Deutschland
Bonn ist sauer
Der Abschied der Aachener Priesteramtskandidaten aus Bonn erregt auch die Gemüter an der dortigen Theologischen Fakultät.
Tabernakel in der Kapelle des Pauluskolleg
Tabernakel in der Kapelle des Pauluskolleg
© Pauluskolleg
(kreuz.net, Aachen) Vierzig Jahre lang unterhielt die Diözese Aachen in Bonn ein eigenes Priesterseminar – das „Pauluskolleg“.

Jetzt wird es geschlossen. Die Aachener Alumnen werden in Zukunft im Priesterseminar Collegium Borromäum in Münster wohnen und an der dortigen Universität studieren.

An der Bonner Katholisch-Theologischen Fakultät ist man wegen des Wegganges der Aachener Seminaristen verstimmt.

Das berichtet die jüngste Ausgabe der ‘Kirchenzeitung für das Bistum Aachen’.

Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Professor Rudolf Hoppe, unterstrich gegenüber der Aachener ‘KirchenZeitung’ zunächst sein „sehr gutes Verhältnis zu Bischof Mussinghoff“.

Der Bischof habe ihn am Abend vor Bekanntgabe des Beschlusses telefonisch darüber unterrichtet.

Professor Hoppe bedauert diese Entscheidung, zumal die Aachener Studenten immer zu den besten Absolventen gehörten: „Viele waren und sind außerordentlich gut.“

Hoppe will nicht ausschließen, daß die Aachener Entscheidung eine Symbol- oder Signalwirkung für die Fakultät haben könnte.

Entsetzt zeigt sich der aus dem Bistum Aachen stammende Bonner Alttestamentler Heinz-Josef Fabry. Auch er ist dem Aachener Bischof „freundschaftlich zugetan“.

Professor Fabry sieht in der Aachener Entscheidung eine „Absage an unsere Bonner Fakultät“.

Er und der Liturgiewissenschaftler und Aachener Priester Prof. Albert Gerhards verweisen auf die guten Bonner Studienbedingungen.

Dort gebe es im Rahmen einer internationalen Studentenschaft keinen Massenbetrieb.

Die Bonner Professoren befürchten jetzt, daß der Aachener Beschluß auch einen Abschreckungseffekt auf zukünftige Aachener Laientheologen haben könnte.

„Wenn ein Bischof uns die Studenten entzieht, nimmt er uns – ob er will oder nicht – die entscheidende geistlich-geistige Unterstützung, die Reputation einer Theologischen Fakultät an der Universität“ – so Professor Fabry.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: Bischof Mussinghoff und Professor Hoppe äußerten den Wunsch, daß es in einigen Jahren wieder mehr Aachener Priesterkandidaten geben möge.

Dann könnte das Pauluskolleg wieder seine Pforten öffnen.
      
1 Lesermeinung
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#1   kritiker   16:37:05 | Montag, 5. Februar 2007
viele von denen an der uni?
hm…ist klar.es ist wohl immer die kleinste gruppe gewesen.
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