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Mittwoch, 12. Januar 2005 10:52
Schwarze Vergangenheit
Die Grüne Familiensprecherin im österreichischen Parlament kritisiert den katholischen Familienbischof in der österreichischen Bischofskonferenz. Was ist daran so komisch? Ein Kommentar.
(kreuz.net) Eigentlich eine nichtssagende Meldung. Die Grüne Frauensprecherin im österreichischen Nationalrat, Sabine Mandak (48), hat – wie ihr grünes Amt es von ihr verlangt – die Kinderabtreibung vor einem bischöflichen bösen Wolf in Schutz genommen und dem Kirchenmann gleichzeitig furchtlos eine ‘Watschen’ erteilt. Mit den beschwörenden Worten „Hände weg von der Fristenlösung“ fegte Frau Mandak kürzlich Aussagen von Bischof Küng zur Fristenregelung vom Tisch.

Bischof Küngs Worte würden „deutlich aufzeigen, daß er eine künftige Bestrafung für Frauen, die einen Abbruch vornehmen lassen, nicht ausschließt“. Dieses Signal lasse in ihren Ohren „die Alarmglocken schrillen“, meinte Frau Mandak in einer Aussendung. Sie forderte die Amtskirche auf, endlich eine „verantwortungsvolle“ Empfängnisverhütung zu unterstützen.

Familienbischof Küng hatte in einem Interview – nicht ohne Wenn und Aber – gemeint, daß eine Abschaffung der Fristenregelung „erstrebenswert“ sei.

Süffig wird die Geschichte vom grünen Schneewittchen und dem bischöflichen Wolf, wenn man sich daran erinnert, daß beide, Bischof Küng und Frau Mandak früher im schönen Vorarlberg für die gleiche Firma gearbeitet hatten. Dabei der Wolf der Chef und das Schneewittchen die Untergebene.

Bis zu seiner Ernennung in St. Pölten war Dr. Klaus Küng der Bischof von Feldkirch. Und Frau Sabine Mandak war von 1992 bis 1999 eine eifrige Mitarbeiterin des katholischen Bildungswerkes in Vorarlberg und – versteht sich von selbst – eine praktizierende Katholikin. Eine interessante Symbiose.

Frau Mandaks spätere politische Karriere war durchaus keine Bekehrung vom heiligen Paulus zum christenverfolgenden Saulus. Nein. Schon vor ihrer Zeit beim katholischen Bildungswerk war Frau Mandak Aktivistin bei den „Grünen“, seit 1989 in der grünen Bürgerliste „Feldkirch blüht“. Im Jahre 1995 wurde sie grüne Stadträtin der Bezirksstadt Feldkirch.

Die „Grünen“ sind in Österreich eine berüchtigte Abtreibungspartei des linksextremen Spektrums.

Für einen einfältigen Katholiken an der Basis, der von der Grünen Parteipolitik nichts versteht, stellt sich die Frage, wie man die beim Vorarlberger Katholischen Bildungswerk empfangene katholischen Prägung in einer so extremistischen Partei erfolgreich umsetzen kann.

Was ist mit der „Grünen Partei“ Österreichs los, daß sie auf Kaderleute ihres Erzfeindes, der rabenschwarzen katholischen Kirche, zurückgreifen muß? Ist die „Grüne Partei“ unter diesen Umständen überhaupt noch politisch ernst zu nehmen? Es scheint, daß bei den Grünen die letzten Reste einer politischen Überzeugung dahingeschmolzen sind. Furchtbar. Eine Partei von farbenblinden Chamäleonen, die den Unterschied zwischen grün und schwarz nicht mehr kennen.
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