Mons. Gänswein
Pro Monat einen dreiviertel Tag frei
Der Privatsekretär des Papstes arbeitet zwar schnell und effektiv. Sollte er dennoch versagen, könne er sich bei Donatella Versace für den Laufsteg bewerben.
Mons. Georg Gänswein
Mons. Georg Gänswein
© Eva Lütcke, Malteser Hilfsdienst, GNU Free Documentation License
(kreuz.net, Vatikan) Kürzlich besuchte der Journalist Hannes Hintermeier den Privatsekretär des Papstes, Prälat Georg Gänswein (50).

Hintermeiers Artikel erscheint in der heutigen Ausgabe der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’.

Der Artikel beschreibt den Prälaten als „Schwarm der Massenmedien“ und als „Traumbild eines Priesters, der die Damenwelt in Verzückung geraten läßt“.

Er sei ein attraktiver Vertreter seines Geschlechts: die beste Werbung für die Generation fünfzig plus.

Mons. Gänswein bekennt vor dem Journalisten, daß ihm der direkte Kontakt mit den Gläubigen fehlt: „Das ist ja das, wofür einer zum Priester geweiht wird.“

Ein Minimum an Außenkontakt sei unbedingt notwendig, um den Bezug zur Welt nicht zu verlieren.

Minimale Freizeit

Vom kleinen vatikanischen Apparat aus möchte Mons. Gänswein die Weltkirche schnell, präzise und effizient befeuern.

Alle drei bis vier Wochen versuche er, einen dreiviertel Tag freizumachen: „Vom Stoßdämpfer her betrachtet, fahre ich relativ weit unten.“

An den freien Tagen begibt er sich zum Beispiel in die Abruzzen, um Ski zu fahren. Allerdings sind die Pisten – so der Papstsekretär – im Vergleich zu den Alpen eher bescheiden.

Ab und zu spielt er auch Tennis.

Als Vorbilder in diesem Sport nennt Mons. Gänswein den Schweden Björn Borg, die Deutsche Steffi Graf und anfangs auch den jungen Boris Becker: „Bis ich die ersten Interviews mit ihm gehört habe“.

Blick zurück

Der Prälat sprach mit dem Journalisten auch über seine Herkunft:

„Die Glaubensquellen sind stark gewesen, auch wenn mir mein damaliger Heimatpfarrer geistlich und intellektuell mild bis leicht porös vorgekommen ist.“

Einmal wurde der spätere päpstliche Privatsekretär beim Fußballspielen nach einem Foul vom Feld gewiesen. Auf die Frage nach seinem Namen antwortete er dem Schiedsrichter: „Beckenbauer“.

Die „Regulierungsbehörde“

Sein ehemaliges Tätigkeitsfeld – die Glaubenskongregation – beschreibt Mons. Gänswein „salopp gesagt“ als eine Art Regulierungsbehörde.

Als Präfekt dieser Institution habe Kardinal Ratzinger unmöglich jedermanns Lieblings sein können: „»Sic et non«, das muß er an dieser Stelle sagen können.“

Bei der Glaubenskongregation würden Person und Institution gerne verwechselt. Das habe auch für Kardinal Ratzinger gegolten.

In Deutschland sei immer ein sanfter Haß gegen den jetzigen Papst vorhanden gewesen: „Bei einem Mann von einer solchen intellektuellen Brillanz vielleicht kein Wunder“.

Nun werde diesem Bild langsam das Gift entzogen.

Modefragen

Mons. Gänswein kommentierte auch eine jüngste Anspielung der italienischen Modeschöpferin Donatella Versace auf seine Person:

„Ich kann mich dort ja bewerben, wenn ich hier versage.“

Frau Versace hatte ihre Bewunderung für „Schönheit und Stil“ des päpstlichen Privatsekretärs zum Ausdruck gebracht.

Auch Mons. Gänswein hat Freude an schönen Dingen: „Ich bin vom Typ her aufs Klassische orientiert.“ Doch einen aufwendigen Lebensstil pflegt er nicht. Dazu fehle ihm auch das Geld.

Bei einem Priester sei die Kleidung „zum Glück“ immer die gleiche.

Daß ein Kleriker gepflegt sein müsse, verstehe sich von selbst. Dennoch würden manche Geistliche gesellschaftlich miserabel abfallen.

Mons. Gänswein berät auch den Papst in Modedingen: „Die weiße Steppjacke und die Baseballmütze nehme ich auf meine Kappe.“

Er habe sich ein paar Sachen zur Ansicht bringen lassen, und der Papst habe sie probiert.

Sogar die Gattin des ehemaligen italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi sei in Entzückensrufe ausgebrochen.
      
9 Lesermeinungen
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#9   golfi   00:07:59 | Mittwoch, 31. Januar 2007
Gunsenum
Sie haben aber auch gar kein Verständnis für gewisse menschliche Schwächen, wo bleibt Ihr Humor, dies ist doch auch christlich und Gottgewollt.
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#8   Gunsenum   20:26:56 | Dienstag, 30. Januar 2007
Böser Gänswein!
Läßt der sein foto doch tatsächlich neben dem eines Models abdrucken. Wie unkatholisch! zur Buße drei Ave maria!
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#7   Desperatus †   12:08:50 | Dienstag, 30. Januar 2007
Toll, Toll, Toll
Das ist der Bericht, auf den die Welt gewartete hat, weil ja niemand in der Lage ist, das Original in der FAZ zu lesen.
Frei nach dem Motto: Ich habe hört, daß ein BeKannter der Freundin meiner Schwester gesagt haben soll, er kenne da jemanden flüchtig, der habe gehört, daß über Prälat G. gesagt wird…
Endlich einmal investigiver Journalismus.
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#6   Genoveva   11:54:26 | Dienstag, 30. Januar 2007
Na ja, …
man kann sich bei einem solchen Interview schon fragen: Was soll eigentlich dabei herauskommen – außer eben dem ewigen „George Clooney des Vatikans“-Geschwätz.
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#5   Pünktchen   11:36:57 | Dienstag, 30. Januar 2007
„Peinlich“ für den Autor des Artikels – vielleicht – ,
nicht aber für Hochw. Gänswein!
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#4   Genoveva   11:32:58 | Dienstag, 30. Januar 2007
doch, es ist peinlich …
Man muss ja nur das dazugehörige Bild in der Zeitung anschauen (eine Gegenüberstellung von Mons. Gänswein und einem Versace-Herren-Model).
Farbenblind ist der Autor des Artikels www.faz.net/…common~Scontent.html leider auch noch: „leuchtend rote Seidenschärpe“ …
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#3   thaumaturgos   10:53:53 | Dienstag, 30. Januar 2007
… er kann ja nix dafür
aber, dass die red. sowas bringt ist eher dümmlich, nicht peinlich … und wer weiss schon, was der papstsek. wirklich gesagt hat … die steinbruchexegese von dumm.net hier ist ja bekannt :-)
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#2   Pünktchen   10:51:39 | Dienstag, 30. Januar 2007
catharina
Wir wollen mal nicht zu streng sein!? Ich möchte nicht wissen, wieviele Interviewanfragen Hochw. Gänswein abschlägig bescheidet. Der FAZ-Artikel ergeht sich über weite Strecken in der Beschreibung des vatikan. Arbeitsplatzes und seines „Stallgeruches“. Offenbar hatte das Interview selbst nicht so viel „hergegeben“!!! :-S
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#1   catharina   10:36:10 | Dienstag, 30. Januar 2007
Eher peinlich.
Tja, was soll man dazu sagen? Am besten man tut das, was dem päpstlichen Privatsekretär besser gestanden hätte. Si tacuisses…
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