganztagsschulen“ ersetzt werden.

Es handelt sich dabei um eine Übermittagbetreuung und ein umfassendes schulisches Nachmittagsangebot, das vor allem Kindern alleinerziehender und berufstätiger Mütter dient.

Der Wegfall der Hort-Finanzierung durch die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen läßt nach Angaben des Essener Generalvikars, Hw. Hans-Werner Tönnes (53), keinen anderen Weg offen.

Vereinzelt könnten Kindertagesstätten gerettet werden, die sich in Gebieten befinden, wo es keine „Offene Ganztagsschule“ gibt.

Jetzt müssen sich die betroffenen Eltern um Betreuungsplätze an benachbarten Grundschulen mit Offenem-Ganztagstags-Angebot bemühen.

Rund 20% der im Bistum betroffenen Kindertagesstätten mit Hortgruppen sollen auch über 2007 hinaus vom Land unterstützt werden – doch nur bis spätestens 2010.

Dann soll ein flächendeckendes Angebot von Grundschulen mit Offenem-Ganztagstags-Angebot die Horte endgültig überflüssig machen.
      
8 Lesermeinungen
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#8   möchtegern-kathole   23:39:32 | Sonntag, 28. Januar 2007
Ziel dieser Bestrebungen …
… ist quasi ein Robot, ein Mensch der vom Staat verabreichte Lehren in sich aufnimmt, treu arbeitet, bis er mittels Euthanasie entsorgt wird …
Bis dahin darf er Hollywoodfilme anschaun, teure Autos fahren (wenn er sich anstrengt sogar ganz teure), und er darf seine Lust ausleben.
Danach holt ihn der >:)
Soweit die Theorie. Aber da war noch der o^/
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#7   Johann Orth   20:52:04 | Sonntag, 28. Januar 2007
Ich meinte, lieber Heinrich, durchaus nicht
das korrupte Pack, das in dieser durchamerikanisierten Gesellschaft nach oben gespült wird (durch wen auch immer), sondern diejenigen, die in die Gosse getreten und dort liegengelassen werden, weil ihre Ellenbogen und ihre Verderbtheit nicht amerikanisch genug sind.
Gesocks wie dieser Viagra-Hurenbock und Lustgreis Hartz und alle die anderen sind so sehr Auswurf, wie die anderen Opfer sind.
Gerade deshalb grüßt aus Patagonien
Johann Orth.
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#6   HeinrichvonOfterdingen   20:28:11 | Sonntag, 28. Januar 2007
Lieber Johann Orth!
Diese armen, beziehungsunfähigen, nicht belastbaren jungen Leute, die die Leere ihres Lebens nur durch Rausch zu „füllen“ wissen, weil man ihnen alles andere, sinnstiftende vorenthalten hat.
Die Karrieristen unter ihnen, die arm, beziehungsunfähig aber belastbar sind, die sind das größere Problem. Sehen Sie sich die Typen in Berlin doch mal an.
Nicht schuldig, sondern Opfer sind sie.
Ist schön gesagt. Aber sie weden zu Tätern erzogen. Sehen Sie sich die Typen in Berlin doch mal an.
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#5   Johann Orth   19:46:41 | Sonntag, 28. Januar 2007
Und die Ergebnisse dieser Erziehung, werter Heinrich,
sehen wir nicht nur in der Ex-DDR, sondern längst auch hier. Diese armen, beziehungsunfähigen, nicht belastbaren jungen Leute, die die Leere ihres Lebens nur durch Rausch zu „füllen“ wissen, weil man ihnen alles andere, sinnstiftende vorenthalten hat.
Nicht schuldig, sondern Opfer sind sie.
Tja: da tragen wohl viele einen Mühlstein um den Hals und werden bald in die Tiefe des Meeres versenkt (wenn sie es nicht schon sind).
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#4   HeinrichvonOfterdingen   19:27:09 | Sonntag, 28. Januar 2007
Lieber Beobachterin,
es ist das Konzept, mit dem schon das dritte Reich und übrigens auch die UdSSR kritiklose Staatsbürger schaffen wollte. Die Mutter muß arbeiten, die Kinder nimmt der Staat in seine Fänge, um sie als treue Staatsbürger, möglichst religionsfrei auf die Menschheit loszulassen.
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#3   Beobachterin   15:09:20 | Sonntag, 28. Januar 2007
falsche Wertevermittlung in den (Ganztags)-Schulen
Auch in anderen Städten soll die offene Ganztagsschule Zug um Zug mehr eingeführt werden – gefolgt von der Regel-Ganztagsschule.
Auf der Strecke bleiben dann die Familien, die nachmittags ihre Kinder lieber selbst betreuen wollen – die staatlichen Gelder fließen nämlich in die Einrichtungen, durch die die Kinder auch staatlich betreut werden sollen.
Ideologiefrei wäre eine Förderung der Familie unabhängig davon, wie sie ihre Kinder betreuen will.
Wir nähern uns mit Riesenschritten den Gepflogenheiten der DDR bzw. des Sozialismus. Der Staat will die Erziehung der Kinder selbst in die Hand nehmen und die Mütter in die Berufstätigkeit drängen – übrigens bei einer hohen Arbeitslosenzahl, was dann ökonomisch überhaupt keinen Sinn gibt.
Und die Frauen lassen sich einreden, daß es mehr zur „Selbstverwirklichung“ beiträgt, den ganzen Tag hinter der Kasse zu sitzen oder hinter der Ladentheke zu stehen oder in einem Büro zu arbeiten, als zuhause die Familie zu managen.
Kurz und gut: Die Entscheidung, wie sie ihre Kinder fördern will, soll jede Familie selbst treffen. Wir brauchen keine Vorgabe durch den Staat mit einseitiger Förderung der Ganztagsschulen. Jedenfalls nicht bei den Werten, wie sie derzeit in den Schulen den Kindern vermittelt werden.
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#2   Gotthard   14:06:34 | Sonntag, 28. Januar 2007
@möchtegern-kathole
Weißt Du eigentlich, wovon die Rede ist?
Das Land NRW wird keine Gelder für Horte mehr zur Verfügung stellen … damit ist das AUS der meisten Horte – außer in einigen sozialen Brennpunkten – beschlossen, weil sie durch die Ganztags-Grundschule ersetzt werden.
Die Schließung der Horte hat mit kirchlicher Geldknappheit nun überhaupt nichts zu tun.
Kindertagesstätten – also Kindergärten – sind davon nicht betroffen, nur Hortgruppen, falls sie an Kindergärten angeschlossen waren.
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#1   möchtegern-kathole   12:29:53 | Sonntag, 28. Januar 2007
Qualität und Quantität
Es gibt zweierlei Probleme:
1) Quantität
* Die Kirche baut Gebäude ab, Seminarien, Personal, vorallem Kleriker, Kinderhorte, usw.
2) Qualität:
die Kirchen predigen nicht mehr die klare Lehre, sondern ersetzen „Messe“ durch „Mahlfeier“, klare Worte gegen die Abtreibung durch Schein-Beratung, Opposition gegen die Antikirchlichen Bestrebungen durch Mitmachen und Nichts-Sagen
Beides hängt zusammen – wer jedoch die Probleme in der qualität nicht sehen will, dem werden durch die Probleme in der Quantität hoffentlich die Augen geöffnet.
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