15:17:11 | Montag, 5. Februar 2007
Der Abschied der Aachener Priesteramtskandidaten aus Bonn erregt auch die Gemüter an der dortigen Theologischen Fakultät.
(kreuz.net, Aachen) Vierzig Jahre lang unterhielt die Diözese Aachen in Bonn ein eigenes Priesterseminar –
das „Pauluskolleg“.
Jetzt wird es
geschlossen. Die Aachener Alumnen werden in Zukunft im Priesterseminar
Collegium Borromäum in Münster wohnen und an der dortigen Universität studieren.
An der Bonner Katholisch-Theologischen
Fakultät ist man wegen des Wegganges der Aachener Seminaristen verstimmt.
Das berichtet die jüngste
Ausgabe der ‘Kirchenzeitung für das Bistum Aachen’.
Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät,
Professor Rudolf Hoppe, unterstrich gegenüber der Aachener ‘KirchenZeitung’ zunächst sein „sehr gutes
Verhältnis zu Bischof Mussinghoff“.
Der Bischof habe ihn am Abend vor Bekanntgabe des Beschlusses telefonisch
darüber unterrichtet.
Professor Hoppe bedauert diese Entscheidung, zumal die Aachener Studenten immer
zu den besten Absolventen gehörten: „Viele waren und sind außerordentlich gut.“
Hoppe will nicht ausschließen,
daß die Aachener Entscheidung eine Symbol- oder Signalwirkung für die Fakultät haben könnte.
Entsetzt
zeigt sich der aus dem Bistum Aachen stammende Bonner Alttestamentler Heinz-Josef Fabry. Auch er ist dem
Aachener Bischof „freundschaftlich zugetan“.
Professor Fabry sieht in der Aachener Entscheidung eine
„Absage an unsere Bonner Fakultät“.
Er und der Liturgiewissenschaftler und Aachener Priester Prof. Albert
Gerhards verweisen auf die guten Bonner Studienbedingungen.
Dort gebe es im Rahmen einer internationalen
Studentenschaft keinen Massenbetrieb.
Die Bonner Professoren befürchten jetzt, daß der Aachener Beschluß
auch einen Abschreckungseffekt auf zukünftige Aachener Laientheologen haben könnte.
„Wenn ein Bischof
uns die Studenten entzieht, nimmt er uns – ob er will oder nicht – die entscheidende geistlich-geistige
Unterstützung, die Reputation einer Theologischen Fakultät an der Universität“ – so Professor Fabry.
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: Bischof Mussinghoff und Professor Hoppe äußerten den Wunsch, daß
es in einigen Jahren wieder mehr Aachener Priesterkandidaten geben möge.
Dann könnte das Pauluskolleg
wieder seine Pforten öffnen.
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kritiker 16:37:05 | Montag, 5. Februar 2007