Hochhuth war ein Werkzeug der Sowjets
Bis heute sind viele daran interessiert, das Andenken des heroischen Papstes Pius XII. zu beschmutzen. Doch die schwarze Legende bröckelt zusehends.

Pacepa ist ein ehemaliger General des früheren rumänischen Geheimdienstes ‘Securitate’.
In der jüngsten Ausgabe des in New York erscheinenden, neokonservativen Zweiwochenmagazins ‘National Review’ veröffentlichte er einen längeren Artikel.
Pacepa ist der höchste Geheimdienstmitarbeiter, der je in die Vereinigten Staaten überlief.
Im Jahr 1978 erhielt er in den USA Asyl. Er ist inzwischen US-Staatsbürger.
In den 1960er Jahren inszenierte Pacepa zusammen mit dem sowjetischen Geheimdienst KGB eine antikirchliche Schmierkampagne.
Deren Hauptziel war, Papst Pius XII. († 1958) als „einen kaltherzigen Sympathisanten der Nationalsozialisten“ hinzustellen.
Operation „Seat 12“
Die Aktion begann im Februar 1960: Der sowjetische Dikator Nikita Chruschtschow († 1971) bewilligte dazu einen streng geheimen Plan, der zum Ziel hatte, die moralische Autorität des Vatikan zu untergraben.
Bewußt wählte man den damals bereits verstorbenen Papst Pius XII. als Angriffsziel: „Tote Männer können sich nicht verteidigen“ – lautete die Devise beim KGB.
Der Deckname für die Operation war „Seat-12“ – Platz 12.
Pius XII. sollte als angeblicher Antisemit hingestellt werden, der den nationalsozialistischen Reichskanzler Adolf Hitler († 1945) zum Völkermord ermutigt habe.
Zunächst machte sich der KGB daran, Informationen zu sammeln.
Pacepa fungierte dabei als Mittelsmann. Zum Schein bot er dem Vatikan die Wiederaufnahme der 1951 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen mit Rumänien an.
Dafür verlangte er Zugang zum päpstlichen Geheimarchiv und einen zinslosen Kredit von einer Milliarde Dollar.
Die erste Forderung begründete er damit, daß die rumänische Regierung historisches Material brauche, um ihre Gesinnungsänderung gegenüber dem Vatikan öffentlich zu rechtfertigen.
Die Geldforderung sollte die Glaubwürdigkeit des diplomatischen Anliegens untermauern: „Wenn es etwas gibt, daß diese Mönche verstehen, dann ist es Geld“ – hieß es damals in KGB-Kreisen.
Der Vatikan kroch dem kommunistischen Geheimdienst prompt auf den Leim. Der Zugang zum Archiv wurde gewährt.
Zwischen 1960 und 1962 durchsuchten drei als Priester getarnte Unteroffiziere des rumänischen Geheimdienstes Unterlagen über Papst Pius XII. Sie kopierten geheim einige hundert Dokumente.
Die Daten wurden mit spezieller Post an den sowjetischen Geheimdienst geschickt.
Keines der Dokumente war in irgendeiner Weise „belastend“ – unterstreicht Pacepa. Der KGB wußte sie dennoch zu verwerten.
Die finstere Saat geht auf
Im Jahr 1963 reiste der Verantwortliche des ‘KGB-Zentrums für Desinformation’ – General Ivan Agayants – nach Bukarest und bedankte sich bei Pacepa für seine Hilfe.

Das Werk besitze einen voluminösen Anhang, den KGB-Experten mit Hilfe der vatikanischen Dokumente fabriziert und zusammengestellt hätten.
Pacepa erfuhr auch, daß der Produzent des Stückes ein ergebener Kommunist mit langjährigen Beziehungen nach Moskau war.
Das im Februar 1963 in Berlin uraufgeführten Verleumdungsstück „Der Stellvertreter“ behauptet, Pius XII. habe Hitler unterstützt und zum Völkermord an den Juden ermutigt.
Dessen damals völlig unbekannter Autor, Rolf Hochhuth (75), berief sich auf einen mitveröffentlichten, vierzigseitigen Anhang mit dem Titel: „Historische Streiflichter“.
Das Theater wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und diente als Grundlage für eine Flut weiterer Literatur und Zeitungsartikel:
„Heute haben viele Leute noch nie etwas vom ‘Stellvertreter’ gehört. Doch sie sind zutiefst überzeugt, daß Pius XII. ein kaltherziger und böser Mensch war, der die Juden gehaßt und Hitler bei ihrer Beseitigung geholfen hat“ – resümiert Pacepa.
Hochhuths mysteriöser Bischof
Als Informanten bezeichnete Hochhuth einen Bischof, dessen Identität er nicht preisgeben wollte. Er habe 1959 drei Monate in Rom verbracht und den geheimnisvollen Prälaten befragen können.
Der ehemalige Geheimdienstler Pacepa bezweifelt diese Darstellung.
Er selber habe etwa zur selben Zeit als diplomatischer Vertreter den Vatikan regelmäßig besucht:
„Es gelang mir nie, irgendeinen gesprächigen Bischof mit mir in eine Ecke zu bekommen – und das scheiterte nicht an fehlenden Bemühungen.“
Jetzt hofft Ex-General Pacepa, daß der Präsident der Russischen Föderation, Vladimir Putin, die Archive des KGB öffnen wird.
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Freitag, 2. Februar 2007 16:11
Artois †: @Benedikt
Bin ich gleich von dir gewichen,
stell ich mich doch wieder ein …
stell ich mich doch wieder ein …
Donnerstag, 1. Februar 2007 18:30
Benedikt: @ Artois
Das frag ich dich. Wolltest du nicht unlängst gehen? ?:)
Donnerstag, 1. Februar 2007 17:01
Artois †: @Bendeikt
Was plapperst Du denn wieder hier herum …
Mittwoch, 31. Januar 2007 18:14
Benedikt: Hochhuth…
…das war doch der, der den verurteilten Holocaustleugner Irving einen „fabelhaften Pionier der Zeitgeschichte“
genannt hat.
Hochhuth machte nie einen Hehl daraus, dass „Der Stellvertreter“ partiell Fiktion war. Es ist geradezu peinlich, wenn ein Professor ein solches Werk wie eine historische Abhandlung behandelt.
Hochhuth machte nie einen Hehl daraus, dass „Der Stellvertreter“ partiell Fiktion war. Es ist geradezu peinlich, wenn ein Professor ein solches Werk wie eine historische Abhandlung behandelt.
Dienstag, 30. Januar 2007 17:50
cairochon: @Artios
Mir ist die Arbeitsweise von Geheimdiensten nicht fremd und auch mit Pacepa habe ich mich beschäftigt.
Die angesprochene Vorgehensweise ist mir nicht fremd, dennoch erscheint es mir so als hätte man hier
einen übertriebenen Aufwand geleistet.
Auch die Tatsache das er immer wieder mit neuen Enthüllungen an die Öffentlichkeit kommt richt für mich nach reiner Geldmacherei.
Eine weitere kleine Tatsache sollte man nicht vergessen. Ganz gleich von welcher Seiter er wohin übergelaufen ist – er ist ein Verräter. Ich würde mich davor hüten einem Verräter alles vorbehaltlos zu glauben.
Auch die Tatsache das er immer wieder mit neuen Enthüllungen an die Öffentlichkeit kommt richt für mich nach reiner Geldmacherei.
Eine weitere kleine Tatsache sollte man nicht vergessen. Ganz gleich von welcher Seiter er wohin übergelaufen ist – er ist ein Verräter. Ich würde mich davor hüten einem Verräter alles vorbehaltlos zu glauben.
Dienstag, 30. Januar 2007 16:44
Lota: Dokumenten-Fälschung
General Pacepa erinnert auch an die Dokumente von Kardinal Mindszenty. Hier hat der Geheimdienst sowohl
die anklagenden Dokumente als auch das Geständnis gefälscht.
Mindszenty konnte nur noch staunen, dass jemand glauben konnte, er hätte diesen billigen Text tatsächlich verfasst.
Mindszenty konnte nur noch staunen, dass jemand glauben konnte, er hätte diesen billigen Text tatsächlich verfasst.
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