15:42:01 | Donnerstag, 1. Februar 2007
Viele glauben bis heute, daß sich die Hexenjagden vor allem gegen Frauen richteten. Von Jenny Gibbons.

Hexendarstellung vom deutschen Maler Hans Baldung Grien († 1545)
(kreuz.net) Es gibt bei der sogenannten Großen Hexenjagd ein grundlegendes Faktum: Die meisten Angeklagten
waren Frauen. Das bemerkten Kommentatoren bereits zur Zeit der Hexenjagden.
Man hat spekuliert, daß
auf einen männlichen Hexer 10.000 Hexen kamen. Ein Rattenschwanz von Erklärungen zum Thema Frauenhaß
wurden angeführt, um diese Tatsache zu erklären.
Später führte die große Anzahl von Hexen einige
Feministen zur Meinung, daß die Begriffe „Hexe“ und „Frau“ im Grund synonym waren und daß die Verfolgung
durch einen europäischen Frauenhaß verursacht worden wäre.
Generell waren ungefähr 75 – 80% der Angeklagten
Frauen. Doch diese Prozentzahl schwankt dramatisch.

Darstellung vom spanischen Maler Francisco de Goya († 1828)
In verschiedenen skandinavischen Ländern war die
Anzahl der angeklagten Männern und Frauen etwa gleich. In Island waren über 90% der Angeklagten Männer.
Mitteleuropa tötete die meisten Hexen. Dabei kamen mehr Frauen als Männer ums Leben. Das ist der Grund,
warum sich die Gesamtprozentzahlen so sehr in der Schieflage befinden.
Vertreter der Frauenhaßtheorie
ignorieren gewöhnlich diese Unterschiede. Viele erwähnen die Hexer überhaupt nicht.
Eines der herausragendsten
Beispiele dafür stammt aus dem Buch „Hexenwahn“ von Anne Llewellyn Barstow. Frau Barstow erklärt dort,
daß es in Island keine „wirkliche“ Hexenjagd gab.
In Wahrheit tötete Island mehr Hexen als Irland,
Rußland und Portugal zusammen.
Frau Barstow behauptet, daß diese Länder alle „wirkliche“ Hexenjagden
kannten. Sie erklärt aber nicht, warum die Toten in Island „unwirklich“ waren. Der einzige Anhaltspunkt,
den ich sehen kann, besteht darin, daß fast alle isländischen Hexen Männer waren und Frau Barstows
Theorie dieses Faktum nicht einordnen kann.
Angesichts des damals herrschenden Sexismus ist es nicht
schwierig, schrecklich misogyne Hexenprozesse zu finden. Aber der Frauenhaß erklärt nicht den vorliegenden
Befund.
Beginn und Ende der Verfolgungen stehen mit keiner bemerkenswerten Änderung in den Rechten der
Frauen zusammen.
Gerichtsverhandlungen konzentrierten sich auf Grenzgebiete – sind Grenzgebiete frauenfeindlicher
als Regionen im Landesinneren?
Irland tötete vier Hexen, Schottland einige tausend – sind die Schotten
so viel frauenfeindlicher?
Frau Barstow gibt zu, daß Rußland genauso frauenfeindlich war wie Deutschland,
dennoch wurden dort nur zehn Hexen getötet.
Ihre Theorie kann das nicht erklären. Darum behauptet sie
einfach, daß vermutlich sehr viele russische Hexen getötet wurden und daß die meisten von ihnen Frauen
waren.
Wir haben einfach alle Belege verloren, welche Frau Barstows Theorie bestätigten könnten.
Jenny
Gibbons, die Autorin des Beitrages studierte Mittelalterliche Geschichte und ist Anhängerin eines modernen
Hexenkultes.Nächstes Mal: Neun Millionen getötete Hexen?
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#6
sniperhdk 01:42:13 | Samstag, 3. März 2007
#5
Agathenon † 13:20:58 | Freitag, 2. Februar 2007
#4
Gotthard 00:10:44 | Freitag, 2. Februar 2007
#3
Lauschi 17:37:34 | Donnerstag, 1. Februar 2007
#2
Agathenon † 17:05:45 | Donnerstag, 1. Februar 2007
#1
Inabikari 16:12:30 | Donnerstag, 1. Februar 2007