10:15:51 | Samstag, 3. Februar 2007
Die österreichischen Kinderabtreiber können sich auf den Erzbischof von Wien verlassen. Sie erhalten von ihm eine diskrete und zuverlässige Rückendeckung. Hat sich Eminenz selber exkommuniziert? Ein Kommentar.

Demonstration gegen den Kinderschlachthof im Einkaufszentrum ‘Lugner City’
(kreuz.net, Wien) Seit Jahren wiederholt sich die Geschichte wie das Amen in der Kirche:
Wenn sich österreichische
Lebensschützer für ungeborene Menschen einsetzen, können sie sicher sein, daß der Wiener Kardinal
Christoph Schönborn ihnen in den Rücken fallen wird.
In Österreich werden täglich 250 Kinder Opfer
skrupelloser Abtreiber.
Doch mehr als allgemeine und zweideutige Wortspenden kann man vom Wiener Kardinal
zu diesem Thema nie hören.
Der Kardinal hält sich bedeckt. Doch wenn jemand gegen das Blutbad an unseren
Kindern protestiert, erwacht sein Zorn.
Dann zückt er, schon fast reflexartig, das Messer.
Das jüngste
Beispiel?
Der Weihbischof von Salzburg, Mons. Andreas Laun, ist sich nicht zu schade, für das Leben
der Kinder auf die Straße zu gehen.
Am Donnerstag stand er, der deshalb viel geschmäht wird, vor einem
Kinderschlachthof in Wien.
„Lugner City: Hier ist Abtreibung ein Geschäft“

© youthforlife.net

© youthforlife.net

©
youthforlife.net

© youthforlife.net

© youthforlife.net
In einem anschließenden
Interview erklärte der
Weihbischof, daß jener Mann, der diesen Ort der Schande hätte verhindern können, exkommuniziert sei.
Der Angesprochene geriet
ins Schwitzen. Er bekam einen Wutanfall, begann die Kirche zu verleumden und
droht mit Klagen vor Gericht.
Kardinal Schönborn, der zur jüngsten Großdemonstration der Lebensschützer
in seiner Stadt standhaft geschwiegen hatte, wurde plötzlich von seiner lähmenden Sprachlosigkeit befreit.
Er schickt seinen Pressesprecher, Erich Leitenberger, vor, um gegen den Weihbischof, der für die Kinder
auf der Straße steht, zu bellen.
Es sei „kontraproduktiv“ zu sagen, daß die Mitwirkenden an einer Kinderabtreibung
ipso facto exkommuniziert seien – bellte der Schloßhund seiner Eminenz.
Man dürfe das Engagement gegen
die Abtreibung nicht „der Lächerlichkeit preisgeben“.
Welches „Engagement“, Herr Kardinal?
Akademische
Diskussionen über Exkommunikation würden „sicher“ keinem einzigen Kind das Leben zu retten – so der
Pressesprecher.
Saß der Kardinal im falschen Film? Akademische Diskussionen?
Der angegriffene Weihbischof
stand am Tag zuvor ganz unakademisch an jener Stelle, wo der Erzbischof von Wien seinen Platz leer ließ.
Der Erzdiözese Wien gehe es „seit Jahrzehnten“ darum, das „Recht auf Leben“ zu verteidigen – behauptete
der Pressesprecher des Kardinals unbeirrt weiter.
Stellen Sie sich der Wirklichkeit, Herr Kardinal.
Sie haben in der Vergangenheit wiederholt – und ohne gefragt zu werden – jene verleugnet, die für das
Leben ungeborener Menschen arbeiten.
Der gleiche Verein ‘Jugend für das Leben’, der am Donnerstag vor
dem Wiener Einkaufszentrum demonstrierte, organisierte im Dezember 2004 einen
Postwurf gegen die Errichtung
eines Kinderschlachthofs in Salzburg.
Die Jugendlichen kehrten mit einem erzbischöflichen Messer im
Rücken nach Hause zurück.
Kaltschnäuzig
bezeichnete Kardinal Schönborn die Postwurfsendung – von
Wien aus – als „Aktionismus“ und „Polemik“, die in der Abtreibungsdebatte „nicht zielführend“ seien.
Zielführend? Was sind die Ziele des Erzbischofs von Wien?
Im vergangenen Dezember stellte ein Journalist
dem Erzbischof von Wien
eine präzise Frage:
„Werden Sie auch soweit gehen, daß man sagt, es soll eine
Gesetzesänderung geben bei der Fristenlösung?“
Was war die Antwort des Kardinals? „Wir plädieren nicht
für das Bestrafen von Frauen in Not.“
Mit dieser Formulierung stellte sich der Kardinal präzise – nach
Inhalt und Intention – hinter das österreichische Gesetz über die Fristenlösung.
Tut der Kardinal
von Wien wirklich nichts gegen die Kinderabtreibung?
Nichts wäre zuviel gesagt.
Immerhin hängte er
der Generalsekretärin von ‘Aktion Leben Österreich’ – Gertraude Steindl – den päpstlichen Gregoriusorden
um den Hals.
Der Verein ‘Aktion Leben Österreich’ befürwortet die künstliche Kinderverhütung und
Präparate zur Frühabtreibung.
Er setzt sich auch für die Beibehaltung der Fristenlösung und für
eine sogenannte „ergebnisoffene“ Schwangerschaftsberatung ein.
Herr Professor Doktor Christoph Maria
Michael Hugo Damian Peter Adalbert Kardinal Graf von Schönborn, ist Ihnen ihr eigener Name heiliger als
das Leben kleiner Kinder?
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.