Wie groß ist der Einfluß der Bistümer auf das Buchangebot im Weltbild-Katalog?
Ende August sprach der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, über die Geschäftserfolge der ‘Weltbild-Gruppe’.
Bildschirmfoto der Firmenhomepage des Verlages ‘Weltbild’
(kreuz.net) Kardinal Lehmann äußerte sich am 24. August 2006 in einem Interview mit dem ‘Börsenblatt
des Deutschen Buchhandels’.
Die neue Weltbild-Holding ist als Deutschlands Buchhandlung Nummer 1 aufgestiegen.
Die Holding ist im Besitz von 14 deutschen Diözesen und der Soldatenseelsorge Berlin.
„Ich freue mich,
wenn christliche Bücher eine breite Leserschaft finden. Gleichwohl ist dies nur ein Weg. Eine Konzentration
in diesem Bereich muß natürlich gut überlegt sein“ – so Kardinal Lehmann.
Es wäre verkürzt zu behaupten,
daß Weltbild die Cash-Cow der deutschen Bistümer sei, welche die durch den Kirchensteuerausfall bedingten
kirchlichen Finanzengpässe ausgleichen würde.
„Die Gesellschafteranteile sind sehr unterschiedlich
verteilt“ – erklärt der Kardinal. Nicht alle deutschen Bistümer seien beteiligt.
„Ich könnte mir zwar
vorstellen, einzelne Gewinnausschüttungen des ‘Weltbild Verlags’ in die Gesellschafter-Bistümer für
karitative Zwecke zu nützen. Dies hat jedoch nichts mit der Kirchensteuer zu tun, die ganz anders legitimiert
ist.“
Im Übrigen subventioniere die Verlagsgruppe mit dem Gewinn schon viele positive Angebote, etwa
Zeitschriften für Kinder und Jugendliche:
„Ein direkter Vergleich aber wäre, Äpfel mit Birnen vergleichen.“
Auf die Frage nach dem Einfluß der Bistümer auf das Buchangebot im Weltbild-Katalog, erklärt der Kardinal,
daß die Vertreter der Gesellschafter in den Aufsichtsgremien versuchen, eine klare christliche Profilierung
zu gewährleisten.
„Es unterscheidet Weltbild fundamental von seinen unmittelbaren Wettbewerbern, daß
eine kritische Auswahl des Buchangebots auf diesem Hintergrund getroffen wird.“
Nur jedes fünfte Buch
werde für das Buchangebot von Weltbild ausgewählt. Das seien jährlich 10.000 Bücher.
Das Programmangebot
werde bei Bedarf auch korrigiert.
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19 Lesermeinungen
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#20 Peter-Pan 00:37:11 | Mittwoch, 28. Februar 2007
Christliche Literatur Als begeisterter Bücherwurm verschlägt es mich auch dann und wann in eine Weltbild-Filiale.
Ehrlich gesagt, das Angebot hat mich nie besonders begeistern können. Dass es einer christlichen Prägung
unterliegen soll, überrascht mich jetzt aber doch. Dort werden zahllose Fantasy-Romane, kirchenkritische
Thriller (wie Sakrileg), Esoterik und sogar Erotik angeboten. Ich stimme dem allgemeinen Konsens zu, dass
jeder Verlag, der sich auf so genannte christliche Literatur beschränken würde, ziemlich bald pleite
wäre. Im Ernst, wenn wir als Maßstab anlegen, dass J.K.Rowling, Dan Brown und Stephen King (aus welchen
bestimmten Gründen auch immer) unchristliche Bücher verfassen – was bleibt dann… Diese Autoren sind
nämlich noch relativ harmlos. Ich kann mir kaum vorstellen wie ein streng christlich orientierter Autor
überhaupt Spannung in einer Geschichte aufbauen will…
Fanatisch? Statanist? Wie kommste denn auf den Mist? Und warum schließt du von dir selber auf mich? Soll
ich dir mal die Adresse eines guten Therapeuten besorgen? Allein mit Beichten kannst du deine schier irreparablen
Defekte doch wohl kaum in Zaum kriegen.
WAHRHEIT Dani, du postest die Wahrheit, wenn du die Päpste JP II. und Bendikt XVI beleidigst. Und ich
dachte, du machst Spaß, weil man so einen Quark doch unmöglich selber glauben kann. Jetzt bin ich aber
enttäuscht, dass ich mich sosehr in dir getäuscht habe. Du hast ja wohl einfach nur ne Macke! Tja, dann
machs mal gut – weil jetzt will ich mit dir aber nix mehr zu tun haben und verkneife mir deswegen ab sofort
die lieben grüße an dich (die du unhöflicherweise ja auch noch nie beantwortet hast).
So ist das mit den Kreuz.nattern Wer die Wahrheit sagt, wird gelöscht. Demgegenüber dürfen die schlimmsten
Kirchenhasser fröhlich ihre Parolen von sich geben.
@Rottenburg dass es papsttreue Bücher zu kaufen gibt, entschuldigt nicht, dass es offenbar sündhafte
Druckerzeugnisse gibt. Sie können nicht die papsttreuen Bücher gegen die anderen aufrechnen. Sind Sie
Kaufmann?
@ludovico Was soll denn „christliche Literatur“ sein, von der eine Buchhandlung oder ein Verlag alleine
leben kann? Welche Literaturagenda hat dann ein Gymnasium des Pius-Vereins? Kein Goethe? Kein Schiller?
Kein Cicero im Lateinunterricht? Kein Mozart im Musikunterricht wegen Freimaurermusik? Kein Bach weil
lutherischer Ketzer? Kein Böll und kein Grass (obwohl beide katholisch getauft)? Kein Rahner und kein
junger Ratzinger, kein Vorgrimmler und kein Metz? Kein Walter von der Vogelweide – der pabbest ist zu
jung ? Es ist eine Schande, dass der Index verschwunden ist – sonst hätten jedes Jahr zur Frankfurter
Buchmesse Scharen von Zensoren eine Unmenge Lese-Arbeit – und viele hier eine handfest Anleitung.
Weltbild ist weltlich Ich bin auch öfters Kunde im „stationären“ Weltbildshop. Muss sagen die Auswahl
ist OK. Gut wenn nur sogenannte christliche Bücher zu finden wären, würde der Weltbildkonzern vermutlich
bald insolent sein und das kann wiederum nicht im Interesse der Eigentümer sein. Was mir gefällt, sind
die teilweise medizinkritischen Bücher, wie z.B. die „Cholesterinlüge“ Also aus meiner Sicht: macht
weiter so Ihr Weltbildleute, dann bin ich auch weiterhin Euer Kunde! o^/
#7 bonifatius 18:30:16 | Sonntag, 11. Februar 2007
ad methusalem: sie haben da etwas grundlegendes nicht verstanden, Anständigkeit und Wahrheit! „Pecunia
non olet“ hat schon jener Kassenscheich mit seinen 30 Silberlingen gemeint und hat sich dann erhängt.
Als die Kirche noch arm war, hat sie am meisten expandiert. „Um die Institutionen zu retten, wirft der
moderne Klerus die Botschaft über Bord“(Davila).
also wenn man … … schauen möchte, ob an dem kreuz.net-artikel was dran ist, dann geht man auf die
weltbild-seite, tippt als suchwort „erotik“ ein und zweifelt an dem Verstand der Bischöfe. Offensichtlich
Pornografie (teilweise sogar auf den Buchcovern, die dann auf der Weltbildseite zu sehen sind) vertrieben
durch Erzbischöfe – einzigartige Klasse. Bin dafür, das dann eines schönen Tages den Bischöfen auf
ihre Grabsteine meisseln zu lassen. Fehlen uns noch die Amtskirchen-Leute, die das sicher als notwendig
oder akzeptabel verteidigen.
Unser Auftrag Wir wurden als ChristInnen nicht dazu berufen, für das Überleben der Kirche zu sorgen,
sondern für das Wohl und Heil der Menschheit. Wir sind nicht Mitglieder der Kirche, um Strukturen und
die Kirchen-Institutionen besser zum Funktionieren zu bringen, sondern um uns an dem Projekt Jesu Christi
zu beteiligen, das da heisst: Die Menschen sollen das Leben in Fülle haben. (Bischof Jacques Gaillot)
Weltbild und das religiöse Angebot Wenn man nicht weiß, dass sich Weltbild im Eigentum der deutschen
Bistümer befindet, könnte man’s aus den Katalogen nicht erkennen. Das Angebot an religiösen Büchern
beschränkt sich auf 2-3 Seiten. Der Rest findet sich auch in den Katalogen anderer Großanbieter. Was
zunehmend bei Weltbild zu finden ist, ist esoterischer Wohlfühlnippes und seit neuestem auch Reiseangebote.
Aber zugegeben: ich bestelle auch manchmal was bei Weltbild.
#2 methusalix † 12:50:33 | Sonntag, 11. Februar 2007
Sie haben da etwas grundlegendes nicht verstanden, Initiative! Um glaubwürdig zu werden, schlage ich
den Bischöfen vor, die Firmananteile an Burda und Bauer zurückzugeben und wirklich einen katholischen
Weltbild-Verlag aufzubauen. Oder ist das gar nicht beabsichtigt? PECUNIA NON OLET, gilt auch für die
Kirchenbeamten. Das heisst im Klartext, dass ein „wirklich katholischer“ Verlag innert kürzester Zeit
pleite wäre, weil kein Mensch die von Ihnen als „wirklich katholisch“ bezichneten Schriften lesen will.
Das ist doch immer dasselbe heuchlerische Gejammer über die Schlechtigkeit der Welt, vollkommen verklemmte
Ansichten über Sexualität, ein ewiggestriges Familien- und vor allem Frauenbild und eine Kirche, die
nicht auf Überzeugungsarbeit, sondern auf Befehl und Gehorsam basiert. Damit locken Sie seit einem halben
Jahrhundert niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Und das ist gut so. Eine riesige Chance für die Kirche.
Menschen den Glauben nicht zu befehlen, sondern sie zu überzeugen. Das geht nicht mit hysterischem Gejammer.
Ja, ja …der „kath.“ Weltbild-Verlag Ich frage mich schon lange: Wissen die Bischöfe (welche Teilhaber
am Weltbild-Verlag und somit richtungsweisend und verantwortlich sind) nicht, was sie tun? Der Weltbild-Verlag
ist mittlerweile zu einem Giganten in auf dem „Büchermarkt“ geworden. Gewinne wurden in Expansion gesteckt,
sodaß man fast in jeder größeren Stadt einen Laden von Weltbild finden kann. Der Konzern wächst weiter (
die Rekordumsatzmarke von 1 Milliarde ist in greifbarer Nähe!) Das Angebot des Weltbild-Verlag scheint
nach außen katholisch zu sein. Nach kurzem Betrachten erkennt man jedoch die Offenheit für Alles,womit
Geld verdient und der Umsatz gesteigert werden kann. Da werden nicht nur „Anti-katholische Bücher“ verkauft
oder Esoterik on Maß, sondern man findet durchweg hier und dort „Sexliteratur“ oder gar pornographische
Werke. Damit nicht genug: Der Weltbild-Verlag gründete mit dem Bauer-Verlag ein neues Unternehmen, um
den Markt in Polen zu „bedienen“. Das der Bauer-Verlag Herausgeber der „BRAVO“ ist oder in seiner Unternehmungsgruppe
Pornographie verkauft, stört scheinbar wenig. Auch den russischen Markt will man erreichen. Dort hat
man als Partner die Burda-Verlagsgruppe auserwählt. Das Burda in seiner Unternehmungsgruppe den Playboy
oder andere Sexschriften herausgibt, wen stört das? Um glaubwürdig zu werden, schlage ich den Bischöfen
vor, die Firmananteile an Burda und Bauer zurückzugeben und wirklich einen katholischen Weltbild-Verlag
aufzubauen. Oder ist das gar nicht beabsichtigt?